GESAMTARCHIV 1992-2009

of the iso-Institute

GESAMTARCHIV  1992-2009

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2009 abgeschlossene Projekte

Arbeiten bis 67? Betriebliche Sichtweisen und Strategien zu Bewältigung des Altersstrukturwandels im Saarland

Der demographische Wandel und die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters stellen die Unternehmen wie ihre Belegschaften und Interessenvertreter vor neue Herausforderungen. Zum einen rücken die geburtenstarken Jahrgänge der heute 40- bis 50-Jährigen in die nächsthöheren Altersklassen auf und bewirken eine deutliche Alterung der Belegschaften. Zum anderen verringern sich die Möglichkeiten des vorzeitigen Berufsaustritts und die Beschäftigten müssen sich auf ein längeres Arbeitsleben einstellen.ältere arbeitnehmer Die Studie richtet sich auf die Frage, wie „demographiefest“ die saarländischen Unternehmen heute bereits sind, um den anstehenden Altersstrukturwandel produktiv zu bewältigen. Schaffen sie Rahmenbedingungen, die es den Beschäftigten ermöglichen, tatsächlich länger zu arbeiten und später in Rente zu gehen?

Verfügen Unternehmen und betriebliche Interessenvertreter bereits über ausreichende Kenntnisse und Informationen zu demographieorientierten Gestaltungsansätzen, Instrumenten und Konzepten? Welchen Stellenwert haben Demographie-Strategien, die den Fokus auf eine alternsgerechte Personal- und Arbeitspolitik legen, derzeit für die saarländischen Unternehmen? Welche externen Hilfe-, Beratungs- und Unterstützungsbedarfe sehen Unternehmen und Betriebsräte? Inwieweit tragen regionale Demographienetzwerke, überbetriebliche Initiativen, Wirtschaftsverbände oder Kammern zur Förderung der demographischen ‚Fitness’ der Unternehmen bei?

Arbeitskammer des Saarlandes

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projekstand: abgeschlossen (Laufzeit 6/2008-3/2009)
Projektbearbeiter/in: Dr. Ingrid Matthäi, Achim Huber, Dr. Martina Morschhäuser

 

 

Veröffentlichung:

Matthäi, Ingrid; Huber, Achim (2009): Arbeiten bis 67? Betriebliche Sichtweisen und Strategien zur Bewältigung des Altersstrukturwandels im Saarland.

Eine Studie im Auftrag der Arbeitskammer des Saarlandes. Saarbrücken. [Download]

Die Organisationsreform der tunesischen Arbeitsagentur ANETI

Die Arbeitsagentur ANETI, Agence nationale pour l’emploi et le travail indépendant, steht angesichts einer erwarteten Erwerbslosenquote von 15% für das laufende Jahr (2009), einer explosionsartigen Vermehrung der akademischenautoindustrie

Abschlüsse und einer zunehmenden Feminisierung der Arbeitswelt vor der Aufgabe, ihre Arbeitsmarktpolitik in der Krise zu bündeln. Das bisherige Modell der Arbeitsagentur war stark an der französischen ANPE ausgerichtet, nicht zuletzt aus historischen Gründen. ?Nun wird die Einführung nachhaltiger Entwicklungskriterien bei der ANETI auf Grundlage der positiven Erfahrungen west- und nordeuropäischer Arbeitsagenturen geprüft.

Die Studie basiert auf einer Felderhebung in vier tunesischen Städten, Tunis, Béja, Gafsa und Sousse. 

Auftraggeber: Weltbank
Projektstand: abgeschlossen (Laufzeit: 01.07.2009 – 31.12.2009)
Projektleitung: Dr. Alexander Neumann
Projektbearbeitung: Dr. Alexander Neumann, Prof. Dr. Volker Hielscher, Adel Ayari (Tunis)

 

Veröffentlichungen:

Ayari, Adel; Hielscher, Volker; Neumann, Alexander (2009): La réforme organisationelle de l’ANETI en Tunésie. RAPPORT 2009. Sarrebruck.

 

 

Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung des Modellvorhabens „Wohngruppe für Menschen mit Demenz – ein Kooperationsprojekt von Professionellen, Angehörigen und Laien“

Die Situation in traditionellen Alten- und Pflegeheimen ist nach Ansicht von Experten nur bedingt für Demenzkranke geeignet. Daher sind in den letzten Jahren verstärkt ambulante Wohnformen entstanden, die in besonderer Weise für das Bewahren dementia

von Normalität, für Partizipation und die Integration in das Gemeinwesen sowie für eine individuelle, lebensweltlich ausgerichtete Betreuung stehen.

Die Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf setzte mit der von ihr etablierten Wohngruppe für Menschen mit Demenz in Ebsdorfergrund-Dreihausen neue Maßstäbe. Kennzeichen dieses innovativen Angebots, das von den Spitzenverbänden der gesetzlichen Pflegekassen und dem Hessischen Sozialministerium gefördert wurde, ist das gezielte Zusammenwirken von professionellen Fachkräften, Laien und Angehörigen. Bewusst wurde auch der Standort des Wohnhauses im Ortsmittelpunkt gewählt, um den neun Bewohnern die direkte Teilhabe am Gemeindeleben zu ermöglichen. Fachlich und planerisch wurde das Projekt unterstützt von der Stabsstelle Altenhilfe des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Dies war ein deutliches Signal des örtlichen Sozialhilfeträgers, der auf diese Weise auch Weichen stellte für die zukünftige Entwicklung des regionalen Altenhilfesystems.

Die Evaluation der wissenschaftlichen Begleitung umfasste insbesondere die Bedingungsfaktoren für das Angehörigenengagement, die Auswirkungen des Einsatzes von Angehörigen auf die Gesamtfinanzierung, die Qualität der Pflege und Betreuung sowie die Impulse für eine Netzwerkentwicklung in der Region.

Auftraggeber: Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e.V.
Projektstand: abgeschlossen (06/2006 – 05/2009)
Projektleiterin: Maria Zörkler
Projektbearbeiterinnen: Carola Schweizer, Maria Zörkler

„Rehabilitative Kurzzeitpflege. Ein Konzept zur Realisierung elementarer SGB XI-Prioritäten“. Ein Modell im Rahmen des Modellprogramms „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 SGB XI"

menschen_alter_mann_isoDer Modellansatz zielt auf die Erprobung des rehabilitativen „Umbaus“ einer solitären Kurzzeitpflege in Saarbrücken-Brebach und deren enge Kooperation mit einer Geriatrischen Klinik und einer Beratungs- und Koordinierungsstelle (BeKo).Auslösendes Moment ist die unstrittige Erkenntnis, dass die nachstationäre Versorgung pflegebedürftiger oder von Pflegebedürftigkeit bedrohter Patienten häufig nicht dem entspricht, was unter geriatrisch/gerontologischen und unter ökonomischen Aspekten sinnvoll und angemessen wäre.

Es geht also, will man das Konzept zusammenfassend beschreiben, 1. um eine adäquate Überleitung Pflegebedürftiger aus einer Geriatrischen Klinik unter besonderer Berücksichtigung einer Kurzzeitpflegeeinrichtung, 2. um die Nutzung der Möglichkeiten der Kurzzeitpflege zur Abklärung, zur Aktivierung sowie zur Vorbereitung der häuslichen Versorgung und – durch den rehabilitativen Umbau der Kurzzeitpflege – 3. um die Sicherstellung der erforderlichen rehabilitativen Leistungen, deren Ergebnisse sich letztlich wiederum auf Art und Inhalt der weiteren Versorgung auswirken.

Die zentrale Fragestellung der Wissenschaftlichen Begleitung lautet: Führt ein systematisches Entlassmanagement in einer (Geriatrischen) Klinik und deren verbindliche Kooperation mit einer rehabilitativ orientierten Kurzzeitpflegeeinrichtung dazu, dass die Klinikverweildauer reduziert wird, dass Aktivierungs- und Rehabilitationsbedarf frühzeitig erkannt und umgesetzt wird und dass die Qualität der weiteren Versorgung, auch durch vorbereitete Maßnahmen und frühzeitige Einbeziehung der Hausärzte insoweit optimiert wird, als Unter- und Überversorgung vermieden werden und die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert wird?

Auftraggeber: ASB Landesverband Saarland (im Rahmen des Modellprogramms der Spitzenverbände der Gesetzlichen Pflegekassen gemäß § 8 SGB XI)
Projektstand: abgeschlossen (2005 -2009)
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektmitarbeiterin: Carola Schweizer, Brod Garvin, Matthias Stadler

Veröffentlichung:

Schweizer, Carola (Projektleitung); Brod, Garvin; Stadler, Matthias (2009): Möglichkeiten und Grenzen einer rehabilitativ orientierten solitären Kurzzeitpflege. In: Abschlussbericht zum Modellprojekt: „Rehabilitative Kurzzeitpflege. Ein Konzept zur Realisierung elementarer SGB XI-Prioritäten. Modellprogramm des Spitzenverbandes Bund der gesetzlichen Pflegekassen zur „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 Abs. 3 SGB XI. Saarbrücken.

 

„Integration präventiver und aktivierender Aspekte in die stationäre Pflege“. Ein Modellvorhaben im Rahmen des Modellprogramms „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 SGB XI“

Das zentrale Anliegen des von der Stiftungsverwaltung beantragten Modells ist es, in zwei Wohnbereichen ihrer Altenpflegeeinrichtung die „Pflegelastigkeit“ des Pflege- und Betreuungsteams durch die Einbindung von Therapeuten zu überwinden.pflegeDurch die Ergänzung um die Berufe Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie wird ein multiprofessionelles Team gebildet und mit dieser Teamstruktur soll sichergestellt werden, dass in der stationären Altenpflege aktivierende Ansätze in angemessener Weise berücksichtigt werden.

Die stärkere therapeutische Orientierung und der multiprofessionelle Ansatz setzt eine andere Diagnostik, Planung, Dokumentation und Evaluation voraus, als dies bislang im Pflegeprozess notwendig war. Zu diesem Zweck wird das Resident Assessment Instrument (RAI) eingeführt, das nicht nur Veränderungen erkennbar und messbar macht, sondern auch eine bedarfsgerechte Pflege- und Therapieplanung erlaubt.

Unter Bezug auf die Modellkonzeption hat die Wissenschaftliche Begleitung folgende grundlegende Fragen zu beantworten:

  • Lässt sich bzw. wie lässt sich in Wohnbereichen einer stationären Altenpflegeeinrichtung durch die Einbindung von Therapeuten eine multiprofessionelle Teamarbeit verwirklichen?
  • Welche (messbaren) Effekte ergeben sich aus dem aktivierenden Ansatz für die Bewohner, für die Mitarbeiter und für die Einrichtung?
  • Welche Auswirkung hat die Umstrukturierung der stationären Teams im Hinblick auf die Pflegeversicherung? Kann kostenneutral die Pflegequalität verbessert werden? Lassen sich – durch Rückstufungen, durch die Stabilisierung des Pflegezustandes, durch die Rückkehr in die häusliche Versorgung usw. – Einsparungen erzielen?

 

Auftraggeber: Stiftung Hospital St. Wendel (im Rahmen des Modellprogramms der Spitzenverbände der Gesetzlichen Pflegekassen gemäß § 8 SGB XI)
Projektstand: abgeschlossen (2005 -2009)
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektmitarbeit: Carola Schweizer, Garvin Brod, Matthias Stadler

Veröffentlichung:

Schweizer, Carola (Projektleitung); Brod, Garvin; Stadler, Matthias (2009): Integration präventiver und aktivierender Aspekte in die stationäre Pflege. Abschlussbericht. Modellprogramm des Spitzenverbandes Bund der gesetzlichen Pflegekassen zur „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 Abs. 3 SB XI“. Saarbrücken. Download unter: www.gkv-spitzenverband.de/Modellprojekte

Veranstaltung einer gemeinsamen Fachtagung (BMG, KDA, iso-Institut) im Rahmen des BMG-Modellprogramms "Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger" (II)

Am 1. Juli 2009 fand im Atrium des Bundesministeriums für Gesundheit in Berlin eine Fachtagung zum Thema „Pflege 2030: Herausforderungen und Chancen“ statt. Veranstalter der Tagung war das Bundesministerium für Gesundheit in

Zusammenarbeit mit dem iso-Institut und dem Kuratorium Deutsche Altershilfe. Die Tagung sollte auf der Basis von 17 Jahren Modellprogramm Anstoß geben für künftige Innovationen und zugleich Impulse liefern für die Weiterführung/Neuauflage des Modellprogramms. Das iso-Institut und das Kuratorium Deutsche Altershilfe, beide Einrichtungen haben das Modellprogramm von Beginn an begleitet, teilten sich dabei die inhaltliche Gestaltung.

Die Tagung gliedert sich in folgende inhaltliche Schwerpunkte:

  • Das Modellprogramm und innovative Entwicklungslinien
  • Bürgerschaftliches Engagement – Beitrag und Chancen der Kommunen (iso-Institut)
  • Pflegestützpunkte – zu mehr Effektivität in der Versorgung (Kuratorium Deutsche Altershilfe)

Die Beiträge der Referenten und der Teilnehmer der Podiumsdiskussion sind vom iso-Institut dokumentiert und für die Veröffentlichung aufbereitet worden. Die Tagungsdokumentation ist in der iso-Schriftenreihe zum BMG-Modellprogramm (Band 18) erschienen und steht als Download (s.u. Veröffentlichung) zur Verfügung.

Bundesgesundheitsministerium

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Projektstand: abgeschlossen 2009
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektmitarbeit: Dr. Manfred Geiger, Carola Schweizer, Maria Zörkler

 

 

Veröffentlichungen:
iso-Institut (Hg.) (2009): Pflege 2030: Chancen und Herausforderungen! Dokumentation der gemeinsamen Fachtagung (BMG, KDA, iso-Institut) am 1. Juli 2009 im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin. Saarbrücken: iso-Institut. [Download]

 

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2008 abgeschlossene Projekte

Von der Sozialbehörde zur "Matching-Maschine"? Der organisatorische Umbau der Bundesagentur für Arbeit und seine arbeits- und gesellschaftspolitischen Folgen

Problemlage
Die Bundesagentur für Arbeit steht vor dem vorläufigen Abschluss des tiefgreifendsten Umbauprozesses ihrer Geschichte. Die Evaluation der Hartz-Gesetze, die im Juni 2006 abgeschlossen wurde und deshalb nur einen Teil des Reformprozesses der BA thematisieren konnte, hat gezeigt, dass im Zentrum des organisatorischen Umbaus der BA die Ausrichtung der Organisation und ihrer Prozesse auf Effizienz und Wirksamkeit steht. Dies führt zu einer Strategie der BA, die sich stark an versicherungslogischen Kalkülen orientiert. Vor dem Hintergrund des an den Bundeshaushalt abzuführenden Aussteuerungsbetrags konzentriert sich die BA folgerichtig auf die Produktion von möglichst zahlreichen und schnellen Integrationen. Das Vorhaben knüpft an den Befund an, dass diese Architektur der BA-Reform und das mit der „aktivierenden“ Arbeitsmarktpolitik bestimmte neue Verhältnis der Organisation zu ihren „Kunden“ miteinander verwoben sind. Dabei steht die Arbeitshypothese im Mittelpunkt, dass das aktuelle Reform- und Organisationsparadigma der Bundesagentur für Arbeit zwar Wirkungen zeitigt, die aus der betriebswirtschaftlichen Perspektive eines einzelnen Unternehmens als Erfolg verbucht werden können, die auf der arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitischen Seite hingegen zu problematischen Verwerfungen führen kann.

Fragestellung
Im Rahmen des Projektes werden die arbeits- und gesellschaftspolitischen Folgen des organisatorischen Umbaus der Bundesagentur analysiert. Im Zentrum steht dabei eine empirische Untersuchung des Vermittlungsberatungsprozesses der BA im Bereich der „klassischen“ Arbeitsförderung des SGB III. Sie ist durch folgende Fragestellungen geleitet:

  • Wie wandeln sich die Bedingungen des Vermittlungsprozesses und die Implementationspraxis der Fachkräfte?
  • Wie verändert sich die „Kundenbeziehung“ im neuen Dienstleistungsverhältnis?
  • Welche arbeitsmarktpolitischen Folgen resultieren aus dem neuen Dienstleistungsverhältnis?
  • Welche Engführungen und Widersprüche sind zwischen der betriebswirtschaftlichen Systemlogik der Reform und den arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Bedarfen auf der Adressatenseite der BA zu verzeichnen?

Mit diesem Zuschnitt soll der Zusammenhang zwischen Organisationshandeln und arbeitsmarktpolitischer Wirkung systematisch untersucht werden.

Untersuchungsmethoden
Die empirische Basis des Projekts bilden zum einen Interviews mit Vermittlungsfachkräften sowie Führungskräften und Experten in verschiedenen Arbeitsagenturen und in der BA-Zentrale, in denen die Logik des Ressourceneinsatzes, der Prozess der Dienstleistungsproduktion und die Spielräume der regionalen Arbeitsmarktakteure rekonstruiert werden. Sie werden durch die Analyse von Vermittlungsberatungsgesprächen ergänzt, die auf Interviews mit Kundinnen und Kunden und Vermittlungsfachkräften beruhen. Damit wird das Dienstleistungsverhältnis unter dem Vorzeichen „aktivierender“ Arbeitsmarktpolitik sowohl aus der „Klientenperspektive“ wie aus der Organisationsperspektive herausgearbeitet .

Hans-Böckler-Stiftung

Gefördert von: Hans-Böckler-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen (01.01.2007 – 30.06.2008)
Projektbearbeitung: Dr. Volker Hielscher, iso-Institut, Peter Ochs, Organisationsberatung

 

 

Veröffentlichungen:

Hielscher, Volker; Ochs, Peter (2009): Arbeitslose Kunden? Beratungsgespräche in der Arbeitsvermittlung zwischen Druck und Dialog. Berlin.

Hielscher, Volker (2007): Die Arbeitsverwaltung als Versicherungskonzern? Zum betriebswirtschaftlichen Umbau einer Sozialbehörde. In: Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaften. Heft 148: 251-368.

Von der Integrationsvereinbarung zum Integrationsmanagement. Aktivierung und Qualifizierung von betrieblichen Leitungs- und Führungskräften

In Integrationsvereinbarungen treffen Unternehmen verbindliche Absprachen über Ziele, Aufgaben und Maßnahmen, die zur Eingliederung, Beschäftigungssicherung und -förderung behinderter Arbeitnehmer/-innen dienen.

Gegenstand des Projekts ist die Umsetzung von Vereinbarungen in eine den Unternehmen und ihren Beschäftigten angepasste Führungspraxis in Form eines Integrationsmanagements. Integrative betriebliche Praxis ist in erheblichem Umfang auf die mittleren und unteren Führungsebenen angewiesen, bei denen unmittelbare Verantwortung für Personalführung, Personaleinsatz und das Mikromanagement der Arbeitsorganisation liegt. Hier treten Probleme behinderter und gesundheitlich beeinträchtigter Menschen in Erscheinung, es müssen Bewältigungsmöglichkeiten gesucht und der Bedarf nach weitergehenden Lösungswegen artikuliert werden. Entsprechend zielt das Projekt darauf, in exemplarischen Qualifizierungen Akzeptanz für die Aufgabenstellung, erforderliches Fachwissen und konkretes Handlungswissen an betriebliche Vorgesetzte zu vermitteln.

Das Projekt wird gemeinsam mit den Unternehmen Robert Bosch GmbH und Walter AG, den Berliner Stadtreinigungsbetrieben und der Stadtverwaltung Wolfsburg durchgeführt. Beispielhaft wird erarbeitet, wie die Betriebe die Anforderungen jeweils in ihre Führungspraxis umsetzen können. Das iso-Institut erstellt die Projektkonzeption, führt Qualifizierungen durch, wertet die Ergebnisse aus und dokumentiert sie. Die Nutzbarkeit der Ergebnisse geht über die beteiligten Unternehmen hinaus; es werden Vorgehensweisen und Materialien entwickelt, die nach Projektende von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit angewendet werden können.

Das Vorhaben läuft in zwei Phasen ab: In der ersten Phase (bis Juni 2006) wurden konzeptionelle Grundlagen der Qualifizierung sowie Erprobungsmaterialien erarbeitet und mit ausgewählten Vorgesetztengruppen bei Bosch (Standort Bamberg) und der Walter AG Qualifizierungen durchgeführt. In der zweiten Phase werden Konzeption und Materialien überarbeitet und Qualifizierungen wiederum bei Bosch (Standort Rommelsbach) sowie bei der Berliner Stadtreinigung und der Stadtverwaltung Wolfsburg durchgeführt.

Kooperationspartner: Robert Bosch GmbH Stuttgart, Walter AG Tübingen, Berliner Stadtreinigungsbetriebe, Stadtverwaltung Wolfsburg
Gefördert durch: Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Programm „job – Jobs ohne Barrieren“
Projektstand: abgeschlossen 2008
Ansprechpartner: Achim Huber; Dr. Heiko Breit

Veröffentlichungen:     

Huber Achim (2008): Integrationsmanagement. Förderung der Beteiligung von Führungskräften an Aufgaben der Integration behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Handlungsleitfaden und Workshopkonzepte. Abschlussbericht. Saarbrücken: iso-institut

Huber, Achim (2006): Führungskräfte und betriebliche Vorgesetzte im Eingliederungsmanagement. In: Gute Arbeit. Zeitschrift für Gesundheitsschutz und Arbeitsgestaltung 18(2006)1: 26.

Gesunde Arbeitswelten im demografischen Wandel - Zukunftsfähige Klein- und Mittelbetriebe durch regionale Vernetzung

Ausgangspunkt des Vorhabens sind kritische Befunde der gemeinsamen Expertenkommission von Bertelsmann Stiftung und Hans-Böckler-Stiftung zur „Zukunft einer zeitgemäßen betrieblichen Gesundheitspolitik“. Diese betreffen den Zustand des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in Klein- und Mittelbetrieben (KMU) sowie die Ineffizienzen, die aus der Zersplitterung der überbetrieblichen Akteure im Arbeits- und Gesundheitsschutz resultieren. Angesichts der Herausforderungen, die der demografische Wandel stellt, ist es das Ziel des Vorhabens, in KMU einer modernen betrieblichen Gesundheitspolitik zum Durchbruch zu verhelfen.

Kontext

Die Expertenkommission der Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung fordert einen „Einstieg in eine zukunftsfähige betriebliche Gesundheitspolitik“. Zukunftsfähig ist für die Kommission eine Gesundheitspolitik, die die „Kultur der Reparatur und Kompensation“ hinter sich lässt und stattdessen die Prävention ins Zentrum stellt, die Gesundheitsverantwortung auf allen betrieblichen Hierarchieebenen fördert und sie in die betrieblichen Routinen integriert und eine überbetriebliche Infrastruktur aufbaut, um die Unternehmen bei der Wahrnehmung ihrer Gesundheitsverantwortung zu unterstützen.

Ausgangspunkt des Vorhabens sind die absehbaren Veränderungen der betrieblichen Altersstrukturen. Die Rentensysteme können nicht länger die Frühverrentungsstrategien von Betrieben und Beschäftigten tragen. Der demographische Wandel, also die Zunahme von älteren Beschäftigten im Betrieb und die möglichen Schwierigkeiten, junge Nachwuchskräfte zu rekrutieren, setzt den Arbeits- und Gesundheitsschutz mit neuer Dringlichkeit auf die Tagesordnung der Betriebe. Nur gesunde Mitarbeiter können länger arbeiten und nur mit gesunden Mitarbeitern lassen sich in der nahen Zukunft die aus der Globalisierung der Wirtschaft herrührenden Anforderungen bewältigen.

Fragestellung

In den KMU liegt die Verwendung eines Gesundheitskonzeptes nahe, das die Verantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit und die Verantwortung des Betriebes, dem Einzelnen die Verantwortungsübernahme für seine Gesundheit zu ermöglichen, betont. Salutogenese und Prävention sind die Kernelemente eines kleinbetriebssensiblen gesundheitspolitischen Ansatzes. Damit bindet das Projekt zwei Konzepte zusammen, die gewöhnlich von unterschiedlichen Akteuren angeboten werden: den verpflichtenden Arbeits- und Gesundheitsschutz durch die staatlichen Arbeitsschutzämter und die Träger der Unfallversicherung sowie die fakultative Gesundheitsförderung durch die Krankenkassen.

Der innovative Charakter des Vorhabens besteht in der Entwicklung eines strikt bedarfsorientierten und kultursensiblen Interventionstyps unter Einbeziehung der relevanten „Gesundheitsakteure“ in einer Region.
Das Projekt ist in der Region Siegen / Wittgenstein / Olpe gestartet und kooperiert mit dem dort bereits seit über 10 Jahre aktiven Runden Tisch Siegen. In einer späteren Phase sollen auch im Land Brandenburg Netzwerkaktivitäten laufen.

Untersuchungsmethoden

Bei der Formierung des Netzwerks geht es darum, die „Gesundheitsaktivisten“ inhaltlich-konzeptionell, strategisch-methodisch sowie auf der operativen Ebene zu unterstützen. Ziel ist die Entwicklung einer Beratungsstrategie, die die kulturellen Besonderheiten der klein- und mittelbetrieblichen Welt berücksichtigt. In einem diskursiven Prozess zwischen dem iso, den Netzwerkakteuren und den Unternehmen soll ein KMU-adäquates und von den Bedarfen der Unternehmen ausgehendes Handlungskonzept einschließlich der dazu nötigen Werkzeuge entwickelt werden.

Das Konzept wird in zwei Schritten erarbeitet:

  1. Die Bedarfsanalyse erfolgt durch die Reflexion der bisherigen Erfahrungen der Netzwerkakteure im Umgang mit KMU sowie durch Bedarfserhebungen in ausgewählten Unternehmen.
  1. Die Konzepterstellung geschieht durch den Abgleich existierender Konzepte mit den Bedarfen der KMU und durch eine auf die Bedürfnisse kleinerer Betriebe zugeschnittene Neujustierung dieser Konzepte.

Das iso und die Netzwerkpartner werden in einer Reihe von Betrieben exemplarisch Interventionen durchführen und das entwickelte Instrumentarium zum Einsatz bringen.Darüber hinaus finden in der Region Siegen eine Reihe von Workshops statt, in denen gemeinsam mit betrieblichen Akteuren erarbeitet werden soll, wie in ihren Betrieben eine alternsgerechte Arbeitswelt geschaffen werden kann.

Kooperationspartner: Bertelsmann Stiftung, Hans-Böckler-Stiftung, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Runder Tisch Siegen
Projektstand: abgeschlossen (03/2005-02/2008)
Projektleiter: Josef Reindl
Projektbearbeiterin: Martina Maria Quoika

 

Veröffentlichungen:

Reindl, Josef; Quoika, Martina; Martolock, Bianca; Kistler, Ernst (2008): Regionale Gesundheitsnetzwerke. Wie man Unterstützungsstrukturen für kleine und mittlere Unternehmen aufbaut. Berlin.

Reindl, Josef; Quoika, Martina; Heyer, Andreas; Martolock, Bianca (2008): Fit für den demografischen Wandel – Unternehmen mit Netzwerken besser unterstützen. Handlungsleitfaden für betriebliche und überbetriebliche Akteure des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Gütersloh.

AIDA - Arbeitsschutz in der Altenpflege

Das Arbeiten in der stationären Altenpflege unterliegt spätestens seit Einführung der Pflegeversicherung einem steten Wandel, der sowohl Anpassungsleistungen in der Organisation der Pflege als auch Veränderungsprozesse in der täglichen Pflegearbeit zur Folge hat. Im Blickpunkt des Projektes „AIDA – Arbeitsschutz in der Altenpflege“ standen die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die körperlichen und psychischen Belastungen der Mitarbeiter/innen entlang folgender Themenfelder:

  • Handhabung von Lasten
  • Hygiene – mikrobiologische Belastungen und Gefahrenstoffe
  • Psychische Belastungen durch Bewohnerverhalten
  • Psychische Belastungen durch Zusammenarbeit und Führung
  • Arbeitsorganisation
  • Arbeitszeitgestaltung
  • Sensibilisierung und gesundheitsbewusstes Verhalten

Zielsetzungen des Projektes waren die Sensibilisierung der Mitarbeiter/innen und des Managements für die Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz und die Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens, sowie die nachhaltige Implementation Arbeits- und Gesundheitsschutz relevanter Maßnahmen, die geeignet sind, den Erhalt der Gesundheit und der Beschäftigungsfähigkeit der Belegschaft dauerhaft zu gewährleisten.

Um eine praxisnahe Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den am Projekt beteiligten stationären Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen, wurden zunächst mittels einer mehrstufigen Ist-Analyse die Belastungen der Belegschaft „vor Ort“ erhoben. Darauf aufbauend erfolgte in einem beteiligungsorientierten Prozess eine moderierte Entwicklung von Maßnahmen in den einzelnen Einrichtungen, die zu einer Belastungsreduktion in den identifizierten Problemfeldern beitragen sollten. Schließlich wurden die Maßnahmen und die Modelllösungen in den jeweiligen Einrichtungen umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.

Die Arbeitsschritte des gesamten Projektverlaufs wurden in einem Implementationsleitfaden aufbereitet. Die Dokumentation sollte stationären Pflegeeinrichtungen verdeutlichen, welche konkreten Belastungskonstellationen in den Pflegeeinrichtungen relevant sind und welche Aspekte bei der Einführung eines Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagements beachtet werden müssen.

Das Projekt AIDA wurde gemeinsam mit dem Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH (ISG) Köln und acht stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt und von einem Projektbeirat fachlich begleitet.

Gefördert durch: Mittel aus dem Europäischen Sozialfond und aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW
Projektstand: abgeschlossen (05/2007 bis 11/2008)

Projektkoordinatorin: Kerstin Blass
Thema:
-psychische Belastungen durch Zusammenarbeit und Führung
– Arbeitsorganisation
– Arbeitszeitgestaltung

 

Projektmitarbeiter: Dr. Manfred Geiger
Thema:
– Handhabung von Lasten
– Sensibilisierung und gesundheitsbewusstes Verhalten

Projektmitarbeiterin: Sabine Kirchen-Peters
Thema:
– psychische Belastungen durch Zusammenarbeit und Führung
– Arbeitsorganisation
– Arbeitszeitgestaltung

Siehe auch: www. aida-isg.de

Veröffentlichungen:

Blass, Kerstin; Geiger, Manfred; Kirchen-Peters, Sabine (2008): AIDA- Arbeitsschutz in der Altenpflege. Endbericht. Saarbrücken: iso-institut

 

Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger. Wissenschaftliche Begleitung eines Modellprogramms des Bundesministeriums für Gesundheit (I)

Ziel des seit 1991 laufenden Modellprogramms „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“ war es, durch geeignete Modellvorhaben die Pflegeversicherung vorzubereiten sowie ihre Umsetzung zu begleiten und zu unterstützen.

Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass sich eine Pflegeabsicherung nur dann in optimaler Weise auf die Betroffenen auswirken kann, wenn ein quantitativ und qualitativ bedarfsgerechtes Pflegeangebot zur Verfügung steht, ging es darum, die in der Bundesrepublik bestehenden Versorgungslücken in der Pflegeinfrastruktur zu beseitigen, das bestehende Angebot zu modernisieren sowie zukunftsweisende Pflege- und Versorgungsansätze zu initiieren. Nach Inkrafttreten des Gesetzes waren über die Modelleinrichtungen Erkenntnisse dar- über zu gewinnen, wie die Leistungen des Gesetzes umgesetzt und wie die vom Gesetzgeber intendierten Ziele realisiert werden. Letztlich war die Praxisnähe dieses neuen Zweiges der Sozialversicherung zu unterstützen und dabei die Zielsetzungen Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit in Übereinstimmung zu bringen.

Bundesweit wurden über 600 Modellvorhaben sowohl im investiven Bereich durch Baumaßnahmen und Verbesserung vorhandener Einrichtungen als auch im strukturellen Bereich durch Personalförderung unterstützt. Standen zunächst der Aufbau einer teilstationären Infrastruktur, die Förderung von modernen, wohnortnah gelegenen und i.d.R. mehrgliedrigen Pflegeeinrichtungen sowie die Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit im Vordergrund, so wurden in den letzten Jahren zunehmend Angebote für besondere Gruppen von Pflegebedürftigen berücksichtigt. Dabei handelt es sich unter anderem um Pflegebedürftige, die aus anderen als aus Altersgründen pflegebedürftig im Sinne des SGB XI sind (Apalliker, MS- und Alzheimerkranke, Tetraplegiker usw.)

Die beiden Hauptaufgaben der Wissenschaftlichen Begleitung waren die Modellevaluierung und die Beratung der Modelle. Bei der Beratung handelt es sich weniger um eine unabhängige Organisationsberatung, sie zielt vielmehr auf die Funktion der Einrichtung im Kontext des Modellprogramms. Die Wissenschaftliche Begleitung nahm eine Mediatorenrolle ein, in dem sie die in dem einzelnen Modell gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse für andere Modelle nutzbar machte. Die Modellevaluierung zielte auf eine Bewertung der Funktionalität des Modells, und zwar des Modells als solches als auch als Element der regionalen Pflegeinfrastruktur. Angestrebt wurden Erkenntnisse und Hinweise, die sich bundesweit umsetzen lassen, wenn es um den Aufbau und die Weiterentwicklung einer adäquaten Pflegeinfrastruktur geht. Dies setzte einen entsprechenden Ergebnistransfer voraus, der unter anderem durch jährliche große Fachtagungen gesichert wurde.

Bundesgesundheitsministerium?

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Projektstand: abgeschlossen 12/2008
Projektbearbeiter: Franz Brandt; Manfred Geiger; Sabine Kirchen-Peters; Carola Schweizer; Maria Zörkler

 

 

Publishings

2008

Schweizer, Carola (2008): Pflegebedürftigkeit und Teilhabe: Zum Paradigmenwechsel in der Pflege. Saarbrücken: iso-institut.

2007

Geiger, Manfred; Kirchen-Peters, Sabine (2007): Kurzzeitpflege vor der Reform: Perspektiven eines Versorgungsbausteins. Saarbrücken: iso-institut.

2006

Brandt, Franz; Geiger, Manfred; Zoerkler, Maria (2006): Bürgerschaftliches Engagement im BMG-Modellprogramm. Saarbrücken: iso-institut.

Hennig, André; Riesner, Christine; Schlichting, Ruth; Zörkler, Maria (2006): Qualitätsentwicklung in Pflegeeinrichtungen durch Dementia Care Mapping? Erfahrungen und Erkenntnisse aus einem dreijährigen Modellprojekt im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Saarbrücken: iso-Institut.

Kirchen-Peters, Sabine (2006): Beratung von Angehörigen und Qualifizierung professionell Pflegender im Bereich Demenz. Ein Beispiel dafür, wie praxisnahe Forschung und konzeptgeleitete Umsetzung ineinander greifen können. In: Pohlmann, Markus; Thorsten Zillmann (Hg.): Beratung und Weiterbildung. Fallstudien, Aufgaben und Lösungen. München, Wien. Oldenbourg-Verlag: 181-189.

Schweizer, Carola; Schmidt-Phlemann, Matthias; Schönle, Paul W. (2006): Nachhaltigkeit der (Mobilen) Geriatrischrn Rehabilitation: Definition und Messung von Outcomes in langfristiger Perspektive. Dokumentation der gemeinsamen Fachtagung am 9.12.2005 in Berlin. Saarbrücken: iso-Institut.

2005:

Brandt, Franz (2005): Pflegeüberleitung – Patientenüberleitung – Entlassungsmanagement. Pflegebedürftige an der Schnittstelle zwischen Krankenhaus und nachstationärer Versorgung. Saarbrücken: iso-Institut.

Geiger, Manfred ( 2005): Die Begleitung von Sterbenden. Konzepte und Erfahrungen aus Hospizprojekten im BMGS-Modellprogramm. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2005): Gerontopsychiatrisch veränderte Menschen im Krankenhaus: Krisenerlebnis oder Chance? Dokumentation der Fachtagung im Rahmen des BMG-Modellprogramms zur „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“ am 12. Oktober 2005 in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2005): Im Fokus: Menschen mit Demenz. Innovation durch Kooperation im BMGS-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des BMGS 17./18.11.2004 in Berlin. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2005): Im Fokus: Menschen mit Demenz. Wegweisende Impulse für die häusliche Pflege und Betreuung. Dokumentation der Fachtagung des BMGS 9./10.Mai 2005 in Berlin. Saarbrücken: iso-Institut.

Kirchen-Peters, Sabine (2005): Aufenthalt im Allgemeinkrankenhaus: Krisenerlebnis oder Chance für psychisch kranke alte Menschen? Ergebnisse des Modellprojektes „Gerontopsychiatrischer Konsiliar- und Liaisondienst“. Saarbrücken: iso-Institut.

Lang, Armin; Franz Brandt; Helga Setz; Theo Schwarz (2005): ASG-Positionen zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, in: Soziale Sicherheit 54(2002)4: 122-129.

Schweizer, Carola (2005): Mobile Rehabilitation: Vom Modell in die Regelversorgung. Saarbrücken: iso-Institut .

2004

Kirchen-Peters, Sabine (2004): Es rechnet sich. Erfolgreiches Modellprojekt zur besseren Versorgung gerontopsychiatrisch Erkrankter. In: krankenhaus umschau 73(2004)2: 111-112.

Kirchen-Peters, Sabine (2004): Es rechnet sich. Erfolgreiches Modellprojekt zur besseren Versorgung gerontopsychiatrisch Erkrankte. In: krankenhaus umschau 73(2004)2: 111-112

Schweizer, Carola; Anne Troester (2004): Mobile Rehabilitation: Ein Konzept mit dem gespart werden kann. In: Care konkret Nr. 2: 7.

Schweizer, Carola; Anne Troester (2004): Mobile Geriatrische Rehabilitation. Ein integraler Baustein in der Versorgung pflegebedürftiger. In: Häusliche Pflege Nr. 5: 2-5.

Zörkler, Maria, Matthias Helfrich (2004): Mit dem Pflegefokus planen. Ein Verfahren zur Beurteilung der Pflegewirkung in der Praxis. In: PEP (Pflegekompetenz Ethik Persönlichkeit) 32(2004)1: 4-9.

2003

Blass, Kerstin (2003): Personalplanung in stationären Altenhilfeeinrichtungen. Saarbrücken: iso-Institut.

Blass, Kerstin (2003): Zentrale Begriffe und ausgewählte Tätigkeitsfelder in der Personalplanung. In: iso-Institut (Hg.): „Zukunftswerkstatt“ Modellprogramm – Qualität und Wirtschaftlichkeit , Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 19. bis 21. Mai 2003. Saarbrücken: 178-192.

Brandt, Franz (2003): Alter und Gesundheit: Die Pflegeinfrastruktur im Blickpunkt. In: iso-Mitteilungen Nr. 1/April 2003: 24-29.

iso-Institut (Hg.) (2003): „Zukunftswerkstatt“ Modellprogramm – Qualität und Wirtschaftlichkeit, Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts, 19. bis 21. Mai 2003 im Internationalen Jugendforum in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

Geiger, Manfred (2003): Konzeptionelle Besonderheiten bei der Betreuung junger Pflegebedürftiger – Beispiel „Wohn- und Förderstätten für geistig Behinderte“, in: iso-Institut (Hg.): „Zukunftswerkstatt“ Modellprogramm – Qualität und Wirtschaftlichkeit , Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 19. bis 21. Mai 2003. Saarbrücken: 49-58.

Kirchen-Peters, Sabine (2003): Die Situation Demenzkranker verbessern! Ein Beispiel dafür, wie praxisnahe Forschung und konzeptgeleitete Umsetzung ineinandergreifen können. In: iso-Mitteilungen Nr. 2/September 2003: 41-49.

Kirchen-Peters, Sabine (2003): Liaisonmodell: Unterstützung durch Profis. In: krankenhaus-umschau 72(2003)3: 182-184.

Kirchen-Peters, Sabine (2003): Beraten und qualifizieren. Ein saarländisches Projekt formuliert Arbeitshilfen zur besseren Versorgung demenzkranker Menschen. In: Häusliche Pflege 12(2003)4: 32-35.

Kirchen-Peters, Sabine unter Mitarb. v. Monika Brehm und Patrick Hemm (2003): Gerontopsychiatrischer Konsiliar- und Liaisondienst des Gerontopsychiatrischen Zentrums Kaufbeuren. Ein Modellvorhaben zur Verbesserung der Versorgung gerontopsychiatrisch Erkrankter im Allgemeinkrankenhaus, 2. Zwischenbericht. Saarbrücken: iso-Institut.

Zörkler, Maria (2003): „Und dann geht geht einem spätestens beim Pflegefokus das Licht auf.“ Zur Alltagsrelevanz eines Verfahrens zur Beurteilung der Pflegewirkung. In: iso-Mitteilungen Nr. 1/April 2003: 30-46.

2002

Blass, Kerstin (2002): Der Außenseiter mit Zukunft. Eine Untersuchung zeigt: Als Solitärangebot schließt Kurzzeitpflege effektiv Lücken im Versorgungssystem. In: Altenheim 3(41)2002: 18-22.

Blass, Kerstin; Franz Brandt; Petra Essig u.a. (2002): Das BMGS-Modellprogramm: Impulse für eine moderne Pflegeinfrastruktur. Abschlussbericht zur Modellphase 1998 – 2001. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2002): Auslaufmodell Pflegeheim? Die Zukunft der stationären Pflege und innovative Ansätze im BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 3. bis 5. Juni 2002 in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

Zörkler, Maria; Matthias Helfrich (2002): Der Pflegefokus. Ein Verfahren zur Beurteilung der Pflegewirkung und seine Umsetzung. Saarbrücken 2002: iso-Institut.

2001

Blass, Kerstin (2001): Kurzzeitpflege – Ein unverzichtbarer Bestandteil einer integrierten Versorgungskette. Saarbrücken: iso-Institut.

Blass, Kerstin (2001): Die Kurzzeitpflege: Vom sporadischen Angebot zum unverzichtbaren Glied einer integrierten Versorgungskette, in: iso-Institut (Hg.): Zehn Jahre BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 7. bis 9. Mai 2001. Saarbrücken: iso-Institut.

Geiger, Manfred (2001): Zur Arbeits- und Funktionsweise von regionalen Koordinierungsstellen. Eine exemplarische Analyse auf der Basis von Fallbeispielen, Saarbrücken: iso-Institut.

Geiger, Manfred (2001): Evaluation und Beratung in Pflegeeinrichtungen. In: Heinz, Walter R.; Hermann Kotthoff; Gerd Peter (Hg.): Beratung ohne Forschung – Forschung ohne Beratung? Münster: 87-94.

iso-Institut (Hg.) (2001): Zehn Jahre BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung vom 7. bis. 9. Mai 2001in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2001): Bewahren und Gestalten. Ergebnisse aus dem BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 03. bis 05. Mai 2000 in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

Müller, Gudrun (2001): Die Modellförderung als auslösendes Moment der qualitativen und quantitativen Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur. Eine Bestandsaufnahme am Beispiel des Landkreises Emsland. Saarbrücken: iso-Institut.

Schweizer, Carola (2001): Mobile Rehabilitation. Ein Rehabilitationskonzept für Pflegebedürftige. Saarbrücken: iso-Institut.

Schweizer, Carola (2001): Ambulante Geriatrische Rehabilitation. Endbericht zum Modellversuch der AOK Baden-Württemberg und der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Baden-Württemberg. Saarbrücken: AOK Baden-Württemberg.

2000

Blass, Kerstin (2000): Konzepte der Kurzzeitpflege am Beispiel des BMG-Modellprogramms. In: Kuratorium Deutsche Altershilfe (Hg.): Kurzzeitpflege. Dokumentation ausgewählter Beiträge einer Fachtagung. Köln: KDA.

iso-Institut (Hg.) (2000): Qualität, Qualifizierung, Qualitätssicherung. Erfahrungen im BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 10. bis 12. Mai 1999 in Bonn. Saarbrücken.

1999

Kirchen-Peters, Sabine unter Mitarbeit von Dr. Jürgen Stenger (1999): Die Tagespflege – Zwischen konzeptionellem Anspruch und realer Vielfalt. Saarbrücken: iso-Institut.

1998

iso-Institut (Hg.) (1998): „Auf dem Weg zu einer besseren Pflegeinfrastruktur. Hindernisse und ihre Überwindung. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts, 2. bis 4. Juni 1998 in Bonn. Saarbrücken: iso-institut.Kirchen, Sabine (1998): BMA-Modellprogramm: Tagespflege gut angelaufen. In: Bundesarbeitsblatt 3/98.

1997

Brandt, Franz; Manfred Geiger; Andrea Heigl; Sabine Kirchen; Maria Zörkler (1997): BMA-Modellprogramm ‚Verbesserung der Situation der Pflegebedürftigen‘, Abschlussbericht 1997 der Wissenschaftlichen Begleitung. Saarbrücken.

Brandt, Franz u.a. (1997): Auf dem Weg zum vernetzten Hilfesystem. BMA-Modellprogramm ‚Verbesserung der Situation der Pflegebedürftigen‘; Phase II: Umsetzung des PflegeVG, Saarbrücken.

Brandt, Franz; Maria Zörkler (1997): Pflegeversicherung. Erste Erfahrungen mit der zweiten Stufe. In: Bundesarbeitsblatt 1/97: 11-3.

1995

Kirchen, Sabine (1995): Ein Mehr an Lebensqualität schaffen. Aufbau und Entwicklung von Tagespflegeeinrichtungen für gerontopsychiatrische KlientInnen. In: Häusliche Pflege 7: 489-494.

Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung von Modellprojekten zur Verbesserung der Versorgung demenzkranker Menschen und der Erprobung einer wirksamen Vernetzung der Versorgungsangebote in sechs Regionen im Land Hessen

Die Versorgung demenzkranker Menschen ist eine der größten sozial- und gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Dies verpflichtet unter anderem zu einer stetigen Weiterentwicklung des Hilfesystems, aber auch zu einer dementiaVeränderung im Verhalten und in der Haltung diesen Menschen gegenüber. Aus Mitteln der sozialen und privaten Pflegeversicherung sowie aus Haushaltsmitteln des Landes Hessen wurden daher sechs Modellvorhaben auf den Weg gebracht, die eine Erprobung neuer Versorgungskonzepte und -strukturen insbesondere für demenzkranke Menschen zum Ziel haben.

Zwei grundlegende Intentionen standen dabei im Vordergrund:

  • der Ausbau von bislang noch wenig entwickelten Versorgungsbausteinen sowie
  • die Verzahnung und Vernetzung von Angeboten, Einrichtungen und Trägerstrukturen.

Die Modellvorhaben waren vorrangig auf ambulante Versorgungsangebote ausgerichtet; es wurden jedoch vor allem unter dem Aspekt der Vernetzung auch stationäre und teilstationäre Angebote einbezogen.

Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung war es, die Vorreiterfunktion der Modellvorhaben zu unterstützen und die Modellerfahrungen auszuwerten. Wandel und Umbau der Versorgungsstrukturen wurden zum einen durch eine kontinuierliche formative Prozessevaluation begleitet, zum anderen wurde die Evaluation aber auch im Sinne einer Erfolgs- und Wirkungskontrolle angelegt. Das heißt im Evaluationsgeschehen wurden nicht nur der Vernetzungsprozess, sondern auch die Effektivität und Effizienz der Versorgung in den Blick genommen. Um einen optimalen Transfer von Modellerfahrungen zu sichern, wurden allgemeine Handlungsempfehlungen für Träger von Angeboten der Altenhilfe entwickelt.

Auftraggeber: Hessisches Sozialministerium
Projektstand: abgeschlossen (03/2005 – 01/2008)
Projektleitung: Maria Zörkler
Projektbearbeiter/innen: Dr. Manfred Geiger, Jutta Kraß, Maria Zörkler

 

Veröffentlichungen:     

Geiger, Manfred; Zörkler, Maria unter Mitarbeit von Jutta Kraß (2010): Aufbau und Vernetzung von Versorgungsangeboten für Demenzkranke. Eine vergleichende Betrachtung in sechs hessischen Modellregionen. Saarbrücken: iso-Institut

 

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2007 abgeschlossene Projekte

Ressourcenorientierte Ansätze zu Generierung innovationsförderlicher Unternehmens- und Lernkulturen (AGIL)

Gegenstand des Verbundvorhabens ist die modellhafte Entwicklung und Umsetzung von Elementen und Bausteinen ressourcenorientierter Personal- und Führungskonzepte in den beteiligten Unternehmen.Facharbeiter im Maschinenbau // Engineering

Diese sollen einen nachhaltigen Beitrag zum Aus- und Aufbau von innovationsförderlichen Unternehmenskulturen leisten und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Denn nicht jede Unternehmenskultur ist innovativ. Angesichts eines sich global verschärfenden Wettbewerbs und des Übergangs in eine wissensorientierte Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft stehen die Unternehmen zunehmend vor der Heraus­forderung, ihre Flexibilität und Innovationsfähigkeit so zu erhalten und zu ver­bessern, dass sie bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben. Für das betriebliche Innovationsgeschehen wird das ‚Humankapital’ – das Wissen der Mitarbeiter – zunehmend zur wichtigsten Schlüsselressource. Um dieses Potenzial angesichts des technisch-wirtschaftlichen Wandels tatsächlich erschließen zu können, müssen sich Unternehmenskulturen herausbilden, die lern- und innovationsförderlich sind. Dergestalt erfolgreiche Unternehmenskulturen sollen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verbessern und zugleich die Bedarfe der Mitarbeiter nach Anerkennung, Beteiligung und Kompetenzentwicklung berücksichtigen.

Das Neue an dem Ansatz ist die Vernetzung von Unternehmen mit unterschiedlichen betrieblichen Innovationsmilieus (Industrie- und Dienstleistungsbranche, großbetrieblich – mittelständisch) innerhalb des Verbundes, wodurch ein überbetrieblicher und branchenübergreifender Wissenstransfer initiiert werden kann, der die traditionell enge Verbindung des Innovationsbegriffs mit dem produzierenden Gewerbe auflöst und erweitert auf immaterielle Produkte und Serviceleistungen. In den betrieblichen Teilprojekten werden Maßnahmen entwickelt, erprobt und evaluiert, die vor allem auf ein effizienteres Management von Wissen, einen systematischen Kompetenzaufbau und Teamentwicklung durch eine bessere Verzahnung von Personal- und Organisationsentwicklung abzielen. Die geplanten Umsetzungsmaßnahmen im Rahmen der betrieblichen Change Management-Prozesse beziehen sich insbesondere auf die Anpassung der organisatorischen Strukturen und betrieblichen Rahmenbedingungen (Schaffung einer lernförderlichen Arbeitsorganisation);

  • Kompetenz- und Teamentwicklung durch die Verknüpfung von Personalentwicklung, neuen Lernkonzepten und Wissensmanagement (e-learning, blended learning, collaborative learning),
  • die Überführung neuer Leitbilder in handlungs- und verhaltensrelevante Praxen bei Führungskräften und Mitarbeitern (Ausbau einer beteiligungsorientierten Führungs- und Unternehmenskultur).

Das Erkenntnisinteresse des Vorhabens richtet sich auf die Identifizierung, Beschreibung, Aufbereitung und Verbreitung von sog. ‚good practices’. Mittels zielgruppenspezifischer Öffentlichkeitsstrategien sollen die Ergebnisse des Verbundprojektes interessierten Unternehmen, insbesondere auch kleinen und mittleren Unternehmen, zugänglich gemacht werden.

Das Verbundvorhaben ist im Rahmenkonzept „Innovative Arbeitsgestaltung – Zukunft der Arbeit“ des Bundesministeriums für Forschung und Bildung angesiedelt. Zuständiger Projektträger des BMBF ist der PT „Innovative Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen“
im DLR www.pt-dlr.de.

 

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen (Laufzeit: 08/2004-3/2007)
Projekleitung: Dr. Ingrid Matthäi
Kooperationspartner: HYDAC International GmbH, Sulzbach; real SB-Warenhaus GmbH, Alzey; SICK AG, Waldkirch; iso-Institut e.V., Saarbrücken (Konsortialführer)

 

 

 

Veröffentlichungen:     

Matthäi, Ingrid (2009): Ressourcenorientierte Strategien im Kontext von Innovation und lernförderlicher Unternehmenskultur. Saarbrücken. [Download]

Matthäi, Ingrid (2009): Lernkulturen gestalten durch ‚Blended Knowledge Management‘. In: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Unternehmenserfolg – eine Frage der Kultur. Berlin: 72-75.

Matthäi, Ingrid (2008): Ressourcenorientierte Ansätze zur Generierung innovationsförderlicher Unternehmens- und Lernkulturen (AGIL). In: PT-DLR (Hrsg.): Themenheft „Entwicklungsfaktoren für den Auf- und Ausbau innovationsförderlicher Unternehmenskulturen und -milieus“. Bonn: 53-57. Download unter: http://www.pt-dlr.de

Matthäi, Ingrid (2007): Workplace Learning – erfolgreiche Gestaltungsbeispiele aus dem Verbund AGIL. In: Streich, Deryk; Dorothea Wahl (Hrsg.): Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt. Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Kompetenzentwicklung. Frankfurt a.M./New York: Campus: 379-386

Matthäi, Ingrid; Ringle, Jürgen; Bursian, Olaf; Werner, Daniela (2007): Ressourcenorientierte Ansätze zur Generierung innovationsförderlicher Unternehmens- und Lernkulturen. Gemeinsamer Abschlussbericht. Saarbrücken: iso-Institut.

Matthäi, Ingrid (2007): Professionalisierung des Vertriebs durch neue Formen des Wissenstransfers. In: Doleschal, Reinhard (Hrsg.): Innovationen systematisch gestalten. Beiträge zum Innovationskongreß 2006. Lemgo: Fachhochschule Lippe u. Höxter: 158-163.

Matthäi, Ingrid (2007): Unternehmenskultur und Wissensmanagement. Aufsätze zu inhaltlichen Schwerpunkten des Verbunds AGIL. Arbeitspapier Nr. 1. Saarbrücken: iso-Institut.

Matthäi, Ingrid (2007): Innovative Lernkulturen gestalten. Ergebnisse aus dem Verbund AGIL. Arbeitspapier Nr. 2. Saarbrücken: iso-Institut.

Matthäi, Ingrid (2005): Unternehmenskultur – Annäherung an ein Organisationsphänomen. Saarbrücken. [Download]

Expertise „Förderung der interkulturellen Kompetenz von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Berufsausbildung“
  1. Problemdarstellung und Ziele des Vorhabens

Deutschland ist – inzwischen unbestritten – ein Einwanderungsland, in dem viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Kinder aus Immigrantenfamilien durchlaufen das deutsche Schulsystem noch immer mit signifikant anderen,

teilweise deutlich schlechteren Ergebnissen als Kinder von deutschen Eltern. Wenn sie deutsche Bildungsabschlüsse erworben und hierbei die gleichen oder bessere Ergebnisse erzielt haben, werden sie nicht immer mit gleichen Chancen in betriebliche Ausbildungsverhältnisse übernommen. Und wenn sie es geschafft haben, eine Ausbildung mit Erfolg abzuschließen, werden sie nicht mit derselben Wahrscheinlichkeit in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Die Bemühungen um eine verbesserte Integration von Menschen mit Migrationshintergrund konzentrieren sich bisher vor allem auf Schule und Erstausbildung. Es besteht allerdings gleichermaßen die Notwendigkeit, den Übergang von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt, also die „zweite Schwelle“ in den Blick zu nehmen. Gerade die gelingende und adäquate Anschlussbeschäftigung ist für die Einzelnen ein wesentlicher Faktor für den weiteren Erwerbsverlauf.

Neben diesen gesellschafts- und arbeitsmarktbezogenen Überlegungen gibt es einen weiteren Grund, den Fokus auf die Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu richten. Die Wirtschaft hat sich aufgrund der Globalisierung zunehmend internationalisiert, sei es, weil ausländische Märkte bedient werden oder im Ausland produziert wird, sei es, weil Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft an der Wertschöpfung beteiligt sind. Globalisierte Wertschöpfungsprozesse stellen die sozialen Akteure auch in Unternehmen und Organisationen vor neue Herausforderungen bei der Bewältigung von strategischen, operativen, technischen und sozialen Problemen. Verstärkt wird dieser Trend durch die Tendenz zur „Wissensarbeit“, zu neuen Formen der Kooperation in und zwischen Unternehmen und durch den wachsenden Anteil von Dienstleistungstätigkeiten. In diesem Prozess macht die Vielfalt von nebeneinander existierenden Einstellungen, Denk- und Verhaltensmustern, Weltanschauungen und Wertvorstellungen es notwendig, die eigene Perspektive zu relativieren, um die Positionen anderer Beteiligter zu verstehen und sachlich begründete Kompromisse eingehen zu können. Zugespitzt formuliert: Moderne Kooperationsformen, die aus Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sind, erfordern interkulturelle Kompetenz. Die damit verbundenen Herausforderungen werden in vielen Unternehmen aber offenbar noch nicht in adäquater Weise wahrgenommen und zur Grundlage personalpolitischer Strategien gemacht. Das spiegelt sich auch in den Kompetenzprofilen, die am Arbeitsmarkt nachgefragt werden.

Eine systematische Klärung, Entwicklung und Förderung von interkulturellen Kompetenzen, so die Intention, könnte diese Situation verändern. Dann würden junge Menschen mit benachteiligten Startchancen stärker in den Mittelpunkt rücken. Neue, bislang vernachlässigte Ressourcen, wären zu erschließen. Das betrifft insbesondere Qualifikationen, die, wie so genannte „soft skills“, über rein technische Fertigkeiten hinausgehen.

Als Ergebnis der Studie wird angestrebt, dass Anforderungsprofile von Ausbildungsberufen und Stellenausschreibungen in Bezug auf interkulturelle Kompetenz exakter zu formulieren sind, wodurch sich die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund verbessern könnten.

  1. Empirische Grundlagen

 

Die empirischen Grundlagen werden in zwei Schritten erarbeitet:

  1. Eine sekundäranalytische Auswertung von Programmen und Projekten, die sich bereits mit der Förderung von interkulturellen Kompetenzen befasst haben.
  1. Eine konkretisierende Analyse, mit der geklärt werden soll,

 

-in welchen Branchen und Berufsfeldern sich ein deutlicher Bedarf an interkultureller Kompetenz abzeichnet;
-welche betrieblichen Strategien, Chancen- und Risikoeinschätzungen auf Seiten von Fachverbänden und Unternehmen auf der Agenda stehen;
-wie sich die Bedeutung interkultureller Kompetenzen im wirtschaftlichen Alltag niederschlägt.

 

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) – vertreten durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB)

Projektleitung: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektmitarbeiter: Dr. Heiko Breit

Projektstand: abgeschlossen (11/2006-12/2007)

 

Internationale Fachtagung "Dienstleistung ohne Wertschöpfung - Wertschöpfung ohne Dienstleistung?" am 08. Dezember 2006 in Berlin, Hotel Maritim pro Arte

Die Dienstleistungsforschung in Deutschland braucht dringend neue Impulse. Insbesondere der Zusammenhang von Technologieentwicklung, neuen Branchentrends wie Offshoring und Outsourcing, die daraus ableitbaren neuen Fußgängernavigation

Anforderungen an das Management von Dienstleistungsunternehmen, aber auch an die Qualifikationen des Managements sind nicht hinreichend präzise erforscht. Es ist aber im Zeichen zunehmender Globalisierung unverzichtbar, sich gründlich über die damit einhergehenden Herausforderungen auch für den Dienstleistungssektor zu informieren, um angemessene Strategien entwickeln zu können. Denn auch im Feld der Dienstleistungen gilt, dass der Wandel, der zusätzlich noch durch die rasante Entwicklung und Verbreitung neuer Technologien beschleunigt wird, nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance begriffen werden muss. Umso mehr, als in neuen Faktorkombinationen von Technik, Organisation und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Chancen für die deutsche Dienstleistungsbranchen im Ausland liegen – sie müssen nur wahrgenommen und genutzt werden.

Hatten Produktionsunternehmen seit Mitte der achtziger Jahre weit reichende Reorganisationsmaßnahmen zu durchlaufen, als deren wesentliches Charakteristikum es gilt, dass komplette Wertschöpfungsketten in den Blick genommen werden (Stichwort: systemische Rationalisierung), so werden nun auch zunehmend Dienstleistungsprozesse nach dem gleichen Muster reorganisiert: komplette Wertschöpfungsketten werden zum einen im Gesamtzusammenhang analysiert, zum anderen aber in ihre Einzelteile zerlegt, nach Standardisierungsmöglichkeiten gesucht, einzeln nach ökonomischen Kriterien bewertet, um im Anschluss an diese Analysen die Wertschöpfungskette wieder neu zusammen zu setzen. Im Ergebnis können dann verschiedene Prozesse an billigere Anbieter vergeben werden (outsourcing), wobei diese im Inland sitzen können oder auch, insbesondere wenn es sich um standardisierte, aber nicht um „kundenkritische“ Prozesse handelt, im Ausland (Offshoring).

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, an eine Debatte anzuknüpfen, die in den USA bereits geführt wird und die mit dem Namen Uday Karmarkar verbunden ist. Ziel der Tagung, zu der Professor Uday Karmarkar sowie bedeutende Dienstleistungsforscher aus Deutschland eingeladen werden, ist die Eröffnung von Lernchancen aus dieser Debatte. Im Anschluss an die Tagung werden die Ergebnisse veröffentlicht.

Inhaltlich gruppierte sich die Fachtagung um folgende Themen:

  • Was sind die „technologischen Treiber“ der „Dienstleistungsrevolution“? Wie vermitteln sie sich in die Organisation von Dienstleistungsunternehmen hinein?
  • Welche Dienstleistungsbranchen werden besonders von Outsourcing und Offshoring betroffen sein?
  • Welche Arbeitnehmergruppen sind besonders von technologischen Veränderungen betroffen?
  • Welche Möglichkeiten ergeben sich für einzelne Unternehmen, aus den neuen Globalisierungstendenzen Gewinn zu ziehen?
  • Was kann die Politik (Forschungs- und Entwicklungspolitik, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik etc.) tun, um den Wandel zu begleiten und seine negativen Konsequenzen möglichst klein zu halten und die sich ergebenden Chancen zu nutzen?
  • Welche Probleme bekommen betriebliche Akteure (Management, Betriebsräte), wenn sie sich nicht rechtzeitig auf den Wandel einstellen? Welche Aktions- oder Reaktionsmöglichkeiten haben sie?

Auf dem Podium diskutierten:

  • Prof. Dr. Uday Karmarkar (Los Angeles),
  • Prof. Dr. John Bryson (Birmingham),
  • Prof. Dr. Anat Rafaeli (Haifa),
  • Prof. Dr. Luis Rubalcaba (Madrid),
  • Prof. Sonja Sackmann, Ph.D. (München),
  • Prof. Dr. Henning Klodt (Kiel),
  • Dr. Werner Dostal (Nürnberg),
  • Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen (Dortmund),
  • Prof. Dr. Peter Kalmbach (Bremen)
  • Moderation: Prof. Dr. Daniel Bieber (Saarbrücken)
  • Einleitung: Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin für Berufliche Bildung, Lebenslanges Lernen im BMBF
  • Resümee: Ursula Zahn-Elliott, Referatsleiterin Innovative Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen, ebenfalls BMBF

 

Projektstand: abgeschlossen 2007
Projektleitung / -mitarbeiter:  Prof. Dr. Daniel Bieber

Veröffentlichungen:

Bieber, Daniel; Hielscher, Volker (2007): Beschäftigung ohne Wertschöpfung – Wertschöpfung ohne Beschäftigung? Themenzentriertes Ergebnisprotokoll eines Workshops am 8. Dezember 2006 in Berlin , Saarbrücken: iso-Institut.

 

 

Arbeit und Beschäftigung in der saarländischen Gesundheitswirtschaft

Der Gesundheitsmarkt gilt als einer der dynamischsten Wachstumsmärkte der Zukunft. Auch im Saarland ist eine steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und Gesundheitsangeboten zu erwarten, nicht zuletzt deshalb,
weil das Saarland schneller altert als andere Regionen.

In den wirtschafts- und sozialpolitischen Debatten wird das Gesundheitswesen vornehmlich als Kostenfaktor wahrgenommen, welches die Lohnnebenkosten in die Höhe treibe und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft beeinträchtige. Unberücksichtigt bleibt dabei, dass das Gesundheitswesen zugleich einen Gesundheitsmarkt und somit eine wachstumsstarke Wirtschaftsbranche mit hohen Beschäftigungszuwächsen darstellt. Die Gesundheitswirtschaft, wie wir sie verstehen, begrenzt sich nicht auf das enge Segment der ambulanten und stationären Versorgung, sondern umfasst ein erweitertes Cluster mit allen vor- und nachgelagerten Segmenten der Wertschöpfungskette – jenseits der üblichen branchen- und sektoralen Zuordnungen:

  • Ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung
  • Pflege, Rehabilitation, Prävention
  • Health-Care-Produzenten (Hersteller von medizinischen Produkten, Hilfsgeräten, Medizintechnik, Diagnostik, Pharma, Dentallabore, Orthopädie-Handwerk etc.)
  • Handel (z.B. Apotheken, Optiker, Sanitätsprodukte)
  • Versicherungsbranche (Krankenkassen)
  • Wissensbereich (Forschungseinrichtungen, Universitäten, Uni-Kliniken etc.)
  • Aus- und Weiterbildungseinrichtungen für Gesundheitsberufe

In der Studie wird die wirtschafts- und beschäftigungspolitische Bedeutung dieses Clusters für die saarländische Region untersucht. Dabei geht es auch um die Frage, welchen Beitrag die saarländische Gesundheitswirtschaft zum regionalen Strukturwandel und zur Standortprofilierung leisten und wie die Region von dem dynamischen Wachstum zukünftig profitieren kann. Die Untersuchung greift drei zentrale Fragestellungen auf:

  • Wie hat sich die Beschäftigung in der saarländischen Gesundheitswirtschaft entwickelt und welche Trends zeichnen sich ab? Wie sieht die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt aus und welche Qualifikationen werden derzeit und zukünftig benötigt?
  • Welche Bedeutung hat der Wissensbereich für die Entstehung neuer Arbeitsplätze im Cluster (sog. „Spill-Over-Effekte“)?
  • Hat die Grenzlage und die Zugehörigkeit zur Großregion Saar-Lor-Lux beschäftigungspolitische Auswirkungen auf die saarländische Gesundheitswirtschaft?

 

Arbeitskammer des Saarlandes

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen (12/2006 – 10/2007)
Projektleiterin: Dr. Ingrid Matthäi
Projektbearbeiter/-in: Dr. Ingrid Matthäi, Jörg Marschall

 

 

 

Veröffentlichungen:

Matthäi, Ingrid (2008): Jobmotor und wichtiger Standortfaktor: Studie zur Gesundheitswirtschaft im Saarland. In: Arbeitnehmer, Heft 2: 8-9.

Matthäi, Ingrid; Marschall, Jörg (2008): Arbeit und Beschäftigung in der saarländischen Gesundheitswirtschaft. Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes (Texte AK-Forum).

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2006 abgeschlossene Projekte

Umbau der Bundesagentur für Arbeit. Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Hartz-Kommission

Die Arbeitsmarktpolitik ist eines der größten Reformvorhaben in Deutschland. Mit den sogenannten „Hartz-Reformen“ und den entsprechenden Gesetzespaketen verbindet sich der Anspruch, die Effizienz und die Wirkung der businesswomen

Vermittlungen nachhaltig zu verbessern und damit zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Mit dieser Zielsetzung sind eine Vielzahl von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen beschlossen worden (vor allem die „Hartz – Gesetze“ I bis IV), die seit 2003 nach und nach umgesetzt werden. Ein zentraler Baustein der Reformen ist der Umbau der ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit und heutigen Bundesagentur selbst: Die größte Behörde Deutschlands soll sich bis zum Jahre 2005 zu einem modernen, kundenorientierten Dienstleister gewandelt haben. Der Bundestag hat im November 2002 beschlossen, die Umsetzung der „Hartz-“ Vorschläge zeitnah evaluieren zu lassen.

Mit dem Evaluationsprojekt „Organisatorischer Umbau der Bundesagentur für Arbeit“ wird die ehemals klassische Arbeitsverwaltung auf ihrem Weg zu einem modernen Dienstleister am Arbeitsmarkt begleitet. In dem Umbauprozess treten wichtige Fragen zu Tage, die im Rahmen des Projektes näher ausgeleuchtet werden sollen:

  • Wie lässt sich die Reform einer derart großen Organisation in weniger als drei Jahren bewerkstelligen?
  • Welche Effekte und Folgewirkungen bringen der neue Strukturaufbau und das veränderte Führungsmodell in der Bundesagentur für Arbeit?
  • Welche Rolle spielen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Prozess?
  • Welche Rolle spielt innovative Informationstechnologie beim Umbau und wie kann sie diesen sinnvoll unterstützen und vorantreiben?

Die Untersuchung lief von Oktober 2004 bis Juni 2006. Sie ist als eine Prozessevaluation angelegt, die sich auf folgende Bereiche erstreckt:

  • Organisationsstruktur, insbesondere in den neuen Kundenzentren (ehemalige Arbeitsämter)
  • Führungs- und Steuerungssystem
  • Operative Kundenprozesse
  • Arbeitsprozesse und Arbeitsbedingungen
  • Rolle und Bedeutung der IT-Unterstützung

Das Projekt wird gemeinsam vom Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) Saarbrücken und der Organisationsberatung Peter Ochs durchgeführt.

Kooperationspartner: iso-Institut Saarbrücken
Organisationsberatung: Peter Ochs
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

 

Veröffentlichungen:     

Bender, Gerd; Bieber, Daniel; Hielscher, Volker; Marschall, Jörg; Ochs, Peter; Vaut, Simon (2006): Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission: Organisatorischer Umbau der Bundesagentur für Arbeit – AP 2. Saarbrücken. [Pressemitteilung] [Kurzfassung] [Handlungsempfehlungen] [Evaluationsbericht AP2 ]

Bender, G.; Bieber; D.; Hielscher, V.; Ochs, P.; Schwarz, Chr.; Vaut, S. (2006): Der organisatorische Umbau der Bundesagentur für Arbeit: Auf dem Weg zu einem modernen Dienstleister am Arbeitsmarkt? In: Pfannkuche, Henning; Lange Joachim (Hg.): Und die Moral von der Geschicht‘ …? Die Evaluierung der Arbeitsmarktreformen (Hartz I-III), Loccumer Protokolle 14/06, Loccum: 37-53

Hielscher, Volker (2006): Reorganisation der Bundesagentur für Arbeit – „Moderner Dienstleister“ für wen? In: WSI-Mitteilungen 59(2006)3: 119-124.

Bieber, Daniel; Hielscher, Volker; Ochs, Peter; Schwarz, Christine; Vaut, Simon (2005): Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission: Organisatorischer Umbau der Bundesagentur für Arbeit. Saarbrücken.

 

 

 

Die Rolle der IuK-Technik im Innovationsprozess bei alternden Belegschaften

In dem Vorhaben wird untersucht, wie im Zuge einer fortschreitenden Informatisierung betrieblicher Prozesse und Arbeitsabläufe das Potenzial der Informationstechnik für den betrieblichen Innovationsprozess angesichts alternder Belegschaften
besser erschlossen werden kann. Wir gehen davon aus, dass die Informationstechnik als Arbeits- und Hilfsmittel bei der Steuerung und Ausgestaltung des betrieblichen Produktentstehungsprozesses suboptimal und in Teilen sogar kontraproduktiv genutzt wird, weil a) der Stellenwert von Sozialinnovationen infolge einer Dominanz technizistischer Leitbilder verkannt wird und b) das Human Resources Management bislang die Folgen des demographischen Wandels für den Technologieeinsatz und die optimale Nutzung der IuK-Techniken nicht oder nur unzureichend antizipiert hat. Wir vermuten, dass ein innerbetrieblicher digital divide, eine alterssegmentierte Techniknutzung und sog. Spezialisierungsfallen für Ältere angesichts des Alterungsprozesses zu massiven Innovationshemmnissen werden können, sofern Unternehmen diesen Wandel nicht proaktiv gestalten und alternsbezogene Strategien zur effizienteren Techniknutzung entwickeln. In diesem Zusammenhang wird folgenden forschungsleitenden Fragen nachgegangen:

  • In welchem Verhältnis stehen Innovation, Informatisierung und Alterungsprozess?
  • Was kennzeichnet die neuen Formen der IT-gestützten Arbeit im Innovationsprozess und welche Risiken und Chancen bergen sie für die unterschiedlichen Gruppen von Innovationsakteuren?
  • In welchen betrieblichen Innovationsmilieus ist das Altern der technischen Intelligenz unproblematisch, in welchen kritisch?
  • Inwieweit können Sozialinnovationen die mit dem Alterungsprozess verbundenen Technik- und Innovationsrisiken abfedern und dazu beitragen, dass die Potenziale der Informationstechnik für den Erhalt der Wissens- und Innovationsfähigkeit optimaler genutzt werden?
  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Technikverständnis, Technikleitbild, Techniknutzung und betrieblichen Innovationsmustern? Welche Konsequenzen leiten sich daraus ab für den Zusammenhang von alternden Belegschaften und Innovation?

Die Studie orientiert sich an dem ganzheitlichen Konzept des „betrieblichen Innovationsmilieus“, das auf die soziale Organisation von Innovation abhebt und das betriebliche Innovationsgeschehen und Technologiemanagement in das gesamtbetriebliche Handlungsfeld aus marktbezogenen, reorganisierenden, personenbezogenen und mikropolitischen Aktivitäten einbettet. Geplant sind exemplarische Fallstudien in Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung und Branchenzugehörigkeit (Maschinenbau, Fahrzeugindustrie, Elektro-/Elektronikbranche, IT-Industrie und Finanzdienstleister) sowie ergänzende Expertengespräche mit Vertretern von Verbänden und Gewerkschaften.

Die neuen Erkenntnisse aus der Studie dienen dem Ziel, Gestaltungsempfehlungen für eine nachhaltige Innovations- und Technologiepolitik zu entwickeln, damit die Förderpolitik angesichts der Risiken des Altersstrukturwandels stärkere Impulse zur besseren Erschließung der Anwenderpotenziale der Informationstechnik im betrieblichen Innovationsprozess setzen kann.

Projektträger des BMBF für dieses Vorhaben ist der PT ‚Innovations- und Technikanalyse‘ (ITA) beim VDI/VDE-IT:  www.innovationsanalysen.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung?

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 06/2006 (Laufzeit: 10/2004-06/2006)

 

 

 

Veröffentlichung:
Grewer, Hans Günter; Matthäi, Ingrid; Reindl, Josef (2007): Der innovative Ältere. Warum die Entwickleruhr länger als sieben Jahre tickt. München und Mering: Rainer Hampp Verlag.

Teilhabe behinderter Menschen und betriebliche Praxis. Konzeptionen und Arbeitsmaterialien zum neuen Recht behinderter Menschen für die Bildungsarbeit mit betrieblichen Interessenvertretern

Ausgehend von den Regelungen des neuen SGB IX erarbeitet das Projekt grundlegende Beiträge für die Bildungsarbeit, um Schwerbehindertenvertretungen, Betriebs- und Personalräte für Anforderungen in den Aufgabenbereichen Integration, behinderte-beruf

Rehabilitation und Gesundheitssicherung zu qualifizieren. Arbeitsschwerpunkte des Projektes umfassen:

  • Konzeption und Ausarbeitung von Seminarmodulen und Arbeitsmaterialien, Erprobung von Seminarveranstaltungen, Aufbereitung für die laufende Bildungsarbeit;
  • begleitende empirische Recherchen in der betrieblichen und überbetrieblichen Praxis;
  • Information und Qualifizierung von Multiplikatoren und Referenten; Vernetzung mit betrieblichen und außerbetrieblichen Akteuren (durch Projekt-Website (www.teilhabepraxis.de) , Arbeitstagungen).

Kooperationsprojekt des ISO-Instituts mit IG Metall, Vorstandsverwaltung und Ver.di, Bundesverwaltung

Gefördert durch: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, Beirat für die Teilhabe behinderter Menschen (Ausgleichsfonds)
Projektstand: abgeschlossen 2006
Projektleiter: Achim Huber

Veröffentlichungen:     

Huber, Achim; Stegmann, Ralf; Berger, Jens-Jean (2006): Gesundheitsprävention durch betriebliches Eingliederungsmanagement. Arbeitsfähigkeit erhalten und sichern (SBV 3). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Huber, Achim; Meissner, Frank; Stegmann, Ralf; Berger, Jens-Jean (2006): Alter, Behinderung und Arbeitsgestaltung (SBV Plus). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Huber, Achim; Stegmann, Ralf; Berger, Jens-Jean (2006): Die Integrationsvereinbarung (SBV Plus2). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Meissner, Frank; Huber, Achim; Stegmann, Ralf; Berger, Jens-Jean (2006): Grundlagen des SGB IX. Einstiegsmodul für BR-/PR-/MAV-JAV-Seminare. Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Stegmann, Ralf; Huber, Achim; Berger, Jens-Jean (2006): Zentrale Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung. Grundlagenseminar (SBV 1). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Stegmann, Ralf; Huber, Achim; Berger, Jens-Jean (2006): Beschäftigung fördern und sichern (SBV 2). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Stegmann, Ralf; Huber, Achim; Berger, Jens-Jean (2006): Der besondere Kündigungsschutz (SBV Plus3). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Feldes, Werner; Dagmar Kossack (2004): Novellierung des Sozialgesetzbuches IX (SGB IX). Mehr Einschränkungen als Verbesserungen. In: Arbeitsrecht im Betrieb, Heft 8: 453-456.

Huber, Achim (2004): Neue Perspektiven durch das SGB IX – betriebliche Prävention als Eingliederungsmanagement , in: Kooperationsprojekt Teilhabepraxis (Hg.): Integrationsvereinbarungen – Zeit für ein erstes Fazit und Perspektiven: 36-43.

Kossack, Dagmar; Rainer Rehwald (2004): Neue Kündigungsbestimmungen im SGB IX zum 1.5.2004. In: Arbeitsrecht im Betrieb, Heft 10: 604-609.

Kooperationsprojekt Teilhabepraxis (Hg.) (2004): Integrationsvereinbarungen – Zeit für ein erstes Fazit und Perspektiven. Tagungsdokumentation, Frankfurt/M – Berlin – Saarbrücken.

Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft. In: ver.di (Hg.), Sozialpolitische Informationen (sopo), 2. Halbjahr 2004: 17-25.

ver.di (Hg.) (2004), Möglichkeiten und Grenzen des SGB IX. Ein Kurzgutachten, Berlin.

Integration von Langzeitarbeitslosen in Pflegeeinrichtungen

Mit dem Vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz IV) wird in § 16 Abs. 3 SGB II das Instrument der Arbeitsgelegenheiten (sogenannte „Ein-Euro-Jobs“) eingeführt. Diese zählen zu den Eingliederungsleistungen,

die bei der neuen Grundsicherung für erwerbsfähige Arbeitslosengeld II – Bezieher/innen ab 01.01.2005 vorgesehen sind. Öffentliche, freigemeinnützige und private Träger können Arbeitsgelegenheiten anbieten, diese Arbeitsgelegenheiten müssen „zusätzlich“ und „gemeinnützig“ sein. Was konkret als zusätzlich und gemeinnützig gelten kann, wurde (noch) nicht abschließend definiert.

Bislang wird der Einsatz von so genannten „Ein-Euro-Jobbern“ vornehmlich unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten diskutiert. Dagegen liegt im Rahmen des Projektes „Integration von Langzeitarbeitslosen“ der Analyseschwerpunkt bei den Anbietern von Arbeitsgelegenheiten. Mit dem als „partizipativen Gestaltungsprojekt“ konzipierten Vorhaben wird der Einsatz der Langzeitarbeitslosen in Zusammenarbeit mit einer stationären Pflegeeinrichtung in einem systematischen Gruppenprozess vorbereitet und begleitet mit dem Ziel, Handlungsanweisungen für die Praktiker/innen aus der Pflegebranche zu formulieren. In einem ersten Schritt werden die mit dem Einsatz von Langzeitarbeitslosen verbundenen Erwartungen aus unterschiedlichen Perspektiven (Management, Stammbelegschaft, Langzeitarbeitslose), die möglichen Einsatzgebiete und die dafür erforderlichen Qualifikationsprofile ermittelt. In einem zweiten Arbeitsschritt werden in der Einrichtung Konzepte entwickelt und Maßnahmen umgesetzt, die die Integration der Langzeitarbeitslosen erleichtern und die Reibungsverluste in der Einrichtung minimieren sollen. Schließlich wird die Wirksamkeit des Einsatzes von Langzeitarbeitslosen geprüft, mit einem besonderen Fokus auf die aus diesem Einsatz resultierenden psychischen Be- und Entlastungskonstellationen für die Stammbelegschaft und die Langzeitarbeitslosen.

Auftraggeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Projektstand: abgeschlossen 2006

Veröffentlichung:
Blass, Kerstin (2008): Einsatz von Langzeitarbeitslosen in stationären Einrichtungen der Altenpflege. Dortmund: Bundeanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Download unter: http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2182.html

Verarmungs- und Ausgrenzungsrisiken in den Zeiten von "Hartz IV"

Mit den jüngsten Arbeitsmarkt- und Sozialreformen sind gravierende Einschnitte in die Lebenssituation vieler Menschen verbunden. Das Risiko von Verarmung und Ausgrenzung scheint größer zu werden.

Umso wichtiger ist es, Ablaufprozesse und Auswirkungen dieser Reformbestrebungen zu verfolgen und Möglichkeiten einer Gegensteuerung zu sondieren.

Hierzu hat die Arbeitskammer des Saarlandes einen Forschungsauftrag an das iso-Institut vergeben, der sich vor allem mit den Eingliederungsbemühungen nach SGB II befasst. Primär zuständig für diese Aufgabe sind im Stadtverband Saarbrücken und in vier der fünf saarländischen Landkreise die zu diesem Zweck von Arbeitsagentur und Kommunen gegründeten Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) sowie in der Optionskommune St. Wendel die kommunale Arbeitsförderung. Weiterhin beteiligt sich das iso-Institut an der Aufbereitung einschlägiger Daten für eine saarlandweite Bestandsaufnahme von Ausgrenzungsrisiken und erkundet die Auswirkungen von „Hartz IV“ auf die Jugendhilfe sowie die Gemeinwesenarbeit in Stadtteilen.

Arbeitskammer des Saarlandes

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2006
Projektbearbeiter: Dr. Manfred Geiger

 

 

 

Veröffentlichungen:     

Geiger, Manfred: Fordern und fördern. Chancen und Risiken von Hartz IV, eingearb. u. auszugsweise veröffentlicht in: Arbeitskammer des Saarlandes (2006): Bericht an die Regierung des Saarlandes, Saarbrücken: AK des Saarlandes.

Evaluation der Effektivität und Effizienz eines integrierten Versorgungssystems für ältere pflege- und hilfsbedürftige Menschen am Beispiel der Pflege- und Wohnberatung in Ahlen

Es handelt sich um ein Forschungsvorhaben im Rahmen des Modellprogramms der Spitzenverbände der Gesetzlichen Pflegekassen zur „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gem. § 8 SGB XI“. Das iso-Institut kooperiert mit der Saarländischer Demenzplan

Katholischen Fachhochschule Nordrhein-West­falen in Paderborn und dem Institut für Medizinische Soziologie im Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften der Charité in Berlin. In diesem Vorhaben werden Leistungs- und Qualitätsstandards der Pflege- und Wohnberatung definiert, ein Screeningverfahren zur Feststellung des Hilfebedarfs entwickelt und die Effektivität und Effizienz des Beratungsprozesses anhand von Fallstudien und auf der Basis eines regionalen Vergleichs von Strukturdaten der Krankenkassen evaluiert. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, den zuständigen Leistungsträgern den Hilfebedarf bestimmter Zielgruppen aufzuzeigen und die zur Bedarfsdeckung notwendigen Leistungskomplexe so zu umreißen, dass die Spitzenverbände der Pflegekassen den Beratungsaufwand einschätzen und ihn leistungsrechtlich verankern können. Die Koordination des Forschungsverbundes ist Aufgabe des iso-Instituts.

Kooperationspartner:
• iso-Institut, Saarbrücken
• Charité Berlin: Institut für Medizinische Soziologie und Institut für Biometrie und klinische Epidemiologie
• Katholische Fachhochschule NRW, Münster

Auftraggeber: Verein „Alter und Soziales e.V.“ Ahlen
Projektstand: abgeschlossen 2006

Veröffentlichungen:
Schweizer, Carola (2007): Das Modell aus der Perspektive der Ratsuchenden und der Profis – Ergebnisse der qualitativen Untersuchung. iso-Endbericht. In: Alter und Soziales e.V. (Hg.): „Evaluation der Effektivität und Effizienz eines integrierten Versorgungssystems für ältere hilfe- und pflegebedürftige Menschen am Beispiel der Pflege- und Wohnberatung in Ahlen“, Abschluss- und Ergebnisbericht. Ahlen.

Präventive Arbeits- und Personalpolitik im Zeichen demographischen Wandels - Strategien und Praxisbeispiele

In diesem Vorhaben werden innovative betriebliche Beispiele identifiziert, die darauf zielen, die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen – in einer erwerbsverlaufsorientierten Perspektive – zu fördern. Welche Chancen sie eröffnen und welche Schwierigkeiten auftreten; dies wird aus den unterschiedlichen Akteursperspektiven heraus untersucht. Das Erkenntnisinteresse richtet sich zugleich auf die Frage, in welcher Weise und in welchen Handlungskonstellationen beispielhafte Maßnahmen in Unternehmen initiiert und umgesetzt werden können.

Hans-Böckler-Stiftung

Gefördert von: Hans-Böckler-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen (Laufzeit: 08/2003 bis 01/2006)
Projektbearbeiterin: Dr. Martina Morschhäuser

 

Veröffentlichungen:     

Morschhäuser, Martina (2006): Reife Leistung. Personal- und Qualifizierungspolitik für die künftige Altersstruktur. Berlin: edition sigma.

Morschhäuser, Martina (2005): Berufsbegleitende Weiterbildung und Personalentwicklungsplanung. In: Arbeit 14(2005)4: 291-304.

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2005 abgeschlossene Projekte

"Chemische Industrie Weiterbildungssystem" - CIWES

Die Chemische Industrie muss sich fortwährend neuen technologischen Entwicklungen und der Aufgabe stellen, ökologisch und sozial verträgliche Produktions- und Verarbeitungsprozesse zu gewährleisten. industrie-4.0
Dies gilt nicht nur für die transnationalen Konzerne, sondern auch für die Vielzahl der kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Innovation führt zu immer neuen Anforderungen an die Qualifikation und Kompetenzen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie der Führungskräfte der Branche. Dies betrifft das fachliche Know-how ebenso wie das Wissen um Organisation und Prozesssteuerung sowie soziale Fähigkeiten und Kompetenzen. Welchen Beitrag das Weiterbildungssystem der Branche bislang leistet und in Zukunft leisten muss, um diesen Anforderungen standzuhalten, ist Untersuchungsgegenstand des Projektes „Chemische Industrie Weiterbildungssystem“ – Ciwes.

Dazu werden die zentralen Anforderungen an das Weiterbildungssystem untersucht. Hierfür soll aus Sicht der Unternehmen und der Beschäftigten der aktuelle und zukünftige Weiterbildungsbedarf ermittelt werden. Die Entwicklungslinien von Technologie und Geschäftsprozessen und damit veränderte Anforderungen an Beschäftigte und ihre Qualifikationen sind Grundlagen für die Bedarfsermitlung. Dabei werden jenseits der individuellen Unternehmensperspektive auch die übergreifende Bedarfe der Branche in einem integrierten Weiterbildungssystem zu berücksichtigen sein.

Der Bedarfsanalyse steht eine Untersuchung des Angebots gegenüber. Die Qualität von Weiterbildungskonzepten wird stark von den Weiterbildungsträgern beeinflusst. Sie wirken an der Bedarfsermittlung ebenso mit wie an der Zielgruppenorientierung und der methodisch-didaktischen Umsetzung von Bildungszielen.

Aus dem Vergleich des aktuellen Weiterbildungsgeschehens mit dem Bedarf werden die Stärken und Schwächen des vorhandenen Systems sichtbar. Davon ausgehend werden Grundzüge eines zukunftsorientierten, branchenbezogenen Weiterbildungssystems herausgearbeitet.

Das Projekt wird in engem Kontakt mit den Sozialpartnern Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und dem BMBF durchgeführt.

Kooperationspartner: VDI/VDE-IT, Berlin/Teltow, unique Berlin GmbH, iso-Institut, Saarbrücken

Auftraggeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Projektstand: abgeschlossen 2005

"KMU-Check - Fit für den Arbeitsmarkt!". Implementierung eines Informations- und Beratungsinstrumentes zur Stärken-Schwächen-Diagnostik und zur Verbesserung der Arbeitgeber-Attraktivität für KMU im Saarland

Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Strategie zur Sicherung des saarländischen Fachkräftebedarfs. Die aktuelle Konzeption des „Masterplans Fachkräftesicherung“ adressiert insgesamt neun Handlungsfelder, die nach Lebenslagen und Zielgruppen differenziert werden; die Maßnahmen verteilen sich zudem auf zwei strategische Schwerpunkte. Das Projekt zielt auf eine nachhaltige Stärkung der Arbeitgeber-Attraktivität von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie von Handwerksbetrieben.

Das Vorhaben versteht sich als Sensibilisierungs- und Unterstützungsmaßnahme zur Verbesserung der Arbeitgeber-Attraktivität von KMU; allerdings erweitert es das bisherige Aktivitäten- und Zielgruppenspektrum um einen Ansatz, der versucht, nicht bereits überzeugte Betriebe nochmals zu überzeugen, sondern Betriebe zu erreichen, die den Druck „sich drehender Arbeitsmärkte“ noch nicht ausreichend realisiert haben. Dazu sollen strukturierte Interviews bzw. Beratungsgespräche auf der Basis eines neu entwickelten Fragenkataloges durchgeführt werden, der nicht der Selbstbewertung von Unternehmen, sondern zur Einleitung eines Sensibilisierungs- und Beratungsprozesses dienen soll.

 

Saarland-LogoAuftraggeber: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2005
Projektleiter: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektbearbeiterinnen: Maria Zörkler

Kooperationspartner:
saar.is – saarland.innovation&standort e.V.
IBO – Institut für Industrieinformatik und Betriebsorganisation der HTW Saar

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2004 abgeschlossene Projekte

Diversity Management und Öffnung betrieblicher Teilarbeitsmärkte

Das Teilprojekt setzt auf der betrieblichen Seite des Arbeitsmarktes an, um gemeinsam mit Unternehmen neue Wege zur Integration von arbeitslosen Personen aus benachteiligten Gruppen zu beschreiten. Unser Anliegen bestehtdiversity

in der Verknüpfung von proaktiven personalpolitischen Gestaltungsmaßnahmen und einer stärkeren betrieblichen Arbeitsmarktöffnung für bislang kaum berücksichtigte Erwerbsgruppen (v.a. Frauen, Ältere und Migrant/-innen). Damit soll ein Beitrag zu Behebung personeller Engpässe in den Unternehmen sowie zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für benachteiligte Gruppen geleistet werden. Das Projekt umfasst zwei große Aktivitätsstränge: die Ingangsetzung einer „selbstreflexiven“ Personalpolitik, die Elemente eines Diversity Managements aufgreift sowie die Eruierung des (externen) Hilfebedarfs der Unternehmen bei der betrieblichen Integration von Arbeitslosen.

Unternehmen sind die Instanzen, die letztlich über die individuellen Beschäftigungschancen entscheiden. Untersucht werden soll deshalb, unter welchen Bedingungen Unternehmen bereit wären, Personen aus benachteiligten Arbeitsmarktgruppen einzustellen. Welche spezifischen Anreize und welche innerbetrieblichen Voraussetzungen müssten aus Sicht der Unternehmen gegeben sein, damit sie ihre Rekrutierungs- und Einstellungspraxis modifizieren und ihre betrieblichen Arbeitsmärkte auch für Personen aus bislang kaum berücksichtigten Erwerbsgruppen öffnen würden? Durch die Befragung der Unternehmen soll zudem in Erfahrung gebracht werden, welche Hilfestellungen zum Aufbau einer lern- und integrationsförderlichen Arbeitsorganisation und welche externen Serviceleistungen (von Arbeitsvermittlern, Weiterbildungseinrichtungen, etc.) benötigt werden, um die Bereitschaft zur Einstellung Langzeitarbeitsloser zu erhöhen. Diese Ergebnisse fließen an die Akteure der Entwicklungspartnerschaft zurück, damit sie ihre Angebote stärker auf die betrieblichen Bedarfe abstimmen können.

Aus der Ermittlung der konkreten betrieblichen Sensibilisierungs-, Unterstützungs- und Beratungsbedarfe sollen in einem zweiten Schritt gemeinsam mit den Unternehmen personal- und arbeitspolitische Gestaltungsmaßnahmen abgeleitet werden, die a) Arbeitslosen bessere Zugangschancen zu den internen Arbeitsmärkten eröffnen, und b) deren betriebliche Integration erleichtern.

Die Grundlage des umsetzungsorientierten Projektes ist eine Befragung von Geschäftsführern, Personalmanagern und betrieblichen Interessenvertretungen aus saarländischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Unternehmensübergreifende Workshops und gemeinsame Veranstaltungen dienen dem Informationsaustausch und dem Transfer von Elementen eines Diversity Managements sowie praxiserprobter „good practices“. Das Projekt richtet sich vor allem an Unternehmen

  • mit einem absehbaren Personalmangel oder zusätzlichem Personalbedarf,
  • mit Interesse an pro-aktiven personalpolitischen Gestaltungsmaßnahmen,
  • die „good practices“ als image- und wettbewerbsförderliches Instrument zur Profilierung nutzen möchten,
  • die durch den Einsatz „innovativer“ Personalstrategien ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern und zugleich das vorhandene Erwerbspotential breiter ausschöpfen möchten.

Das Teilprojekt ist integraler Bestandteil der saarländischen Entwicklungspartnerschaft „Perspektive 2000/20+X“ im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EQUAL (www.equal-de.de)

Auftraggeber: EU und Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiter: Hans Günter Grewer

Veröffentlichungen:
-Equal Personalbefragung Abschlußbericht [Download]
-Equal Präsentation [Download]

Präventive Konzepte zum Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von Produktionsmitarbeitern in der Automobilbranche

Die Risiken für gewerbliche Mitarbeiter in der Automobilproduktion sind nach wie vor hoch bei langjährigem Einsatz in belastungsintensiven oder gleichförmigen Arbeitsbereichen und einseitigen körperlichen oder geistigenmercedes

Beanspruchungen, krank und ‚vor der der Zeit’ alt zu werden. Aus dem Paradigmenwechsel in der staatlichen Arbeitsmarktpolitik, die Möglichkeiten des vorgezogenen Altersausstiegs aus dem Erwerbsleben zu beschneiden und gleichzeitig die Altersgrenze beim Renteneintritt deutlich anzuheben, entstehen für die Unternehmen Handlungsbedarfe, wie sie den Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bei einer längeren Lebensarbeitszeit sicherstellen können.

Im Rahmen des Strategieprozesses ‚Aging Workforce’ bei DaimlerChrysler sollen innovative Konzepte und Maßnahmen einer altersgerechten Arbeits- und Personalpolitik entwickelt werden. Dazu gehören auch Instrumente zur systematischen Erhöhung der Einsatzflexibilität von gewerblichen Mitarbeitern mit dem Ziel, die gesundheitlichen Risiken durch häufigere Tätigkeitswechsel zu reduzieren und die Kompetenzentwicklung durch die Initiierung von Lernprozessen in wechselnden Aufgaben- und Teamzusammenhängen zu fördern. Die Pilotstudie will anhand der betrieblichen Praxis des Personaleinsatzes und der Personaleinsatzplanung mögliche Stellhebel zur Konzipierung geeigneter personalpolitischer Maßnahmen eruieren und gleichzeitig im Rahmen einer empirischen Befragung neue Erkenntnisse über Zusammenhänge von häufigeren Tätigkeits- und Aufgabenwechseln im Erwerbsverlauf und langfristigem Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit liefern.

 

daimlerchrysler
Auftraggeber:
DaimlerChrysler AG
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiterin: Dr. Ingrid Matthäi

Demographischer Wandel in der Automobilindustrie: Innovative Konzepte und Handlungsansätze für Angestellte

Mit ‚Aging Workforce’ ist bei DaimlerChrysler ein diskursiver und reflexiver Strategieprozess in Gang gesetzt worden, der eine alternssensible Arbeits- und Personalpolitik durch die Entwicklung proaktiver Konzepte und mercedes
Maßnahmen zur Abwendung der demographischen Risiken generieren soll. Durch eine Perspektivenerweiterung richtet sich die Programmatik nicht mehr ausschließlich an gewerbliche Mitarbeiter im Produktionsbereich, sondern bezieht erstmals auch den Alternsprozess der Angestellten mit ein.

Das Forschungs- und Beratungsprojekt hat zum Ziel, neben der Förderung eines überbetrieblichen Wissenstransfers zentrale demographie-relevante betriebliche Handlungsfelder zu identifizieren und gemeinsam mit den strategischen Akteuren aus dem Personalmanagement des Unternehmens eine Demographie-Agenda für Angestellte zu entwickeln.

daimlerchrysler

Auftraggeber: DaimlerChrysler AG
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiterin: Dr. Ingrid Matthäi

 

Entwicklung eines Strategiekonzepts für eine demographiesensible Personalpolitik

Die FESTO AG & Co.KG ist dabei, eine alterns- und demographiesensible Personalpolitik zu entwickeln, die die mit dem demographischen Wandel verbundenen Risiken und Herausforderungen antizipieren und proaktiv gestalten kann. demografieGeplant ist, in einem diskursiven Reflexionsprozess ein strategisches Handlungskonzept unter demographierelevanten Aspekten zu entwerfen, das den Alterungsprozess der Belegschaft und dessen Konsequenzen für den Erhalt der zukünftigen Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in den Blick nimmt.

Ziel ist ein integriertes Strategiekonzept, das die betrieblichen Handlungsfelder und bestehenden Konzepte besser miteinander verzahnt und durch neue innovative – alternsbezogene und altersübergreifende – Instrumente ergänzt. Im Rahmen dieses Strategieprozesses übernimmt das iso eine beratende Funktion. Aus wissenschaftlicher Perspektive sollen sog. ’good practices’ auf ihre Übertragbarkeit hin überprüft, zentrale betriebliche Handlungsfelder aus demographierelevanter Perspektive identifiziert und dabei Erfolg versprechende Pilotvorhaben priorisiert werden.

 

Auftraggeber: FESTO AG & Co. KG, Esslingen
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projekleitung: Dr. Ingrid Matthäi

Wirtschaftsstruktur und demographischer Wandel im Saarland

Die wissenschaftliche Expertise hat zum Ziel, den Zusammenhang zwischen dem demographischen Wandel in der Region und ihrer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu erforschen. Dabei sollen insbesondere auch die sozialen Folgen für demografiedie Beschäftigten in der Region eingeblendet werden. Die thematischen Schwerpunkte richten sich auf drei Untersuchungsfelder:

  • die Personalpolitik der Betriebe im Zeichen des demographischen Wandels;
  • die regionalen Innovationscluster, die den Strukturwandel befördern sollen (Wissenstransfer, IuK-Technologie, Biotechnologie und Fahrzeugindustrie);
  • Zuwanderung und Arbeitsmigration.

Methodisch basiert die Untersuchung auf statistischen Analysen, Betriebsfallstudien, Expertengesprächen und Dokumenten-/Literaturanalysen.

 

Arbeitskammer des Saarlandes
Auftraggeber:
Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiter: Dr. Stefan Silvestrini

 

 

Veröffentlichungen: Silvestrini, Stefan (2004): Wirtschaftsstruktur und demographischer Wandel. Beitrag zum Jahresbericht 2004 der Arbeitskammer des Saarlandes, Saarbrücken: ISO-Institut

Professionalisierungsbedarf in der Logistik durch Weiterbildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Frage untersuchen lassen, wie das Weiterbildungsangebot der Logistik transparenter und zielgruppengerechter gestaltet werden logistikkann und inwieweit spezielle neue Berufe für Logistik die Vorbereitung auf mittlere logistische Fach- und Führungsfunktionen verbessern können. Mit der Eruierung der Rahmenbedingungen und dieser Fragestellungen und mit dem Entwurf eines Weiterbildungssystemvorschlages hat das BIBB ein Konsortium beauftragt. Dieses besteht aus dem Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso) resp. VDI/VDE-Technologiezentrum/Bereich Gesellschaft, LogistikPlus GmbH, Consult&Training, Gesellschaft für Organisationsentwicklung und Mediengestaltung mbH (GOM) und REFA-Nordwest e.V. In einem zweistufigen Verfahren hat das Konsortium seine Analyse und seinen Weiterbildungs-Systemvorschlag erarbeitet.

Teilprojekt: Stellenprofilanalysen von mittleren Fach- und Führungskräften in logistischen Bereichen von Industrie und Dienstleistungen und Analyse der nationalen und internationalen Weiterbildungsangebotssituation (Konsortialführung: Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso), Saarbrücken)
Auftraggeber: Bundesinstitut für Berufsbildung
Projektstand: abgeschlossen 2004
Ansprechpartner: Hans Günter Grewer

Teilprojekt: Betriebliche Fallstudien in den Hauptsektoren der Logistik und Analyse des Weiterbildungsangebotes (Konsortialführung: VDI/VDE-Technologiezentrum/Bereich Gesellschaft, Berlin)
Auftraggeber: Bundesinstitut für Berufsbildung
Projektstand: abgeschlossen 2004
Ansprechpartner: Hans Günter Grewer

Veröffentlichungen: Logistik Endbericht [Download]

Reduzierung der Arbeitsbelastung in der Altenpflege durch Fehlermanagementsysteme

Arbeit in der Altenpflege im Wandel

Die Altenpflege ist seit den letzten Jahren wiederholt Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Die Berichterstattung aus einer Reihe von Pflegeheimen hat eine intensive Debatte über die Pflegequalität angestoßen. Demenzkrise

Zudem wird die Finanzierbarkeit einer professionellen Altenpflege zunehmend problematisiert. Allerdings können erst in der jüngeren Zeit die Pflegenden und die Bedingungen, unter denen sie arbeiten, ein wachsendes Interesse beanspruchen. Nicht allein körperliche Beschwerden wie Rückenleiden, sondern insbesondere psychischer Stress, psychosomatische Beschwerden und Burn-out-Syndrome sind ausgeprägte Folgen der Arbeitsbelastungen in pflegenden Berufen: So leben in der Regel die Bewohnerinnen und Bewohner bis zu ihrem Tode im Pflegeheim. Daraus resultieren häufig Belastungs- und Konfliktsituationen im Umgang mit individuellen Lebensgewohnheiten, mit emotionaler Instabilität sowie mit Sterben und Tod.

Neben diesen generellen Anforderungen ist die Arbeit in der Altenpflege in den letzten Jahren durch einen Wandel geprägt: Veränderte Bewohnerstruktur, Arbeitsverdichtung und wachsende Auflagen hinsichtlich der Pflegequalität stellen unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Anforderungen an die Beschäftigten. Dieser Entwicklung steht ein enger Kosten- und Personalrahmen gegenüber.

Ferner gibt es viele Hinweise darauf, dass in der alltäglichen Arbeit der Pflegenden die Probleme an den Schnittstellen immer wieder zu Stress und psychischen Belastungssituationen führen: Das betrifft die Kooperation zwischen den verschiedenen Arbeitsschichten, zwischen Pflegebereich und den internen Funktionsbereichen, zwischen Pflegeeinrichtung und externen Leistungsanbietern und ganz besonders zwischen Pflegenden und den Pflegebedürftigen bzw. ihren Angehörigen – also den „Kunden“.

Reduzierung der Arbeitsbelastung als Gestaltungsprojekt

Das Vorhaben ist ein Gestaltungsprojekt im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Im Laufe des Projekts sollen in zwei Einrichtungen der stationären Altenpflege psychische Belastungsmomente identifiziert und modellhaft Maßnahmen zum Abbau der Belastungen entwickelt, umgesetzt und evaluiert werden. Das Projektvorhaben ist als ein beteiligungsorientiertes Gestaltungsprojekt angelegt, das heißt, in den einzelnen Schritten von der Situationsanalyse bis zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsqualität wirken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv mit.

Diese Maßnahmen können je nach den Gegebenheiten in den Einrichtungen sehr verschieden ausgestaltet sein. Sie können Bausteine darstellen im Sinne von Beschwerde- und Fehlermanagementsystemen, die an den oben genannten Schnittstellen angreifen und zugleich eine entlastende Wirkung für die Beschäftigten haben: Reibungsverluste, Fehlerquellen, Beschwerden und Defizite in den Einrichtungen können freier angesprochen und systematisch analysiert werden; es wird Handlungssicherheit im Umgang mit Fehlern und Beschwerden hergestellt und schließlich kann über eine Verbesserung der Prozessqualität in der Einrichtung sowohl die Kunden- als auch die Arbeitszufriedenheit erhöht und in der Konsequenz die Arbeitsbelastung reduziert werden.

 

Auftraggeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Projektstand: abgeschlossen 2004
Ansprechpartnerin: Kerstin Blass

Veröffentichung:           

Blass, Kerstin (2006): Gesund Pflegen in der Altenpflege. Analyse und Maßnahmeentwicklung zur Reduzierung der Arbeitsbelastung in der stationären Altenpflege. Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). 2. Auflage. Dortmund/Dresden: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, siehe auch: www.inqa-pflege.de

Versorgung der Demenzkranken im Landkreis Saarlouis

Dementenversorgung zu gelangen, wurde eine regionale Bestandsaufnahme durchgeführt. Diese umfasste im Wesentlichen eine Bedarfsanalyse und eine Ist-Analyse der regionalen Versorgungssituation für Demenzkranke. Auf der Grundlage der demenzBestandsaufnahme konnte eine qualitative Weiterentwicklung der Hilfen in die Wege geleitet werden.

Im Rahmen der Bedarfsanalyse wurden aus einschlägigen Studien Anhaltszahlen für den Landkreis Saarlouis abgeleitet. Anhand der Altersstruktur in den einzelnen Gemeinden konnten Schwerpunkte der Dementenpopulation herauskristallisiert werden. Diese Berechnungen gaben erste Hinweise auf die quantitative Problemstellung. Die allgemeine Bedarfsanalyse war auch deshalb von Bedeutung, weil sie die vermutlich hohe „Dunkelziffer“ derjenigen Demenzkranken erfasste, die derzeit noch ohne geeignete professionelle Behandlung, Pflege und Betreuung auszukommen versuchten. Vieles spricht für eine hohe Dunkelziffer, denn die mangelnde Krankheitseinsicht gehört zu den typischen Erscheinungsformen der Demenzkrankheit. Oftmals werden dadurch notwendige Hilfen zu spät in Anspruch genommen, Krisensituationen führen zu vermeidbaren Einweisungen in das Psychiatrische Krankenhaus oder in eine stationäre Pflegeeinrichtung.

Die allgemeinen Anhaltszahlen gaben jedoch nur einen groben Überblick. Sie mussten durch eine Bedarfserhebung bei den einzelnen Hilfeinstanzen konkretisiert werden. Dabei standen die Institutionen der Altenhilfe im Vordergrund, übernehmen sie doch perspektivisch gesehen den Schwerpunkt der Dementenversorgung. Es wurden sowohl stationäre Versorgungsformen, wie Heime oder Kurzzeitpflegen als auch ambulante und teilstationäre Einrichtungen in die Betrachtung einbezogen. Auch die medizinische Behandlung von Demenzkranken wurde bezogen auf ihre Schnittstellen zu den Pflegebereichen mit berücksichtigt. Neben der Frage, in welchem Umfang von den vorhandenen Diensten und Einrichtungen demenzkranke Personen betreut wurden, geht es darum, zu erarbeiten, welche strukturellen Bedingungen eine qualitätvolle Versorgung Demenzkranker derzeit noch behindern und wo zwischen den einzelnen Hilfeanbietern durch mangelnde Kooperation Brüche in der Versorgung auftreten.

Die Erhebungen hatten im Frühjahr 2000 begonnen. Die Pflegeeinrichtungen erhielten einen „Dementenfragebogen“, der neben der Zahl Demenzkranker vor allem die Strukturstandards und erste Hinweise zu den Prozessstandards zum Inhalt hatten. Dabei ging es bei Heimen, Tages- und Kurzzeitpflegen z.B. um die bauliche Struktur der Einrichtungen, um die praktizierte Versorgungsform (integrativ, teilintegrativ, segregativ) und spezielle Angebote für Demenzkranke. Darüber hinaus war die personelle Ausstattung der Dienste und Einrichtungen ein zentrales Element (Zahl der Mitarbeiter, Berufe, spezielle Weiterbildungen etc.). Für ambulante Dienste waren zudem Fragen der Einsatzplanung von großer Bedeutung (z.B. Besuchsfrequenz, Dauer der Besuche, feste Mitarbeiter für Demenzkranke etc.). Um Hinweise auf Defizite in angrenzenden Bereichen oder Brüche zwischen den Hilfeinstanzen zu erhalten, wurden auch Fragen zu den Kooperationspartnern in der Versorgung Demenzkranker aufgenommen (andere Pflegeeinrichtungen, Ärzte etc.).

Zur Ergänzung der quantitativen Daten wurden Leitfadengespräche in ausgewählten Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Sie hatten zum Ziel, die im Fragebogen angesprochenen Problembereiche zu konkretisieren und „weichere“ Faktoren der Betreuungsqualität (z.B. Pflegeleitbild, Pflegekonzept) einzubeziehen. In diesen Gesprächen wurden auch defizitäre Faktoren im Umfeld der Einrichtungen angesprochen, die sich negativ auf die Versorgung Demenzkranker auswirken. Dabei wird sowohl auf Hemmnisse in der Kooperation mit den bestehenden Instanzen als auch auf Wünsche nach neu zu installierenden Elementen im Versorgungssystem eingegangen.

 

Auftraggeber: Landkreis Saarlouis
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiterin: Sabine Kirchen-Peters

Veröffentlichungen:     

Kirchen-Peters, Sabine (2006): Beratung von Angehörigen und Qualifizierung professionell Pflegender im Bereich Demenz. Ein Beispiel dafür, wie praxisnahe Forschung und konzeptgeleitete Umsetzung ineinander greifen können. In: Pohlmann, Markus; Thorsten Zillmann (Hg.): Beratung und Weiterbildung. Fallstudien, Aufgaben und Lösungen. München, Wien. Oldenbourg-Verlag: 181-189. 

Kirchen-Peters, Sabine (2005): Wie fördert man die demenzbezogene Kompetenz in einer Region? Die weitere Umsetzung des Saarlouiser Konzeptes, Saarbrücken: Landkreis Saarlouis Kirchen-Peters, Sabine (2002): Qualifizierung professionell Pflegender und Hilfen für pflegende Angehörige. Verbesserung der Hilfen für Demenzkranke im Landkreis Saarlouis, Saarbrücken: Landkreis Saarlouis. 

Kirchen-Peters, Sabine (2000): „Früher waren Demenzkranke unter meiner Würde …“. Bestandsaufnahme der Versorgungssituation Demenzkranker am Beispiel des Landkreises Saarlouis, Saarbrücken: Landkreis Saarlouis.

 

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2003 abgeschlossene Projekte

DILA - Dienst - Leistung(s) - Arbeit. Arbeit, Leistung und Interessenhandeln in der "tertiären" Organisation

Teilvorhaben iso: Neue Leistungsanforderungen und Arbeitsorientierungen im Dienstleistungsfeld Entwicklung/Service/Vertrieb des Maschinenbaus

Der Maschinenbau ist ein gutes Beispiel für die zunehmende Tertiarisierung auch der traditionellen industriellen Kernsektoren. Zur Überwindung der schweren Strukturkrise verfolgt die Mehrzahl der Betriebe eine Strategie der Akzentuierung
von Kundenorientierung und Flexibilisierung und einer darauf aufbauenden Reorganisation der betrieblichen Prozesse. Das betrifft insbesondere die Bereiche Entwicklung/Service/Vertrieb. Ausdruck davon sind ein stärkerer Zeit- und Kostendruck in der Entwicklungsarbeit, die forcierte Einbeziehung des Kunden in den Entwicklungsprozess und die zunehmende Verschränkung von Vertrieb und Service. Für die Beschäftigten verändert sich die Arbeit nachhaltig. Sie müssen die Perspektive anderer Bereiche mitbedenken, mehr ökonomische Selbstverantwortung übernehmen, unter höherem Zeitdruck arbeiten und ihre Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit im Dienst am Kunden unter Beweis stellen.

In Fallstudien sollen diese Veränderungen unter Gestaltungsgesichtspunkten untersucht werden, wobei den Auswirkungen auf das Denken und Handeln der Subjekte (Arbeitsorientierung, Arbeitsidentität) große Beachtung geschenkt wird.

Verbundvorhaben im Förderschwerpunkt „Arbeitsorganisation, Management und Tertiarisierung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Gefördert von: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 2003
Projektbearbeiter: Dipl.-Soz. Josef Reindl, Dipl.-Soz. Hans Günter Grewer

 

 

 

 

Veröffentlichungen:

Grewer Hans Günter; Josef Reindl (2003): Dienstleistungs-Arbeit im Maschinenbau. Ihre Entwicklung in den marktnahen Bereichen Vertrieb/Service und Entwicklung, Abschlussbericht des Teilvorhabens im Rahmen des Verbundvorhabens Dienst-Leistung(s)-Arbeit, Leistung und Interessenhandeln in der „tertiären“ Organisation, iso-Abschlussbericht. Saarbrücken.

Grewer, Hans Günter; Josef Reindl (2003): „Allein auf Systemgeschäft und Dienstleistungen zu setzen ist dummes Zeug“. Von den Mühen des deutschen Maschinenbaus mit der Dienstleistungsorientierung: In: Pohlmann, Markus; Dieter Sauer; Gudrun Trautwein-Kalms; Alexandra Wagner (Hg.): Dienstleistungsarbeit: Auf dem Boden der Tatsachen. Befunde aus Handel, Industrie, Medien und IT-Branche. Berlin: edition sigma: 113 -186.

Grewer, Hans Günter (2003): Neuer Markt und „alte Arbeit“ im Maschinenbau?. In: iso-Mitteilungen Nr. 2: 27-40.

Pohlmann, Markus; Dieter Sauer; Gudrun Trautwein-Kalms; Alexandra Wagner (Hg.) (2003): Dienstleistungsarbeit: Auf dem Boden der Tatsachen. Befunde aus Handel, Industrie, Medien und IT-Branche. Berlin: edition sigma.

Pohlmann, Markus; Hans Günter Grewer (2003): Dienstleistungsarbeit im Zeichen von Vermarktlichung und neuer Leistungsorientierung. In: Pohlmann, Markus; Dieter Sauer; Gudrun Trautwein-Kalms, Alexandra Wagner (Hg.): Dienstleistungsarbeit: Auf dem Boden der Tatsachen. Befunde aus Handel, Industrie, Medien und IT-Branche. Berlin: edition sigma: 295-305.

Reindl, Josef (2002): Vom Produzenten zum Dienstleister: Irrweg oder Perspektive?. In: Leviathan 1(30)2002: 93-112.

Reindl, Josef (2002): Das Wachstum industrieller Dienstleistungen – Dienst am Kunden oder „Amerikanisierung“ der Produktion?. In: WSI-Mitteilungen 55(2002)9: 510-516.

Dynamische Personalwirtschaft für die Industrie des 21. Jahrhunderts

Teilprojekt: Neue Formen industrieller Sozialpartnerschaft (SOZIUS)

Die Herausforderungen von Flexibilität, Kundenorientierung und Mobilität stellen neue Anforderungen an die Personalwirtschaft. Ein effektiver Weg zu deren Bewältigung kann die Weiterentwicklung der sozialpartnerschaftlichen Praxis sein.
Die bisherigen Verfahren der Sozialpartnerschaft in der deutschen Industrie waren bestimmt durch einen relativ hohen Grad an Zentralisierung und Institutionalisierung. Die neuen personalwirtschaftlichen Aufgabenstellungen in dezentralisierten Unternehmensstrukturen erfordern eine eher prozess- und projektförmige Art der sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit, bei der durch aktive Mitgestaltung und intensive Einbindung von Vertretern aller betroffenen Seiten, Probleme in einer gemeinsamen Anstrengung gelöst werden.

In fünf Unternehmen sollen neue, erweiterte Formen sozialpartnerschaftlichen Handelns in konkreten, sehr unterschiedlichen, personalwirtschaftlichen Projekten konzipiert, erprobt und evaluiert werden. Die im Vorhaben gesammelten Erfahrungen sollen modellhaft so aufbereitet werden, dass sie anderen Unternehmen, auch Klein- und Mittelbetrieben, zur Verfügung stehen.

Ein Verbundvorhaben im Rahmenkonzept „Forschung für die Produktion von morgen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Projektträgerschaft Produktion und Fertigungstechnologien, Forschungszentrum Karlsruhe GmbH

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 12/2003
Projektbearbeiter: Joachim Fidorra, Dr. Stefan Silvestrini
Koordination des Vorhabens: Joachim Fidorra

 

 

Veröffentlichungen:

iso-Institut (2003): Abschlussbericht aus dem Projekt „SOZIUS – Neue Formen industrieller Sozialpartnerschaft“ für das BMBF. Saarbrücken: iso-Institut.

Fidorra, Joachim; Josef Reindl; Volker, Hielscher, Stefan Silvestrini (2003): Sozialpartnerschaft unter Veränderungsdruck. Überlegungen zu den Anforderungen an eine moderne Gestaltung der betrieblichen Sozialbeziehungen. Saarbrücken: iso-Institut.

Siehe auch unter: www.sozius.wbs-wiesbaden.de

Balance zwischen Arbeit und Leben. Arbeitszeitflexibilisierung, individuelle Lebensführung und neue Zeitarrangements

Starker Trend zur Flexibilisierung von Arbeitszeiten

Die Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel. Die Organisation der Arbeit wird an schwankenden Marktanforderungen, der Konkurrenz auf den Weltmärkten und anspruchsvolleren Kundenwünschen ausgerichtet. Die individuellen Arbeitszeiten werden variabler, bezogen auf den Tag, auf die Woche, auf das Jahr. Parallel zu diesen neuen Arbeitszeitmustern sind die Ansprüche der Menschen an die Gestaltung ihrer Arbeitszeit gestiegen. Im Mittelpunkt steht die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit mit Familienleben, mit ehrenamtlichem Engagement, mit stabilen Freundschaften, mit regelmäßiger Erholung und mit Zeit für sich selbst.

Beispiel Blockfreizeit
Einerseits wird die Arbeitszeit zunehmend flexibler, andererseits eröffnen Arbeitszeitkonten und ähnliche Regelungen die Möglichkeit für die Beschäftigten, neue Blöcke an freier Zeit für eigene Zwecke zu nutzen. Damit entsteht ein neuer Bereich individueller Gestaltung der Lage von Arbeits- und Freizeit.

Balance zwischen Arbeit und Leben
Angesichts des Stellenwertes der neuen Zeitmuster sowohl für betriebswirtschaftliche Interessen als auch für die individuelle Lebensqualität wissen wir bislang noch wenig darüber, wie diese Zeitarrangements funktionieren und wie sie besser balanciert werden könnten.

Fortschritte bei der Gestaltung flexibler Arbeit?
Das sozialwissenschaftliche Forschungsprojekt „Balance zwischen Arbeit und Leben“ erhebt die Zeitarrangements von Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeiten und prüft dabei, welche Rolle Blockfreizeiten für diese Arrangements spielen. Dazu werden betriebliche Expertinnen und Experten und Beschäftigte befragt in Betrieben des verarbeitenden Gewerbes, in der Kredit- und Versicherungsbranche sowie im Bereich unternehmensbezogener und personenbezogener Dienstleistungen.

Empirische Ergebnisse sind zu erwarten in Bezug auf:
-die Organisation der Blockfreizeitregelungen und der Aushandlungsprozesse im Betrieb;
-die Interessen der verschiedenen Beschäftigtengruppen an der Blockfreizeit, die konkrete Nutzung der Blockfreizeit und ihr Einfluss auf die Lebensführung der Beschäftigten;
-die Beurteilung der Effekte von Blockfreizeiten auf die individuelle Lebensqualität und die soziale Integration in Betrieb und Lebenswelt;
-die Voraussetzungen, Anforderungen und Bedingungen, denen die Balance von „Arbeit und Leben“ unterliegt.

Die Untersuchung wurde als Kooperationsprojekt des Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) Saarbrücken und der Universität Hannover durchgeführt.

Hans-Böckler-Stiftung

Gefördert von: Hans-Böckler-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen 2003
Projektbearbeiter: Dipl. Soz. Volker Hielscher
Kooperationspartner: Dr. Matthias Eberling, Wissenschaftszentrum Berlin, Dr. Eckart Hildebrandt, Wissenschaftszentrum Berlin, Dr. Kerstin Jürgens, Universität Hannover

 

 

Veröffentlichungen:

Eberling, Matthias; Volker Hielscher; Eckart Hildebrandt; Kerstin Jürgens (2004): Prekäre Balancen. Flexible Arbeitszeiten zwischen betrieblicher Regulierung und individuellen Ansprüchen. Berlin: edition sigma.

Hielscher, Volker (2003): Flexible Work and Work-Life-Balance: Potential or Contradiction?. In: Bechmann, Gotthard/Bettina-Johanna Krings/Michael Rader (Eds.): Across the divide. Work, Organization and Social Exclusion in the European Information Society. Frankfurt a.M.: Campus: 161-171.

Hielscher, Volker; Hildebrandt, Eckart (2002): Leben und Arbeiten in der atmenden Fabrik – die Folgewirkungen flexibler Arbeitszeitmuster für die Lebensführung der Beschäftigten: In: Mückenberger, Ulrich; Menzl Marcus (Hg.): Der Global Player und das Territorium, Opladen: leske+ budrich: 39-58.

Ältere Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt

Ziel dieses Projektes ist die Erstellung eines „Good Practice-Kompendiums“, in dem Informationen zum demographischen Wandel in der Erwerbsbevölkerung für die Zielgruppe ältere arbeitnehmer
„Betriebspraktiker“ aufbereitet und betriebliche Handlungsansätze zur Nutzung und Förderung der Potentiale älterer Mitarbeite systematisch dargestellt werden.

Gefördert von: Bertelsmann Stiftung im Rahmen des EU-Projektes „Proage – Facing the challenge of demographic change“
Projektstand: abgeschlossen 2003
Projektleitung und -bearbeitung: Dr. Martina Morschhäuser, Peter Ochs und Achim Huber

Veröffentlichungen:
Morschhäuser, Martina; Peter Ochs; Achim Huber (2003): Erfolgreich mit älteren Arbeitnehmern. Strategien und Beispiele für die betriebliche Praxis. (Hrsg. Bertelsmann Stiftung/Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände). Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.

Morschhäuser, Martina; Peter Ochs; Achim Huber (2003): Success with Older Workers. A Good Practice Compendium (eds. Bertelsmann Foundation / Confederation of German Employers‘ Associations). Gütersloh: Bertelsmann Foundation Publishers.

Huber, Achim (2003): Reif für neue Arbeitswelten. In: Management & Training 30(2003)10: 12 – 15.

Die Lebenssituation älterer alleinstehender ausländischer Frauen

Die qualitative Studie befasst sich unter einer geschlechtsspezifischen Perspektive mit der Lebenssituation von älteren alleinstehenden Migrantinnen in Deutschland. Einbezogen werden Migrantinnen aus fünf Herkunftsländern alleinstehende frauen(Türkei, Italien, Griechenland, Vietnam und dem ehemaligen Jugoslawien). Die subjekt- und handlungsorientierte Studie soll tiefergehende Erkenntnisse über den sozialen Integrationsprozess von alleinstehenden Migrantinnen ermöglichen, deren Lebenslagen durch alterns-, geschlechts- und migrationsspezifische Problemlagen gekennzeichnet sind. Mit Hilfe des Lebenslagekonzepts soll die Lebensrealität dieser Frauen genauer abgebildet werden, indem die Zusammenhänge zwischen sozioökonomischer Lage, subjektiven Deutungsmustern und individuellen Handlungs- und Bewältigungsstrategien aufgezeigt werden. Ein weiterer Bestandteil der Untersuchung bezieht sich auf die Beurteilung der institutionellen Integrations- und Hilfestrukturen aus der Perspektive der Untersuchungsgruppe, um Vorschläge vor zielgruppengerechtere Maßnahmen und Angebote zu entwickeln und mögliche Zugangsbarrieren abbauen zu können.

 

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Auftraggeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bonn
Projektstand: abgeschlossen 2003
Projektbearbeiter: Dr. Ingrid Matthäi/Dipl.-Soz. Lindy Ziebell

 

 

Veröffentlichungen:

Matthäi, Ingrid (2009): Vielfältige Lebensstile und prekäre Lebenslagen alleinstehender Frauen aus der Zuwanderergeneration. In: Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie 22(4)2009: 159-168.

Matthäi, Ingrid (2007): Alt werden in der Migration. Zur sozialen Situation älterer Migrantinnen in Deutschland. In: EFD-Mitteilungen Nr. 436: 24-28.

Matthäi, Ingrid (2007): Die „vergessenen“ Frauen aus der Zuwanderergeneration. In: Pro Familia Magazin 35(2007)2: 10-12.

Matthäi, Ingrid (2006): Ältere alleinstehende Migrantinnen – ausgewählte Lebensaspekte. In: IkoM-Newsletter 3/2006: 2-4.

Matthäi, Ingrid (2006): Alleinstehende Migrantinnen: Integriert – isoliert – segregiert? In: APuZ – Aus Politik und Zeitgeschichte 40/41: 34-38.

Matthäi, Ingrid (2005): Die ‚vergessenen’ Frauen aus der Zuwanderergeneration. Eine Studie zur Lebenssituation von alleinstehenden Migrantinnen im Alter, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

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2002 abgeschlossene Projekte

Die Akademisierung der Unternehmen und der "Fachkräftemangel" Krise der Wissenschaftlich-technischen Intelligenz oder Krise der Personalpolitik?

Seit Ende der 90er Jahre wird in Wirtschaft und Politik ein zunehmender Mangel an hochqualifizierten technischen Fachkräften beklagt. In der Regel wird auf die Verantwortung des Bildungssystems verwiesen,
ein adäquates Angebot an qualifizierten Arbeitskräften zur Verfügung zu stellen. Das Projekt erweitert die Perspektive dadurch, dass es der Frage nachgeht, ob die aktuelle Situation nicht auch eine Konsequenz personalpolitischer Strategien der Unternehmen gegenüber Hochqualifizierten ist. Der Fokus des Projektes richtet sich also auf die betriebliche Ebene und lenkt den Blick auf die Schnittstelle zwischen Betrieb und Arbeitsmarkt. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, wie die Unternehmen auf den von ihnen wahrgenommenen Fachkräftemangel reagieren. Das Projekt konzentriert sich dabei auf die Berufsgruppen der Ingenieure und Informatiker, die auch gegenwärtig im Brennpunkt der Debatte um den ‚Fachkräftemangel‘ stehen.

Die Erhebungsarbeiten konzentrieren sich auf vier Themenfelder:

Eine wichtige Frage bezieht sich auf die aktuelle Stellung und die Rolle von Ingenieuren und Informatikern im Betrieb, auf ihre Arbeitsanforderungen und Arbeitsbedingungen.Zudem werden die Wege und Verfahren erhoben, mit denen die Unternehmen angesichts der Engpässe auf dem Arbeitsmarkt geeignete Bewerber und Bewerberinnen rekrutieren. Ein weiteres Themenfeld für die Untersuchung sind zum einen die Vorstellungen, Erwartungen und Qualifikationsprofile, die die Unternehmen an ihre Bewerber herantragen. Des Weiteren geht es um die Kompensationsstrategien, die angesichts des Fachkräftemangels im Betrieb eingeschlagen werden. Dies betrifft personalpolitische Strategien wie Leiharbeit, Outsourcing etc., innerbetriebliche Umschulung und Weiterbildung wie auch betriebsorganisatorische Rationaliserungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen.

Diese Themenfelder werden anhand von rund fünfzehn Betriebsfallstudien bearbeitet. Dabei werden Klein-, Mittel- und Großbetriebe unterschiedlicher Branchen einbezogen, die sich jedoch durch die Gemeinsamkeit auszeichnen, dass sie einen Mangel an Ingenieuren und/oder Informatikern konstatieren. Die Untersuchung ist gewissermaßen eine „Tiefenbohrung“ mit einer begrenzten Anzahl von Fallstudien. Sie wird durch ein kooperierendes Forschungsprojekt des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergänzt, das die allgemeinen Reaktionsweisen der Betriebe auf einer repräsentativen Basis untersucht.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 2002
Projektbearbeiter / in: Dipl.-Soz. Volker Hielscher, Dipl.-Pol. Katja Jung

Veröffentlichungen:

Hielscher, Volker (2002): Marktorientierung und Eigensinn. Die Herausforderungen der betrieblichen Personalpolitik durch den „Fachkräftemangel“. In: Bellmann, Lutz ; Johannes Velling (Hg.): Arbeitsmärkte für Hochqualifizierte. Reihe ‚Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung‘ Nr. 256. Nürnberg: 79-102.

Hielscher, Volker (2002): Personalpolitik im Experten-Engpaß. Betriebliche Strategien zwischen Marktabhängigkeit und Eigenverantwortung. Berlin: edition sigma.

Hielscher, Volker (2002): Wer klug ist, investiert langfristig. In: Mitbestimmung Nr. 5/2002: 56-58.

Entwicklung und Erprobung betrieblicher Beratungsstrategien zur Förderung einer alternsgerechten Gestaltung von Arbeit und Personaleinsatz

Das Vorhaben zielt auf die Entwicklung und Erprobung von Beratungsstrategien, die Betriebspraktiker anleiten können, alternsadäquate Maßnahmen im Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen.
Es werden Verfahren ermittelt und Handlungshilfen erarbeitet, die dazu geeignet sind, für den jeweiligen Betrieb adäquate Gestaltungsmaßnahmen zu konzipieren. Zugleich gilt es, geeignete Vorgehensweisen zu finden, um diese im innerbetrieblichen Handlungsgefüge umzusetzen. Übergreifend orientieren wir darauf, eine grundlegende betriebliche Sensibilität und Kompetenz im Umgang mit Alternsprozessen zu fördern.
Wie Betriebspraktiker im Rahmen ihrer Handlungsbedingungen bei dieser komplexen Aufgabenstellung praxisgerecht beraten und unterstützt werden können, wird gemeinsam mit ihnen selbst erarbeitet. Die Beratungsstrategien werden mit betrieblichen Akteuren aus mittleren und großen Betrieben entwickelt. Kernelemente der entwickelten Beratungsstrategien werden so aufbereitet, dass sie von außerbetrieblichen Akteuren und Institutionen, die als mögliche Multiplikatoren in Frage kommen, genutzt werden können.

Das Projekt wird im Rahmen der Gesamtstrategie „Öffentlichkeits- und Marketingstrategie demographischer Wandel“ unter dem Förderkennzeichen: 01 HH 9901/0 gefördert.

Siehe auch: http://www.pm.iao.fhg.de und http://www.demotrans.de

Auftraggeber: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG), Stuttgart, finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 2002
Projektbearbeiterin: Achim Huber, Dr. Martina Morschhäuser

 

Veröffentlichungen:

Morschhäuser, Martina (2003): Integration von Arbeit und Lernen: Strategien zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit. In: WISO – Wirtschafts- und sozialpolitische Zeitschrift des Instituts für Sozial und Wirtschaftswissenwissenschaften 26(2003)1: 53-70.

Morschhäuser, Martina (2003): Gesund bis zur Rente? Ansatzpunkte einer alternsgerechten Arbeits- und Personalpolitik. In: Bernhard Badura; Henner Schellschmidt; Christian Vetter (Hg.): Demographischer Wandel. Herausforderung für die betriebliche Personal- und Gesundheitspolitik. Berlin u.a.: Springer Verlag: 59-71.

Huber, Achim (2002): Strategien zur alternsgerechten Gestaltung von Gruppenarbeit – Gesundheitsförderung und Qualifizierung. Handlungshilfe zur Durchführung betrieblicher Workshops mit Vorgesetzten und Mitarbeitern, Broschürenreihe „Demographie und Erwerbsarbeit“. Stuttgart: IRB-Verlag.

Huber, Achim (2002): Betriebliche Gesundheitsförderung im Kontext alterns- gerechter Gestaltung von Gruppenarbeit. In: Morschhäuser, Martina (Hg.): Gesund bis zur Rente, Broschürenreihe „Demographie und Erwerbsarbeit“. Stuttgart: IRB-Verlag: 63-72.

Morschhäuser, Martina (2002): Gesund bis zur Rente. Konzepte gesundheits- und alternsgerechter Arbeits- und Personalpolitik, Broschürenreihe „Demographie und Erwerbsarbeit“. Stuttgart: IRB-Verlag.

Morschhäuser, Martina; Eva Schmidt (2002): Beteiligungsorientiertes Gesundheitsmanagement angesichts alternder Belegschaften. Stuttgart: IRB- Verlag.

Huber, Achim; Martina Morschhäuser (2001): Beratungsstrategien für eine alternsgerechte Arbeits- und Personalpolitik – Projektergebnisse und -erfahrungen, in: Buck, H.; Schletz, A. (Hg.): Wege aus dem demographischen Dilemma durch Sensibilisierung, Beratung und Gestaltung, Stuttgart: IRB-Verlag: 80 – 88.

Morschhäuser, Martina (2001): Betriebliche Gesundheitsförderung angesichts des demographischen Wandels, in: dies. (Hg.): Gesund bis zur Rente, Broschürenreihe „Demographie und Erwerbsarbeit“, Stuttgart: IRB-Verlag: 10 – 21.

Morschhäuser, Martina (2000): Demographischer Wandel: Anforderungen an die betriebliche Gesundheits- und Personalpolitik, in: Badura, B.; Litsch, M.; Vetter, Ch. (Hg.): Fehlzeitenreport 2000. Zukünftige Arbeitswelten – Gesundheitsschutz und Gesundheitsmanagement, Berlin: 24 – 33.

Morschhäuser, Martina (2000): Personalentwicklung oder Personalaustausch? Perspektiven alter(n)sbezogener Personalplanung, in: v. Rothkirch, Ch. (Hg.): Altern und Arbeit: Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft, Berlin: 280 – 291.

Morschhäuser, Martina (2000): Altersbezogene Personalplanung: Zwischen Personalentwicklung und Personalaustausch, in: AK-Texte, AK-Forum zur Wirtschafts- und Strukturpolitik „Älter werden im Betrieb?“, Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes: 23 – 32.

 

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2001 abgeschlossene Projekte

Geringfügig Beschäftigte und Scheinselbständige: Tendenzen zur Auflösung des Normalarbeitsverhältnisses

Gegenstand des Projektes ist eine aktuelle Bestandsaufnahme über das quantitative Ausmaß der geringfügig Beschäftigten insbesondere im Dienstleistungssektor im Saarland. Darüber hinaus sollen qualitativ neue Formen ungesicherter Beschäftigunguntersucht werden, die nicht mehr unter das Normalarbeitsverhältnis fallen. Das Projekt hat somit zwei Zielrichtungen. Zum einen soll die Entwicklung bei den „McDonald’s-Jobs“ (620-Mark-Jobs) im Saarland verfolgt und deren Ursachen aufgespürt werden (Rationalisierung, Flexibilisierung, Globalisierung etc.) Dies geschieht durch Expertengespräche (AOK, Arbeitsamt, Statistisches Landesamt, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften) und durch Aufbereitung und Sekundäranalyse statistischer Daten. Es ist bekannt, dass die 620-Mark-Jobs stark expandiert sind. Es geht darum, bezogen auf das Saarland, zu einem differenzierteren Bild zu gelangen (nach Branchen, Einsatzbereichen, Personengruppen, Arbeitsbedingungen). Das zweite Ziel ist eine Trendanalyse bei den nicht- traditionalen Arbeitsformen der Scheinselbständigen, Selbstangestellten, freien Mitarbeitern, Honorarkräften etc. im Saarland. Deren Zahl steigt verursacht u.a. durch outsourcing, outplacement, neue Vertriebsstrategien, neue Unternehmenskonzepte (Auflösung des Betriebes, virtuelles Unternehmen). Da hier keine Daten oder amtliche Statistik vorliegen, und wir selbst keine repräsentative Befragung der Bevölkerung durch- führen, geht es hier primär um die Erkundung neuer Entwicklungen anhand von möglichst vielfältigen Beispielen. Es werden Expertengespräche durchgeführt mit Personalverantwortlichen in ausgewählten Betrieben, mit Gewerbeämtern und Verbänden, und es werden intensive Leitfadengespräche durchgeführt mit Betroffenen. Ein wichtiger Aspekt der Recherche ist es, die Grenzen zwischen ungesicherter und gesicherter neuer Selbständigkeit, zwischen Chance und Risiko auf eigenen Beinen zu stehen, genau zu ziehen.

Arbeitskammer des Saarlandes


Auftraggeber:
Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2001
Projektbearbeiter: Heiko Breit, Hans Günter Grewer, Josef Reindl

 

 

Veröffentlichungen:
Reindl, Josef (2001): Scheinselbständigkeit. In: Journal Arbeit Nr. 1/2001
Reindl, Josef (2001): Über Schein und Sein der Selbständigen. In: Frankfurter Rundschau, Dokumentation, vom 28.04.2001.
Reindl, Josef: Die Scheinselbständigen. In: Zukünfte 34, Zeitschrift für Zukunftsgestaltung & Vernetztes Denken, Winter 2000/2001: 20ff.
Grewer, Hans Günter; Josef Reindl unter Mitarbeit von Heiko Breit (2000): Geringfügige Beschäftigung im Saarland. Teil I der Studie über Tendenzen zur Auflösung des Normalarbeitsverhältnisses durch die Zunahme ungesicherter Beschäftigungsverhältnisse, insbesondere im Dienstleistungssektor. In: Arbeitskammer des Saarlandes, AK Beiträge Nr. 1, Juni 2000.
Grewer, Hans Günter; Josef Reindl unter Mitarbeit von Heiko Breit (2000): Scheinselbständige im Saarland. Teil II der Studie über Tendenzen zur Auflösung des Normalarbeitsverhältnisses durch die Zunahme ungesicherter Beschäftigungsverhältnisse. Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes. Reindl, Josef (2000): Scheinselbständigkeit. Ein deutsches Phänomen und ein verkorkster Diskurs, In: Leviathan 4/2000, S. 413-433.

 

Managementprozeß und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne

Die Kernfrage ist das Austauschverhältnis zwischen der Konzernzentrale und den ausländischen Niederlassungen auf dem Hintergrund der gleichzeitigen Entwicklung zu stärkerer Internationalisierung der Produktion und zur Dezentralisierung

der Unternehmensstruktur. Dezentralisierung und das Leitbild des Intrapreneurs fördern die Marktnähe, den Erfolgswillen und die Konkurrenz untereinander, führen aber auch zu Gruppenegoismen der Teileinheiten und zu einem Denken in kurzen Zeiträumen. Das Problem ist die Koordination zwischen den selbständiger gewordenen Teilen. Mit dem Konzept „Managementprozeß“ untersuchen wir die konkrete Praxis der Koordination und Kommunikation. Dieser Prozess wird zunehmend international beeinflusst, d.h. Kulturunterschiede gewinnen im Konzern an Bedeutung. Wie wird die Identität des Konzerns zusammengehalten? Welche Anstrengungen werden unternommen zur Rekrutierung und zur Prägung eines Corps von hoch motivierten Managern, die zugleich inter- national orientiert sind und eine corporate identity haben? Die Hauptstudie wird durch ein Folgeprojekt ergänzt.

Forschungsprojekt I: abgeschlossen
Die Untersuchung fand in drei deutschen Konzernen statt (Chemie-, Automobil- und Mischkonzern). Es wurden Interviews durchgeführt mit dem zentralen Management (strategische Unternehmensführung, Geschäftsbereichsmanagement) und dem Management von je zwei Auslandsniederlassungen

Folgeprojekt: abgeschlossen
Ausgeweitet wird die Untersuchung auf zwei deutsche Konzerne aus der Nahrungs- mittel- und Pharmabranche, die im Gegensatz zu den Unternehmen aus der Erststudie kein ethnozentrisches Modell des Managementprozesses praktizieren, sondern ein transnationales Modell.

Gefördert durch: DFG
Projektstand: abgeschlossen 2001
Projektbearbeiter: Dr. Ingrid Matthäi, Prof. Dr. Hermann Kotthoff

Veröffentlichungen:

Kotthoff, Hermann; Matthäi, Ingrid (2005): Managementprozess und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne. In: Regulierung und Restrukturierung von Arbeit in den Spannungsfeldern von Globalisierung und Dezentralisierung. Schwerpunktprogramm 197. Bericht an die Deutsche Forschungsgemeinschaft. 2. akt. und erw. Aufl. Erlangen-Nürnberg. CD-ROM

Matthäi, Ingrid (2002): Executive education – zur Elite(n)bildung in internationalen Unternehmen. In: Heinz, W.R.; Kotthoff, H.; Peter, G. (Hg.): Lernen in der Wissensgesellschaft. Dortmunder Beiträge zur Sozial- und Gesellschaftspolitik, Band 37. Münster: LIT Verlag: 78-91.

Matthäi, Ingrid; Kotthoff, Hermann (2001): Managementprozess und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne, Abschlußbericht an die DFG. Saarbrücken.

Kotthoff, Hermann (2000): Pluri-local social spaces in global operating German companies. In: Pries, Ludger (ed.): The emergence of transnational social spaces. International migration and transnational companies. London.

Matthäi, Ingrid (2000): Die Globalisierung als strategische Herausforderung – Internationalisierungsstrategie und Organisationswandel eines Mischkonzerns im Kontext einer veränderten Weltmarkttopographie. In: Eckardt, A. u.a. (Hg.): Global Players in lokalen Bindungen, Berlin: edition sigma: 159-173.

Kotthoff, Hermann; Ingrid Matthäi; Achim Huber (1999): Managementprozeß und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne. Vorläufiger Ergebnisbericht, Saarbrücken: iso-Institut.

Kotthoff, Hermann (1997): Managementprozeß und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne. In: Arbeitspapiere II, Kolloquium am 25./26. April 1997 in Erlangen. Erlangen: 29 -44.

Local level concertation. The possible role of social partners and local-level institution in regulation new forms of employment and work

Das Projekt beinhaltet eine Untersuchung, Analyse und Organisation von Ansätzen der Re-Regulierung atypischer Beschäftigungsformen auf dezentraler politischer Ebene. Die Bereitstellung von Vergleichsdaten und Wissen für die Politik, Veröffentlichung von Präventions- bzw. Reduktionsansätzen zur Vermeidung sozialen Ausschlusses.Die Untersuchung findet gleichzeitig in ausgewählten Regionen in Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und der BRD statt.

Europäische Union

Auftraggeber: Europäische Kommission
Projektstand: abgeschlossen 2001
Projektleiter: Prof. Dr. Hermann Kotthoff
Projektbearbeiter: Hans Günter Grewer

Veröffentlichungen:

LocLevConc (2001): Possibilities in the regulation of NFEW mit den Kapiteln 1. Executive summary / 2. Background and objectives of the project / 3. Scientifiv description of the project – results and methodology / 4. Conclusions and policy implications / 5. Dissemination of results, Milano.

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2000 abgeschlossene Projekte

Innovation, Belegschaftsstrukturen und Altern im Betrieb

ältere arbeitnehmerDas Verbundprojekt von iso und weiteren sechs Forschungsinstituten (IAB-Verbund) untersucht in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und Tarifpartnern die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Innovationsfähigkeit der Industrie. Die zentralen Fragestellungen des Forschungsprojektes sind:

  • Wie Betriebe heute und zukünftig den Innovationsdruck bewältigen,
  • welche Veränderungen dadurch in den vorhandenen Belegschaftsstrukturen (Alters-, Geschlechts-, Tätigkeits- und Qualifikationsstruktur) hervorgerufen werden,
  • auf welche Weise das Betriebs- und Personalmanagement darauf reagiert und wie es gegebenenfalls die Prozesse steuert,
  • wie Arbeitnehmer ihrerseits auf die Veränderungen reagieren und in ihrer Innovationsbereitschaft unterstützt werden können?

Die Untersuchung mündet in die Konzipierung verschiedener Szenarien, die als Vorstudien für den geplanten ‚Zukunftsreport 2000‘ der Bundesregierung dienen sollen.

Auftraggeber: Projektträger Arbeit und Technik des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Projektstand: abgeschlossen 2000
Projektbearbeiter: Josef Reindl, Hans Günter Grewer

Veröffentlichungen:

Reindl, J. (2000): Betriebliche Innovationsmilieus und das Alter(n) der technischen Intelligenz, in: Annegret Köchling; Michael Astor; Fröhner, Klaus Dieter u.a. (Hg.): Innovation und Leistung mit älterwerdenden Belegschaften, München und Mering: Rainer Hampp Verlag

Standortkonkurrenz oder interregionale Synergie - Kapitalmobilität in Saar-Lorraine

Im Rahmen einer ergänzenden Fragestellung wurde die Regionalstudie arbeitsteilig vom iso-Institut und dem Info-Institut, Saarbrücken, angegangen. Das iso-Institut untersuchte anhand grenzüberschreitender Direktinvestitionen die Frage, inwieweit die interregionalen Beziehungen zwischen dem Saarland und Lothringen stärker durch eine Standortkonkurrenz oder durch wechselseitige Synergie- und Agglomerationseffekte gekennzeichnet sind. Das Info-Institut befasst sich mit den grenzüberschreitenden Kooperationen auf Arbeitnehmerseite Business partners(Gewerkschaften, Betriebsräte). Die folgende Beschreibung bezieht sich auf die Teilstudie des iso-Instituts.

Beide Regionen teilen nicht nur die räumliche Nähe, sondern sie verbindet auch eine gemeinsame Wirtschaftsgeschichte. Die altindustriell geprägten ehemaligen Montanregionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen im Hinblick auf die Modernisierung ihrer Wirtschaft und verfolgen eine vergleichbare Wirtschaftspolitik, um den Strukturwandel zu bewältigen, wobei der Ansiedung von Industrieunternehmen eine herausragende Bedeutung zukommt. Bei der Abstrahierung exogenen Kapitals treten sie zwangsläufig in eine direkte Konkurrenz zueinander, wodurch Ansätze zu einer gemeinsamen Standort- und Wirtschaftspolitik erschwert werden. Denn Deutungsmuster, die im Standortpoker zu Gewinner oder Verlierer kennen, verfestigen das Konkurrenzparadigma und verstellen den Blick auf Phänomene, die darauf verweisen, dass beide Regionen wechselseitig von Neuansiedlungen jenseits der Grenze durch die Ausbildung möglicher Synergie- oder Agglomerationseffekte profitieren. Untersucht wird, in welchem Mischungsverhältnis Konkurrenz- und Agglomerationsparadigma zueinander stehen und inwieweit die Integration der Ökonomie im Grenzraum Saar-Lorraine vorangeschritten ist bzw. sich tatsächlich ein gemeinsamer Wirtschaftsraum herausgebildet hat.

Die explorative Studie bezieht sich auf 10 deutsche und französische Unternehmen mit grenzüberschreitenden Niederlassungen im Saarland und in Lothringen. Anhand von Betriebsfallstudien werden die Ansiedlungsmotive, die Ansiedlungsprozesse, die unternehmenspolitische Funktion der Niederlassung sowie die grenzüberschreitenden betrieblichen Austauschprozesse genauer untersucht. Daneben wurden zahlreiche Expertengespräche mit regionalen Akteuren aus den Wirtschaftsförderungs- und Ansiedlungsgesellschaften geführt.

Arbeitskammer des Saarlandes

Gefördert durch: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2000
Projektbearbeiter: Dr. Ingrid Matthäi

Veröffentlichungen:

Matthäi, Ingrid (2004): Cross-border networking in the Saar-Lor-Lux-Region? Risks and opportunities of regional economic policies. In: International Journal of Technology Management, Vol. 27, No. 5: 498 – 512.

Matthäi, Ingrid (2003): Regionale Ansiedlungs- und Strukturpolitik im Spannungsfeld von Konkurrenz und Kooperation – am Beispiel der Grenzregionen Saarland und Lothringen. In: iso-Mitteilungen Nr. 2 / September 2003: 10 – 26.

Matthäi, Ingrid (2000): Standortkonkurrenz oder inter-regionale Synergie? Teilstudie: Firmenansiedlungen und Wirtschaftspolitik in der Grenzregion Saar-Lorraine, Saarbrücken: iso-Institut.

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1999 abgeschlossene Projekte

Sozialorganisation industrieller Klein- und Mittelbetriebe in Ostdeutschland und Tschechien

Dies ist eine Untersuchung über das Erlernen der Unternehmerrolle und der Arbeitnehmerrolle unter schwierigen Bedingungen. Das vergleichende Forschungsprojekt befasst sich mit dem Gründungs- und Privatisierungsgeschehen industrieller

Klein- und Mittelbetriebe in Ostdeutschland und Tschechien. Dabei gehen wir der Frage nach, ob sich trotz unterschiedlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und gegensätzlicher Transformationsmodelle die Bedingungen für und Potentiale im Gründungsgeschehen ähneln und inwieweit sich kooperativ-gemeinschaftliche betriebliche Sozialformen herausbilden. Mit Hilfe qualitativer empirischer Methoden wurden 29 ostdeutsche und acht tschechische Betriebe untersucht, wobei leitfadengestützte Gespräche mit allen betrieblichen Akteursgruppen geführt wurden.

Die Unternehmen in beiden Ländern müssen in sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen und institutionellen Kontexten handeln, so dass auch die Gefährdungen und Risiken für die Betriebe anders gelagert sind. Der komplette Rechts- und Institutionentransfer von West- nach Ostdeutschland bringt formelle Handlungs- und Rechtssicherheit für die Wirtschaftsakteure. Die plötzliche Öffnung des Marktes und Eingliederung in den EU-Binnenmarkt erschwert jedoch den Marktzugang aufgrund der dominanten Wettbewerbssituation ganz erheblich für die Newcomer. Umgekehrt verhält es sich in Tschechien. Die neuen Unternehmen stoßen auf eine große Binnennachfrage und einen geschützten Markt, was die Erschließung von Absatzmärkten erleichtert. Die institutionellen Rahmenbedingungen hingegen sind nach wie vor instabil, so dass die Unternehmen in einem gegenüber Klein- und Mittelbetrieben feindlich eingestellten politischen Klima agieren müssen. In Tschechien ist im Gegensatz zu Ostdeutschland ein Gründerboom entstanden. 75 Prozent der untersuchten Industriebetriebe in Tschechien sind echte Neugründungen, im ostdeutschen Sample hingegen sind es nur 7%. Bei der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich um privatisierte oder reprivatisierte Betriebe, die bereits zu DDR-Zeiten existierten.

Die Untersuchung belegt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Gründungstypus und Muster der betrieblichen Sozialordnung. In beiden Ländern haben sich kooperativ- gemeinschaftliche Sozialformen in denjenigen Betrieben herausgebildet, die einen wirklichen Neuanfang starten oder die die Privatisierungssituation als einen Neubeginn inszenieren konnten. In den Betrieben hingegen, die die Privatisierung als Fortschreibung des Bisherigen verstanden, sind transformationsspezifische Sozialformen entstanden, die den kooperativen Vergemeinschaftungsformen diametral gegenüberstehen. In Tschechien zählen aufgrund des Gründungsprozesses alle Betriebe bis auf einen Ausnahmefall zum Typus der Produktionsgemeinschaft. In Ostdeutschland sind es trotz der geringen Zahl genuiner Neugründungen immerhin noch 40 Prozent. Dieses Ergebnis begründet vor- sichtigen Optimismus hinsichtlich der weiteren industriellen Entwicklung.

Gefördert durch: VW-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen 1999

Veröffentlichungen:

Kotthoff, Hermann; Ingrid Matthäi (1999): Vom Kombinat zum Kleinbetrieb. Die Entstehung einer mittelständischen Industrie. Ein Deutsch-tschechischer Vergleich. Berlin.

Matthäi, Ingrid (1996): Die neuen Unternehmer in Ostdeutschland – Träger eines neuen Mittelstandes? Orientierungen des Managements beim Auf- und Umbau innerbetrieblicher Strukturen, In: Pohlmann, Markus; Schmidt, Rudi (Hg.): Management in der ostdeutschen Industrie. Opladen: 137-174.

Neue arbeits- und betriebspolitische Strategien: Auswirkungen auf die Personal- und Sozialpolitik. Eine Bestandsaufnahme für das Saarland

Die Unternehmen sind gegenwärtig eine Welt im Umbruch. Die Konzepte der Reorganisation hießen: lean production, Gruppenarbeit, Dezentralisierung, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) u.a.m. In der Untersuchung geht es darum, den Stand der Reorganisationsmaßnahmen in den saarländischen Produktions- und Dienstleistungs- betrieben festzustellen und herauszufinden, welche Folgen die Restrukturierung auf die Personal- und Sozialpolitik hat. Bei den Restrukturierungen werden verschiedene Arten berücksichtigt: geschäftsstrategisch-unternehmenspolitische (z.B. Konzentration auf Kernkompetenzen, Käufe, Fusionen, Allianzen, Ausgliederungen); betriebsorganisatorische (z.B. Dezentralisierung, Profitcenter); arbeitsorganisatorische (z.B. Gruppenarbeit, KVP, Projektmanagement).

Wie wirken sich die Restrukturierungen aus: auf die Qualifikationsanforderungen und auf Bedarf und Ausgestaltung von Aus- und Weiterbildung? Auf die Arbeitszeitflexibilisierung? Auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz, insbesondere auf die Möglichkeiten zum Einsatz leistungsgeminderter und älterer Arbeitnehmer? Auf Kosteneinsparungen bei Sozialleistungen und Sozialeinrichtungen?

Es werden qualitative Erhebungen in 25 saarländischen Betrieben unterschiedlicher Branchen durchgeführt und zwar in 20 Produktionsbetrieben und in 5 Dienstleistungsbetrieben. Es handelt sich um die jeweils größeren Betriebe innerhalb einer Branche.

Arbeitskammer des Saarlandes
Auftraggeber:
Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1999
Projektbearbeiter: PD Dr. Hermann Kotthoff, Dipl.-Psych. Thomas Döring

 

 

Veröffentlichungen:
Kotthoff, Hermann; Josef Reindl (1999): „Fitneßtraining“. Betriebliche Reorganisation im Saarland, AK-Beiträge Nr. 2, Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes.

Strukturpolitische Impulse und Wirkungen der saarländischen Forschungslandschaft

Hierbei handelt es sich um eine gemeinsame Studie mit dem ZEW Mannheim, wobei das Thema aus unterschiedlicher Perspektive (ISO: qualitative Fallstudien/ZEW: schriftliche Befragung) angegangen wurde.

Die Strukturuntersuchung analysiert, welchem Wandel der saarländische Wirtschaftsstandort unterliegt, welche Strukturverschiebungen aktuell zu konstatieren sind, mit welchen Anpassungsprozessen die Unternehmen auf den beschleunigten Fortgang

der Wirtschaft reagieren, welche ökonomischen Effekte der Ausbau der Forschungsinfrastruktur zeitigt und welche Struktur- und Arbeitsplatzverbesserungen dadurch erzielt werden konnten. Als wichtige Erkenntnis brachte die Untersuchung zutage, dass das Saarland sich in einem starken sektoralen Strukturwandel befindet, der zwei Geschwindigkeiten unterliegt. Dabei kommt den unternehmensnahen Dienstleistungen und generell den exportorientierten Wirtschaftszweigen eine treibende Funktion zu. Von großer Bedeutung für die Modernisierung, die verbesserte Produktivität und die Entwicklung sowie Sicherung des betrieblichen Know-hows sind sowohl das aus- reichend vorhandene, kostengünstige und industriell geprägte Humankapital als auch die deutlich gestiegene Nachfrage nach Mitarbeitern mit höherem Qualifikationsniveau. Dagegen lassen sich Defizite vor allem auf Seiten der regionalorientierten und weniger wissensbasierten Unternehmen feststellen.

Die Innovationsdynamik geht in erster Linie von KMU unter 250 Beschäftigten aus. Sie weisen überdurchschnittlich hohe Anteile an Produkt- und Prozessinnovationen und Marktneuheiten auf. Ihre Impulse erhalten sie vorwiegend vom Markt (Kunden, Zulieferer), durch Weiterbildung und über den Aufbau höherqualifizierten Personals. Eine verbesserte betriebliche Qualifikationsbasis geht einher mit zusehends verdichteten internen und externen Innovationsnetzwerken und es steigen die Kooperationsbezüge mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Jedoch bleibt als allgemeines Muster festzustellen, dass die Nutzung der Forschungsinfrastrukturangebote erst im Anschluss an die betriebsinterne Aneignung von Know-how-Potentialen erfolgt, und zwar in erster Linie über Personaltransfer.

Mit einer positiven Beschäftigungsentwicklung rechnen insbesondere die produktinnovativen, exportorientierten und jungen Unternehmen im produzierenden Gewerbe – hier namentlich die Investitionsgüterhersteller – und in den unternehmensnahen Dienstleistungen – da besonders die IuK-Lieferanten und Hochschul-Spin-off’s.

Auftraggeber: Ministerium für Wirtschaft und Finanzen des Saarlandes, Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes, Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1999

Veröffentlichungen:
Spielkamp, Alfred/Felder, Johannes (ZEW), Matthäi, Ingrid/Grewer, Hans Günter (ISO) (1998): Strukturpolitische Impulse und Wirkungen der saarländischen Forschungslandschaft, Saarbrücken, in: AK-Beiträge, 11. Jg. Nr. 2/1998: Arbeitskammer des Saarlandes

Dienstleistung lernen - Kompetenzen und Lernprozesse in der Dienstleistungsgesellschaft: Produktionsnahe Arbeitsvorbereitung bei den John Deere Werken Mannheim

Die John Deere Werke Mannheim haben einen radikalen Reorganisationsprozess hinter sich, der das Unternehmen in eine schlanke, dezentrale und konsequent segmentierte Fabrik verwandelt hat. Residuen der traditionellen Fabrikstruktur sind noch einige

Zentralstellen, darunter die Arbeitsvorbereitung. Das ISO-Institut hat die John Deere Werke im Rahmen der PEM „Dienstleistung lernen“ bei dem Versuch, die zentrale Arbeitsvorbereitung an die dezentralen Produktionsstrukturen anzupassen, wissenschaftlich begleitet und beraten. Die Transformation der Arbeitsvorbereitung ist dabei nicht von außen angestoßen worden, sondern die Arbeitsvorbereitung hat sich selber verwandelt. Sie hat mit unserer Unterstützung eine neue Form gefunden, die sie als soziale Heimat der Mitarbeiter erhält und gleichzeitig die Distanz zu den dezentralen Produktionseinheiten und Arbeitsgruppen verringert. Das Modell einer zentralen, produktionsnahen, dienstleistungsorientierten und vergruppten Arbeitsvorbereitung ist eine klare Absage an einen zu forschen Dezentralisierungskurs und ein fairer Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Produktion und den Erfordernissen einer sachgerechten Planung. Das ISO-Institut hat in diesem Organisationsentwicklungsprozess eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation der Arbeitsvorbereitung sowie der Anforderungen der Module durchgeführt, die AV-Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Organisationsformen beraten und eine erste Evaluation der gefundenen neuen Arbeitsorganisation vorgenommen.

Bundesministerium für Bildung und Forschung


Gefördert durch:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Projektstand: abgeschlossen 1999

Möglichkeiten und Grenzen einer alternssensiblen Unternehmenspolitik

Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sollen zukünftig länger erwerbstätig sein. Die rechtliche Anhebung der Altersgrenze zum Renteneintritt und finanzielle Verschlechterungen bei einem vorzeitigen Berufsausstieg bewirken jedoch noch nicht, dass die Beschäftigten auch länger arbeiten können. Die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen müssten dafür entsprechend „alternsgerecht“ organisiert und gestaltet werden.

Welche Möglichkeiten bieten neue Konzepte der Arbeits- und Laufbahngestaltung, um zu fördern, dass die Erwerbstätigen längerfristig im Arbeitsleben gesund und leistungsfähig bleiben? Und wie ist es um die Möglichkeiten bestellt, entsprechende Maßnahmen in der betrieblichen Praxis umzusetzen? An welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind sie geknüpft und an welche Widerstände und Barrieren stoßen sie? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der empirischen Studie, die intensive Fallstudien in 26 Unternehmen, zusätzliche Kurzfallstudien und ca. 50 Expertengespräche umfasste.

Vorwärtsweisende Maßnahmen einer alternsadäquaten Arbeits- und Personalpolitik werden entlang betrieblicher Fallbeispiele detailliert geschildert. Zugleich werden die organisatorischen, qualifikatorischen, tariflichen und sozialen Hindernisse dargestellt, die ihrer breiteren Umsetzung in der betrieblichen Realität entgegenstehen. Insbesondere die Prämissen aktueller Rationalisierungsstrategien verhindern vielfach eine alterns- und gesundheitsorientierte Aufgabenverteilung und Arbeitsausführung. Trotz aller ökonomische Zwänge existieren jedoch Spielräume, die in den Betrieben für eine adäquate Beschäftigung alternder Arbeitnehmer genutzt werden können. Voraussetzung dafür ist eine Grundhaltung sozialer Sensibilität und gesundheitlicher Verantwortung der unterschiedlichen betrieblichen Akteure. Zugleich kommt es entscheidend darauf an, inwieweit sich die Beschäftigten selbst dafür engagieren, in ihrer Arbeit gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Verbundprojekt mit: Institut für Gerontologie, Dortmund; Zentrum für Sozialpolitik, Bremen;
Institut für Supervision, Institutionenberatung und Sozialforschung, Frankfurt
Gefördert durch:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Projektstand: abgeschlossen 1999

 

 

 

Veröffentlichungen:     
Behrens, Johann; Martina Morschhäuser; Holger Viebrok; Eberhard Zimmermann (1999): Länger erwerbstätig – aber wie?, Opladen: Westdeutscher Verlag

Martina Morschhäuser (1999): Alternsgerechte Arbeit: Gestaltungsaufgabe für die Zukunft oder Kampf gegen Windmühlen?, in: Behrens, Johann; Morschhäuser, Martina; Holger Viebrok; Eberhard Zimmermann: Länger erwerbstätig – aber wie?, Opladen: Westdeutscher Verlag: 19 – 70

Gussone, Max; Achim Huber; Martina Morschhäuser; Johannes Petrenz (1999): Ältere Arbeitnehmer – Altern und Erwerbsarbeit in rechtlicher, arbeits- und sozialwissenschaftlicher Sicht, Köln: Bund-Verlag

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1998 abgeschlossene Projekte

Arbeit und Innovation im Betrieb

Erkenntnisziel des Forschungsvorhabens war, herauszufinden, was Unternehmen innovativ macht und welche Rolle die Arbeitnehmer im Innovationsgeschehen spielenSozial- oder Pflegewissenschaftler/in?

Das Forschungsprojekt richtete sich gezielt an hochinnovative saarländische Betriebe des produzierenden Gewerbes, die im Anschluss an ein Expertenrating ausgewählt worden sind. Insgesamt 33 Unternehmen haben sich an der Untersuchung beteiligt und in teilweise mehrstündigen leitfadengestützten Gesprächen Auskunft über ihre innovationsgenerierenden Vorgehensweisen, ihre Sicht der Dinge, ihr Rezept für den Erfolg, ihre Erwartungen an die Politik und ihre Bewertung der saarländischen Infrastruktur erteilt. Die Gespräche wurden mit verschiedenen Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Funktionsbereichen geführt. Die Untersuchung belegt u.a., dass ich im industriellen Sektor ein deutlicher Strukturwandel vollzogen hat. Mittlerweile befinden sich im Saarland – in bestimmten Branchen und im Bereich der mittelständischen Wirtschaft – Unternehmen, die in technologischer Hinsicht zur absoluten Spitze zu zählen sind. Sie unterstreicht aber auch die unter Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktgesichtspunkten fortbestehende sowie im Hinblick auf die Sicherung der interregionalen Konkurrenzfähigkeit des Standortes nicht zu unterschätzende Bedeutung des produzierenden Gewerbes für die Region.

Als bedeutsame und von den Unternehmen geschätzte Faktoren erweisen sich der Erhebung zufolge die qualifikatorischen Potentiale und das Engagement der saarländischen Arbeitskräfte. In der Abbildung von firmeninternen Prozessen wird verdeutlicht, wie differenziert der Innovationsbegriff zu sehen ist und wie wenig er sich in so genannten technischen oder betriebswirtschaftlichen Parametern (FuE-Kennzahlen, Patente etc.) erschöpft. Das Geheimnis der Innovation besteht vor allem in der Schaffung eines innovativen betrieblichen Klimas, in der Aktivierung und Zusammenführung der vorhandenen Wissens- sowie Erfahrungsbestände und in der Einbeziehung bzw. im engen Zusammenspiel verschiedener Akteursgruppen. Dabei erleichtert eine funktionierende und integrierende Sozialorganisation die internen Findungs- und Verarbeitungsprozesse und trägt dazu bei, die endogenen Lern- und Umsetzungspotentiale zu mobilisieren. Beim vorgefundenen Innovationstypus handelt es sich in erster Linie um eine inkrementale anstelle einer radikalen Produktinnovation. Dahingegen haben Prozessinnovationen eine weitaus geringere Bedeutung.

Arbeitskammer des Saarlandes
Auftraggeber:
Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1998

Veröffentlichungen:     

Grewer, Hans Günter unter Mitarbeit von Reindl, Josef (1998): Arbeit und Innovation im Betrieb. Studie über Wechselwirkungen zwischen betrieblichen Innovationsprozessen und Arbeit am Beispiel ausgewählter saarländischer industrieller Unternehmen, Saarbrücken: ISO-Forschungsbericht

Multimedia - Chancen und Risiken für das Saarland

Ziel der Studie war es, eine Bestandsaufnahme über den Einsatz und die Verarbeitung multimedialer Technologien in der saarländischen Wirtschaft zu machen. In ausgewählten Dienstleistungs- und Industriebranchen (Versicherungen, Banken, Tourismusbranche,

multimediaTelekommunikationsanbieter, Energieunternehmen) wurden qualitative Erhebungen durchgeführt, um den derzeitigen Durchdringungsgrad moderner IuK-Technologien in den Unternehmen zu eruieren und aufzuzeigen, welche möglichen Auswirkungen diese neuartigen Querschnitt-Technologien auf Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und Beschäftigung haben. Ausgehend von diesen Befunden wurden Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven für eine sozialverträgliche Gestaltung des Einsatzes von Multimedia in der Arbeitswelt aufgezeigt.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Gemeinsam durchgeführt mit: Institut der Gesellschaft zur Förderung der angewandten Informationsforschung e.V., Saarbrücken
Projektstand: abgeschlossen 1998

 

 

Veröffentlichungen:     

Matthäi, Ingrid: Multimedia im Saarland, in: Arbeitnehmer, 45(1997)12: 404 – 405.

Matthäi, Ingrid; Kotthoff, Hermann: Multimedia – Chancen und Risiken für das Saarland, in: Caroli, F. u.a. (1996): Multimedia – Technologien, Entwicklungen, Chancen und Risiken für das Saarland, Saarbrücken: AK-Beiträge 5/1996.

Beteiligungsorientierte Organisationsentwicklung im Arbeitsamt - Wissenschaftliche Begleitung zu einem Modellprojekt im Arbeitsamt Saarbrücken

Im Jahre 1992 wurde Saarbrücken der Status eines Modell- und Diskussionsarbeitsamtes zuerkannt. Ziel des Reformprojektes in Saarbrücken war die kundenorientierte Integration der bisher getrennten Abteilungen der Arbeitsvermittlung business women

und der Leistungsgewährung. Diese Reform sollte unter aktiver Beteiligung der Mitarbeiter aller Ebenen durchgeführt werden.In den Jahren 1993 und 1996 hat das Modell- und Diskussionsarbeitsamt Saarbrücken auf diese Weise konzeptionelle und praktische Vorarbeit für den weiteren Reformprozess zum „Arbeitsamt 2000“ geleistet. Die Arbeit setzte mit der Vorstudie Mitte des Jahres 1994 zu einem Zeitpunkt ein, wo die Konstitutions- und Pionierphase weitgehend abgeschlossen war, und wurde Anfang 1995 mit der Hauptphase fortgesetzt.

Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren war die wissenschaftliche Begleitung Beobachter und Akteur des Reformprozesses. In dieser Zeit ging es darum, die Arbeitsabläufe zu konstruieren, das Projektmanagement zu organisieren, die Beteiligungsstrukturen aufzubauen, Mitarbeiter und Führungskräfte auf dem Weg in die neue Beteiligungspraxis zu unterstützen, die Ausweitung des Modellansatzes in die Breite durch flankierende Untersuchungen zu begleiten, über das Modell zu informieren, persönliche und rollenbezogene Selbstverständnisse zu klären, alte Konfliktlinien zu thematisieren und bei neuen Konfliktanlässen zu moderieren.

Beim Vorhaben des Saarbrücker Arbeitsamtes ging es um die Qualitätssteigerung einer öffentlichen Dienstleistung durch die Erneuerung der Organisation von innen heraus unter aktiver Beteiligung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. In der Sprache der Organisationswissenschaftler ausgedrückt: „bottom up“ statt „top down“. Für eine Reform öffentlicher Dienstleistung ein durchaus ungewohntes und nicht minder voraussetzungs- volles wie risikoreiches Vorhaben.

Auf diesem Wege haben uns folgende Fragen beschäftigt: Unter welchen Bedingungen kann sich in einer Großverwaltung des Bundes (mit ihren Steuerungs- und Kontrollbedürfnissen gegenüber den örtlichen Dienststellen) eine mitarbeiter- und beteiligungs- orientierte Organisationsentwicklung vollziehen? Welche Akteure und organisatorischen Arrangements sind erforderlich, damit ein solcher Entwicklungsprozeß in Gang kommt? Welcher Inputs, Qualifizierungsmaßnahmen, Kommunikationsformen bedarf es, damit er von den Beteiligten durchgehalten und vorangebracht wird? Welche Hindernisse müssen bewältigt werden? Wie und unter welchen Voraussetzungen vollzieht sich ein solcher Prozess? Wie kommt es zu einer aktiven Aneignung des Reformanliegens und seiner praktischen Umsetzung im Arbeitsalltag? Wie kommt Beteiligung zustande und wie und warum funktioniert sie? und schließlich: Welche Entwicklungspotentiale hat eine öffentliche Institution, wenn sich die bislang in traditionelle bürokratische und hierarchische Strukturen eingebundenen Ressourcen entfalten können?

Der Bericht der wissenschaftlichen Begleitung informiert über vier Themenkomplexe:

  • Der beharrliche Weg der Arbeitnehmervertreter zum Reformprojekt.
  • Der Aufbau der neuen Arbeitsorganisation.
  • Die Organisation und Praxis der Mitarbeiterbeteiligung.
  • Der Prozess der Organisationsentwicklung.

Er schließt mit zwanzig „Behauptungen“ zu Organisationsentwicklung in der Bundesanstalt für Arbeit. Die Bundesanstalt hat 1994 ihre Ämter bundesweit angewiesen, die erste Stufe des Saarbrücker Modells (räumliche Zusammenlegung und Verzahnung) umzusetzen. Die weiteren Integrationsstufen (aufgabenorientierte Umstrukturierung des Tätigkeitsfeldes, Teambildung, Mitarbeiterbeteiligung und neues Führungskonzept) wer- den gegenwärtig im Konzept „Arbeitsamt 2000“ erprobt.

Hans-Böckler-StiftungGefördert von: Arbeitskammer des Saarlandes / Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf
Projektstand: abgeschlossen 1998
Projektbearbeiter: Peter Ochs

Veröffentlichungen:
Ochs, Peter: Beteiligungsorientierte Organisationsentwicklung im Arbeitsamt. Wissenschaftliche Begleitung zu einem Modellprojekt im Arbeitsamt Saarbrücken, Saarbrücken 1998: HBS, Graue Reihe

 

Arbeitskammer des Saarlandes

Berufliche Integration behinderter Menschen im Saarland

Im Rahmen regionaler Bemühungen, die Eingliederung Schwerbehinderter in den ersten Arbeitsmarkt zu effektivieren, haben institutionelle Akteure im Saarland ein Aktionsbündnis zur Integration Behinderter gegründet. Dieses Bündnis soll nicht nur die administrativ Zuständigen der Behindertenpolitik umfassen, sondern als erweitertes Politik-Netzwerk weitere Mitglieder und damit unterschiedliche Interessenkonstellationen einbinden (Unternehmen, Verbände, Akteure der lokalen und Landespolitik).behinderte-beruf-inklusion

In einer begleitenden Studie des ISO-Instituts wurden hierzu Befragungen im Interaktionsfeld zwischen Institutionen der Integration und ökonomischen Akteuren durchgeführt. Ziel der Studie war es aufzuzeigen, (1) welche Gründe Unternehmen veranlassen, Behinderte neu einzustellen, (2) welche Gründe Unternehmen, die bereits umfänglich Behinderte beschäftigen, davon abhalten, weitere Behinderte einzustellen, (3) welche Probleme und Defizite in der administrativen Aufgabenerfüllung in diesem Feld sowohl von Unternehmen wie auch von den administrativ Zuständigen selbst angeführt werden. Insgesamt soll die Studie besonders den Akteuren auf den institutionellen Ebenen Hin- weise für den Aufbau des erweiterten Netzwerks zur Integration bieten.

Die Ergebnisse zeigen u.a. die besondere Bedeutung auf, die der sozialräumlichen Nähe einerseits und der direkten Zugangsmöglichkeiten von Integrationsakteuren zu betrieblichen „Entscheidern“ andererseits für eine Einstellungsentscheidung und eine gelingende Integration in Kleinbetrieben zukommen.

Arbeitskammer des Saarlandes
Gefördert durch:
Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1998

 

 

Veröffentlichungen: 
Huber, Achim, unter Mitarbeit von Breit, Heiko (1998): Berufliche Integration behinderter Menschen im Saarland, Beiträge der Arbeitskammer des Saarlandes, Nr. 1, Saarbrücken, 102 S.

Zentrale für Altersrehabilitation Wissenschaftliche Begleitung eines Modellversuchs des Kuratoriums Rehabilitation im Alter e.V. (Stuttgart)

Im Auftrag des Kuratoriums Rehabilitation im Alter e.V. entwickelte das ISO-Institut 1991 die Konzeption für die „Zentrale für Altersrehabilitation (ZAR)“. Dieses Modell ließ sich jedoch über mehrere Jahre nicht realisieren, weil die dazupflege

notwendige Infrastruktur an rehabilitativen Angeboten fehlte und weil vor allem im ambulanten Bereich auch die leistungsrechtlichen Voraussetzungen nicht vorhanden waren. Erst 1996 wurde in Baden-Württemberg im Zuge einer modellhaften Erprobung der ambulanten Rehabilitation die Finanzierungsbasis geschaffen, die auch den Start der ZAR möglich machte.

Modellträger war die Stadt Freiburg. Die ZAR wurde in das städtische Seniorenbüro integriert und personell mit einer Sozialarbeiterin besetzt. Ihre Aufgaben umfassten schwerpunktmäßig zwei Bereiche und zwar einmal die Einzelfallarbeit, wozu Beratungs- und Vermittlungsaufgaben sowie das Case Management gehörten. In den anderen Be- reich fielen sozialplanerische Aufgaben sowie Vernetzungsaktivitäten. Hier war die vor- dringlichste Aufgabe, die Zusammenarbeit an den „Schnittstellen“ zwischen den Versorgungsbereichen zu systematisieren. Das heißt: es mussten Kooperations- und Kommunikationsstrukturen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung, zwischen dem Gesundheits- und dem Sozialbereich sowie zwischen den Kostenträgern aufgebaut werden.

Das Modell ließ sich aufgrund seiner komplexen Struktur und seiner hohen qualifikatorischen Anforderungen an die Modellpartner nur ansatzweise realisieren. Dennoch war der Erkenntnisgewinn aufgrund der Vielschichtigkeit der Implementationsschwierigkeiten groß. So war es Aufgabe der Wissenschaftliche Begleitung, die im Modellverlauf auf- getretenen Problemlagen zu identifizieren, diese in den entsprechenden gesundheits- und sozialpolitischen Kontext einzuordnen und Lösungsansätze aufzuzeigen.

Auftraggeber: Kuratorium Rehabilitation im Alter e.V., Stuttgart
Projektstand: abgeschlossen 1998
Projektbearbeiter: Schweizer, Carola

Veröffentlichungen:
Schweizer, Carola (1998): Zentrale für Altersrehabilitation. Endbericht zum Modellversuch, hg. vom Kuratorium Rehabilitation im Alter e. V. Stuttgart.

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1997 abgeschlossene Projekte

Ambulante geriatrische Rehabilitation

Wissenschaftliche Begleitung eines Modellversuchs des Sozialministeriums Baden-Württemberg

Das baden-württembergische Sozialministerium führte (1996) gemeinsam mit den gesetzlichen Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen einen Modellversuch durch, der die Implementierung verschiedener Organisationsformen

ambulanter Rehabilitation zum Ziel hatte. Der Modellversuch orientierte sich an den gesundheits- und sozialpolitischen Zielsetzungen des baden-württembergischen Geriatriekonzeptes. Bis zum Jahr 2000 sollte die Versorgung geriatrischer Patienten nicht nur unter quantitativen Gesichtspunkten verbessert, sondern vor allem das fachliche Niveau und damit auch die Effizienz der Leistungen gesteigert werden. Die Prioritäten setzte das Land auf den Ausbau der geriatrischen Rehabilitation und auf die Einrichtung von Koordinierungs- stellen, mit deren Hilfe die Inanspruchnahme der Angebote fachgerechter gestaltet werden sollte.

Baden-Württemberg übernahm bei der Implementierung ambulanter Reha-Angebote für geriatrische Patienten eine Vorreiterrolle, weil es als erstes Bundesland dafür die notwendigen leistungsrechtlichen Voraussetzungen schuf. An acht Standorten wurden ambulante Reha-Modelle in unterschiedlichen Organisationsformen erprobt. Es differierten nicht nur die Anbindungsformen (z.B. an eine Klinik oder an niedergelassene Praxen von Ärzten und Therapeuten), sondern auch die Art und Weise wie die in der Geriatrie unerlässliche multiprofessionelle Zusammenarbeit organisiert wurde. So war es zentrale Aufgabe der Wissenschaftlichen Begleitung, anhand ausgewählter Aspekte der Struktur- und Prozessqualität (Ausstattung, Qualifikation, Teamarbeit, diagnostische Verfahren, Reha-Planung u.a.) zu evaluieren, ob sich in den verschiedenen Organisationsformen die erforderlichen Standards fachgerecht umsetzen ließen. Darüber hinaus erfolgte eine Deskription des einbezogenen Patientenkreises anhand soziodemographischer Daten, der Krankheitsbilder, der körperlichen und sozialen Beeinträchtigungen sowie des Hilfebedarfs; und es wurde der Frage nachgegangen, mit welcher Effizienz die rehabilitativen Maßnahmen durchgeführt wurden. Letzteres beinhaltete jedoch keine Kosten-Nutzen-Analyse, sondern die Beantwortung der Frage, inwieweit es gelingt, mit einem wohnortnahen ambulanten Reha-Angebot, ältere Menschen, die in der Regel in der stationären Rehabilitation unterrepräsentiert sind, nicht nur zu erreichen, sondern sie insofern erfolgreich zu rehabilitieren, als sie Lebensqualität hinzugewinnen und ihre Eigenständigkeit bewahren können.

Auftraggeber: Sozialministerium Baden-Württemberg
Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Schweizer, Carola; Franz Brandt (1997): Ambulante Geriatrische Rehabilitation. Endbericht zum Modellversuch. Hg. vom Sozialministerium Baden-Württemberg, Stuttgart.

Schweizer, Carola (1998): Organisationsformen ambulanter geriatrischer Rehabilitation, in: Schmidt-Ohlemann, Matthias; Christian Zippel u.a. (Hg.): Ambulante wohnortnahe Rehabilitation. Konzepte für Gegenwart und Zukunft. Interdisziplinäre Schriften zur Rehabilitation, Band 7, Ulm.

Qualifizierung von Referenten für die Schulung von Vertretern der Schwerbehinderten, Betriebs- und Personalräten

Aus dem Bundesarbeitsblatt 10/1997:

„Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung hat in enger Zusammenarbeit mit der IG Metall, der Arbeitskammer des Saarlandes und der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Hauptfürsorgestellen das iso-Institut mit der Durchführung des Forschungsprojektes beauftragt. Mit Abschluss des Projektes wird eine Konzeption vorgelegt, an der sich in Zukunft Träger von Bildungseinrichtungen orientieren können, wenn sie Referenten für den Umgang mit dem Seminarkonzept „Arbeit und Gesundheit im Betrieb (AGiB)“ ausbilden behinderte-berufund auf die Durchführung entsprechender Veranstaltungen vorbereiten möchten. Der Bericht beschäftigt sich mit den konzeptionellen Arbeitsschritten des Projekts, deren Begründungszusammenhängen und Ergebnissen und stellt diese im Zusammenhang vor. In einzelnen Abschnitten werden grundlegende Orientierungen des Qualifizierungskonzeptes beschrieben. Dies sind

  • ein Diskussionsansatz, der die kontinuierlich gesteuerte Seminardiskussion zur grundlegenden Arbeitsform der Veranstaltung werden lässt;
  • ein Strukturkonzept, das das Verhältnis von Seminarprozessen und Sachthemen des Seminars entwickelt;
  • ein Strukturierungsmodell, das eine angemessene seminarpraktische Umsetzung bei der Behandlung einzelner Themen ermöglichen soll.

 

Gefördert durch: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (1992-1994)
Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Huber, Achim; Wolfgang Trunk (1997): Qualifizierung von Referenten für das Seminarkonzept AGiB. Ein Konzept zur Qualifizierung von Referenten für die Schulung von Vertretern der Schwerbehinderten, Betriebs- und Personalräten auf der Grundlage des Seminarkonzeptes „Arbeit und Gesundheit im Betrieb“ (= Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (Hg.), Forschungsbericht Sozialforschung 267), Bonn, 292 S. (ISSN 0174-4992).

Trunk, Wolfgang (1997): Neue Wege in der Bildungsarbeit mit Vertrauensleuten, in: Behindertenrecht Heft 1: 12 – 15. vgl. auch das Projekt: AGiB – Arbeit und Gesundheit im Betrieb.

Arbeitsbelastungen und Verkehrsunfallrisiken in sozialpflegerischen Diensten

Ein wesentlicher Ausgangspunkt der Untersuchung über ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste war die These, dass diese durch oftmals eher unspezifische Belastungssituationen und nicht eindeutig normierbare Risiken bestimmt sind. Aber das Unfallgeschehen findet im Alltagsbewusstsein der Mitarbeiter nicht den Niederschlag, wie es angesichts der statistischen Auffälligkeiten zu erwarten gewesen wäre. Der Unfall wird eher als ein singuläres und unabänderliches Ereignis behandelt, Demenzkrise, Arbeitsbelastung in der Pflege

gegen den im betrieblichen Alltag scheinbar nichts unternommen werden kann.

Anwachsender Zeitdruck ist ein bestimmender Faktor des beruflichen Alltags und wird von den Beschäftigten als große Belastung empfunden. Sie wissen zwar, dass durch eine bessere Verteilung der Arbeit auf mehr Personen diese Last einesteils gemindert werden könnte. Andernteils jedoch haben sie die ökonomisch wie politisch veränderten Rahmenbedingungen (durch Marktöffnung veränderte Trägerstruktur, sozial- und gesundheitspolitische Kostendämpfungsmaßnahmen) internalisiert, die einer Entlastung offenbar entgegenstehen.

Durch die typischen täglichen, wöchentlichen und jahresbezogenen Dienstzeiten werden von den Mitarbeitern große Anforderungen an die Präsenz gerichtet. Die Mehrzahl der Bediensteten muss sich in auffälligem Maße auf Schichtarbeit, oftmals regelmäßige Wochenenddienste, Abenddienste, Nachtbereitschaften, Sechs-Tage-Woche usw. einrichten, wobei regelhafte Freizeitblöcke nicht garantiert sind. Selbst alltägliche Zwischenfälle bringen vielfach die Dienstpläne der Einrichtungen durcheinander und haben für die Beschäftigten Mehrarbeit, Überstunden oder zusätzliche Schichten zur Folge. Besondere Erschwernisse bei der Arbeit der ambulanten Dienste stellen die in diesem Beruf weit verbreiteten geteilten Dienste dar, die für die Betroffenen starke berufliche Belastungen und private Beeinträchtigungen mit sich bringen.

Je mehr die eingeübten und praktizierten Handlungsspielräume durch äußere Rahmenbedingungen restringiert werden, um so belastender und unerfüllter wird die eigene Arbeitssituation erlebt und umso risikoreicher sind die Auswirkungen der Arbeit auf die eigene Gesundheit, vor allem wenn die Beschäftigten selber wichtige körperliche Signale übersehen und die Risiken nicht ernst nehmen. Die Mehrfachbelastungen werden ergänzt dadurch, dass den Mitarbeitern der ambulanten Dienste auf vielfältige Weise die gewünschte Anerkennung versagt bleibt. Zu pflegen ist wenig attraktiv, was mit der Art der Tätigkeit, ihrem Bezug mit menschlicher Gebrechlichkeit und Tod zu tun hat. Es spielt auch die Nähe zur Hausfrauenarbeit eine Rolle, womit oftmals eine generelle Abwertung der mit der Arbeit verbundenen Qualifikationserfordernisse verbunden ist. Von Relevanz ist weiter, dass es sich bei dem Tätigkeitsfeld gesundheits- und sozialpflegerischer Dienste überwiegend um einen typischen Frauenarbeitsbereich mit häufig negativ eingestuften Strukturmerkmalen (ungünstige Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung, geringe Aufstiegschancen) handelt.

Auftraggeber: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Hamburg
Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Grewer, Hans Günter (1997): Belastungen, Gefährdungen und erhöhte Unfallrisiken in ambulanten gesundheits- und sozialpflegerischen Diensten. Betriebsspezifisches Ursachengefüge, Einbindung in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Präventionsansätze, Saarbrücken: ISO-Forschungsbericht

Der Meister im industriellen Klein- und Mittelbetrieb. Über die Modernisierung einer betrieblichen Sozialfigur

Der neue Rationalisierungstyp der Dezentralisierung und Vermarktlichung von Unter-nehmens- und Arbeitsorganisation wirbelt das traditionelle betriebliche Hierarchiegefüge durcheinander und stellt gewachsene hierarchische Positionen in Frage. Insbesondere das mittlere Produktionsmanagement droht zum Verlierer im Modernisierungs- und Reorganisationsprozess zu werden. Ein interdisziplinärer Forschungsverbund aus zwölf Instituten ist deshalb der Frage nachgegangen, welche Zukunft Meister in der rasant sich verändernden Arbeitswelt haben. Das iso-Institut konzentrierte seine Untersuchung auf das Segment der industriellen Klein- und Mittelbetriebe, in dem quantitativ weit mehr Meister beschäftigt sind als in den Großbetrieben.modernisierung?

Der wichtigste Befund der Studie ist, dass die Meisterrolle im Klein- und Mittelbetrieb eine erstaunliche Stabilität aufweist. Die Meister gewinnen dort sowohl quantitativ als auch qualitativ in den letzten Jahren an zusätzlicher Bedeutung. Alle Versuche, sich dieser Sozialfigur zu entledigen oder sie bis zur Unkenntlichkeit zu verändern, schlagen negativ auf die Betriebe zurück. Die Ursachen für die Lebensfähigkeit des schon zigfach totgesagten Meisters liegen im Klein- und Mittelbetrieb zum einen im Qualifikations- und Sozialprofil des Meisters, das sich erheblich von dem des Großbetriebs-Meisters unterscheidet. Zum anderen generiert der Reorganisationsprozess, der – wenn auch gedämpft – sich ebenso in kleineren Unternehmen ereignet, neue Unsicherheitszonen und Turbulenzen, mit denen umzugehen der Meister geradezu prädestiniert ist. Insgesamt kommt den Meistern im Klein- und Mittelbetrieb zugute, dass dort Realismus und Pragmatismus großgeschrieben werden und man nicht allen kurzlebigen Managementmoden hinterher- hechelt. Der Schaden, den Marktradikalismus dem Sozialgebilde Betrieb zufügt, hält sich hier noch in Grenzen. Davon profitiert die Sozialfigur Meister, die im Klein- und Mittelbetrieb neben ihrer fachlichen Könnerschaft eine eminente soziale Integrationsfunktion hat.

Die Untersuchung wurde in zehn Klein- und Mittelbetrieben durchgeführt. In den Betrieben sind konzentrierte qualitative Fallstudien durchgeführt worden, die die Meisterfunktion aus allen betrieblichen Perspektiven (Management/Geschäftsführung, Produktionsleitung/Arbeitsvorbereitung, Betriebsrat, Arbeitnehmer, Meister) beleuchtet haben. Insgesamt sind achtzig Personen interviewt worden.

Auftraggeber: Bundesministerium für Forschung und Technologie, Projektträger Arbeit und Technik
Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Reindl, Josef (1997): Der Meister im industriellen Klein- und Mittelbetrieb. Über die Modernisierung einer betrieblichen Sozialfigur, in: Fuchs-Frohnhofen, P./Henning, K. (Hg.): Die Zukunft des Meisters in modernen Arbeits- und Produktionskonzepten, Band I und II, München und Mering: Rainer Hampp Verlag

Reindl., Josef (1998): Der Meister im Klein- und Mittelbetrieb: Von der Stabilität einer betrieblichen Sozialfigur, in: Jansen, R. u.a. (Hg.): Facharbeiteraufstieg in der Sackgasse, Berlin

Reindl, Josef/Huber, Achim (1997): Der Meister im Klein- und Mittelbetrieb, in: IG Metall (Hg.): Industriemeister in neuen Arbeitskonzepten, Frankfurt

Führungskräfte im Wandel der Firmenkultur

Die Fragestellungen des Projektes sind: Welches sind die Gründe für das immer wieder festgestellte Leistungsbewusstsein und Arbeitsengagement (Arbeitsidentität) der hochqualifizierten Angestellten (HQA)? projektmanagement

Welches Verhältnis haben sie zur Firma und wie tritt ihnen die Firma gegenüber? Welches sind die Ursachen für die bekannte Distanz der HQA’s gegenüber der Gewerkschaft? In den Headquarters von zehn großen Konzernen (Maschinenbau/Computerindustrie; Chemieindustrie; Großbanken und Versicherungen) wurden insgesamt 100 HQA’s interviewt. Es handelt sich überwiegend um Akademiker/Außertarifliche Angestellte/Führungskräfte (Abteilungs-, Gruppenleiter) in kaufmännischen und technisch-ingenieurwissenschaftlichen Funktionen.

Zwei Drittel der HQA’s haben eine quasi-unternehmerische Arbeitsidentität. Sie sehen ihre Aufgabe nicht schreibtischbezogen“, sondern als Beitrag für den Firmenerfolg. Sie sehen sich in der Rolle von Leuten, die etwas bewegen und bewirken. Innerhalb der Firma hatten die HQA’s bisher einen privilegierten Status und bildeten ein abgehobenes Milieu mit einem eigenen Verhaltenskodex. Die Firmen behandelten sie großzügig: Große berufliche Sicherheit, guter Verdienst, viele Freiheiten. Dieses traditionelle Muster ist durch die Personalreduktionen und durch die vielfältigen Umstrukturierungen der Konzerne in den letzten Jahren ins Wanken geraten. Vor allem die Erfahrung, erstmals selbst von Entlassungen betroffen zu sein, hat zu starker Verunsicherung geführt. Der betriebliche Status der HQA’s ist einem Wandel ausgesetzt, der durch lean management, Dezentralisierung und Ökonomisierung, aber auch durch den stark ansteigenden Akademikeranteil an den Beschäftigten („Vermassung“) hervorgerufen wird. Die Fremdheit der HQA’s gegenüber der Gewerkschaft hat ihre Ursache in ihrer quasi-unternehmerischen Arbeitsidentität. Unterhalb dieser generellen Schwelle gibt es aber differenzierte Verhaltensmuster von der gefühlsmäßigen Totalablehnung bis zur Mitgliedschaft.

Hans-Böckler-Stiftung

Gefördert durch: Hans-Böckler-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen 1997
   

 


Veröffentlichungen:  

Kotthoff, Hermann (1997): Führungskräfte im Wandel der Firmenkultur. Quasi-Unternehmer oder Arbeitnehmer?. Berlin, (2. Aufl. 1998): edition sigma.

Kotthoff, Hermann (1996): Hochqualifizierte Angestellte und betriebliche Umstrukturierung. In: Soziale Welt 4/1996.

Kotthoff, Hermann (1995): Hochqualifizierte Angestellte in der schlanken Produktion. In: Fricke, E. (Hg.): Betrieblicher Wandel und Autonomie von Ingenieuren, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung.

Kotthoff, Hermann (1997): Hochqualifizierte Angestellte und betriebliche Umstrukturierung: Erosion von Sozialintegration und Loyalität im Großbetrieb. In: Kadritzke, Ulf (Hg.): Unternehmensstrukturen unter Druck. Neue Managementkonzepte zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Berlin: edition sigma.

Demographischer Wandel und betriebliche Personalplanung

Untersucht wurde, ob und inwieweit mögliche Folgen absehbarer Veränderungen in der Alters-Zusammensetzung der Erwerbsbevölkerung in der Personalpolitik und -planung von Unternehmen berücksichtigt werden. Grundlage der Untersuchung waren Befragungen von Geschäftsführungen, Personalleitungen und betrieblichen Interessenvertretungen in 24 Unternehmen aus vier Wirtschaftsgruppen. Daneben wurden u.a. Altersstrukturdaten der Unternehmen ausgewertet.

Personalabbau und Verzicht auf Einstellungen haben schon gegenwärtig Auswirkungen auf die Alters-Zusammensetzung von Belegschaften: eine „Alterung“ findet, ohne Einfluss demographischer Veränderungen, bereits statt. Dies wird zunächst in den Unternehmen nicht wahrgenommen oder bleibt unbeachtet. Auswertungen zeigten betriebliche Altersstrukturen, die sich durch den starken Anstieg der Anteile Beschäftigter in den mittleren Jahrgängen (35 bis 50 Jahre), gleichbleibende Anteile Älterer und schrumpfende Anteile junger Beschäftigter auszeichnen. Setzt sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren vergleichbar fort, werden sich zunehmend Beschäftigte in den Altersgruppen der über 40-Jährigen befinden. Unternehmen altern trotz aller Versuche, sich von den Älteren frühzeitig zu trennen.

Ältere bilden das Potential schlechthin für Maßnahmen des Personalabbaus. Teils werden sie als vernutzte, gesundheitlich angeschlagene, gegenüber Veränderungen wenig aufgeschlossene Arbeitskräfte angesehen, wobei meist Verständnis für bestehende Probleme in der Arbeit geäußert wird. Der betriebliche Diskurs orientiert sich mithin weiter an einem möglichst frühzeitigen Ausstieg Älterer aus der Erwerbsarbeit; dies unterstützen Betriebsräte im Bemühen, Übergänge in Rente im Sinne der Betroffenen auszugestalten. Verhindert wird so eine veränderte Umgangsweise mit älteren Arbeitskräften, die deren Potentiale stärker nutzt und ihre Probleme anders bearbeitet. Eine betriebliche „Politik“, die für Ältere andere Konzepte als die Planung ihres möglichst konfliktfreien Ausstiegs entwickelt, wurde in keinem der untersuchten Fälle erkennbar; Qualifizierungsmaßnahmen, besondere Maßnahmen zum Gesundheitserhalt Älterer, spezielle Arbeitszeitmodelle fanden sich nicht.

Auswirkungen demographischer Veränderungen zählen nicht zu den Problemen, die Personalverantwortliche und Interessenvertretungen zur Zeit der Befragungen bewegten; es findet keine aktive personalpolitische Auseinandersetzung damit statt. Vorherrschend sind die Verschiebung möglicher Probleme auf eine „noch ferne“ Zukunft, mit der sich Personalpolitik nicht beschäftigen könne, oder eine Entproblematisierung des Themas durch das (aktuell nicht überprüfbare) Zugeständnis, die Beschäftigung steigender An-teile Älterer bewältigen zu können. Die Voraussetzung für solche Thematisierungsformen bietet die aktuelle Situation des frühzeitigen Austritts Älterer aus den Betrieben. Erst wenn Probleme virulent werden, ist deshalb mit einer gezielten Auseinandersetzung mit dem Thema zu rechnen. 

Hans-Böckler-Stiftung

Auftraggeber: Hans-Böckler-Stiftung / Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1997

 

 

Arbeitskammer des Saarlandes


Veröffentlichungen:     

Huber, Achim (1998): Demographischer Wandel und Personalmanagement. In: Personalführung, Heft 1: 39-43.

Huber, Achim (1997): Demographischer Wandel und betriebliche Personalplanung: Hans-Böckler-Stiftung: Graue Reihe, (Neue Folge 133). Düsseldorf.

Arbeitskammer des Saarlandes (Hg.) (1997): Ältere Arbeitnehmer im Betrieb von morgen. Tagungsbericht, AK-Beiträge Nr. 3. Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes.

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1996 abgeschlossene Projekte

Entwicklung betriebsumfassender Qualifizierungsstrategien zur Umsetzung eines präventiv ausgerichteten Arbeits- und Gesundheitsschutzes

Prävention ist bis heute in der betrieblichen Wirklichkeit mehr Deklamation als Realität. Das iso-Institut hat in einem Forschungsprojekt den Versuch unternommen, den Präventionsgedanken in die betriebliche Praxis einzuführen und die Betriebe zu befähigen, von sich aus den Risiken und Gesundheitsgefährdungen im Betrieblichen Alltag zu begegnen. Das Projekt bestand aus einer Forschungs- und einer Umsetzungsphase. In der Forschungsphase wurden in vier Betrieben umfangreiche gesundheitsförderung im betrieb

Erhebungen zur Gesundheitssituation im Betrieb und zum betrieblichen Umgang mit Gesundheitsgefahren durchgeführt. Die wichtigste Erkenntnis dieser Betriebsrecherchen ist, dass die meisten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht aus der Missachtung des Arbeitsschutzes resultieren, sondern aus alltäglichen Arbeitshandlungen. Die Beschäftigten gehen auf problematische Weise mit den Setzungen und dem Leistungsanspruch des Managements um und vernachlässigen die Sorge um sich im Arbeitsprozess. Das Management wiederum zerstört unbeabsichtigt die Ressourcen zur Gesunderhaltung, indem es eine einseitige ökonometrische Betrachtung an den Rationalisierungsprozess anlegt. Diese wechselseitige Gleichgültigkeit gegenüber dem langfristigen Erhalt der Gesundheit lässt sich nur aufbrechen, wenn Prävention im unmittelbaren Arbeitsvollzug bei der Arbeitsweise der Beschäftigten ansetzt. In der Umsetzungsphase hat das iso-Institut dieser Einsicht folgend die Auseinandersetzung der Beschäftigen mit ihrer Arbeitsweise angeleitet und Rahmenbedingungen empfohlen, die den Arbeitenden die Praktizierung gesundheitsförderlicher Arbeitsweisen ermöglichen. Basierend auf den Erkenntnissen der Forschungsphase und der Umsetzungsphase ist im Anschluss ein Handbuch zur arbeitsnahen Gesundheitsförderung entstanden, das den Praktikern im Betrieb eine Handlungsanleitung sowie zahlreiche Instrumente an die Hand gibt, die Präventionsfrage offensiv anzugehen.

 

Bundesgesundheitsministerium


Gefördert durch:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Projektstand: abgeschlossen 1996
Projektbearbeiter: Peter Ochs, Johannes Petrenz, Josef Reindl

 

 

Veröffentlichungen:     

Ochs, Peter; Johannes Petrenz; Josef Reindl (1996): ressource. Handbuch zur arbeitsnahen Gesundheitsförderung im Betrieb, Saarbrücken.

Reindl, Josef: „Meist werden sie ignoriert und ausgegrenzt“. Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt, in: Frankfurter Rundschau vom 23.9.1993.

Moderne Gruppenarbeit und ältere Arbeitnehmer

Gruppenarbeit wird von manchen Wissenschaftlern per se als adäquate Form zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer angesehen. Die Älteren, so die allgemeine Einschätzung, könnten ihre beruflichen Erfahrungen und ihr Wissen in die Gruppe einbringen, während ihre möglicherweise vorhandenen Schwächen und Leistungseinschränkungen von den Arbeitskollegen ausgeglichen werden könnten. Aufbauend auf den Ergebnissen einer empirischen Recherche in vier Industriebetrieben, die als Pioniere bei der Einführung gruppenorientierter Arbeitssysteme gelten, wird nachgezeichnet, dass es auf die konkrete Ausgestaltung von Teamarbeit ankommt, ob sie integrativ oder ausgrenzend gegenüber weniger leistungsfähigen Gruppenmitgliedern wirkt.gruppenarbeit

Um Gruppenarbeit „alterstauglich“ zu gestalten, ist es beispielsweise wichtig, dass die Gruppenaufgabe ein vielfältiges Aufgaben- und Anforderungsspektrum umfasst, das ein abwechslungsreiches und nicht einseitig belastendes Arbeiten an unterschiedlichen Arbeitsplätzen ermöglicht;

  • die Gruppen so zusammengestellt werden, dass ältere Beschäftigte ihre in ihrem bisherigen Berufsleben entwickelten Kompetenzen in die Arbeit einbringen können;
  • die Möglichkeit besteht, dass Ältere langsamer und gesundheitsschonender arbeiten können, ohne dass ihre Kollegen und Kolleginnen dadurch persönliche Nachteile erleiden, z.B. Lohneinbußen hinnehmen oder Mehrarbeit leisten müssen;
  • in den Gruppen ein Klima der Akzeptanz und des Verständnisses gegenüber weniger leistungsfähigen Gruppenmitgliedern herrscht.

