mobisaar – Mobilität für alle

Laufendes Projekt (01.11.2015 – 30.10.2020)

Kurzbeschreibung

Ohne Mobilität keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Auch wenn die Formel von der Gleichheit der Lebensbedingungen zunehmend infrage gestellt wird, so ist der Staat doch für die Mobilitätschancen seiner Bürger verantwortlich. Angesichts des demografischen Wandels kann dies auf Dauer nicht ausschließlich durch den Neubau oder den Erhalt von Straßen gewährleistet werden. Vielmehr muss – nicht zuletzt aus ökologischen und sozialen Gründen – der ÖPNV auch auf dem Land gesichert werden. In einer älter werdenden Gesellschaft müssen auch die Älteren mobil sein können, insbesondere dann, wenn sie nicht mehr über ein Auto verfügen. Doch geht es nicht nur um ältere Menschen. Auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen haben einen Anspruch auf die Teilnahme am öffentlichen Personennahverkehr. Darüber hinaus gibt es ab dem 1.1.2021 einen Rechtsanspruch auf Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

„mobisaar“ hat mit dem vom iso-Institut verfassten Konzept den Wettbewerb „Innovative Regionen und Kommunen im demografischen Wandel (Innovakomm)“ gewonnen. Die Partner des mobisaar-Verbundes bekommen nun insgesamt 4,77 Mio. € als Förderung bis Ende 2020, um für das gesamte Saarland ein innovatives Mobilitätssystem zu entwickeln, das von da an auch ohne (oder nur mit minimaler öffentlicher) Förderung funktionieren soll.

Dabei nehmen wir Ergebnisse des 2014 abgeschlossenen Vorhabens „Mobia“ (Mobil bis ins Alter) auf, in dem ein technologiegestützter Service für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Saarbrücken entwickelt und erprobt wurde. Die hier entwickelte Kombination aus Dienstleistung und Technologie baute für über 60 Kunden ein Jahr lang Barrieren im ÖPNV durch zielgerichtete Begleitung ab. In „mobisaar“ nun werden neben Beschäftigten des öffentlich geförderten Arbeitsmarktes auch Ehrenamtliche und spontan freiwillige Lotsen Begleitdienste übernehmen, um diese auch in größeren Zeiträumen und auch im ländlichen Raum anbieten zu können. Hierzu werden die bereits vorhandenen „Apps“ weiter um- und ausgebaut, so dass sie das gesamte Saarland abdecken, offene Schnittstellen zu diversen anderen Diensten bieten und es erlauben, die unterschiedliche Typen von Mobilitätslotsen mit ihren unterschiedlichen Qualifikationen in den Dienstleistungsprozess zu integrieren. Im mobisaar-Call-Center, das diese Dienstleistungen saarlandweit bereitstellt, haben die Fahrgäste die Möglichkeit, über multimodale Zugangswege den Service der Lotsen zu bestellen. Die für den öffentlichen Raum und auch für den ÖPNV gesetzlich geforderte Barrierefreiheit wird durch das Vorhaben nicht ersetzt, sondern ergänzt, insbesondere auch für diejenigen Menschen, die aufgrund fortgeschrittenen Alters oder eingeschränkter Mobilität Unterstützung im ÖPNV brauchen.

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Projektlaufzeit:

laufend (01.11.2015 – 30.10.2020)  

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Projektleitung:

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Projekt-Homepage:

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Veröffentlichungen: