Gesamtarchiv der abgeschlossenen Projekte

of the iso-Institute
  • Analytische Auswertung von Untersuchungen zum Ehrenamt des Zivil- und Katastrophenschutzes sowie Entwicklung von Handlungsempfehlungen

    Projektende: 2014
    Analytische Auswertung von Untersuchungen zum Ehrenamt des Zivil- und Katastrophenschutzes sowie Entwicklung von Handlungsempfehlungen

    Der Zivil- und Katastrophenschutz (zusammengefasst im Oberbegriff „Bevölkerungsschutz“) soll dazu dienen, die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen vor Katastrophen und anderen schweren Notlagen sowie vor den Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten zu schützen. Das operative Geschäft dieses hochkomplexen Systems der Gefahrenabwehr wird von den mitwirkenden öffentlichen und privaten Organisationen des Bevölkerungsschutzes übernommen, insbesondere vom Arbeiter-Samariter-Bund, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, dem Deutschen Roten Kreuz, den Freiwilligen Feuerwehren, der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Malteser-Hilfsdienst und dem Technischen Hilfswerk.

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  • Grenzüberschreitende Entwicklungspotenziale im Eurodistrict SaarMoselle

    Projektende: 2014
    Grenzüberschreitende Entwicklungspotenziale im Eurodistrict SaarMoselle

    Hauptziel des Projektes war es, die regionalen Unternehmen und kommunalen Akteure auf französischer und deutscher Seite zu sensibilisieren, um eine zukunftsweisende Wirtschaftsentwicklung zu fördern.

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  • Evaluation der Programme „Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit“ und „Internationales Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz“

    Projektende: 2014
    Evaluation der Programme „Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit“ und „Internationales Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz“

    Mit dem Ziel, neue Ideen für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Deutschland zu befördern, rief die Robert Bosch Stiftung im Jahr 2002 das „Internationale Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit“ ins Leben. Im Jahr 2007 wurde es durch das „Internationale Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz“ ergänzt, das speziell auf die Verbesserung der Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz fokussiert. In beiden Programmen, deren Koordination das Institut g-plus – Zentrum im internationalen Gesundheitswesen übernommen hat, werden berufsbezogene Praxis- oder Bildungsaufenthalte im Ausland durch finanzielle Zuschüsse und inhaltliche sowie organisatorische Leistungen unterstützt.

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  • Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen (BMG V)

    Projektende: 2014
    Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen (BMG V)

    Das Modellprogramm „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“ wird seit fast zwei Jahrzehnten vom iso-Institut wissenschaftlich begleitet. Es startete 1991 mit dem Ziel die Pflegeversicherung vorzubereiten und später ihre Umsetzung zu begleiten. Im Rahmen des Modellprogramms sind bundesweit etwa 600 Modellprojekte gefördert worden, die entscheidend zur Modernisierung der Versorgungsinfrastruktur in Deutschland beigetragen haben.

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  • Mobil bis ins hohe Alter – Barrierefreie Mobilität durch technisch unterstützte Assistenzsysteme und Dienstleistungen im saarländischen ÖPNV (MOBIA)

    Projektende: 2015
    Mobil bis ins hohe Alter – Barrierefreie Mobilität durch technisch unterstützte Assistenzsysteme und Dienstleistungen im saarländischen ÖPNV (MOBIA)

    Im Gestaltungsprojekt MOBIA standen die Mobilitätsbedürfnisse älterer Menschen im Vordergrund. Ihre Alltagserfahrung, bezogen auf kognitive, emotionale oder infrastrukturelle Mobilitätsbarrieren, bildeten den Ausgangspunkt der integrativen Entwicklung von Technologie und Dienstleistungen.

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  • Professionalisierung wissensintensiver Dienstleistungen – Risiken und Gestaltungsoptionen

    Projektende: 2014
    Professionalisierung wissensintensiver Dienstleistungen - Risiken und Gestaltungsoptionen

    Die Generierung, Verteilung und Vermittlung, mithin auch die Aneignung und Verarbeitung von Wissen, gehört mittlerweile zum Kernbestand von Arbeitstätigkeiten unterschiedlichster Art. Immer mehr Beschäftigte, auch auf der mittleren Ebene der Betriebsorganisation, sind zu Wissensarbeitern geworden. Das gilt erst recht mit Blick auf Dienstleistungen. Hier spielt der Umgang mit Informationen und Symbolen, die Kommunikation und Beratung von, die wissensbasierte Interaktion mit Personen und die Gestaltung von entsprechenden Austauschbeziehungen per se eine Rolle. Wenn es darauf in besonderer Weise ankommt, kann von „wissensintensiven Dienstleistungen“ die Rede sein.

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  • Evaluation von Pflegestützpunkten in Deutschland

    Projektende: 2014
    Evaluation von Pflegestützpunkten in Deutschland

    Seit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz, das im Jahr 2008 in Kraft trat, besteht in Deutschland ein Rechtsanspruch auf Pflegeberatung. Seither sind ca. 500 Pflegestützpunkte eingerichtet worden, wobei diese in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich dicht angesiedelt sind. Das Projekt dient dazu, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Situation von Pflegestützpunkten in Deutschland zu generieren.

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  • Technologisierung der Pflegearbeit? Bestandsaufnahme und Perspektiven einer neuen Schlüsselbranche

    Projektende: 2015
    Technologisierung der Pflegearbeit? Bestandsaufnahme und Perspektiven einer neuen Schlüsselbranche

    Das Projekt leistet aus der Perspektive der Pflegekräfte, der Einrichtungen wie auch der Technikentwicklung eine Bestandsaufnahme zu den Anforderungen und Grenzen eines sinnvollen Technikeinsatzes. Die Ergebnisse sollen die arbeitspolitischen Akteure unterstützen, um einen eigenen Gestaltungsansatz von Arbeit und Technik in der Pflege zu entwickeln.

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  • Reflexivität und Kreativität als Kompetenz – Innovationsfähigkeit im Kontext alternder Gesellschaften (InnoRix)

    Projektende: 2015
    Reflexivität und Kreativität als Kompetenz - Innovationsfähigkeit im Kontext alternder Gesellschaften (InnoRix)

    Im Fokus des Verbundprojekts stehen Arbeitsfelder in den FuE-Bereichen und den naturwissenschaftlich-technischen Berufsgruppen, bei denen sich infolge des demografischen Wandels perspektivisch bereits ein Fachkräftemangel abzeichnet und an die zugleich höhere Anforderungen hinsichtlich personaler Innovationsfähigkeit gestellt werden. Unternehmen müssen sich angesichts knapper werdender Nachwuchskräfte darauf einstellen, mit alternden Belegschaften innovativ zu bleiben.

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  • Mobia 2.0 – Personalisiertes Mobilitätssystem zur Unterstützung älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen im ganzen Saarland

    Projektende: 2015
    Mobia 2.0 - Personalisiertes Mobilitätssystem zur Unterstützung älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen im ganzen Saarland

    Im Projekt „Mobia 2.0“ wurde ein Konzept entwickelt, um das erfolgreich abgeschlossene Vorhaben „Mobia“ (Mobil bis ins Alter) auf das gesamte Saarland ausdehnen zu können. Das iso-Institut hat hier zusammen mit 21 Partnern in einem BMBF-Wettbewerb zu Innovationen für Kommunen und Regionen (InnovaKomm) gewonnen und erstellte das Konzept für die zweite Wettbewerbsrunde.

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  • Entwicklung, Implementierung und Stabilisierung eines Demografie Netzwerkes Saar (I)

    Projektende: 2015
    Entwicklung, Implementierung und Stabilisierung eines Demografie Netzwerkes Saar (I)

    Das iso-Institut wird im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr in den kommenden Monaten ein regionales Demografie Netzwerk für saarländische Unternehmen aufbauen, das den Betrieben mit praxisgerechten Unterstützungsangeboten helfen soll, im demografischen Wandel wettbewerbs- und leistungsfähig zu bleiben.

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  • Sektorübergreifende Versorgung von demenzkranken Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt durch aufsuchende und trägerübergreifende Liaisondienste (Dem-i-K plus)

    Projektende: 2015
    Sektorübergreifende Versorgung von demenzkranken Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt durch aufsuchende und trägerübergreifende Liaisondienste (Dem-i-K plus)

    Ziel des Projektes ist die Verbesserung der sektorübergreifenden Versorgung von demenzkranken Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt und die Vermeidung von Schnittstellenproblemen. Dem-i-k plus knüpft an das Modellprojekt "Demenz im Krankenhaus" (Dem-i-K) an, in dem neue Wege in der Krankenhausversorgung von Patienten mit der Nebendiagnose Demenz erprobt werden.

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  • Easy Going – Ansätze zur Umsetzung einer flächendeckenden und kostengünstigen Fußgängernavigation in Deutschland

    Projektende: 2015
    Easy Going - Ansätze zur Umsetzung einer flächendeckenden und kostengünstigen Fußgängernavigation in Deutschland

    Vordringliches Ziel dieser Machbarkeitsstudie ist es, aufzuzeigen, was in der Grundlagen-, Anwendungs- und praxisorientierten Forschung im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion getan werden müsste, um eine flächendeckende Fußgängernavigation in Deutschland auf den Weg zu bringen.

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  • „KMU-Check – Fit für den Arbeitsmarkt!“. Implementierung eines Informations- und Beratungsinstrumentes zur Stärken-Schwächen-Diagnostik und zur Verbesserung der Arbeitgeber-Attraktivität für KMU im Saarland

    Projektende: 2015
    "KMU-Check - Fit für den Arbeitsmarkt!". Implementierung eines Informations- und Beratungsinstrumentes zur Stärken-Schwächen-Diagnostik und zur Verbesserung der Arbeitgeber-Attraktivität für KMU im Saarland

    Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Strategie zur Sicherung des saarländischen Fachkräftebedarfs. Die aktuelle Konzeption des „Masterplans Fachkräftesicherung“ adressiert insgesamt neun Handlungsfelder, die nach Lebenslagen und Zielgruppen differenziert werden; die Maßnahmen verteilen sich zudem auf zwei strategische Schwerpunkte. Das Projekt zielt auf eine nachhaltige Stärkung der Arbeitgeber-Attraktivität von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie von Handwerksbetrieben.

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  • Studie zur Situation der Demenznetzwerke in Rheinland-Pfalz

    Projektende: 2015
    Studie zur Situation der Demenznetzwerke in Rheinland-Pfalz

    Insbesondere in der Demenzversorgung müssen moderne Lösungsansätze nicht nur an einzelnen Versorgungssegmenten ansetzen, sondern vor allem auch die Vernetzung der verschiedenen Instanzen im Blick haben. Denn Versorgungsbrüche an den Schnittstellen zwischen Segmenten, Professionen und Kostenträgern behindern die Umsetzung patientenorientierter Konzepte und erzeugen so unnötigen Leidensdruck bei den Demenzkranken und ihren Angehörigen. Darüber hinaus verursachen sie immense Kosten, wenn z.B. durch mangelnde Vernetzung häusliche Pflegearrangements frühzeitig scheitern oder es zu vermeidbaren Krankenhauseinweisungen kommt.

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  • Moderation Runder Tisch „Demenz im Krankenhaus“ Saarland

    Projektende: 2015
    Moderation Runder Tisch "Demenz im Krankenhaus" Saarland

    Wie in verschiedenen Untersuchungen gezeigt werden konnte, sind Krankenhausaufenthalte besonders für Demenzkranke mit vielfältigen Risiken verbunden. Die Krankenhausaufenthalte werden damit häufig zu Krisensituationen mit schwerwiegenden Konsequenzen auf die weiteren Lebensperspektiven der Kranken. Um die Versorgung demenzkranker Patienten zu verbessern, hat der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser Saarland im Jahr 2011 das Projekt „Demenz im Krankenhaus - Dem-i-K“ auf den Weg gebracht. Mit dem Projekt wurden Wege aufgezeigt, wie die Akutversorgung demenzkranker Patienten unter unterschiedlichen strukturellen Rahmenbedingungen gelingen kann.

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  • Evaluation des Förderprogramms „Operation Team – Interprofessionelles Lernen in den Gesundheitsberufen“

    Projektende: 2016
    Evaluation des Förderprogramms "Operation Team - Interprofessionelles Lernen in den Gesundheitsberufen"

    Mit der Bereitstellung von Fördermitteln für Projekte zur Entwicklung und Umsetzung interprofessioneller Lerneinheiten an Universitäten, Hochschulen und nichtakademischen Ausbildungsinstitutionen hat die Robert Bosch Stiftung im Jahr 2013 das Förderprogramm „Operation Team – Interprofessionelles Lernen in den Gesundheitsberufen“ ins Leben gerufen. Das Programm adressiert gezielt die berufliche Sozialisation angehender Mediziner/innen, Pflegekräfte und Therapeut/innen, damit der zukünftige Fachkräftenachwuchs bereits in der Ausbildungsphase an die Kooperation in einem multiprofessionellen Team herangeführt wird und die hierfür erforderlichen Kompetenzen erwirbt.

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  • Produktivität und Effektivität von Dienstleistungen – Zur innovativen Bewältigung einer Gratwanderung (EFFInDi)

    Projektende: 2016
    Produktivität und Effektivität von Dienstleistungen - Zur innovativen Bewältigung einer Gratwanderung (EFFInDi)

    Das Projekt zielt darauf, die Produktivität wissensintensiver, produktionsbezogener Dienstleistungen gezielt zu steigern, denn Dienstleistungen bergen ein hohes gesamtwirtschaftliches Wachstumspotenzial, wenn es durch die Steigerung der Produktivität besser ausgeschöpft wird. Es werden erforderliche wissenschaftlich fundierte Instrumente konstruiert und zur Verfügung gestellt. Damit dies gelingt, sollen sowohl die theoretischen Grundlagen der Produktivität von Dienstleistungen als auch das Messen und Bewerten sowie die Gestaltung der Produktivität von Dienstleistungen in der Praxis näher untersucht werden.

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  • Wissenschaftliche Begleitung des Modellvorhabens „Landesfachstelle Demenz“

    Projektende: 2016
    Wissenschaftliche Begleitung des Modellvorhabens "Landesfachstelle Demenz"

    Im Zentrum der Evaluation steht die Frage, wie erfolgreich die Landesfachstelle ihre vielfältigen Aufgaben bewältigt und welche konkreten Fortschritte in der Demenzversorgung durch die angestrebte Vernetzung der Hilfen erzielt werden. Zum Einsatz kommen verschiedene sozialwissenschaftliche Methoden, darunter Experteninterviews, die Auswertung von Materialien, eine Netzwerkanalyse sowie Reflexionsworkshops.

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  • (Digitalisierte) Arbeit in Industrie 4.0 – Aktueller Umsetzungsstand im Saarland und Themenrelevanz für Betriebliche Interessenvertretungen

    Projektende: 2016
    (Digitalisierte) Arbeit in Industrie 4.0 - Aktueller Umsetzungsstand im Saarland und Themenrelevanz für Betriebliche Interessenvertretungen

    Ziel der arbeitssoziologischen Studie ist eine regionale Bestandsaufnahme zum aktuellen Umsetzungsstand, zum Planungsstand und zur thematischen Relevanz von „Industrie 4.0“ in saarländischen Industrieunternehmen. Der (Meta-)Begriff „Industrie 4.0“ steht im Kern für eine hochflexible, automatisierte Fertigung durch intelligente Vernetzung von virtueller Welt (Internet der Dinge, Big Data) und physischen Prozessen in Form von Cyber-Physischen Systemen (CPS). Neben der digitalen Vernetzung gehören bspw. Machine to Maschine-Interaktion (M2M) und adaptive Robotersysteme, die direkt am Arbeitsplatz mit dem Menschen interagieren, zu den zentralen Bausteinen der Smart Factory.

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  • Private Ressourcen und Bedarfe zur Bewältigung von Pflegebedürftigkeit

    Projektende: 2017
    Private Ressourcen und Bedarfe zur Bewältigung von Pflegebedürftigkeit

    Vor dem Hintergrund des demografisch bedingten steigenden Pflegebedarfes stehen die Pflegeversicherung und ihre Finanzierungsgrundlagen zur Diskussion. So wird seit langem kritisiert, dass Hilfe- und Pflegebedarfe durch den derzeit geltenden Pflegebedürftigkeitsbegriff nur unzureichend erfasst und Pflegeleistungen durch das Teilkaskoprinzip der Pflegeversicherung nur mangelhaft finanziert werden. Pflegeleistungen müssen in Deutschland in hohem Maße durch private Zuzahlungen finanziert und/oder als private Eigenleistung erbracht werden. Inwiefern das neue Pflegestärkungsgesetz wirksame Entlastung schafft, ist eine offene Frage.

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  • Wissenschaftlich-fachliche Begleitung des BMG-Modellprogramms „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“

    Projektende: 2017
    Wissenschaftlich-fachliche Begleitung des BMG-Modellprogramms "Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger"

    Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) begleitet das iso-Institut wissenschaftlich und fachlich das BMG-Modellprogramm „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“.

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  • Arbeiten 4.0 – Chancen und Herausforderungen in Luxemburg

    Projektende: 2017
    Arbeiten 4.0 – Chancen und Herausforderungen in Luxemburg

    Das Projekt „Arbeiten 4.0 – Chancen und Herausforderungen für Luxemburg“ ist eine Folgestudie des im November 2016 veröffentlichten Strategiepapiers „Die dritte industrielle Revolution in Luxemburg“ des US-amerikanischen Ökonomen Jeremy Rifkin und setzt sich mit den sozialen Komponenten des zukünftigen, ressourcenschonenden und digitalisierten Wirtschaftsmodells im Großherzogtum Luxemburg auseinander.

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  • Bildungsbeteiligung im Saarland

    Projektende: 2016
    Bildungsbeteiligung im Saarland

    Im Anschluss an die Arbeitskammerstudie von 2004 „Bildungsbeteiligung im Saarland“ werden sozial und regional beeinflusste Bildungschancen wissenschaftlich untersucht. Es wird der Frage nachgegangen, ob eingeleitete Bildungsreformen die in verschiedenen Studien immer wieder festgestellte Koppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg lösen können. Stärken und Schwächen der Reformen werden explizit in Augenschein genommen.

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  • Wissenschaftliche Unterstützung für die Entwicklung eines saarländischen Demenzplans

    Projektende: 2015
    Wissenschaftliche Unterstützung für die Entwicklung eines saarländischen Demenzplans

    Ziel des Projekts ist die Erstellung eines wissenschaftlich fundierten Demenzplans für das Saarland. Unter Beteiligung aller relevanten Akteure sollen Aktivitäten und Maßnahmen in einem innovativen und vernetzten Hilfesystem entwickelt und pilothaft umgesetzt werden.

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  • Länger Arbeiten in gesunden Organisationen (LagO)

    Projektende: 2010
    Länger Arbeiten in gesunden Organisationen (LagO)

    Im Blickfeld des Projektes LagO stehen Tätigkeitsfelder, in denen die Arbeit körperlich oder psychisch anstrengend und der vorzeitige Berufsaustritt bislang die Regel ist ("begrenzte Tätigkeitsdauer"). Gemeinsam mit Unternehmen aus Industrie, Handel und öffentlichem Dienst werden in einem beteiligungsorientierten Prozess Konzepte und Maßnahmen entwickelt und erprobt, um die Gesundheit und die Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern.

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  • BMG-Modellprojekt zur Entwicklung, Anwendung und Evaluierung neuer gesundheitsmarktspezifischer Integrationsinstrumente 2018

    Projektende: 2018
    BMG-Modellprojekt zur Entwicklung, Anwendung und Evaluierung neuer gesundheitsmarktspezifischer Integrationsinstrumente 2018

    Der Bedarf an Fachkräften in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft ist deutlich gestiegen. Deshalb bestehen gerade in der Pflege für Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund sichere berufliche Perspektiven. Voraussetzung für eine gelungene berufliche Integration der Zielgruppe in den Gesundheitsbereich sind Maßnahmen, die den Herausforderungen einer erfolgreichen Qualifizierung und einer gesellschaftlichen Eingliederung gerecht werden.

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  • Wirkungsanalyse zum Förderprogramm „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“

    Projektende: 2019
    Wirkungsanalyse zum Förderprogramm „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“

    Patienten mit kognitiven Einschränkungen und Demenzerkrankungen prägen zunehmend den Alltag in deutschen Akutkrankenhäusern. Für Kliniken stellt es jedoch eine anspruchsvolle und bisher nicht eingelöste Herausforderung dar, die Strukturen und Prozesse auf die Bedürfnisse demenzkranker Patienten auszurichten.

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  • Fachliche Beratung bei der Umsetzung der Evaluation des Projekts „Demenzsensible Gestaltung des räumlichen Umfelds in der Pflege“

    Projektende: 2019
    Fachliche Beratung bei der Umsetzung der Evaluation des Projekts „Demenzsensible Gestaltung des räumlichen Umfelds in der Pflege“

    In den meisten Pflegeeinrichtungen unterliegen die räumlichen Bedingungen primär den funktionalen Anforderungen der stationären Versorgung. Für eine Anpassung der Umgebung an die speziellen Bedürfnisse der demenzkranken Patienten fehlen in aller Regel sowohl die finanziellen Möglichkeiten als auch das fachliche Knowhow.

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  • Sektorenübergreifender Einsatz von Betreuungskräften an der Schnittstelle von Krankenhaus und ambulanter Versorgung (SEBKam )

    Projektende: 2020
    Sektorenübergreifender Einsatz von Betreuungskräften an der Schnittstelle von Krankenhaus und ambulanter Versorgung (SEBKam )

    Im Mittelpunkt des Projekts steht die Erprobung des sektorenübergreifenden Einsatzes von Betreuungskräften für Demenzkranke im Akutkrankenhaus. Es soll aufgezeigt werden, wie die positiven Erfahrungen von Pflegeeinrichtungen mit dem Einsatz von Betreuungskräften nach § 87b SGB XI, wie z.B. die Steigerung der Lebensqualität sowie die Entlastung der Pflegekräfte, für die Akutkrankenhäuser systematisch nutzbar gemacht werden können.

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  • Wissenschaftlich-fachliche Begleitung der Modellmaßnahmen zur Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger

    Projektende: 2020
    Wissenschaftlich-fachliche Begleitung der Modellmaßnahmen zur Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger

    Ziel des Modellprogramms des Bundesministeriums für Gesundheit ist die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung. Damit intendiert sind die Ausweitung des Leistungsangebots (u.a. für spezielle Zielgruppen), die qualitative Verbesserung bestehender Leistungsangebote, die Erleichterung der Inanspruchnahme von Leistungen und die Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

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  • Gute Schichtarbeit in gesunden Organisationen – wissenschaftliche Analysen und betriebliche Gestaltungsstrategien (GuSagO)

    Projektende: 2019
    Gute Schichtarbeit in gesunden Organisationen – wissenschaftliche Analysen und betriebliche Gestaltungsstrategien (GuSagO)

    Das im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) geförderte Vorhaben setzt an dem Problem vieler Unternehmen an, eine wachsende Zahl von meist älteren Beschäftigten mit Einschränkungen zur Leistung von Schichtarbeit adäquat einzusetzen. Je mehr Mitarbeiter nicht mehr für Schichtarbeit verfügbar sind, desto schwieriger wird der Ersatz durch (noch) „schichttaugliche“ Mitarbeiter, für die in der Konsequenz die Arbeitszeitbelastungen und gesundheitliche Risiken ansteigen. Hier liegt erheblicher Forschungs- und Gestaltungsbedarf. Der Ansatzpunkt des Projekts besteht darin, in diesem Feld anwendungsorientiertes Wissen zu generieren und zum Gegenstand von personalpolitischen Handlungsansätzen und Gestaltungsstrategien zu machen.

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  • Barrieren und Treiber betrieblicher Inklusion und Prävention im Gesundheitswesen

    Projektende: 2019
    Barrieren und Treiber betrieblicher Inklusion und Prävention im Gesundheitswesen

    Die Arbeitsbelastungen und der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sind hinlänglich bekannt. Dennoch hinken in diesem Bereich die Anstrengungen für Prävention, Inklusion und den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit im Vergleich zu großen Industriebetrieben hinterher. Heute erreicht nur jede zehnte Fachkraft der Gesundheitswirtschaft in ihrem Beruf das Renteneintrittsalter.

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  • Entwicklung eines Trainingsprogramms zur Verbesserung eines aktiven und gesunden Alterns durch die Nutzung von High-Tech Assitive Technology (AcTive)

    Projektende: 2018
    Entwicklung eines Trainingsprogramms zur Verbesserung eines aktiven und gesunden Alterns durch die Nutzung von High-Tech Assitive Technology (AcTive)

    Das übergeordnete Ziel von AcTive ist es, Trainingsmaterialien für ältere Menschen zu entwickeln, die passgenau auf deren Bedürfnisse und Lebenssituationen abgestimmt sind (z. B. Smartphones, Notrufsysteme).

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  • Verbundprojekt: Digitalisierte Dienstleistungen im Bereich der Ernährungsberatung von Personengruppen mit erhöhten gesundheitlichen Risiken bei Fehlernährung (DiDiER)

    Projektende: 2019
    Verbundprojekt: Digitalisierte Dienstleistungen im Bereich der Ernährungsberatung von Personengruppen mit erhöhten gesundheitlichen Risiken bei Fehlernährung (DiDiER)

    Das zentrale Ziel des Projekts ist es, die Beratungsqualität von Dienstleistern nachweislich zu verbessern. Hierzu wird erforscht, ob und wie digitale Technologien wie Apps und personalisierte Datenbanken Dienstleistungsprozesse im Bereich der Ernährungsberatung zum Vorteil von Patienten und Beraterinnen verändern können. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse sollen auch auf andere Dienstleistungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft oder auf andere Beratungstätigkeiten angewendet werden können.

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  • Weiterführung „Demografie Netzwerk Saar – DNS“ (II)

    Projektende: 2018
    Weiterführung "Demografie Netzwerk Saar - DNS" (II)

    Das regionale Demografie Netzwerk Saar (DNS) wurde im Jahr 2013 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr im Rahmen der Fachkräftesicherungsstrategie des Landes initiiert und wird seitdem durch das iso-Institut koordiniert, fachlich betreut und weiterentwickelt.

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ARCHIV abgeschlossene Projekte

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Modellvorhaben „Demenz im Krankenhaus“ (Dem-i-K) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser Saarland“ – abgeschlossen 12/2013

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Evaluation des Projektes ergostahl: Umsetzung der alter(n)sgerechten Arbeitsgestaltung in der Eisen- und Stahlindustrie – abgeschlossen 11/2013

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(Schein-)Werkverträge im Spannungsfeld von Flexibilisierung und Regulierung der Arbeit. Eine branchenübergreifende Bestandsaufnahme im Saarland – abgeschlossen 11/2013 

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Begleitvorhaben „Personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Krankheiten“ – abgeschlossen 07/2013

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Wissenschaftliche Begleitung des Projektes „Stabilisierung des erfolgreich entwickelten Konzeptes ‚Qualitätsgesicherte Häusliche Tagespflege im Main-Kinzig-Kreis'“ – abgeschlossen 06/2013

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Wissenschaftliche Begleitung des Modellvorhabens „Daheim Aktiv“ des Caritasverbandes Schaumberg-Blies e.V. gefördert im Rahmen des Modellprogramms des GKV-Spitzenverbandes „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 SGB XI“ – abgeschlossen 05/2013

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Arbeitszeitberatung – Entwicklung und Erprobung eines Praxismodells für kleine und mittlere Unternehmen im Saarland und den Kammerbezirken Trier und Pfalz – abgeschlossen 04/2013

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Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger (BMG IV) – abgeschlossen 12/2012

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2016 abgeschlossene Projekte

Produktivität und Effektivität von Dienstleistungen - Zur innovativen Bewältigung einer Gratwanderung (EFFInDi)

Teilvorhaben „Produktivitätskultur und Dienstleistungsbewertung“

Das Projekt zielt darauf, die Produktivität wissensintensiver, produktionsbezogener Dienstleistungen gezielt zu steigern, denn Dienstleistungen bergen ein hohes gesamtwirtschaftliches Wachstumspotenzial, wenn es durch die Steigerung der Produktivität besser ausgeschöpft wird. Es werden erforderliche wissenschaftlich fundierte Instrumente konstruiert und zur Verfügung gestellt. Damit dies gelingt, sollen sowohl die theoretischen Grundlagen der Produktivität von Dienstleistungen als auch das Messen und Bewerten sowie die Gestaltung der Produktivität von Dienstleistungen in der Praxis näher untersucht werden.

Das Verbundprojekt EFFInDi untersucht erstens bestehende Messkonzepte und die Verständnisse (Kulturen) ihrer Anwendung sowie die daraus erfolgenden praktischen Konsequenzen und Probleme. Es versucht zweitens Möglichkeiten, Indikatoren, Messkonzepte und Verständnisse zu entwickeln, die für die genannten Probleme bessere Lösungen bieten. Diese stellen auf die gesamte Wertschöpfungskette und die Vereinbarung sich widersprechender Zielstellungen ab. Drittens strebt das Projekt an, insbesondere den Einfluss „weicher“, schwer messbarer, aber besonders wichtiger Faktoren für die Dienstleistungsproduktivität wie Kompetenz und Motivation aufzuzeigen und Innovationen der Dienstleistungsarbeit zu identifizieren, welche die Dienstleistungsproduktivität verbessern.

Umgesetzt werden die Ergebnisse des Verbundprojektes in einem innovativen Mess- und Bewertungskonzept, unter anderem in Form einer reflexiven Softwarelösung, ferner in Referenzbeispielen von good practice, einer Qualifizierungskonzeption für die Messung und Verbesserung von Dienstleistungsproduktivität sowie der Anwendung der entwickelten Methoden. Zu erwarten ist, dass durch die Projektresultate die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesteigert wird: und zwar nicht durch eine eindimensionale Jagd nach Produktivitätszuwächsen, sondern durch die Anwendung von geeigneten Bewertungsverfahren, die auf der Höhe der realen Entwicklung innerhalb des betrachteten Unternehmens sind.

Das Teilvorhaben des iso-Instituts befasst sich mit der Erhebung und der Typisierung von Produktivitätskulturen unter Berücksichtigung des Konzepts der betrieblichen Sozialordnung, der Analyse bestehender Verfahren der Diensltiestungsbewertung und Entwicklung neuer Bewertungskritieren. Die Ergebnisse fließen u.a.in die Entwicklung einer reflexiven Softwarelösung ein, ferner in Referenzbeispielen von good practice.

Dieses Projekt wird im Förderschwerpunkt „Produktivität von Dienstleistungen“ des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Innovationen mit Dienstleistungen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

BMBF

Projektstand: abgeschlossen 2016
Projektträger: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Förderprogramm: Innovationen und Dienstleistungen
Kooperationspartner: Technische Universität Chemnitz, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Dr. Manfred Moldaschl, Friedrich -Schiller-Universität Jena, Fakultät für irtschaftswissenschaften,
Prof. Dr. Uwe Cantner
Projektleiter: Dipl.-Soz. Josef Reindl
Projektmitarbeiter: Dipl.-Soz. Josef Reindl, Dr. Heiko Breit

 

(Digitalisierte) Arbeit in Industrie 4.0 - Aktueller Umsetzungsstand im Saarland und Themenrelevanz für Betriebliche Interessenvertretungen

Ziel der arbeitssoziologischen Studie ist eine regionale Bestandsaufnahme zum aktuellen Umsetzungsstand, zum Planungsstand und zur thematischen Relevanz von „Industrie 4.0“ in saarländischen Industrieunternehmen.

Der (Meta-)Begriff „Industrie 4.0“ steht im Kern für eine hochflexible, automatisierte Fertigung durch intelligente Vernetzung von virtueller Welt (Internet der Dinge, Big Data) und physischen Prozessen in Form von Cyber-Physischen Systemen (CPS). Neben der digitalen Vernetzung gehören bspw. Machine to Maschine-Interaktion (M2M) und adaptive Robotersysteme, die direkt am Arbeitsplatz mit dem Menschen interagieren, zu den zentralen Bausteinen der Smart Factory.

Weitgehend unstrittig ist, dass ‚Industrie 4“ zu einem neuen Niveau der Fertigungsautomatisierung beitragen und damit auch die Produktionsarbeit in der Zukunft grundlegend verändern wird. Aus arbeitssoziologischer Perspektive werden in der empirischen Studie vor allem folgende Fragestellungen aufgegriffen:

  • Wie verändern sich Arbeitsinhalte, Arbeitsanforderungen und Arbeitsbedingungen?
  • Wie beeinflusst der Technikwandel die Arbeitsorganisation, die Arbeits- und Leistungspolitik?
  • Welche Verschiebungen in der Qualifikations- und Beschäftigtenstruktur sind zu erwarten?
  • Entstehen neue Qualifikationsanforderungen und Qualifizierungsbedarfe?
  • Welche Chancen und Risiken birgt Industrie 4.0 für die Beschäftigten?
  • Wie fundiert ist der Informations- und Kenntnisstand der Betrieblichen Interessenvertretung?
  • Welche Beteiligungs- und (Mit-)Gestaltungsmöglichkeiten sehen Betriebsräte und inwieweit werden sie bereits genutzt?

Im Rahmen der explorativen Studie werden empirische Kurzfallstudien in saarländischen Industrieunternehmen durchgeführt sowie Expertengespräche.

Besonderes auch für diejenigen Menschen, die aufgrund fortgeschrittenen Alters oder eingeschränkter Mobilität Unterstützung im ÖPNV brauchen.

 

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2016
Projektleitung: Dr. Ingrid Matthäi
Kooperationspartner: BEST – Beratungsstelle für sozialverträgliche Technologiegestaltung e.V.

 

 

Veröffentlichungen:

Matthäi, Ingrid (2016): Wandel der Produktionsarbeit in Industrie 4.0 in saarländischen Industriebetrieben. (Digitalisierte) Arbeit in Industrie 4.0 – Aktueller Umsetzungsstand im Saarland und Themenrelevanz für Betriebliche Interessenvertretungen. Eine qualitative Studie im Auftrag der Arbeitskammer. Saarbrücken.

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2015 abgeschlossene Projekte

Reflexivität und Kreativität als Kompetenz - Innovationsfähigkeit im Kontext alternder Gesellschaften (InnoRix)

Teilvorhaben „Durchführung gestaltungsorientierter Forschung“

Im Fokus des Verbundprojekts stehen Arbeitsfelder in den FuE-Bereichen und den naturwissenschaftlich-technischen Berufsgruppen, bei denen sich infolge des demografischen Wandels perspektivisch bereits ein Fachkräftemangel abzeichnet und an die zugleich höhere Anforderungen hinsichtlich personaler Innovationsfähigkeit gestellt werden. Unternehmen müssen sich angesichts knapper werdender Nachwuchskräfte darauf einstellen, mit alternden Belegschaften innovativ zu bleiben.

Das Verbundprojekt InnoRix erarbeitet ein theoretisch und empirisch gestütztes Verfahren zur Messung der Innovationskompetenz, mit dem sich die Entwicklung und Veränderung der individuellen Innovationsfähigkeit im Verlauf des Berufslebens erfassen lässt – und zwar in Abhängigkeit von Anforderungsstrukturen, Aufgabengestaltung und Arbeitseinsatzpolitik. Speziell interessiert, welche Faktoren die Kreativität und Reflexivität hochqualifizierter Fachkräfte positiv beeinflussen und wie diese mit der Innovationsfähigkeit von Unternehmen (bzw. von Organisationen generell) zusammenwirken. Ferner geht es der Frage nach, welche mentalen, kulturellen und ggf. ökonomischen Hemmnisse einer Aufnahme, Verarbeitung und vor allem Umsetzung demografierelevanter Erkenntnisse in der Unternehmenspolitik entgegenstehen (Umsetzungsbarrieren).

Auf Basis dieser Forschungsarbeiten entwickeln die Partner des Vorhabens softwaregestützte Tools der Kompetenzbewertung, die Unternehmen dabei unterstützen, jenseits von Wissensvermittlung auch Kreativität und Reflexivität als personale Kompetenzen gezielt zu entwickeln und diese mit der Personaleinsatzplanung und -entwicklung zu verknüpfen.

Im Teilvorhaben des iso-Instituts werden, aufbauend auf den empirischen Ergebnissen, alternsgerechte Laufbahnkonzepte und Fachkarrieren entwickelt, die an die im Berufsverlauf erworbenen Fähigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen der naturwissenschaftlich-technischen Fachkräfte in den FuE-Abteilungen anknüpfen. Die Gestaltung attraktiver Fachlaufbahnen und neuartiger Personaleinsatzkonzepte zielt darauf ab, die älteren und alternden Fachkräfte dauerhaft in den FuE-Bereichen zu halten, damit diese ihre Reflexivität, kumulierte Erfahrung und Kompetenz adäquat in den Innovationsprozess einbringen können.

Den gestaltungsorientierten Aktivitäten geht eine empirische Phase mit betrieblichen Fallstudien voraus. Diese dient dazu, ganzheitliche Muster (Typen) der Unternehmenspolitik und -kultur hinsichtlich der Frage demografieorientierten Handelns zu identifizieren, zu unterscheiden und zu vergleichen. Anhand der Typologie können Handlungsmuster transparent gemacht werden, die erklären, warum manche Unternehmen ihre Organisation frühzeitig ‚demografiefest‘ machen, andere aber weiterhin hohe ‚Umsetzungsdefizite‘ aufweisen.

Die personalpolitischen Gestaltungsansätze werden in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Biotechnologie, der Bioinformatik, des Maschinenbaus und der Autoindustrie sowie des Kreativsektors entwickelt und anschließend als good practices für den Transfer aufbereitet. Das von INQA initiierte Demografienetzwerk (ddn) und weitere namhafte Transfereinrichtungen unterstützen das Projekt bei der Öffentlichkeitsarbeit und dem Ergebnistransfer.

Dieses Projekt wird im Rahmen des Programms „Arbeiten-Lernen-Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Gemeinschaft gefördert.

 

Förderkonstellation: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Europäischer Sozialfonds für Deutschland, Europäische Union

BMBF,EUD,EU_Logo

Projektträger: PT DLR Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen
Projektleiter: Dr. Ingrid Matthäi
Projektteam: Dr. Ingrid Matthäi, Prof. Dr. Lukas Nock, Josef Reindl
Projektstand: abgeschlossen (2012 – 2015)
Kooperationspartner: Technische Universität Chemnitz, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Dr. Manfred Moldaschl (Verbundkoordination), Technische Universität Dresden, Professur für Organisation, Prof. Dr. Frank Schirmer
Link zur Homepage des Verbundprojektes: www.reflexivitaet.de

Veröffentlichungen:     

Matthäi, Ingrid (2015): Altern und Innovation im industriellen Mittelstand. In: Bullinger, A.C. (Hrsg.): Mensch 2020 – transdisziplinäre Perspektiven. Chemnitz: Verlag aw&i Wissenschaft und Praxis: 255-264.

Matthäi, Ingrid (2015): Alternsgerechte Einsatz- und Laufbahnkonzepte in der industriellen Wissensarbeit. In: Bullinger, A.C. u.a. (Hrsg.): Innovationspotenziale im demografischen Wandel. Forschung und Praxis für die Arbeitswelt. München, Mehring: Hampp Verlag: 151-163.

 

Technologisierung der Pflegearbeit? Bestandsaufnahme und Perspektiven einer neuen Schlüsselbranche

Im Zuge des demografisch bedingten steigenden Pflegebedarfs auf der einen und des prognostizierten bzw. im Bereich der Pflege bereits existierenden Fachkräftemangels auf der anderen Seite wird Technik eine herausragende Rolle zur Abfederung des sich abzeichnenden „Pflegenotstands“ zugeschrieben. Technik soll dabei im besten Falle zugleich die Lebensqualität der Pflegebedürftigen verbessern und die Arbeit der Pflegekräfte erleichtern. Die „Technologisierung der Pflegearbeit“ trifft zudem auf eine Branche, die in den letzten beiden Dekaden einem tief greifenden Strukturwandel und einem hohen Ökonomisierungsdruck ausgesetzt ist. Das Projekt leistet aus der Perspektive der Pflegekräfte, der Einrichtungen wie auch der Technikentwicklung eine Bestandsaufnahme zu den Anforderungen und Grenzen eines sinnvollen Technikeinsatzes. Die Ergebnisse sollen die arbeitspolitischen Akteure unterstützen, um einen eigenen Gestaltungsansatz von Arbeit und Technik in der Pflege zu entwickeln.

Mit den empirischen Erhebungen des Projekts soll folgenden Fragestellungen nachgegangen werden:

  • Welche Varianten von Technik und welche Verbreitung des Technikeinsatzes sind in der ambulanten und stationären Pflege in der Praxis bedeutsam?
  • Welche betrieblichen Strategien bestehen für den Einsatz von Technik, wie ist ein solcher Technikeinsatz mit der Arbeitsorganisation verknüpft?
  • Welche Bedarfe und Nutzererwartungen knüpfen die Beschäftigten an Technikunterstützung im Arbeitsprozess?
  • Welche Erfahrungen liegen zu den Implementationsprozessen bei der Einführung neuer Techniken und zur Praxis der Nutzerintegration in die Technikentwicklung vor?
  • Welche Auswirkungen bringt ein verstärkter Technikeinsatz für die Arbeitsanforderungen und den Pflegeprozess mit sich?
  • Welche Anforderungen stellt die Technologisierung der Pflegearbeit an die Qualifikationen und Kompetenzen der Beschäftigten; welche Perspektiven ergeben sich für eine Aufwertung des Berufsfeldes?

 

Hans_Böckler_Stiftung_LogoGefördert von: Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf
Projektstand:
abgeschlossen (2012 – 2015)
Projektleitung: Dr. Volker Hielscher
Projektteam: Dr. Volker Hielscher, Dr. Sabine Kirchen-Peters, Prof. Dr. Lukas Nock
Kooperationspartner: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), Köln

 

Veröffentlichungen:     

Hielscher, Volker; Nock, Lukas; Kirchen-Peters, Sabine (2015): Technikeinsatz in der Altenpflege. Potenziale und Probleme in empirischer Perspektive. Baden-Baden: edition sigma in der Nomos-Verlagsgesellschaft .

Hielscher, Volker (2015): Technikeinsatz in der Pflege: Neue Anforderungen für Pflegekräfte? Veranstaltungsdokumentation zum BGW forum 2015 – Gesundheitsschutz und Altenpflege. Hamburg, 7. bis 9. September 2015.

Hielscher, Volker; Kirchen-Peters, Sabine; Sowinski, Christine (2015): Technologisierung der Pflegearbeit? Wissenschaftlicher Diskurs und Praxisentwicklungen in der stationären und ambulanten Langzeitpflege. In: Pflege&Gesellschaft Zeitschrift für Pflegewissenschaft 20(2015)1: 5-19.

Sowinski, Christine; Kirchen-Peters, Sabine; Hielscher, Volker (2015): Praxiserfahrungen zum Technikeinsatz in der Altenpflege. Köln.

Hielscher, Volker (2014): Technikeinsatz in der Altenpflege. In: soziologie heute, Heft 37, Nr. 10/2014: 33.

Hielscher, Volker unter Mitarbeit von Niklas Richter (2014): Technikeinsatz und Arbeit in der Altenpflege. Ergebnisse einer internationalen Literaturrecherche. iso-Report Nr. 1, Juli 2014 [Download]

 

 

 

 

Easy Going - Ansätze zur Umsetzung einer flächendeckenden und kostengünstigen Fußgängernavigation in Deutschland

Vordringliches Ziel dieser Machbarkeitsstudie ist es, aufzuzeigen, was in der Grundlagen-, Anwendungs- und praxisorientierten Forschung im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion getan werden müsste, um eine flächendeckende Fußgängernavigation in Deutschland auf den Weg zu bringen.

Damit routingfähige Geodaten für die Navigation von Fußgängern erfasst und dadurch die Schwachstellen einer proprietären Geodatengrundlage überwunden werden können, wird im Vorhaben ermittelt, welche Datenquellen es überhaupt gibt und wie diese für eine flächendeckende Fußgängernavigation genutzt werden können. Darüber hinaus ist es wichtig zu analysieren, wie man an entsprechende Geodaten kommt und deren Qualität nach einheitlichen Standards sichert. Darüber hinaus sollen erste Einschätzungen über absehbare Geschäfts- und Dienstleistungsmodelle in diesem Vorhaben erarbeitet werden.

Gefördert von: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektstand: abgeschlossen 2015
Projektleitung: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektteam: Kathleen Schwarz, Prof. Dr. Lukas Nock, Maria Zörkler, Patricia Theile
Kooperationspartner: Institut für Geographie der Universität Potsdam

Mobia 2.0 - Personalisiertes Mobilitätssystem zur Unterstützung älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen im ganzen Saarland

Vordringliches Ziel dieser Machbarkeitsstudie ist es, aufzuzeigen, was in der Grundlagen-, Anwendungs- und praxisorientierten Forschung im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion getan werden müsste, um eine flächendeckende Fußgängernavigation in Deutschland auf den Weg zu bringen.

Damit routingfähige Geodaten für die Navigation von Fußgängern erfasst und dadurch die Schwachstellen einer proprietären Geodatengrundlage überwunden werden können, wird im Vorhaben ermittelt, welche Datenquellen es überhaupt gibt und wie diese für eine flächendeckende Fußgängernavigation genutzt werden können. Darüber hinaus ist es wichtig zu analysieren, wie man an entsprechende Geodaten kommt und deren Qualität nach einheitlichen Standards sichert. Darüber hinaus sollen erste Einschätzungen über absehbare Geschäfts- und Dienstleistungsmodelle in diesem Vorhaben erarbeitet werden.

BMBF

Gefördert von: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektstand: abgeschlossen 2015
Projektleitung: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektteam: Kathleen Schwarz, Prof. Dr. Lukas Nock, Maria Zörkler, Patricia Theile
Kooperationspartner: Institut für Geographie der Universität Potsdam

 

Veröffentlichung:

Daniel Bieber; Kathleen Schwarz (Hrsg.) (2016): Mobilität für Ältere. Dienstleistungen für den ÖPNV im demografischen Wandel. Saarbrücken: iso-Institut. Zu bestellen unter: kontakt@iso-institut.de

Sektorübergreifende Versorgung von demenzkranken Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt durch aufsuchende und trägerübergreifende Liaisondienste (Dem-i-K plus)

Ziel des Projektes ist die Verbesserung der sektorübergreifenden Versorgung von demenzkranken Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt und die Vermeidung von Schnittstellenproblemen. Dem-i-k plus knüpft an das Modellprojekt „Demenz im Krankenhaus“ (Dem-i-K) an, in dem neue Wege in der Krankenhausversorgung von Patienten mit der Nebendiagnose Demenz erprobt werden. Dazu wurden in fünf katholischen Krankenhäusern Konsiliar- und Liaisondienste eingerichtet, welche mit Fachärzten für Geriatrie, Psychiatrie und Neurologie sowie mit einer Fachaltenpflegekraft für Psychiatrie ausgestattet sind. Im Zentrum des Dem-i-K-Konzeptes stehen der Aufbau eines demenzbezogenen Hintergrundwissens beim ärztlichen und pflegerischen Personal der beteiligten Allgemeinkrankenhäuser, die Fallbegleitung und ärztliche Konsile. Im Hinblick auf die Zielgruppe der im Krankenhaus neu identifizierten Demenzpatienten besteht jedoch zusätzlicher Handlungsbedarf bei der Überleitung dieser Personen aus dem stationären in den ambulanten Bereich, dem nun durch Dem-i-K plus begegnet werden soll. Demenzkranke, bei denen im Krankenhaus erstmals eine Demenz diagnostiziert wurde, erhalten zusätzliche modellhafte Leistungen, darunter z.B. eine interdisziplinäre Angehörigenvisite während des Klinikaufenthalts, eine strukturierte Entlassungsplanung sowie eine weiterführende multiprofessionelle Beratung in der eigenen Häuslichkeit. Zudem sollen im Rahmen des Projektes Qualifizierungsmaßnahmen z.B. für niedergelassene Ärzte durchgeführt und Vernetzungsstrukturen aufgebaut werden.

Das Projekt wird in gemeinschaftlicher Verantwortung des St. Nikolaus Hospitals, Wallerfangen und des Demenzvereins, Saarlouis und in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser Saarland, durchgeführt. Im Mittelpujnkt der wissenschaftlichen Begleitung durch das iso-Institut steht eine Wirkunngsanalyse. Über einen Zeitraum von einem Jahr nach Entlassung aus dem Krankenhaus wird verfolgt, wie sich das körperliche und psychische Befinden des Patienten und die Einbindung in Hilfenetze entwickeln. Zudem stehen auch die Situation und das Belastungserleben der pflegenden Angehörigen im Fokus der Betrachtung. Zur Prüfung ökonomischer Effekte wird analysiert, ob die häusliche Versorgung im Beobachtungszeitraum gesichert werden konnte und ob es zu erneuten Krankenhauseinweisungen gekommen ist. Verglichen werden die Daten mit einer Kontrollgruppe, bei der sich die Intervention auf den Leistungskatalog von Dem-i-K beschränkt.

Lankreis Saarlouis

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie_logo

Auftraggeber: Landkreis Saarlouis, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familien und Frauen des Saarlandes
Projektstand:
abgeschlossen 2015
Projektleitung: Dr. Sabine Kirchen-Peters
Projektbearbeiter/innen: Dr. Sabine Kirchen-Peters
Kooperationspartner: Arbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser Saarland, St. Nikolaus, Hospital Wallerfangen, Demenzverein Saarlouis

 

Veröffentlichungen:

Sabine Kirchen-Peters unter Mitarbeit von Max Ischebeck (2016): Sektorenübergreifende Hilfen nach Erstdiagnose Demenz im Krankenhaus. Ergebnisse des Projektes Demi-i-K plus.( Hrsg. Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie). Saarbrücken.

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2014 abgeschlossene Projekte

Grenzüberschreitende Entwicklungspotenziale im Eurodistrict SaarMoselle

Hauptziel des Projektes war es, die regionalen Unternehmen und kommunalen Akteure auf französischer und deutscher Seite zu sensibilisieren, um eine zukunftsweisende Wirtschaftsentwicklung zu fördern.

Folgende Bereiche wurden prioritär betrachtet: Neue Materialien, Dienstleistungen in Gesundheit und Pflege, Mechatronik. Das Beratungsprojekt, welches die entscheidenden Akteure (z.B. Unternehmen, Kommunen, Einrichtungen der Wirtschaftsförderung) direkt beteiligte, basiert auf aufeinander abgestimmten Methoden der Erhebung und der Beratung, angefangen von einer systematischen Dokumentenauswertung und Expertengesprächen, über Interviews mit Feldakteuren und Fragebogenerhebung, bis hin zu Workshops mit den Entscheidungsträgern im Eurodistrict. Zum Projektende wurden Kooperationsperspektiven und Handlungsempfehlungen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit formuliert.

Auftraggeber: Europäischer Verein für Territoriale Zusammenarbeit Eurodistrict SaarMoselle
Projektstand: abgeschlossen (2013 – 2014)
Projektleitung: Prof.Dr. habil. Alexander Neumann (iso-Institut)
Projektmitarbeiter: Maria Zörkler, M.A. (iso-Institut), Jana Petersen, Dipl.-Wirtsch.-Ing. (tec4u),Régis Ferreau (Ageme), Sébastien Ferreau (Ageme)

 

 

Potentiels de développement transfrontaliers au sein de l’Eurodistrict SaarMoselle

L’objectif principal du projet est de mettre les entreprises et communes en situation d’impulser un développement économique durable, par-delà de la frontière franco-allemande de la région. Les niches observées sont les nouveaux matériaux, les services de santé et de soin, et la mécatronique.

Le projet entend faire participer les acteurs-clé à son déroulement (p.ex. des entreprises, des communes et des agences de soutien au développement économique), comporte différentes étapes et méthodes qui se complètent utilement, à commencer par une synthèse des documents déjà existants et des entretiens avec des experts de terrain, en passant par un questionnaire en direction des entreprises, jusqu’à des ateliers qui associent les décideurs de l’Eurodistrict. Lors de la dernière phase du projet, il est prévu d’énumérer et de décliner des perspectives de coopération, ainsi que des recommandations d’action transfrontalière.

Donneur d’ordre: Groupement européen de coopération territoriale Eurodistrict SaarMoselle
Durée: projet clôturé (2013 – 31.05.2014)
Directeur de projet: Prof. Dr. Alexander Neumann, iso-Institut
Collaborateurs du projet : Maria Zörkler, M.A. (iso-Institut), Jana Petersen, Dipl.-Wirtsch.-Ing. (tec4u), Régis Ferreau (Ageme), Sébastien Ferreau (Ageme)

"Mobil bis ins hohe Alter - Barrierefreie Mobilität durch technisch unterstützte Assistenzsysteme und Dienstleistungen im saarländischen ÖPNV"

Im Gestaltungsprojekt MOBIA – „Mobil bis ins hohe Alter – Barrierefreie Mobilität durch technisch unterstützte Assistenzsysteme und Dienstleistungen im saarländischen ÖPNV“ – standen die Mobilitätsbedürfnisse älterer Menschen im Vordergrund. Ihre Alltagserfahrung, bezogen auf kognitive, emotionale oder infrastrukturelle Mobilitätsbarrieren, bildeten den Ausgangspunkt der integrativen Entwicklung von Technologie und Dienstleistungen.

Mobilitätsbeschränkungen oder -hemmnisse können durch nutzerfreundliche Dienstleistungs-Technologie-Kombinationen überwunden werden. Dazu sollten spezifische personenbezogene Dienstleistungen in Form von Mobilitätsbegleitern und technischen Assistenzsystemen, ausgestattet mit einem benutzerzentrierten Design, beitragen. Nahtlose Mobilitätsketten vom Ausgangspunkt zum Zielort im Kontext bestehender Infrastrukturen des öffentlichen Nahverkehrs lassen eine bessere aktive Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben möglich werden. Das Ziel des Verbundvorhabens bestand demnach darin, bereits erprobte und bewährte Technikoptionen, Dienstleistungen und Managementmodelle zu einem Gesamtkonzept zusammenzufügen, dessen Funktionsfähigkeit unter den Alltagsbedingungen älterer Menschen zu erproben. Dadurch lassen sich Vorschläge entwickeln, die sowohl den Bedürfnissen älterer Menschen als auch den Erfordernissen des ÖPNV entsprechen.

Außerdem verfolgte das Projekt neben der Erprobung einer attraktiven und wirkungsvollen „Mobilen technikunterstützten Dienstleistungs-Struktur“ weitere Teilziele wie die Untersuchung der Interoperabilität assistierender Technologien, die Entwicklung geeigneter Geschäftsmodelle, den Abbau bestehender Mobilitätsbarrieren sowie die Umsetzung einer effektiven Kommunikationsstrategie.

Wesentlich für die Akzeptanz von neuen Dienstleistungs-Technologie-Kombinationen bei älteren Menschen ist eine erfolgreiche Umsetzung in Alltagssituationen. Geschulte Mobilitätsbegleiter oder -helfer standen zur Verfügung, um mittels des ÖPNV den Weg von zu Hause zum gewünschten Ziel zu organisieren. Mittels des Modellprojekts Bürgerarbeit, finanziert von der Bundesagentur für Arbeit, erhielten langzeitarbeitslose Menschen eine Chance für den ersten Arbeitsmarkt. Im Rahmen des Projekts MOBIA halfen sie älteren Menschen, etwaige schwierige Übergänge zu überwinden, ein qualitativ hochwertiges Schnittstellenmanagement im Sinne einer nahtlosen Mobilitätskette zu gewährleisten und vorhandene Ängste gegenüber der Technik zu minimieren.

Gefördert von: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektstand: abgeschlossen (2011 – 2014)
Projektleiter: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektbearbeiter/innen: Kathleen Schwarz, M.A.

Veröffentlichungen:     

Rekrut, M.; Alexandersson, J.; Tröger, J.; Schwarz, K.; Bieber, D. (2015): User-Centered-Design im Projekt Mobia zur Förderung der Mobilität im Alter durch ein technikunterstütztes Dienstleistungsmodell, 8. AAL-Kongress 2015 in Frankfurt.

Schwarz, K.; Bieber, D.; Rekrut, M.; Alexandersson, J.; Becker, L.; Kirchhoff, I. (2015): Evaluation eines Dienstleistungsmodells zur Unterstützung mobilitätseingeschränkter Menschen im ÖPNV im Langzeittest, 8. AAL-Kongress 2015 in Frankfurt.

Alexandersson, J.; Banz, D.; Bieber, D.; Britz, J.; Rekrut, M.; Schwarz, K.; Spanachi, F.; Thoma, M. and Tröger, J. (2014): Oil in the Machine: Technical Support for a Human-Centred.

Service System for Public Transport. In: Wichert, R.; Klausing, H. (Eds.): Ambient Assisted Living. 7. AAL-Kongress 2014 in Berlin: Springer.

Bieber, D.; Alexandersson, J.; Schwarz, K. (2013): Das Mobia-Projekt: Die Kombination von Dienstleistung und Technologie für den ÖPNV, 6. AAL-Kongress in Berlin. In: BMBF; DFKI; Sozialverband VdK; Fraunhofer-AAL: Lebensqualität im Wandel von Demografie und Technik. 6. AAL-Kongress mit Ausstellung, 22.-23. Januar 2013, Berlin, Tagungsbeiträge. CD-Rom: VDE Verlag.

 

 

Technologisierung der Pflegearbeit? Bestandsaufnahme und Perspektiven einer neuen Schlüsselbranche

Im Zuge des demografisch bedingten steigenden Pflegebedarfs auf der einen und des prognostizierten bzw. im Bereich der Pflege bereits existierenden Fachkräftemangels auf der anderen Seite wird Technik eine herausragende Rolle zur Abfederung des sich abzeichnenden „Pflegenotstands“ zugeschrieben. Technik soll dabei im besten Falle zugleich die Lebensqualität der Pflegebedürftigen verbessern und die Arbeit der Pflegekräfte erleichtern. Die „Technologisierung der Pflegearbeit“ trifft zudem auf eine Branche, die in den letzten beiden Dekaden einem tief greifenden Strukturwandel und einem hohen Ökonomisierungsdruck ausgesetzt ist. Das Projekt leistet aus der Perspektive der Pflegekräfte, der Einrichtungen wie auch der Technikentwicklung eine Bestandsaufnahme zu den Anforderungen und Grenzen eines sinnvollen Technikeinsatzes. Die Ergebnisse sollen die arbeitspolitischen Akteure unterstützen, um einen eigenen Gestaltungsansatz von Arbeit und Technik in der Pflege zu entwickeln.

Mit den empirischen Erhebungen des Projekts soll folgenden Fragestellungen nachgegangen werden:

 

  • Welche Varianten von Technik und welche Verbreitung des Technikeinsatzes sind in der ambulanten und stationären Pflege in der Praxis bedeutsam?
  • Welche betrieblichen Strategien bestehen für den Einsatz von Technik, wie ist ein solcher Technikeinsatz mit der Arbeitsorganisation verknüpft?
  • Welche Bedarfe und Nutzererwartungen knüpfen die Beschäftigten an Technikunterstützung im Arbeitsprozess?
  • Welche Erfahrungen liegen zu den Implementationsprozessen bei der Einführung neuer Techniken und zur Praxis der Nutzerintegration in die Technikentwicklung vor?
  • Welche Auswirkungen bringt ein verstärkter Technikeinsatz für die Arbeitsanforderungen und den Pflegeprozess mit sich?
  • Welche Anforderungen stellt die Technologisierung der Pflegearbeit an die Qualifikationen und Kompetenzen der Beschäftigten; welche Perspektiven ergeben sich für eine Aufwertung des Berufsfeldes?

 

Gefördert von: Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf
Kooperationspartner: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), Köln
Projektstand: abgeschlossen (2012-2014)
Projektleitung: Dr. Volker Hielscher
Projektteam: Dr. Volker Hielscher, Dr. Sabine Kirchen-Peters, Dr. Dominik Haubner

 

Analytische Auswertung von Untersuchungen zum Ehrenamt des Zivil- und Katastrophenschutzes sowie Entwicklung von Handlungsempfehlungen

Der Zivil- und Katastrophenschutz (zusammengefasst im Oberbegriff „Bevölkerungsschutz“) soll dazu dienen, die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen vor Katastrophen und anderen schweren Notlagen sowie vor den Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten zu schützen. Das operative Geschäft dieses hochkomplexen Systems der Gefahrenabwehr wird von den mitwirkenden öffentlichen und privaten Organisationen des Bevölkerungsschutzes übernommen, insbesondere vom Arbeiter-Samariter-Bund, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, dem Deutschen Roten Kreuz, den Freiwilligen Feuerwehren, der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Malteser-Hilfsdienst und dem Technischen Hilfswerk. In den mitwirkenden Organisationen werden zum überwiegenden Teil freiwillige Helfer/innen eingesetzt. Die Leistungsfähigkeit des Zivil- und Katastrophenschutzes ist also unmittelbar davon abhängig, inwieweit es den mitwirkenden Organisationen gelingt, das ehrenamtliche Potenzial der Zivilgesellschaft für ihren Dienst zu aktivieren. Zur Sicherung der ehrenamtlich geprägten Hilfeleistungsstrukturen im Bevölkerungsschutz hat das Bundesministerium des Inneren ein Forschungsprojekt mit sechs Teilprojekten initiiert.

In einem weiteren Schritt sollten mit diesem Vorhaben eine analytische Auswertung der Untersuchungen zum Ehrenamt im Zivil- und Katastrophenschutz sowie die Entwicklung von Handlungsempfehlungen geleistet werden. Dazu wurde eine qualitative Inhaltsanalyse der vorliegenden Studien durchgeführt. Vorschläge für Handlungsempfehlungen wurden in einem Feedback-Workshop mit Experten und Akteuren des Katastrophenschutzes diskutiert und zu einem operativen Handlungskonzept weiterentwickelt.

Auftraggeber: Bundesministerium des Innern
Projektstand: abgeschlossen (2013 – 2014)
Projektbearbeiter: Dr. Volker Hielscher, Prof. Dr. Lukas Nock

Veröffentlichungen:

Hielscher, Volker; Nock, Lukas: Perspektiven des Ehrenamtes im Zivil- und Katastrophenschutz. Metaanalyse und Handlungsempfehlungen. iso-Report Nr. 3, November 2014 [Download]

Professionalisierung wissensintensiver Dienstleistungen - Risiken und Gestaltungsoptionen

Die Generierung, Verteilung und Vermittlung, mithin auch die Aneignung und Verarbeitung von Wissen, gehört mittlerweile zum Kernbestand von Arbeitstätigkeiten unterschiedlichster Art. Immer mehr Beschäftigte, auch auf der mittleren Ebene der Betriebsorganisation, sind zu Wissensarbeitern geworden. Das gilt erst recht mit Blick auf Dienstleistungen. Hier spielt der Umgang mit Informationen und Symbolen, die Kommunikation und Beratung von, die wissensbasierte Interaktion mit Personen und die Gestaltung von entsprechenden Austauschbeziehungen per se eine Rolle. Wenn es darauf in besonderer Weise ankommt, kann von „wissensintensiven Dienstleistungen“ die Rede sein.

Mit den bei wissensintensiven Dienstleistungen anstehenden Anforderungen ergeben sich neue Qualifizierungserfordernisse und Kompetenzprofile, aber auch neue Belastungspotenziale. Auf diese Veränderungen wird man mit den Möglichkeiten einer systematisch reflektierten Arbeitsgestaltung und entsprechend akzentuierten Professionalisierungsstrategien reagieren müssen. Die dazu notwendigen Grundlagen wurden bei dem hier charakterisierten Vorhaben im Rahmen einer Reihe von Expertengesprächen erarbeitet und schließlich in Form eines Memorandums auf den Punkt gebracht. Themen, die hier zur Diskussion standen, sind:

Eine begriffliche Präzisierung und Veranschaulichung von Aspekten wissensintensiver Dienstleistungsarbeit, wie sie in konkreten, bereichsspezifisch variierenden Tätigkeitsfeldern zu konstatieren sind: Welche Arten von Wissen kommen zum Zuge? Inwiefern ist Fakten-, Erfahrungs-, Kontext-, Orientierungs- und Steuerungswissen gefordert? Welche Wissensaspekte sind wichtig, bleiben aber eher implizit? Was ist digitalisierbar und was nur auf andere Weise zu kommunizieren? Wie verbindet sich Wissens- mit Interaktionsarbeit und der Nutzung von Technik? Wie geht man mit den Möglichkeiten, aber auch mit den Unsicherheiten um, die sich mit einer intensiveren Einbeziehung von in unterschiedlichen Rollen ansprechbaren Dienstleistungsadressaten und der Einbindung in weitergreifende Wertschöpfungskontexte ergeben? Wie stellt sich das Zusammenwirken von „Top down-“ und „Bottom up-Prozessen“, von Vorgaben und Autonomiespielräumen, von subjektiver Arbeit und Verobjektivierungsbestrebungen dar? Wie ist für diese komplexen Dienstleistungstätigkeiten Controlling und Qualitätssicherung sinnvoll und möglich?

  • Die Verbreitung und Bedeutung wissensintensiver Dienstleistungen der hier gemeinten Art;
  • Eine Vergegenwärtigung des in der Dienstleistungsforschung und -praxis bereits konturierten Repertoires von Service Engineering und Interaktionsarbeit;
  • Eine Problematisierung der Art und Weise, wie eine prinzipiell durchaus notwendige Standardisierung und Industrialisierung von Dienstleistungsprozessen zurzeit vorangetrieben wird sowie eine Erkundung von Alternativen und darauf abzustimmender Professionalisierungsstrategien;
  • Die Verdeutlichung von Möglichkeiten der Beteiligung von Arbeitnehmer/innen an der Mitgestaltung von wissensintensiven Arbeitsprozessen;
  • Eine vertiefende Betrachtung der Prägung wissensintensiver Dienstleistungen durch den als „Big Data“ etikettierten Megatrend sowie eine Erkundung von Handlungsperspektiven, die sich in realistischer Einschätzung einer derartigen Entwicklung ergeben;
  • Die Konkretisierung von Herausforderungen, mit denen sich die Forschung, Politik und Gewerkschaften näher befassen müssen.

Auftraggeber: Friedrich Ebert Stiftung
Projektstand: abgeschlossen (2013 – 2014)
Projektbearbeiter: Prof. Dr. Daniel Bieber, Dr. Manfred Geiger

Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen (BMG V)

Das Modellprogramm „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“ wird seit fast zwei Jahrzehnten vom iso-Institut wissenschaftlich begleitet. Es startete 1991 mit dem Ziel die Pflegeversicherung vorzubereiten und später ihre Umsetzung zu begleiten. Im Rahmen des Modellprogramms sind bundesweit etwa 600 Modellprojekte gefördert worden, die entscheidend zur Modernisierung der Versorgungsinfrastruktur in Deutschland beigetragen haben.

Die wissenschaftliche Begleitung des Modellprogramms hat mehrere Phasen durchlaufen, wobei es die ersten eineinhalb Jahrzehnte (BMG I und II) vor allem darum ging, die Vielzahl der geförderten Projekte konzeptionell zu beraten, den Implementierungsprozess ausgewählter Modelle und die Wirkung bestimmter Maßnahmen zu evaluieren und die Ergebnisse in der eigens für das Modellprogramm geführten Schriftenreihe zu veröffentlichen (18 Bände).

In der dritten Phase des Modellprogramms (BMG III) sind keine neuen Modelle mehr gefördert worden. Eine Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung war es, die gesammelten Erkenntnisse aus BMG I und II so aufzubereiten, dass sie in einer „handlichen“ Form an Dritte weitergegeben werden können. Die zentrale Aufgabe war aber, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit, Perspektiven und Visionen für die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung zu erarbeiten.

In der vierten und nun laufenden fünften Phase des Modellprogramms (BMG IV und V) lag der Schwerpunkt der Begleitforschung auf der Beratung und Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Modellprogramms. Dazu gehörten die inhaltliche Vorbereitung von Ausschreibungen zu wissenschaftlichen Studien und Modellvorhaben, die gutachterliche Tätigkeit bei der Auswahl der Angebote, die Bewertung von Initiativanträgen sowie die Erarbeitung von Expertisen, die für die konzeptionelle Weiterentwicklung der Pflegeversicherung von Bedeutung sind. Darüber hinaus wurden vom iso-Institut die Daten und Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Studien und Modellvorhaben so aufbereitet, dass sie für das gesetzgeberische Handeln von Nutzen sind. Im Rahmen des Modellprogramms können sich auch die geförderten wissenschaftlichen Einrichtungen sowie die Träger von Modellvorhaben vom iso-Institut beraten lassen.

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Projektstand: abgeschlossen (2013 – 2014)
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektbearbeiterinnen: Carola Schweizer, Maria Zörkler

Evaluation der Programme „Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit“ und „Internationales Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz“

Mit dem Ziel, neue Ideen für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Deutschland zu befördern, rief die Robert Bosch Stiftung im Jahr 2002 das „Internationale Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit“ ins Leben. Im Jahr 2007 wurde es durch das „Internationale Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz“ ergänzt, das speziell auf die Verbesserung der Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz fokussiert. In beiden Programmen, deren Koordination das Institut g-plus – Zentrum im internationalen Gesundheitswesen übernommen hat, werden berufsbezogene Praxis- oder Bildungsaufenthalte im Ausland durch finanzielle Zuschüsse und inhaltliche sowie organisatorische Leistungen unterstützt.

Um Rückschlüsse über die bisherigen Erfolge der beiden Hospitationsprogramme und Anregungen für die Weiterentwicklung der Förderaktivitäten zu erhalten, wurde das iso-Institut damit beauftragt, eine durch Mittel der Robert Bosch Stiftung finanzierte externe Gesamtevaluation durchzuführen, bei der folgende Fragen im Mittelpunkt stehen:

  • Ist das Programmangebot von Praxis- und Bildungsaufenthalten im Ausland effektiv, effizient und wirksam?
  • Sind die beiden Programme im Hinblick auf Qualitätsverbesserungen in Versorgungsstrukturen und -prozessen im Gesundheitswesen bedeutsam?
  • Wie hoch ist die Effektivität von Auslandshospitationen als Instrument der Personal- und Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen?
  • Konnten die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Einrichtungen sowie ein internationaler Kontaktaufbau durch die Hospitationen gestärkt werden?

Die methodischen Schritte umfassten einen Auftaktworkshop mit den Verantwortlichen von g-plus, eine Dokumentenanalyse der von den Hospitantinnen und Hospitanten erstellten Erfahrungsberichte, Experteninterviews mit den Teilnehmenden beider Programme sowie eine Online-Befragung.

Zuwendungsgeber: Institut g-plus Zentrum im internationalen Gesundheitswesen an der Universität Witten-Herdecke
Projektstand: abgeschlossen (2013 – 2014)
Projektleitung: Dr. Sabine Kirchen-Peters
Projektbearbeiter/innen: Dr. Sabine Kirchen-Peters, Prof. Dr.Lukas Nock
Veröffentlichungen:     

Nock, Lukas; Kirchen-Peters, Sabine (2014): Zwei Förderprogramme und ihre Wirksamkeit – Evaluationsergebnisse zu den Programmen ‚Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit‘ und ‚Internationales Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz‘ der Robert Bosch Stiftung. In: transferplus 9, November 2014.

Nock, Lukas; Kirchen-Peters, Sabine unter Mitarbeit von Judith Bauer, Dorothea Herz-Silvestrini und Niklas Richter (2014): Evaluation der Programme „Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit und „Internationales Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz“. Saarbrücken: iso-Report Nr. 2, September 2014 [Download]

 

 

Evaluation von Pflegestützpunkten in Deutschland

Seit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz, das im Jahr 2008 in Kraft trat, besteht in Deutschland ein Rechtsanspruch auf Pflegeberatung. Seither sind ca. 500 Pflegestützpunkte eingerichtet worden, wobei diese in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich dicht angesiedelt sind. Das Projekt dient dazu, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Situation von Pflegestützpunkten in Deutschland zu generieren. Dabei sollen die Erfolge der Stützpunktarbeit ebenso herausgearbeitet werden wie die derzeit noch bestehenden Umsetzungsprobleme auf verschiedenen Ebenen. Die Ergebnisse werden genutzt, um die Diskussionsgrundlage über Entwicklungspotentiale von Pflegestützpunkten zu fundieren und Handlungsempfehlungen für politisch Verantwortliche und Stakeholder im Gesundheitswesen zu formulieren.

Mit der Evaluation sollen vor allem folgende Fragen beantwortet werden:

  • Gibt es eine Kluft zwischen den gesetzlichen Vorgaben und der Umsetzungspraxis? Wie ist diese Kluft ggf. zu erklären? Welche gesetzlichen Präzisierungen sind nötig, um diese Kluft zu schließen?
  • Wie muss die Pflegeberatung organisiert werden, damit Care und Case Management erfolgreich durchgeführt werden?
  • Wie kann neutrale – am Pflegebedürftigen orientierte – Beratung organisiert werden?
  • Welche berufliche Qualifikation brauchen Mitarbeiter/innen in Pflegestützpunkten und welche Qualitätsstandards sind wünschenswert?

Zum Einsatz kommen verschiedene sozialwissenschaftliche Methoden, darunter insbesondere eine schriftliche Befragung der Mitarbeiter/innen von Pflegestützpunkten, Experteninterviews mit ausgewählten Stakeholdern im Pflege- und Gesundheitswesen sowie explorative Workshops.

 

Auftraggeber: Friedrich-Ebert-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen (2013 -2014)
Projektleitung: Dr. Sabine Kirchen-Peters
Projektbearbeiter: Prof. Dr. Lukas Nock
Veröffentlichung: Kirchen-Peters, Sabine; Nock, Lukas (2015): Evaluation der Pflegestützpunkte in Deutschland. Saarbrücken.

 

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2013 abgeschlossene Projekte

Arbeitszeitberatung - Entwicklung und Erprobung eines Praxismodells für kleine und mittlere Unternehmen im Saarland und den Kammerbezirken Trier und Pfalz

Zielsetzung dieses Modellprojektes war es, kleine und mittlere Unternehmen durch eine qualifizierte ganzheitliche Arbeitszeitberatung darin zu fördern, alter(n)sgerechte, gesundheitsförderliche, geschlechtergerechte und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützende Arbeitszeitmodelle einzuführen. In den Modellregionen Saarland und den Kammerbezirken Trier und Pfalz wurde dazu eine Beratungsstruktur mit einem Pool an fachlich qualifizierten Beratern aufgebaut. Die durchzuführenden Arbeitszeitberatungen richteten sich dabei speziell an den Bedarfen von KMU aus. Innovativ war dieses Vorhabens deshalb, weil ein Beratungsangebot zu Themen aufgebaut wurde, die für die Zukunftsfähigkeit von Betrieben stark an Relevanz gewinnen, bisher aber in der mittelständischen betrieblichen Praxis oft vernachlässigt worden sind.

Konkret verfolgte das Projekt dabei mehrere Zieldimensionen:

  1. das quantitative Ziel einer vermehrten Inanspruchnahme von betriebsspezifischen Arbeitszeitberatungen durch Klein- und Mittelbetriebe, um die Teilhabemöglichkeiten dieser Unternehmen und ihrer Arbeitnehmer/-innen an den vorliegenden Erkenntnissen, Angeboten und Transferprodukten zum betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu fördern;
  1. das qualitative Ziel der Entwicklung und Erprobung einer demografie- und gendersensiblen Arbeitszeitberatung unter Berücksichtigung der Perspektiven von Arbeitgebern und Arbeitnehmern/-innen, die u.a. Fragestellungen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung, alter(n)sgerechte Arbeitszeitmodelle, geschlechtergerechte/-differenzierte Arbeitszeitmodelle, Entgrenzung und Zeitsouveränität der Beschäftigten in das Beratungsangebot integriert;
  1. das methodische Ziel der Umsetzung eines den Bedürfnissen von kleinen und mittleren Unternehmen angemessenen ganzheitlichen Beratungsansatzes, der auf der bestehenden Arbeitszeitkultur im Betrieb aufsetzt und diese pragmatisch weiterentwickelt;
  1. das strukturelle Ziel der Entwicklung und Umsetzung eines – regional übertragbaren – Geschäftsmodells zur Implementierung einer nachhaltigen Beratungsstruktur.

Das dreijährige – im Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen geförderte – Modellvorhaben war eines von zwei Projekten im Förderschwerpunkt „Arbeitszeitberatung – Entwicklung und Erprobung eines Praxismodells“. Es wurde gemeinsam vom Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso), Saarbrücken und dem Institut für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier (Inmit) durchgeführt.

Gefördert durch: Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Fachlich begleitet durch : Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua)
Projektträger: Gesellschaft für Soziale Unternehmensberatung mbH (gsub)
Projektstand: abgeschlossen (2010 bis 2013)
Projektleitung: Dr. Volker Hielscher
Projektteam: Dr. Volker Hielscher; Dr. Ingrid Matthäi; Dr. Alexander Neumann

Veröffentlichungen:          

Hielscher, Volker; Matthäi, Ingrid (2015): Nicht nur für die Älteren: Arbeitszeit zukunftsfähig gestalten! In: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin; Götz Richter; Michael Niehaus (Hrsg.): Personalarbeit im demografischen Wandel. Beratungsinstrumente zur Verbesserung der Arbeitsqualität. Bielefeld 2015: W. Bertelsmann Verlag: 163-177.

Hielscher, Volker; Matthäi, Ingrid; Neumann, Alexander; Auer, Karen von; Josten, Martina (2013): „Neue ArbeitsZeitPraxis“. Arbeitszeitberatung – Entwicklung und Erprobung eines Praxismodells für KMU im Saarland und in den Kammerbezirken Trier und Pfalz. Modellvorhaben im Rahmen des Förderschwerpunkts 2009-II des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen. Abschlussbericht. Saarbrücken.

Josten, Martina; Auer, Karen von; Elkan, Marco von; Hielscher, Volker; Matthäi, Ingrid; Neumann, Alexander (2013): Arbeitszeitberatungs-Info- & Tool-Box. Handbuch und CD-Rom zur zukunftsorientierten Arbeitszeitberatung für kleine und mittlere Unternehmen. Trier. [Download]

Matthäi, Ingrid; Hielscher, Volker; Neumann, Alexander (2013): Evaluationsbericht im Rahmen des Modellprojekts „Neue ArbeitsZeitPraxis“. Saarbrücken.

Matthäi, Ingrid (2013): Arbeitszeitberatung für kleine und mittlere Unternehmen. Handlungshilfe zum Aufbau regionaler Beratungsstrukturen und -angebote. Saarbrücken: iso-Institut. [Download]

Matthäi, Ingrid; Hielscher, Volker; Neumann, Alexander (2013): Modellprojekt konkret: Das Beraternetzwerk und Beispiele aus Unternehmen. Saarbrücken: iso-institut. [Download]

Matthäi, Ingrid; Josten, Martina; Auer, Karen von (2011): Arbeitszeitgestaltung und -beratung in kleinen und mittleren Unternehmen. Bestandsaufnahme. Ergebnisse einer Experten- und Unternehmensbefragung in Rheinland-Pfalz und dem Saarland im Rahmen des Modellprojektes „Neue ArbeitsZeitPraxis“. Trier, Saarbrücken. [Download]

(Schein-)Werkverträge im Spannungsfeld von Flexibilisierung und Regulierung der Arbeit. Eine branchenübergreifende Bestandsaufnahme im Saarland

Über den Verbreitungsgrad von Scheinwerkverträgen resp. verdeckter Leiharbeit in saarländischen Unternehmen liegen derzeit weder statistische Daten noch Ergebnisse aus Betriebsrätebefragungen vor. Es wurden auch noch keine saarlandspezifischen Studien durchgeführt, um qualitative Erkenntnisse zu dieser Entwicklung und den direkten oder mittelbaren Auswirkungen der verdeckten Leiharbeit auf reguläre Beschäftigung, auf die Mitbestimmung und die tariflichen bzw. betrieblichen Lohn- und

Sozialstandards zu gewinnen. Die Studie setzt an den bestehenden Informations- und Wissensdefiziten zur Praxis von Scheinwerkverträgen und verdeckter Leiharbeit im Saarland an und wird mit der Vorlage der Ergebnisse einen Beitrag zu den betrieblichen und gesellschaftlichen Implikationen eines neuen Typus prekärer Beschäftigung leisten.

Der Forschungsansatz setzt auf drei Ebenen an: a) der Makroebene mit den jeweiligen Branchenspezifika; b) der Mesoebene des Betriebs mit den jeweiligen Unternehmens- und Beschäftigungsstrategien; c) der interessenpolitischen Ebene der betrieblichen Mitbestimmung.

Mit den empirischen Erhebungen des Projekts wird folgenden Fragestellungen nachgegangen:

  • Gibt es Indizien dafür, dass bestimmte Branchen Vorreiter für die Ausbreitung einer neuen prekären Beschäftigungsform sind?
  • Welchen Einfluss hat bspw. der Grad an tariflicher oder gesetzlicher Regulierung der Arbeit hinsichtlich der Verbreitung von Werkverträgen?
  • Konzentriert sich die Werksvertragsarbeit im Saarland auf Beschäftigungsverhältnisse, die eher den Niedriglohnbereich und geringer qualifizierte Arbeitskräftegruppen treffen?
  • Welche Ziele und Strategien verfolgen die Unternehmen mit dem Einsatz von Werkvertragsarbeitnehmern?
  • Welche Auswirkungen hat der verstärkte Einsatz der Werkvertragsarbeitnehmer auf die Arbeitsbedingungen der Stammbelegschaften?


Gefördert von:
Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2013
Projektbearbeiter: Dr. Dominik Haubner

Veröffentlichungen:     
Haubner, Dominik (2014): (Schein-)Werkverträge im Spannungsfeld von Flexibilisierung und Regulierung der Arbeit. Eine branchenübergreifende Bestandsaufnahme im Saarland. Saarbrücken: AK-Texte. [Download]

Entwicklung, Implementierung und Stabilisierung eines Demografie Netzwerkes Saar (I)

Das iso-Institut wird im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr in den kommenden Monaten ein regionales Demografie Netzwerk für saarländische Unternehmen aufbauen, das den Betrieben mit praxisgerechten Unterstützungsangeboten helfen soll, im demografischen Wandel wettbewerbs- und leistungsfähig zu bleiben.Das Netzwerk richtet sich an Unternehmen aus allen Branchen mit Sitz im Saarland, insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe. Zur Mitwirkung eingeladen sind alle Unternehmen, die Unterstützungsbedarfe haben oder die bereits über geeignete Strategien und Konzepte verfügen und andere Unternehmen an ihren Erfahrungen teilhaben lassen möchten.

Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern und externen Dienstleistern werden passförmige Angebote entwickelt und bereitgestellt, eine Plattform für den Erfahrungs- und Wissensaustausch geschaffen und der Dialog zwischen Wirtschaft, Unternehmen und Politik gefördert.
Das Vorhaben wird durch einen vom Wirtschaftsministerium eingesetzten Steuerkreis begleitet, in dem VSU, IHK, HWK, Arbeitskammer, DGB, Bundesagentur für Arbeit / Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Ministerium für Umweltschutz und Verbraucherschutz, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie zwei Referate des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr vertreten sind.

Auftraggeber: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes
Gefördert von: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
Projektstand: abgeschlossen (01.01.2013 – 31.05.2015)
Projektleiter: Prof. Dr. Daniel Bieber
Koordinatorin: Dr. Ingrid Matthäi

Weitere Informationen finden Sie unter: www.demografie-netzwerk-saar.de

Metavorhaben zum BMBF-Förderschwerpunkt "Technologie und Dienstleistungen im demografischen Wandel"

Das Metavorhaben verfolgte das Ziel, einen Beitrag zum Gelingen der innovativen Verknüpfung von Technologieentwicklung und der Entwicklung neuartiger Dienstleistungsangebote zu leisten. Im Rahmen des Metavorhabens wurden die Forschungsprojekte vernetzt und der wissenschaftliche Austausch untereinander organisiert, um aus der Verbindung der Einzelvorhaben und Verbünde Synergieeffekte zu erzielen.

Die öffentliche Diskussion über den demografischen Wandel und seine Folgen für unsere Gesellschaft haben sich bisher vorwiegend mit den Risiken dieser Entwicklung beschäftigt. Hinweise auf Chancen dieser Entwicklung für Gesellschaft und Wirtschaft werden dagegen kaum diskutiert. Diese Chancen zu erkennen und deutsche Unternehmen zu befähigen, langfristig bestimmte gesellschaftliche Gruppen, wie z.B. Senioren oder chronisch Kranke, mit bedarfsgerechten und auch technologisch unterstützten Dienstleistungen zu versorgen, war Aufgabe des BMBF-Förderschwerpunkts „Technologie und Dienstleistungen im demografischen Wandel“, der im Rahmen des Förderprogramms „Innovationen mit Dienstleistungen“ neu begründet wurde. Der Förderschwerpunkt fokussiert auf drei thematisch eng miteinander verknüpfte Fragestellungen: die Entwicklungsperspektiven des demografischen Wandels und die daraus ableitbaren Entwicklungen für das Zusammenleben verschiedener Generationen, die Entwicklung neuer, vornehmlich mikrosystemtechnisch basierter Technologien im Feld AAL sowie die damit einhergehende Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote. Innerhalb dieses Förderschwerpunktes wurden 13 Verbundvorhaben mit über hundert Einzelprojekten gefördert. Um die Arbeiten und ihre Ergebnisse zu bündeln, den wissenschaftlichen Austausch innerhalb des Förderschwerpunkts und mit externen Partnern aus Wissenschaft, Praxis und Politik zu befördern, hat das BMBF ein Metavorhaben installiert, das von unserem Institut durchgeführt wurde. Wir vernetzten die Forschungsprojekte, erstellten Analysen der Marktpotenziale neuer Technologie-Dienstleistungs-Kombinationen und begleiteten die Verbundprojekte wissenschaftlich. Mit diesen Maßnahmen sollte nicht nur das wechselseitige Verständnis zwischen den einzelnen Forschungsvorhaben gesteigert, sondern es sollten auch synergetische Erkenntnis- und Innovationseffekte evoziert werden. Das Metavorhaben wurde vom BMBF unter dem Förderkennzeichen 01FC08073 gefördert und durch den Projektträger DLR Innovative Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen betreut.

Siehe auch die Homepage des Metavorhabens: http://www.dienstleistungundtechnik.de/
Gefördert von: BMBF
Projektstand: abgeschlossen (2008 – 2013)
Projektleiter: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektbearbeiter:  Prof. Dr. Daniel Bieber, Dr. Dominik Haubner, Stefan Kerber-Clasen,
Christian Kloß, Ulrike Goletz, Kathleen Schwarz, M.A.

Veröffentlichungen:

Becker, Jens; Goletz, Ulrike (2012): Governance- und Marktvoraussetzungen für Altersgerechte Assistenzsysteme – Herausforderungen an Theorie und Praxis. In: Gersch, Martin; Liesenfeld, Joachim (Hrsg.): AAL- und E-Health-Geschäftsmodelle. Technologie und Dienstleistungen im demografischen Wandel und in sich verändernden Wertschöpfungsarchitekturen. Wiesbaden: 241-264. Gabler.

Haubner, Dominik; Nöst, Stefan (2012): Pflegekräfte – die Leerstelle bei der Nutzerintegration von Assistenztechnologien. In: Shire, Karen A.; Leimeister, Jan Marco (Hrsg.): Technologiegestützte Dienstleistungsinnovation in der Gesundheitswirtschaft,
Wiesbaden: 3-30. Springer Gabler.

Haubner, Dominik; Becker, Jens; Bieber, Daniel u.a. (2012): Technikeinsatz in der ambulanten Pflege. Technikeinsatz der Beschäftigten und ein Implementierungsszenario. In: BMBF; VDE (Hrsg.): Technik für ein selbstbestimmtes Leben (AAL 2012).
5. Deutscher AAL-Kongress. Berlin.

Haubner, Dominik (2012): Dienstleistungen im demografischen Wandel. In: Gegenblende. Online Magazin des DGB Nr. 13.

Bieber, Daniel; Schwarz, Kathleen (Hrsg.) (2011): Mit AAL-Dienstleistungen altern. Nutzerbedarfsanalysen im Kontext des Ambient Assisted Living. Saarbrücken: iso-Institut.

Bieber Daniel; Goletz, Ulrike; Carabias, Vicente u.a. (2011): Dokumentation des Statusworkshops vom 30. März 2011 im Maritim Hotel proArte Berlin zum BMBF-Förderschwerpunkt „Technologie und Dienstleistungen im demografischen Wandel“.
Saarbrücken: iso-Institut: [Download] 

Bieber, Daniel u.a. (2011): Ergebnisse des BMBF-Förderschwerpunkts „Technologie und Dienstleistungen im demografischen Wandel“, Saarbrücken: iso-Institut.

Bieber, Daniel; Sirch, Ulrike; Nöst, Stefan (2011): Wie geht die Rechnung auf? Soziale und gesellschaftliche Aspekte beim Einsatz neuer altersgerechter Assistenzsysteme. In: Ambient Assisted Living. 4. Deutscher AAL-Kongress am 25./26.01.2011 in Berlin.
Tagungsband. Berlin und Offenbach: VDE-Verlag.

Kött, Andreas (2010): Integration der Nutzerbedürfnisse bei der Entwicklung von gesundheitsbezogenen AAL-Dienstleistungen. In: Ambient Assisted Living. 3. Deutscher AAL-Kongress am 26./27.1.2010 in Berlin.Tagungsband. Berlin und Offenbach: VDE-Verlag.

Nöst, Stefan (2010): „Wenn Technik auf Pflegedienstleistungen trifft“. Dokumentation des Expertenworkshops zur Anschlussfähigkeit von Technolgien an Pflegedienstleistungen am 16./17.6.2010 in Saarbrücken:
http//www.dienstleistungundtechnik.de/dite-publicpresse.html

Bieber, Daniel (2009): Metavorhaben „Technologie und Dienstleistungen im demografischen Wandel“. In: Ambient Assisted Living. 2. Deutscher AAL-Kongress am 27./28.1.2009 in Berlin. Tagungband. Berlin und Offenbach: VDE-Verlag.

 

Evaluation des Projektes ergostahl: Umsetzung der alter(n)sgerechten Arbeitsgestaltung in der Eisen- und Stahlindustrie

Im Projekt ergostahl hat das Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung (BIT e.V.), Bochum die Aufgabe übernommen, mittelständische Unternehmen der Eisen- und Stahlindustrie bei der Umsetzung des Tarifvertrags zur Gestaltung des demografischen Wandels zu unterstützen. Dazu sollen in ausgewählten Bereichen von 5 Unternehmen Maßnahmen zur Arbeitsgestaltung, zur Qualifizierung und zur Optimierung der Führungskompetenz sowie der Unternehmenskultur und Gesundheitsförderung umgesetzt werden.

Bei der Analyse der Altersstruktur und des Qualifikationsbedarfs sowie bei der alter(n)skritischen Gefährdungsbeurteilung sind Mitarbeiter, deren Interessenvertretungen und Führungskräfte aktiv beteiligt. Arbeitsgestaltung wird somit als komplexe mehrdimensionale Aufgabe verstanden, die alle Aspekte des demografischen Wandels berücksichtigt. Eine besondere Bedeutung erhalten die jeweiligen Kontextfaktoren der Unternehmen, die Unternehmens- und Führungskultur. In diesem Rahmen sollen gerade Führungskräfte für das Thema Demografie sensibilisiert werden und für den Erwerb alter(n)sgerechter und gesundheitsförderlicher Führungskompetenzen (insbesondere Wertschätzung und Kompetenzorientierung) qualifiziert werden.

Das iso übernimmt die Evaluation des Projektes. Diese ist projektbegleitend angelegt, und sichert die komplexen Qualitätsbedingungen für einen nachhaltigen Projekterfolg durch eine ständige Prozessbegleitung bei der Entwicklung der Instrumente, bei der Maßnahmengestaltung und deren Umsetzung. Einen zentralen Stellenwert nimmt hierbei die Analyse der betrieblichen Implementationsbedingungen für Maßnahmen inklusive der jeweiligen betrieblichen Sozialordnung ein, Die Methoden und Verfahren der Evaluation sind qualitativ-reflexive Instrumente (leitfadengestützte, qualitative Interviews mit betrieblichen Akteuren, teilnehmende Beobachtung sowie Daten- und Dokumentanalysen).

Auftraggeber: Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Projektstand: abgeschlossen (11/2011 bis 11/2013)
Projektleitung: Dr. Heiko Breit

Wissenschaftliche Begleitung des Modellvorhabens „Daheim Aktiv“ des Caritasverbandes Schaumberg-Blies e.V. gefördert im Rahmen des Modellprogramms des GKV-Spitzenverbandes „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 SGB XI“

Träger des Modells war der Caritasverband Schaumberg-Blies e.V. (Saarland). Mit Hilfe eines transdisziplinären pflegerisch-therapeutischen Ansatzes der ambulanten Pflegedienste wurden die Selbstversorgungskompetenz der Pflegebedürftigen und die Pflegebereitschaft der Angehörigen gefördert. Es ging um eine stärkere Teilhabeorientierung in der Pflege, die zum einen dazu beitragen soll, die häusliche Versorgung zu stabilisieren. Zum anderen ging es aber auch darum, die Qualität der ambulanten Pflege insgesamt zu verbessern. Im Rahmen des Modells wurden die Pflegekräfte qualifiziert und die Pflegepersonen (auch Geldleistungsbezieher) fachgerecht angeleitet. Neben der Stabilisierung der häuslichen Versorgung und der Verbesserung der Pflegequalität zielt das Modell auf die Verminderung von Pflegebedürftigkeit, auf die Vermeidung stationärer Aufnahmen (Pflegeheim, Krankenhaus) und auf die Sicherung der sozialen Teilhabe pflegebedürftiger Menschen.

Aufgabe der Wissenschaftlichen Begleitung war es, die Wirksamkeit des pflegerisch-therapeutischen Ansatzes nachzuweisen, die Implementierung der transdisziplinären Vorgehensweise zu evaluieren und deren Auswirkung auf die Qualität der Pflege zu überprüfen. Dazu wurde ein Aktionsforschungsansatz verwendet, der regelmäßige Ergebnisfeedbacks und deren kritische Reflektion während des Modellverlaufs vorsieht.

Auftraggeber: Caritasverband Schaumberg-Blies e.V., gefördert im Rahmen des Modellprogramms „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 SGB XI“
Projektstand: abgeschlossen (04/2010 bis 05/2013)
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektmitarbeiter: Matthias Stadler

Veröffentlichungen:     

Schweizer, Carola (2013): Daheim aktiv – Modell zur ständigen Aktivierung pflegebedürftiger Menschen in ihrem Zuhause. Abschlussbericht im Rahmen des Modellprogramms nach § 8 Abs. 3 SGB XI des GKV-Spitzenverbandes. Saarbrücken: iso-Institut.

 

 

Modellvorhaben "Demenz im Krankenhaus" (Dem-i-K) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser Saarland"

Grundanliegen des Projekts war eine umfassende Verbesserung der Demenzversorgung in den Krankenhäusern des Saarlandes. Damit griff das Projekt einen Einrichtungstypus auf, in dem bekanntermaßen die größten Versorgungsdefizite auftreten und damit der sozialpolitisch größte Handlungsbedarf besteht.

Das Projekt kombinierte die erfolgreichsten Einzelelemente von Good-Practice-Projekten und erprobte sie erstmals in Deutschland in einer neuen und einrichtungsübergreifend vernetzten Struktur. Um den Erfahrungshintergrund zu verbreitern und damit eine hohe Übertragbarkeit des Konzeptes zu ermöglichen, wurde das Konzept an drei verschiedenen Standorten und in unterschiedlich strukturierten katholischen Krankenhäusern (St. Wendel, Saarbrücken, Lebach) erprobt und sozialwissenschaftlich ausgewertet. Während das Marienkrankenhaus St. Wendel eine trägerinterne Lösung anstrebte, indem ein hausinterner Konsiliar- und Liaisondienst ein besonderes Setting für delirgefährdete und demenzkranke Sturzpatient/innen im Bereich der Unfallchirurgie aufbaute, plante das St. Nikolaus Hospital Wallerfangen eine trägerübergreifende Konsiliar- und Liaisoneinheit, die im Caritas Krankenhaus Lebach (ohne neurologische oder psychiatrische Abteilung) und in der Caritasklinik Saarbrücken (mit neurologischer Abteilung) behandelnd und beratend tätig wurde. Damit wurden zum einen drei Varianten von Abteilungsstrukturen in die Analyse aufgenommen (intern; extern ohne bzw. mit eigener Fachabteilung) und zu bedarfsorientierten Transferkonzepten ausgearbeitet. Zum anderen bezogen sich die Interventionen auf drei Gruppen von Demenzkranken:

  • Demenzkranke, bei denen die Kompetenzeinbußen erst während des Krankenhausaufenthaltes deutlich werden; diese machen nach aktuellen Erkenntnissen rund 50% der Demenzen im Akutkrankenhaus aus (vgl. Kirchen-Peters, Sabine 2009: Zwischenbericht zur Studie „Analyse von hemmenden und förderlichen Faktoren für die Verbreitung demenzsensibler Konzepte in Akutkrankenhäusern“ im Auftrag der Deutschen Alzheimergesellschaft) . Bei diesen Personen nimmt das Krankenhaus eine Filterfunktion ein, indem sie einer Frühdiagnostik und -behandlung zugeführt und die Weichen für eine nachhaltige Anschlussversorgung gestellt werden.
  • Bekanntermaßen Demenzkranke, bei denen eine krisenhafte Zuspitzung während des Krankenhausaufenthalts vermieden werden soll. Dies ist von besonderer Relevanz, wenn schwerwiegende Verhaltensauffälligkeiten auftreten.
  • Demenzkranke oder demenzgefährdete Personen, bei denen eine delirante Episode – etwa in Zusammenhang mit einer Operation – verhindert werden soll.

Die Projektteilnehmer/innen aus den Pilotkrankenhäusern sollten Wege aufzeigen, wie eine Verbesserung der Akutversorgung demenzkranker Patient/innen unter unterschiedlichen strukturellen Rahmenbedingungen gelingen kann. Die bekannten Krisensituationen und Negativspiralen sollten außer Kraft gesetzt, die Lebensqualität der Kranken erhalten und gesteigert werden. Dies umfasste neben patientenbezogenen Maßnahmen vor allem Anstrengungen zur Qualifizierung und Entlastung des Krankenhauspersonals und zur schnittstellenübergreifenden Behandlungskontinuität.

Zentrales Ziel des Verbundprojektes war es, neben der Erarbeitung regionaler Pilotlösungen der Transfer von Erfahrungen in den allgemeinen Krankenhausalltag. Als Grundlage für die breite Nutzbarmachung dieser Erfahrungen diente ein zu entwickelndes übertragbares Handlungskonzept sowie zusätzliche arbeitserleichternde Anschauungsmaterialien, wie z.B. Fortbildungskonzepte oder Angehörigenberatungsmappen. Das übertragbare Handlungskonzept war Bestandteil eines umfassenden Endberichts, in dem die gesamten Ergebnisse und der Projektverlauf dokumentiert werden. Es ist eine eigene Projekthomepage eingerichtet: www.dem-i-k.de

 

Auftraggeber: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familien und Frauen des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen (09/2010 – 12/2013)
Projektleitung: Dr. Sabine Kirchen-Peters
Projektbearbeiter/innen: Dr.Sabine Kirchen-Peters, Dorothea Herz-Silvestrini

 

Veröffentlichung:

Sabine Kirchen-Peters unter Mitarb. von Dorothea Herz-Silvestrini (2014): Herausforderung Demenz im Krankenhaus. Ergebnisse und Lösungsansätze aus dem Projekt Dem-i-K (hrsg. vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes). Saarbrücken.

Wissenschaftliche Begleitung des Projektes "Stabilisierung des erfolgreich entwickelten Konzeptes 'Qualitätsgesicherte Häusliche Tagespflege im Main-Kinzig-Kreis'"

Der Main-Kinzig-Kreis hat im Rahmen eines Modellprojektes (gefördert vom GKV-Spitzenverband nach § 8 SGB XI) in den vergangenen fünf Jahren erprobt, ob sich ein in Schottland entwickeltes und bewährtes Konzept qualitätsgesicherter Häuslicher Tagespflege auf deutsche Verhältnisse übertragen lässt. Am Ende des Projektzeitraumes ist zu konstatieren: Das Angebot konnte unter den Modell-Rahmenbedingungen im Main-Kinzig-Kreis erfolgreich implementiert werden. So wurden genügend Gasthaushalte und Betreuungspersonen gefunden, die erforderlichen Verfahren und Instrumente entwickelt, die rechtlichen Fragen geklärt und Qualitätssicherungsmaßnahmen vereinbart. Im Ergebnis ist ein für Deutschland innovatives Angebot entstanden, das eine hochwertige Betreuung im familiären Setting ermöglicht.

Das iso-Institut hat diesen Implementierungsprozess wissenschaftlich begleitet. Der Schwerpunkt lag dabei auf einer formativen Prozessevaluation, in deren Rahmen beständig Informationen über den Modellverlauf gesammelt und Bewertungen als Entscheidungshilfen für die Steuerung der Prozesse zur Verfügung gestellt wurden. Der Neuaufbau der besonderen teilstationären Versorgungsstrukturen konnte so kontinuierlich unterstützt werden.

Das Angebot von „SOwieDAheim – qualitätsgesicherte Häusliche Tagespflege im Main-Kinzig-Kreis“ sollte in einer weiteren zweijährigen Projektphase (gefördert als Modellvorhaben zur Erprobung neuer Versorgungsstrukturen nach § 45 c Abs. 4 SGB XI) stabilisiert und seine Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt werden. Das iso-Institut wurde wiederum mit der Evaluation beauftragt, um durch eine empirisch abgesicherte Datenlage den spezifischen Nutzen der Häuslichen Tagespflege zu belegen.

Während in der vorangegangenen Aufbauphase des Angebots in erster Linie Dimensionen der Struktur- und Prozessqualität untersucht wurden, wurde in diesem Projekt nunmehr der Schwerpunkt auf die Ergebnisqualität gerichtet. Im Blick waren dabei das Wohlbefinden der Gäste, die Zufriedenheit und Entlastung der Angehörigen sowie das Kompetenzprofil der Betreuungspersonen und deren Zufriedenheit mit ihrer Tätigkeit. Die zentrale Hypothese lautet, dass unter den spezifischen Bedingungen dieses Angebots an der Schnittstelle zwischen professioneller Dienstleistung und bürgerschaftlichem Engagement die Lebensqualität sowohl der Nutzer (Gäste und Angehörige) als auch die Zufriedenheit der Dienstleistungserbringer (geschulte Betreuungspersonen) gesteigert wird.

Auftraggeber: Main-Kinzig-Kreis (im Rahmen eines Modellvorhabens zur Erprobung neuer Versorgungsstrukturen nach § 45 c Abs. 4 SGB XI)
Projektstand: abgeschlossen (07/2011 – 06/2013)
Projektleitung: Maria Zörkler
Projektbearbeiter/innen: Simone von Nida

Veröffentlichung:          

Zörkler, Maria; Kirchgäßner, Renate (2014): DCM in innovativen Versorgungsformen – Das Beispiel häuslicher Tagespflege. In: Riesner, Christine (Hrsg.): Dementia Care Mapping (DCM): Evaluation und Anwendung im deutschsprachigen Raum. Bern: Huber Verlag: 165-181.

 

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2012 abgeschlossen

Dienstleistungsarbeit zwischen Ökonomisierung und Aktivierung. Neue Herausforderungen an Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik

Der Wohlfahrtsstaat in Deutschland ist in den vergangenen fünfzehn Jahren einem weit reichenden Umbau (und teilweisen Rückbau) unterworfen worden. In den Organisationen der sozialen Dienste werden dabei betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente eingeführt, mit dem Anspruch, die Effizienz sozialer Dienstleistungen zu erhöhen. Die neuen Steuerungsformen bewirken eine „Ökonomisierung“ – in der Praxis sozialer Dienstleistungsarbeit treten Kosten-Nutzen-Kalküle und fiskalische Aspekte zunehmend in den Vordergrund. Daneben tritt ein weiteres neues Element: Im Verständnis des „aktivierenden Sozialstaates“ werden für die Gewährung sozialer (Dienst-)Leistungen zunehmend Gegenleistungen bzw. die aktive Mitwirkung von Klientinnen und Klienten erwartet und eingefordert. Dieses Aktivierungsparadigma muss letztendlich von den Beschäftigten in den sozialen Diensten in der Interaktion mit ihren Adressaten praktisch umgesetzt werden.

Bisher ist wenig darüber bekannt, wie die neuen Entwicklungen die Handlungsanforderungen und die Arbeitsbedingungen von professionellen Helferinnen und Helfern prägen. Muss der Staat zunächst seine Bediensteten aktivieren, damit er seine Bürgerinnen und Bürger aktivieren kann? Welche Folgen haben die „Ökonomisierung“ und das Paradigma der „Aktivierung“ für die Arbeitsprozesse und die Arbeitsqualität der Beschäftigten? Wie drückt sich der Anspruch der Aktivierung in verschiedenen Professionen und Bereichen sozialer Dienstleistungen aus?

Diese Fragen wurden in einer vergleichenden Studie in unterschiedlichen Bereichen sozialer Dienstleistungsarbeit untersucht. Dazu wurden in Einrichtungen der Kinderbetreuung und der Jugendhilfe sowie der ambulanten und stationären Altenhilfe Experteninterviews mit Fach- und Führungskräften sowie Personalvertretern und eine standardisierte Beschäftigtenbefragung durchgeführt.

Gefördert von: Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf
Projektstand: abgeschlossen: (12/2009 bis 06/2012)
Projektleitung: Dr. Volker Hielscher
Projektteam: Kerstin Blass, Dr. Volker Hielscher, Dr. Sabine Kirchen-Peters, Prof. Dr. Lukas Nock

 

Veröffentlichung:

Hielscher, Volker; Nock, Lukas; Kirchen-Peters, Sabine; Blass, Kerstin (2013): Zwischen Kosten, Zeit und Anspruch. Das alltägliche Dilemma sozialer Dienstleistungsarbeit. Wiesbaden: Springer VS Verlag. [Flyer]

Nock, Lukas; Kirchen-Peters, Sabine; Hielscher, Volker (2013): Zwischen Anspruch und Marktdruck. Pflege im Branchenvergleich. In: Dr. med. Mabuse Nr. 201: 43-45.

Blass, Kerstin (2012): Ambulante Pflege zwischen Ökonomisierungsdruck und Aktivierungsanspruch. In: Die Schwester Der Pfleger Nr. 8/2012: 788-790.

 

Analyse von hemmenden und förderlichen Faktoren für die Verbreitung demenzsensibler Konzepte in Akutkrankenhäusern

Die Zukunft der Krankenhausbehandlung erhält vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklng eine sich zuspitzende sozial- und gesundheitspolitische Relevanz. Aktuell fließen mit rund 62 Milliarden Euro über ein Viertel aller Gesundheitsausgaben in Deutschland in den Krankenhaussektor. Da ältere Menschen im Durchschnitt vergleichsweise häufigere und längere Krankenhausaufenthalte in Anspruch nehmen als jüngere, sagen Expert/innen einen deutlichen Anstieg dieser Kosten voraus. Zudem ist mit einer zunehmenden Zahl von Patient/innen zu rechnen, die neben ihren als Hauptdiagnose aufgelisteten somatischen Diagnosen gleichzeitig an behandlungsbedürftigen Demenzen leiden. Weil sich Kliniken auf diese Entwicklung noch nicht ausreichend eingestellt haben, wird der Krankenhausaufenthalt für die Demenzkranken jedoch häufig zu einer Krisensituation mit negativen Auswirkungen auf die weiteren Lebensperspektiven.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hatte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des iso-Instituts, Sabine Kirchen-Peters, im Rahmen einer Forschungsförderung damit beauftragt, eine Grundlage für die strukturierte Qualitätsentwicklung in der Krankenhausversorgung Demenzkranker zu liefern. Es sollten Erkenntnisse über vorliegende Barrieren gewonnen werden, die die Verbreitung demenzsensibler Konzepte derzeit verhindern oder erschweren. Auf der Basis der herausgearbeiteten und präzisierten Barrieren wurden Empfehlungen formuliert, wie diese hemmenden Faktoren von unterschiedlichen Akteuren wie Krankenhausträgern, Krankenhauspersonal, politisch Verantwortlichen sowie Demenzkranken und ihren Angehörigen, zu beseitigen bzw. zu reduzieren sind. Dazu wurden eine Online-Befragung in Allgemeinkrankenhäusern sowie Fallstudien in Krankenhäusern der „Normalversorgung“ und in Good-Practice-Krankenhäusern durchgeführt.

Auftraggeber: Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Projektstand: abgeschlossen (01/2009 – 08/2012)
Projektleitung: Sabine Kirchen-Peters
Projektmitarbeiterin: Sabine Kirchen-Peters, Dorothea Herz-Silvestrini, Judith Bauer

Veröffentlichungen:     

Kirchen-Peters, Sabine unter Mitarbeit von Dorothea Herz-Silvestrini und Judith Bauer (2013): Akutmedizin in der Demenzkrise? Chancen und Barrieren für das demenzsensible Krankenhaus, Saarbrücken: iso-institut. [Bestellformular]

Kirchen-Peters, Sabine (2013): Das demenzfreundliche Krankenhaus: eine Utopie? In: „Zusammen leben – voneinander lernen“. Referate auf dem 7. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Selbsthilfe Demenz in Hanau vom 18. bis 20. Oktober 2012. Tagungsreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., Band 9. Berlin.

Kirchen-Peters, Sabine (2011): Der lange Weg zum demenzfreundlichen Krankenhaus. In: „Gemeinschaft leben“. Referate auf dem 6.- Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Selbsthilfe Demenz in Braunschweig vom 7. bis 9. Oktober 2010. Tagungsreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., Band 8. Berlin.

Kirchen-Peters, Sabine (2011): Was hindert Klinikträger daran, die bewährten Konzepte zur Versorgung von Menschen mit Demenz umzusetzen? In: Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V.: Menschen mit Demenz im Krankenhaus. Dokumentation der Fachtag am 22.09.2010 in Wandsbek. Hamburg: 71-81.

Kirchen-Peters, Sabine (2011): Der lange Weg zum demenzfreundlichen Krankenhaus – Barrieren und Gestaltungschancen. In: Bettig, U.; Frommelt, M.; Lerner, C. u.a. (Hrsg.): Management Handbuch Pflege. Heidelberg: Ordner: E 2100: 1-34.

Kirchen-Peters, Sabine (2010): Stolperstein demenzkranker Patient. Warum es so schwierig ist, ein Krankenhaus demenzsensibel auszurichten. In: KU Gesundheitsmanagement 79(2010)12: 20-22.

Kirchen-Peters, Sabine (2007): Lösungen für eine bessere Versorgung Demenzkranker im Krankenhaus. In: Alzheimer Info 4/2007: 3-4.