 

Die Verwirklichung dieser Prämissen ist an ein betriebliches Selbstverständnis gebunden, wonach keine festen Leistungsnormen für alle Beschäftigten gleichermaßen gelten, sondern individuelle Besonderheiten und Unterschiede in der Personal- und Arbeitspolitik berücksichtigt werden. In präventiver Perspektive geht es zugleich darum, der Gesundheit und dem Gesunderhalt der aktuell jüngeren und leistungsstarken Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einen zentralen Stellenwert einzuräumen.

Arbeitskammer des Saarlandes

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1996

 

 

 

Veröffentlichungen:     

Morschhäuser, Martina (1995): Moderne Gruppenarbeit und ältere Arbeitnehmer, in: AK-Beiträge Heft 1.

Morschhäuser, Martina (1996): Modernisierung und alternde Belegschaften. Beschäftigungsperspektiven älterer Arbeitnehmer bei Gruppenarbeit, Gelsenkirchen, Graue Reihe des Instituts Arbeit und Technik, Heft 5.

 

Dezentralisierung der Arbeitspolitik in einem Automobilkonzern Beratungs- und Unterstützungsprojekt des Vorstandsbereichs „Arbeitspolitik“

In drei großen Stammwerken des Konzerns wurde die organisatorische Dezentralisierung des Funktionsbereichs Arbeitspolitik begleitet. Diese Funktion ist dadurch strukturiert, dass Arbeitspolitik auf der einen Seite eine Querschnittsfunktion mit strategisch-konzeptioneller und ordnungspolitischer Gesamtverantwortlichkeit ist, und dass auf der anderen Seite die Operationalisierung dieser Funktion als Dienstleistung an die neue dezentralisierte Struktur der Produktion in Profitcenter angegliedert ist. autoindustrie

Die konsequente Dezentralisierung hatte notwendigerweise einen stark erhöhten Koordinationsbedarf zur Folge, damit die „Handschrift des Konzerns“ – seine Strategiefähigkeit – sich nicht in Partikularismen der dezentralen Einheiten auflöst. Der Koordinationsbedarf führte zur nachträglichen Einrichtung von Gesamtbeauftragten für die Koordinierung von speziellen arbeitswirtschaftlichen und arbeitspolitischen Teilfunktionen in den Profitcentern und Werken, zur Einrichtung von Steuer- und Arbeitskreisen auf Werksebene, und zur Einrichtung von werksübergreifenden Gruppen für bedarfsorientierte Fachthemen. In diesem rapiden Reorganisationsprozess haben wir den Vorstandsbereich Arbeitspolitik beraten und unterstützt, u.a. durch Feedback-Befragungen der operativen Einheiten, durch Beteiligung am Kommunikationsprozess zwischen den operativen und den zentralen Einheiten, durch Mitarbeit an der Konzeption der weiteren Koordinationsstruktur.

 

daimlerchrysler

?Auftraggeber: DaimlerChrysler AG
Projektstand: abgeschlossen 1996
Projektbearbeiterin: Dr. Ingrid Matthäi, PD Dr. Hermann Kotthoff

Armut und Armutsvermeidung im Saarland

Seit Mitte der 80er Jahre ist in der Bundesrepublik wieder von Armut als einer politisch zu problematisierenden Frage die Rede. Zunächst in Fachkreisen, schließlich auch in offiziellen politischen Verlautbarungen. armut-armutsvermeidung

Mit der aktuellen Diskussion um das Schicksal des Sozialstaates gewinnt das Thema an Brisanz. In Frage steht, wie den in die Armutszone Geratenen der Weg zurück zur eigenständigeren Existenzsicherung erleichtert werden könnte, wie ihre brachliegende Arbeitskraft erhalten, wieder marktgängig oder auf andere Weise für die Gesellschaft interessant gemacht werden könnte. In Frage steht, wie die Gesellschaft mit den zu Versorgenden umgeht, die in ihrer Existenzsicherung wohl weiterhin auf den Sozialstaat angewiesen sind. In Frage steht aber auch vor allem wie eine auf die prekären Zonen der Arbeitsgesellschaft zielende Armutsvermeidungspolitik, die möglichst schon im Vorfeld der traditionellen Sozialhilfe ansetzt, an Konturen gewinnen kann.

Das Forschungsprojekt lenkt die sozialpolitische Aufmerksamkeit auf prekäre Lebensverhältnisse und Verarmungsrisiken, die mit einem sich verengenden Arbeits- und Wohnungsmarkt, mit einem brüchiger gewordenen System sozialer Sicherung wahrscheinlicher geworden sind.

Bei der Empirie stand zunächst einmal eine sekundäranalytische Auswertung des auf das Saarland insgesamt bezogenen statistischen Materials im Vordergrund, aus dem Hinweise auf Verarmungserscheinungen und -risiken zu erwarten sind. Die Ergebnisse werden im breiten Rahmen der einschlägigen Fachdiskussion erörtert. Hier geht es um Sozialhilfebedürftigkeit und Einkommen unter der „Armutslinie“, um Arbeitslosigkeit als Verarmungsrisiko und Herausforderung einer aktiven Arbeitspolitik, um Engpässe in der Wohnungsversorgung und Wohnungsnotfallhilfe. Es folgt eine eher grundsätzlich angelegte Auseinandersetzung über die zurzeit kontrovers diskutierten Politikmuster im Umgang mit Armut und Verarmungsrisiken aus der sich wiederum Einsichten und Schlussfolgerungen für die Saarland anstehenden Maßnahmen ergeben. Das dem Projekt zugrundeliegende Problemverständnis, die Wahrnehmung von Armut und Verarmungsrisiken als einer sozialpolitischen Frage, die sich aus den Strukturen der gesellschaftlichen Entwicklung ergibt, sowie der forschungsstrategische Zugang, werden explizit reflektiert. In diesem Zusammenhang erfolgt auch eine Klärung der damit einhergehenden Definitionsfragen und Theoriekonzepte.

Die Studie versteht sich als eine Bestandsaufnahme, die das aus vielfältigen Quellen erschließbare Wissen um Verarmungsrisiken im Saarland bzw. den sozialpolitischen Umgang mit Ihnen aufbereitet.

Arbeitskammer des Saarlandes

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1996

 

 

 

Veröffentlichungen:     

Geiger, Manfred (1996): Armut und Armutsvermeidung im Saarland, Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes.

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1994 abgeschlossene Projekte

AGiB - Arbeit und Gesundheit im Betrieb

„Arbeit und Gesundheit im Betrieb“ (AGiB) ist ein dreistufiges Seminarkonzept, das neue Schwerpunkte in der Bildungsarbeit mit betrieblichen Interessenvertretern setzt. Das Seminarmaterial ist angelegt für einwöchige Veranstaltungen, die Interessenvertreter auf das Handeln im Politikfeld Arbeit und Gesundheit vorbereiten. Die Seminare sollen vertraut machen mit Problemen und Möglichkeiten der Integration und Beschäftigung von Behinderten und gesundheitlich Beeinträchtigten und mit Ansätzen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes.

Das Seminarmaterial – entwickelt in einem Kooperationsprojekt des ISO-Instituts mit der IG Metall und der Arbeitskammer des Saarlandes – wird seit mehreren Jahren in der Bildungsarbeit von Einzelgewerkschaften, des DGB und in der außergewerkschaftlichen Arbeitnehmerbildung verwendet. Die umfangreichen Materialien zur Qualifizierung von Schwerbehinderten-Vertretungen, Betriebs- und Personalräten behandeln einführend das Handlungsfeld der Schwerbehinderten-Vertretung, darauf aufbauend Strategien zur Integration Behinderter und gesundheitlich Beeinträchtigter in der Arbeitswelt und zentrale Themen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes im Betrieb.arbeit und gesundheit im betrieb

Grundlagen des neuen Aufbaus und der Gestaltung der Materialien in der zweiten Auflage sind Erfahrungen aus Seminaren mit einschlägig tätigen Referenten (vgl. das Projekt: Qualifizierung von Referenten). Die Themenstruktur orientiert sich an Praxisproblemen der Interessenvertretungen. Die Materialien führen jeweils von Einführungstexten zu vertiefenden Darstellungen. Zu allen Themen liegen aufbereitete Fallbeispiele aus der Praxis vor, die Seminarteilnehmer in der Bearbeitung von Aufgabenstellungen unterstützen. Referenten erleichtert die Konzeption die Seminardurchführung: in einem mehrstufigen Ablauf von Überblicks-Darstellungen, Bearbeitung von Praxisproblemen und detaillierten Sachinformationen können sie die Behandlung einzelner Themen strukturieren.

 

Bundesministerium für Bildung und Forschung


Gefördert durch:
Bundesministerium für Forschung und Technologie (Arbeitskammer des Saarlandes, IG Metall)
Projektstand: abgeschlossen 1994

 

 

 

Veröffentlichungen:

Ochs, Peter/Wotschack, Winfried/Huber, Achim et al. (2003): Einführung in das Aufgabenfeld der Schwerbehindertenvertretung (= Arbeit und Gesundheit im Betrieb, Band 1), 4., überarb. und akt., Saarbrücken: ISO-Institut.

Huber, Achim/Trunk, Wolfgang (2002): Strategien zur Integration behinderter Menschen im Arbeitsleben (= Arbeit und Gesundheit im Betrieb, Band 2), 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Saarbrücken: ISO-Institut, 198 S. (ISBN 3-935084-06-4).

Bethmann, Heinz/Werner Feldes/Achim Huber/Peter Sewald (2001): Arbeit und Integration im Betrieb. Neue Regelungen zur Integration behinderter Menschen im SGB IX. Grundseminar für die Schwerbehindertenvertretung, Frankfurt/Saarbrücken: ISO-Institut.

Huber, Achim/Ochs, Peter (1994): Die Vertretung der Schwerbehinderten im Betrieb. Handlungsanleitungen und Orientierungen für die Praxis (= Handbücher zur Beschäftigung Behinderter, Band 1), Köln: Bund-Verlag.

Belegschaftsnaher Gesundheitsbericht

Erstellung einer Handlungsanleitung für betriebliche Interessenvertreter

Betriebliche Gesundheitsberichte stützen sich heute zumeist auf die Auswertung von AU-Daten. Krankheitsbedingte Fehlzeiten sind für das betriebliche Belastungs- und Erkrankungsgeschehen jedoch nur begrenzt aussagefähig. Um arbeitsbedingte Erkrankungen in ihrem sozialen Kontext zu erfassen, bedarf es arbeits- und belegschaftsnaher Zugänge und Methoden.krank

Das in diesem Projekt entwickelte Handlungskonzept soll Belegschaftsvertreter darin unterstützen, einen Gesundheitsbericht ‚von unten‘ zu erstellen. Dies beinhaltet die einzelnen Stufen und Maßnahmen einer Gesundheitsaktion; sie zielt im einzelnen darauf: die Thematisierung von Belastungs- und Gesundheitsfragen in der Belegschaft zu fördern, gesundheitliche Risikoarbeitsfelder im Betrieb aufzuspüren; riskante Arbeitsbedingungen und Belastungen und ihren Zusammenhang mit Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungssymptomen zu erfassen und zu beschreiben; die Zusammenarbeit mit Sicherheitsfachkraft und Betriebsarzt zu aktivieren; Vorgesetzte für gesundheitliche Bedürfnisse und Interessen der Belegschaftsmitglieder zu sensibilisieren; Vorschläge für den Abbau von Belastungen und Gesundheitsgefährdungen zu entwickeln. Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist eine Anleitung zur Durchführung einer Belegschaftsbefragung zu Gesundheitsbeschwerden. Ein entsprechender Fragebogen wird vorgestellt und es wird detailliert erläutert, wie dieser angewendet werden kann, und wie die Ergebnisse auszuwerten und zu interpretieren sind.

Arbeitskammer des Saarlandes

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1994

 

 

 

Veröffentlichungen:   

Morschhäuser, Martina (1994): Belegschaftsnaher Gesundheitsbericht. Handlungsanleitung für betriebliche Interessenvertreter, Saarbrücken, AK-Beiträge, 2/1994

Kontinuität und Wandel betrieblicher Interessenvertretungsstrukturen

Hierbei handelt es sich um eine Folgeuntersuchung zu der früheren Freiburger Betriebsratsstudie von H. Kotthoff (Betriebsräte und betriebliche Herrschaft, 1981). Fünfzehn Jahre später wurden nochmals in denselben Betrieben Management, Betriebsrat und Arbeitnehmer befragt. Der Gegenstand ist derselbe: die Interessenvertretungsstruktur im Betrieb, d.h. die Beziehung des Betriebsrats zum Management, zur Belegschaft und zur Gewerkschaft. Die besondere Fragestellung ist jetzt die Veränderungsdynamik. Es zeigt sich, dass ein starker Wandel stattgefunden hat. Während in der Erstuntersuchung zwei Drittel der Betriebe eine „defiziente“ (nicht dem Geist und dem Buchstaben des BetrVG entsprechende) Interessenvertretungsstruktur hatten und nur ein Drittel eine „vertretungswirksame“ Struktur, so ist es in der Zweituntersuchung genau umgekehrt: zwei Drittel haben eine „vertretungswirksame“ Struktur. Der Wandel wurde auf dem Hintergrund der gesellschaftlichen Mitbestimmungsbewegung der 70er Jahre durch einen innerbetrieblichen Kampf einiger weniger Protagonisten und Führungspersonen um mehr Bürgerrechte im Betrieb herbeigeführt. Überraschend mündet der Kampf jedoch in den meisten Fällen nicht in ein konfliktorisches Gegenmachtmuster von Interessenvertretung, sondern in ein kooperativ-partnerschaftliches Modell der Konfliktverarbeitung. Die Ursache dafür ist die kooperative, auf Verständigung ausgerichtete („integrative“) Form der Tradition der betrieblichen Sozialordnung („Unternehmenskultur“).In den Betrieben, die schon in der Erstuntersuchung eine „vertretungswirksame“ Interessenvertretungsstruktur hatten, zeigt sich dagegen eine große Stabilität des jeweiligen Strukturtypus. Der am häufigsten – vor allem in Großbetrieben – vorkommende Typus ist der „Betriebsrat als konsolidierte Ordnungsmacht“, der auf vielen Gebieten ein Co-Manager ist. Hier besteht eine wechselseitige Durchdringung von Management und Interessenvertretung in engster Kooperation.

  • Die drei Kernergebnisse sind:
    die Anerkennung des Betriebsrats hat einen großen Sprung nach vorne gemacht (Betriebsbürgerstatus).
  • Die kooperative Form der Interessenvertretung (Mit-Bestimmung) hat sich in Deutschland für die Belegschaften mehr ausgezahlt als Gegenmachtmodelle.
  • Das jeweilige Strukturmuster der Interessenvertretung im Betrieb (kooperatives bzw. Gegenmachtmodell) hat jahrzehntelange Wurzeln in der betrieblichen Sozialordnung.

 

 

Gefördert durch: DFG
Projektstand: abgeschlossen 1994
Projektbearbeiter: Prof. Dr. Hermann Kotthoff

Veröffentlichungen:

Kotthoff, Hermann (1998): Mitbestimmung in Zeiten interessenpolitischer Rückschritte. In: Industrielle Beziehungen 1/1998.

Kotthoff, Hermann (1995): Betriebsräte und betriebliche Reorganisation. Zur Modernisierung eines ‚alten Hasen‘. In: Arbeit 5/1995.

Kotthoff, Hermann (1995): Betriebliche Mitbestimmung in der Langzeitperspektive. In: WSI-Mitteilungen 9/1995.

Kotthoff, Hermann (1994): Betriebsräte und Bürgerstatus. Wandel und Kontinuität betrieblicher Mitbestimmung. München und Mering: Rainer Hampp Verlag.

Kotthoff, Hermann (1992): Qualifizierte Angestellte in high-tech-Betrieben erobern den Betriebsrat. In: Littek, W. u.a. (Hg.): Organisation von Dienstleistungsarbeit. Berlin: edition sigma.

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1993 abgeschlossene Projekte

Straffällige Frauen und das Konzept der „Durchgehenden sozialen Hilfe“

Der Frauenkriminalität wurde lange Zeit nur wenig Beachtung geschenkt. Ebenso den Problemen der weiblichen Straffälligen. In der bisherigen Sanktions- und Hilfepraxis hatten Frauen immer wieder Nachteile hinzunehmen, weil ein adäquates Angebot fehlte, – nicht allein aus Kostengründen, sondern auch wegen der Ausrichtung auf den „Normalfall“. Der „Normalfall“ – das sind straffällige Männer.weibliche Straffällige

Die Studie befasst sich mit Praxisansätzen, die einen angemesseneren Zugang zu den Hilfebedürfnissen straffällig gewordener Frauen suchen, insbesondere was die Verbesserung ihrer materiellen Lebenslage, die psychosoziale Stützung ihrer Bewährungsstrategien, die Interessenvertretung in Verfahrensfragen, Entkriminalisierungseffekte und die Profilierung einer frauengerechten Kriminalpolitik betrifft.

Im Mittelpunkt stehen Fallstudien über zwei Frauenprojekte, die von jeweils unterschiedlicher institutioneller Anbindung aus (freie Straffälligenhilfe einerseits und sozialer Dienst der Justiz andererseits) nach dem Prinzip der durchgehenden sozialen Hilfe arbeiten. Mit diesem Konzept soll der historisch entstandenen Parzellierung der Straffälligenhilfe entgegengewirkt werden, so dass über die eingespielten, am Rhythmus des Strafverfahrens ausgerichteten Zuständigkeiten hinweg, eine ‚ganzheitliche‘ Problembearbeitung möglich wird.

Die Fallstudien werden ergänzt durch Daten zur Kriminalität von Frauen, eine Erörterung der gängigen Erklärungsansätze für die geringere Kriminalitätsneigung und Kriminalisierung von Frauen, eine Beschreibung typischer Lebenssituationen und Problemkarrieren inhaftierter Frauen, und schließlich eine Darstellung der Straffälligenhilfe (Bewährungs- und Gerichtshilfe, Vollzugsgestaltung und Entlassenenhilfe). Zusammenfassend werden kriminalpolitische Perspektiven und Vorschläge für die Weiterentwicklung der Straffälligenhilfe für Frauen präzisiert.


Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Auftraggeber:
Bundesministerium für Frauen und Jugend
Projektstand: abgeschlossen 1993

 

 

Veröffentlichungen:
Geiger, Manfred; Erika Steinert (1993): Straffällige Frauen und das Konzept der ‚Durchgehenden sozialen Hilfe‘, Stuttgart/Berlin/Köln: Kohlhammer Verlag.

Facharbeiterinnen im Betrieb

Der Anteil von Frauen in qualifizierten gewerblich-technischen Berufsfeldern ist verschwindend gering – ein Tatbestand, der mit mangelndem Interesse von Frauen nicht hinlänglich erklärt werden kann. Angesichts dieser Ausgangssituation beschäftigt sich die ISO-Studie mit folgenden Fragen: Unter welchen Bedingungen können junge Frauen in qualifizierten gewerblich-technischen Berufsfeldern Fuß fassen? Welche besonderen Anstrengungen sind damit verbunden, sich in einer traditionellen Männerdomäne zu behaupten? Welche Einstellungen und Verhaltensweisen kennzeichnen den Typ der erfolgreichen Facharbeiterin?frauen in männerberufen

Mit welchen Anforderungen werden die männlichen Kollegen und die Vorgesetzten konfrontiert, wenn zum ersten Mal eine Frau in ihrem Arbeitsbereich tätig wird? In welcher Weise können Facharbeiterinnen zu einer positiven Veränderung des Arbeitsklimas in der entsprechenden Abteilung beitragen? Welche soziokulturellen Merkmale zeichnen Unternehmen als Ganze aus, die den Einsatz weiblicher Fachkräfte gezielt fördern? Empirische Basis der Untersuchung sind Fallstudien in elf Unternehmen der Metall- und Elektrobranche, die hinsichtlich betrieblicher Frauenförderung als vorbildlich gelten. Auf der Grundlage von Interviews mit Facharbeiterinnen, ihren männlichen Kollegen und direkten Vorgesetzten, mit Management- und Betriebsratsvertretern werden erfolgreiche und gescheiterte Berufsverläufe weiblicher Fachkräfte analysiert.

Als wesentliche, für die Ausgrenzung weiblicher Fachkräfte relevante Mechanismen werden zum einen ideell wirksame Geschlechtszuschreibungen herausgestellt. Dabei handelt es sich nicht nur um Vorurteile und Ideologien über ein spezifisch weibliches Leistungsvermögen, sondern auch um Normen und Wunschvorstellungen über das Erscheinungsbild und das Sozialverhalten der Facharbeiterinnen „als Frauen“. Zum anderen wird dargestellt, inwiefern ausgrenzende Verhaltensweisen im Betrieb erst aufgrund institutioneller Gegebenheiten und aufgrund existierender Männerbünde realitätsmächtig werden.

 

Hans-Böckler-Stiftung


Gefördert durch:
Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf
Projektstand: abgeschlossen 1993

 

 

 

Veröffentlichungen:

Morschhäuser, Martina (1993): Frauen in Männerdomänen. Wege zur Integration von Facharbeiterinnen im Betrieb, Köln: Bund Verlag

Morschhäuser, Martina (1997) Integration und Ausgrenzung von Frauen in Männerberufen, Aachen: Shaker Verlag

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1992 abgeschlossene Projekte

Verbesserung der Versorgung alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen

alte kranke pflegebedürftigeWissenschaftliche Begleitung eines Modellversuchs des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung Baden-Württemberg

Anlass für den Modellversuch war die Erkenntnis, dass das in Baden-Württemberg bestehende Hilfesystem für die chronisch kranken und/oder pflegebedürftigen Menschen durch Defizite und Widersprüche geprägt ist und dass sich ein umsetzbares Konzept für eine flächendeckende und auf Dauer finanzierbare Versorgung durch mehr Humanität, Flexibilität und Effizienz auszeichnen sollte.

Die Vorgehensweise bei diesem Modellversuch unterschied sich in wesentlichen Aspekten von den anderen Modellen. Zum einen ging ihm eine einjährige Vorlaufphase voran, in die die Wissenschaftliche Begleitung bereits einbezogen war und zusammen mit den Verantwortlichen des Ministeriums die Modellkonzeption erarbeitete und die Auswahl der Modellregionen vornahm. Zum zweiten ist bemerkenswert, dass für die Modellregionen keine finanziellen Mittel von der Landesregierung zur Verfügung gestellt wurden. Der Anreiz für eine Teilnahme am Modellversuch bestand allein im Angebot der fachlichen Beratung und konzeptionellen Unterstützung durch die Wissenschaftliche Begleitung.

Da Verbesserungen nur als konzertiertes Vorgehen unter Beteiligung aller Handlungs- ebenen, Einrichtungen und Angebote zu erreichen sind, wurden alle Ebenen des Hilfesystems in der Modellkonzeption berücksichtigt und darüber hinaus die Koordination und Vernetzung als eigenständiges Handlungsfeld definiert. Auch wenn das Modellvor- haben neue Hilfeelemente entwickeln und erproben wollte, ging man davon aus, dass eine erhöhte Effizienz bereits durch eine bessere Abstimmung zwischen den vorhandenen Angeboten, Diensten und Trägern erzielt werden kann. Auf der Grundlage definierter Erprobungsziele wurden die einzelnen Maßnahmen evaluiert und die Ergebnisse u.a. in Handlungsvorschläge umgesetzt.

Baden-Württemberg


Auftraggeber:
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung Baden-Württemberg
Projektstand: abgeschlossen 1992

 

 

 

Veröffentlichungen:
Brandt, Franz; Werner Göpfert-Divivier; Rudolf Schweikart unter Mitarbeit von Kirchen, Sabine (1992): Pflege alter Menschen. Verbesserung der Versorgung alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen. Abschlußbericht eines Modellversuchs, Stuttgart: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung.

Ambulante Dienste für Pflegebedürftige

Wissenschaftliche Begleitung eines Modellprogramms des Bundesministers für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit

Das Modellprogramm „Ambulante Dienste für Pflegebedürftige“ wurde konzipiert und durchgeführt vor dem Hintergrund einer Ambulantisierungsdiskussion, in deren Rahmen die These vertreten wurde, dass durch eine bessere personelle Ausstattung der ambulanten Dienste und durch zusätzliche rehabilitative Hilfen die im häuslichen Bereich bestehenden Versorgungspotentiale unterstützt und stabilisiert werden können und so ein dauerhafter oder zumindest verlängerter Verbleib der Pflegebedürftigen in häuslicher Umgebung ermöglicht wird. In den von 1984 bis 1988 laufenden Modellversuch wurden bundesweit 16 Sozialstationen einbezogen, die personell verstärkt wurden und in denen Rehabilitationsangebote und Kooperationsformen mit anderen Institutionen der Altenhilfe intensiviert werden sollten.demez - pflegebedürftigkeit

Für die Wissenschaftliche Begleitung stand zunächst eine umfassende Analyse der Leistungs- und Patientenstruktur, des Personaleinsatzes, der häuslichen Versorgungssituation usw. im Vordergrund. Neben diesem vorwiegend quantitativ ausgerichteten Untersuchungsteil wurde mittels Fallstudien der Bedeutung der subjektiven Einschätzungen, Erwartungen und Bedürfnissen der älteren Patienten Rechnung getragen. Es wurde deutlich, dass die (kostenneutrale) personelle Verstärkung der Sozialstationen zu einer intensiveren, d.h. stärker ganzheitlichen Versorgung des „typischen“ Patientenstammes und/ oder dazu führte, dass neue, bisher wenig berücksichtigte Patientengruppen einbezogen wurden, darunter z.B. jene, die neben grundpflegerischen Maßnahmen auch auf haus-wirtschaftliche Hilfen, Betreuung, psychosoziale Unterstützung u.ä. angewiesen sind.

Die Modellerfahrung und -ergebnisse wurden in Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der Sozialstationen umgesetzt, die unter inzwischen veränderten Rahmenbedingungen unumgänglich ist.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Auftraggeber: Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit
Projektstand: abgeschlossen 1992

 

 

Veröffentlichungen:
Brandt, Franz; Werner Göpfert-Divivier; Rudolf Schweikart (1992): Ambulante Dienste für Pflegebedürftige, Bonn: Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie und Senioren, Bd. 6.1.

Alleinstehende Frauen ohne Wohnung

Die Studie des ISO-Instituts war eine der ersten, die sich empirisch mit wohnungslosen Frauen befasste. Insofern kommt ihr eine Pionierfunktion zu. Neben der Aufbereitung quantitativer Daten erschließt sie anhand von Fallstudien alleinstehende Frau ohne wohnungvertiefende Einblicke, die zu einem besseren Verständnis der Lebenswelt wohnungsloser Frauen und des darauf bezogenen Hilfesystems beitragen. So entsteht ein anschauliches Bild vom Leben der betroffenen Frauen: im Straßenmilieu, in prekären Wohnverhältnissen, Heimen und betreuten Wohngruppen. Die Studie rekonstruiert den Weg in die Wohnungslosigkeit, untersucht Bewältigungsstrategien und Selbstbilder und befasst sich mit den Viktimisierungs- und Klientifizierungsprozesse, denen diese Frauen ausgesetzt sind. Sie schildert das Dilemma der Hilfeinstanzen, die hier mit einem Problem konfrontiert sind, das sie weder grundlegend lösen, noch präventiv auffangen können. Die Hilflosigkeit vieler Hilfeinstanzen in dieser Frage ist mit ein Grund dafür, dass Frauen sich in ihrer Not auf prekäre Wohnverhältnisse einlassen, bei einer Freundin oder einem Mann Zuflucht suchen, Schutz- und Zweckbündnisse eingehen, sich an die einschlägigen Szenen anlehnen.
Bei der Analyse von sozialen Hintergründen und Hilfeperspektiven geraten auch grundsätzlichere Themen in den Blick: das Armutsrisiko von Frauen, der sich verengende Wohnungsmarkt, der prekäre gesellschaftliche Status alleinstehender Frauen, die Frage nach Leitbildern, Lebensentwürfen und -zusammenhängen, die Frauen ermutigen, eigene Wege zu gehen, auch wenn sie ohne die über einen Mann gewährleisteten Sicherheiten dastehen. Die Studie wendet sich an alle, die in ihrer Arbeit mit der Wohnungsnot von Frauen konfrontiert sind, die sich über soziale Hintergründe, Lebensmilieus und Bewältigungsstrategien, Risikofaktoren, Hilfeangebote und Veränderungsnotwendigkeiten informieren wollen.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Auftraggeber: Bundesministerium für Frauen und Jugend
Projektstand: abgeschlossen 1992

 


Veröffentlichungen:
Geiger, Manfred; Erika Steinert, unter Mitarbeit von Schweizer, Carola (1992): Alleinstehende Frauen ohne Wohnung. Soziale Hintergründe, Lebensmilieus, Bewältigungsstrategien, Hilfeangebote, Stuttgart/Berlin/Köln: Kohlhammer Verlag.

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