 

 

Expertise Nationale Demenzstrategien

Das Familienministerium beaufragte das iso-Institut im November 2011 damit, eine Expertise zur Erstellung einer Nationalen Demenzstrategie durchzuführen. Darin sollten die bisherigen Erfahrungen der nationalen Demenzstrategien im internationalen Vergleich verfügbar gemacht und auf einer gesicherten empirischen Basis die Anforderungen an den Nationalen Demenzplan für Deutschland präzisiert werden. Die Vorstudie ist mittlerweile abgeschlossen und hat Erkenntnisse auf drei Ebenen erbracht:

Sie lieferte eine Informationsgrundlage über das bisher vorliegende Wissen und die Erfahrungen zum Stand der Erarbeitung und Umsetzung nationaler Demenzpläne in Europa und einigen ausgesuchten außereuropäischen Ländern. Dabei wurden die Pläne nicht nur im Hinblick auf ihre Forderungspositionen und Umsetzungsvorschläge in den unterschiedlichen Entwicklungsbereichen (Grundlagenforschung, medizinische und pflegerische Versorgung, gesellschaftliche Teilhabe und Integration usw.) untersucht. Es wurde zudem geprüft, inwiefern sie die dargestellten Problemstellungen und Umsetzungsbarrieren auf gesellschafts-, versorgungs- und steuerungspolitischer Ebene reflektieren und inwiefern sie ggf. Lösungen zu deren Reduzierung anbieten.

Die Vorstudie leistete zudem eine Einschätzung zu den Erwartungen wichtiger Akteure an eine Nationale Demenzstrategie und hat damit die Anschlussfähigkeit an bestehende Strategien und Projekte verbessert. Dazu wurden eine Reihe von Expert/innen und Repräsentant/innen wichtiger Institutionen und Verbände befragt. Die Ergebnisse bilden nicht nur eine unverzichtbare Informationsgrundlage für die Konzeptualisierung der Nationalen Demenzstrategie, ihre Berücksichtigung hat zugleich die Akzeptanz und Unterstützung des Aktionsplanes durch die intermediären Organisationen befördert.

Darüber hinaus wurden Im Rahmen der Vorstudie Handlungsempfehlungen zur Erstellung einer Nationalen Demenzstrategie formuliert. Das betrifft insbesondere

  • die Entwicklung von inhaltlichen Kriterien, die die Demenzstratgie erfüllen soll sowie
  • die Erarbeitung eines Vorschlags für eine Prozesssteuerung.

Die methodische Umsetzung erfolgte im Rahmen einer Dokumentenanalyse zu Demenzstrategien im internationalen Vergleich sowie durch eine Expertenbefragung und einen Expertenworkshop zu den Erwartungen an eine Nationale Demenzstrategie. Die Ergebnisse der Vorstudie, die in Berichtsform vorliegen, dienen dem Auftraggeber sowohl als eine inhaltliche wie auch eine prozessorientierte Handreichung, auf deren Basis unmittelbar mit den Arbeiten begonnen werden kann.

 

Auftraggeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Projektstand: abgeschlossen (01.11.2011- 31.05.2012)
Projektleitung: Dr. Sabine Kirchen-Peters
Projektbearbeiter/innen: Dr. Sabine Kirchen-Peters; Dr. Volker Hielscher

 

Veröffentlichungen:

Kirchen-Peters, Sabine; Hielscher, Volker (2013): Nationale Demenzstrategien – Vorbilder für Deutschland? In: Informationsdienst Altersfragen Nr. 2/2013: 18-24

Kirchen-Peters, Sabine; Hielscher, Volker (2012): Expertise „Nationale Demenzstrategien“. Vergleichende Analyse zur Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Deutschland. Saarbrücken: iso-institut [Download]

 

Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger (BMG IV)

Das Modellprogramm „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“ wird seit zwei Jahrzehnten vom iso-Institut wissenschaftlich begleitet. Es startete 1991 mit dem Ziel, die Pflegeversicherung vorzubereiten und später ihre Umsetzung zu begleiten. Im Rahmen des Modellprogramms sind bundesweit etwa 600 Modellprojekte gefördert worden, die entscheidend zur Modernisierung der Versorgungsinfrastruktur in Deutschland beigetragen haben.

Die wissenschaftliche Begleitung des Modellprogramms hat mehrere Phasen durchlaufen. In Phase I und II ging es vor allem darum, die Vielzahl der geförderten Projekte konzeptionell zu beraten, den Implementierungsprozess ausgewählter Modelle und die Wirkung bestimmter Maßnahmen zu evaluieren und die Ergebnisse in der eigens für das Modellprogramm geführten Schriftenreihe zu veröffentlichen (18 Bände).

In einer dritten Phase des Modellprogramms sind keine neuen Modelle mehr gefördert worden. Eine Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung war es, die gesammelten Erkenntnisse aus BMG I und II aufzubereiten sowie gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit Perspektiven für die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung zu erarbeiten.

In der aktuell laufenden vierten Phase des Modellprogramms wurden Forschungsstudien, aber auch wieder innovative Ansätze aus der Praxis gefördert. Die Projektmitarbeiter unterstützten das Bundesministerium für Gesundheit bei der Vorbereitung der Studien und waren bei der Auswahl der Bewerber und der Modelle als Gutachter tätig. Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Begleitung lag auch in der vierten Phase wieder auf der inhaltlichen Diskussion mit dem BMG und in der Erarbeitung von Expertisen, die für die konzeptionelle Weiterentwicklung der Pflegeversicherung von Bedeutung sind. Darüber hinaus wurden vom iso-Institut die Daten und Erkenntnisse aus den Modellprojekten für die Weitergabe an Dritte oder zur Veröffentlichung aufbereitet.

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Projektstand: abgeschlossen (07/2011 – 12/2012)
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektbearbeiter/innen: Carola Schweizer, Maria Zörkler

 

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2011 abgeschlossene Projekte

Evaluation des Feldtestes zur Demonstration eines automatisierten Monitoring und Haus-Energiemanagements („CO2-Projekt“)

Die Bundesregierung strebt an, zwischen 1990 und 2020 die in Deutschland produzierten CO2-Emmissionen um 40% zu senken. Dazu wurde u.a. die von der co2online gGmbH koordinierte Kampagne „Minus 40 Prozent Club“ ins Leben gerufen. Zu diesem Konzept gehört ein online verfügbares „Energiesparkonto“, das die aktuelle Energiebilanz der zum „Energiesparclub“ gehörenden Nutzer/innen zeitnah dokumentiert, Vergleichsdaten liefert und vielfältige Anregungen für weitergehende Einsparmöglichkeiten anbietet.

Ein Teil der Nutzer/innen des Energiesparkontos wird im Rahmen eines Feldtests zusätzlich mit den Möglichkeiten eines automatisierten Monitoring (AMON) und technischen Geräten ausgestattet, die ein systematischeres Haus-Energiemanagement (HEMA) ermöglichen (Power Economizer, Messsteckdosen, Heizungsregelung mit Fensterkontakt, Temperatur und Feuchtemessung, Schaltaktoren). Für die technische Abwicklung des Feldtests, die damit einhergehende Ausstattung, Anleitung und Beratung ist das Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES gGmbH), ein Forschungsinstitut der HTW Saarbrücken) zuständig. Die sozialwissenschaftliche Evaluation erfolgt durch IsoMe (Institut für soziologische Meinungsforschung, Berlin) und das iso-Institut Saarbrücken.

Der Beitrag des iso-Instituts konzentriert sich auf die Erfassung und Zusammenhangsanalyse von sozialstrukturellen Merkmalen, milieuabhängigen Lebensstilen und Nutzerverhalten. Hierzu werden quantitative Erhebungen und vertiefende Interviews durchgeführt. Letztere beziehen sich insbesondere auf den lebensweltlichen Kontext und grundlegende Motivationen, die bei den Überlegungen zum Energiesparen bzw. bei den hierzu bevorzugten Formen und Strategien eine Rolle spielen. Weiterhin werden in diesem Zusammenhang Fragen der praktischen Handhabung von Instrumenten und Informationsmöglichkeiten angesprochen.

Die Ergebnisse der Evaluation sowie die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen gehen in die von der co2online gGmbH organisierte Diskussion ein und werden schließlich in einem zusammenfassenden Bericht dargestellt.

Gefördert von: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Projektstand: laufend (01.08.2008 – 31.12.2011)
Projektleiter: Dr. Manfred Geiger
Projektbearbeiter: Dr. Manfred Geiger, Stefan Kerber-Clasen, Jörg Marschall

Werkzeugkasten Eingliederungsmanagement. Gestaltung, Umsetzung und Transfer von Instrumenten zum Eingliederungsmanagement

Das zweijährige Projekt verfolgt das Ziel, es Betrieben zu ermöglichen, dass sie ihre Präventionsaufgaben durch Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) wahrnehmen und dabei ihre Selbsthilfepotentiale erschließen und nutzen können. Hierbei geht es vor allem darum, bisher erarbeitete Handlungsempfehlungen und Verfahrensabläufe zu konkretisieren, auszudifferenzieren und in der betrieblichen Praxis zu erproben.

Im Einzelnen werden im Projekt folgende Schritte vollzogen:

  • Entwicklung eines Werkzeugkastens von Handlungs- und Gestaltungsinstrumenten zum BEM
  • Einführung des Eingliederungsmanagements in fünf Betrieben
  • Transfer der Projektergebnisse in weitere fünfzehn Betrieben
  • Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Einführungserfahrungen

Das Projekt wird in einem Verbund von vier Partnern durchgeführt:

  • BIT – Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung e.V., Bochum;
  • IG Metall – Ressort Teilhabepolitik/Schwerbehindertenvertretungen, Frankfurt a.M.;
  • Johannes Magin – Beratung für Unternehmensführung und Organisationsentwicklung / Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V.;
  • Aufgabe des iso-instituts ist die wissenschaftliche Begleitung und die Auswertung der Einführungserfahrungen.

 

Auftraggeber: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Initiative „Jobs ohne Barrieren“
Projektstand: abgeschlossen (05/2009 bis 03/2011)
Projektleitung: Dr. Heiko Breit

Veröffentlichungen:

Feldes, Werner (2011): IG-Metall-Projekt: Qualitsämanagement für ein gutes Eingliederungsmanagement: In: Gute Arbeit (3) 2011: 25-26

Magin, Johannes; Breit, Heiko (2011): Praxistest: Wie kommt das Eingliederungsmanagement in den Betrieb?. In: Gute Arbeit (3) 2011: 18-20

Lange, Andreas; Szymanski, Hans (2011): Der Werkzeugkasten Betriebliches Eingliederungsmanagement. In: Gute Arbeit (3) 2011: 18-20

 

 

Wissenschaftliche Begleitung des Modellvorhabens „Entwicklung qualitätsgesicherter häuslicher Tages- und Kurzzeitpflege im Main-Kinzig-Kreis“

Die Aufnahme von Tages- und Kurzzeitpflege in den Leistungskatalog der Pflegeversicherung zielte auf eine Verbesserung der Situation von Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen. Obwohl schon früh mit dem Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur begonnen wurde, blieb die Nachfrage weit hinter den Erwartungen zurück. Die Intention des Gesetzgebers, die häusliche Versorgung durch diese Entlastungsangebote zu stärken, konnte daher nur bedingt greifen.

Im Rahmen des Projektes, das als Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung laut § 8 Abs. 3 SGB XI von den Spitzenverbänden der Pflegekassen gefördert wurde, sind im Main-Kinzig-Kreis niedrigschwellige, bedarfsgerechte Formen der Tages- und Kurzzeitpflege implementiert worden. Ideengeber war eine Initiative in Schottland, die dieses neue Betreuungsmodell entwickelt hat. Dabei werden hilfe- und pflegebedürftige Menschen in ausgewählten Privathaushalten von Betreuungspersonen versorgt. Ein Team von Fachkräften bereitet die engagierten Laien auf ihre Tätigkeit vor und begleitet sie in der Praxis. Ein unabhängiges Fachgremium mit Vertretern der Verbände der Pflegekassen in Hessen, des Hessischen Amtes für Versorgung und Soziales, des Gesundheits- und Sozialamts, einer Altenberatung und einer Angehörigen-Initiative entscheidet über die Anerkennung der Betreuungspersonen und Haushalte. Besonderes Augenmerk ist auf eine effektive Qualitätssicherung gerichtet.

Die zentrale Forschungsfrage der wissenschaftlichen Begleitung lautete: Lässt sich ein in Schottland entwickeltes und bewährtes Konzept der häuslichen Tages- und Kurzzeitpflege auf deutsche Verhältnisse übertragen? Konkret ist untersucht worden,

  • ob sich entsprechende Gastfamilien finden lassen,
  • ob genügend Laienhelfer/innen rekrutiert werden können,
  • wie die in Schottland entwickelten Instrumente ggf. abgeändert werden müssen und welche rechtlichen Fragen zu klären sind,
  • ob sich durch die neuen Angebotsformen die Nutzungsfrequenzen von Tages- und Kurzzeitpflege erhöhen,
  • ob angemessene und tragfähige Vergütungsstrukturen entwickelt werden können und
  • wie die Qualität der Leistungserbringung gesichert und die Refinanzierung der professionellen Kräfte gewährleistet werden können.

Auftraggeber: Main-Kinzig-Kreis, Leitstelle für ältere Bürger
Projektstand: abgeschlossen (07/2006 – 06/2011)
Projektleitung: Maria Zörkler

 

Veröffentlichungen:

Gregor, Barbara; Zörkler, Maria: „So wie daheim? – Das probieren wir!“ Hessisches Projekt lädt alte Menschen zur Betreuung in Privathaushalte ein. In: Pro Alter 40(2008)1: 56-60.

Wissenschaftliche Begleitung des Modellvorhabens "Ambulanter Demenzdienst" gefördert nach § 45c SGB XI von den Spitzenverbänden der Gesetzlichen Pflegekassen und dem Hessischen Sozialministerium

Der Träger des Modellprojektes, der Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder e.V. in Kooperation mit der Hauskrankenpflege Lahn-Dill, ist im Rahmen seiner Angebote unmittelbar mit den Problemen bei der ambulanten Versorgung der etwa 2.500 Demenzkranken im Lahn-Dill-Kreis konfrontiert. Es hat sich gezeigt, dass oftmals ein ganzes Bündel an Unterstützungsleistungen nötig ist, um den von vielen Hilfebedürftigen gewünschten Verbleib „in den eigenen vier Wänden“ sichern zu können. Angesichts der demografischen und soziostrukturellen gesellschaftlichen Entwicklung ist unumstritten, dass die damit verbundenen Aufgaben nicht mehr nur von professionellen Kräften erbracht werden können. Der Einsatz ehrenamtlicher und sonstiger zum bürgerschaftlichen Engagement bereiter Personen hat zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Mischung von formellen und informellen Hilfeformen in einem „welfare-mix“ soll insbesondere auch die lebensweltliche Dimension der Angebote betonen.

Hier setzt das Konzept des ambulanten Demenzdienstes an. Durch entsprechend ausgebildete Fachkräfte wird die Demenzberatung, die häusliche Betreuung, die Unterstützung in speziellen Problemlagen sowie die Gewinnung, Schulung, Koordination und Begleitung von ehrenamtlichen Helfer/innen für den Einsatz in Privathaushalten gesichert. Das neu zu implementierende Angebot soll die bisherigen Unterstützungsmaßnahmen im Landkreis ergänzen und als weiteres Glied in der Versorgungskette zur Entlastung der Angehörigen beitragen. Hierzu ist auch die Einführung eines Fallmanagements in besonderen Einzelfällen vorgesehen, in dessen Rahmen sozialraumbezogene Hilferessourcen systematisch ausgelotet werden. Der ambulante Demenzdienst ist im Lahn-Dill-Kreis eingebunden in eine Versorgungslandschaft, die geprägt ist von vergleichsweise weit entwickelten kommunikativen Strukturen, so dass neben einer kontinuierlichen Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit selbstverständlich auch die Vernetzung als ein Arbeitsfeld vorgesehen ist. Dazu gehört insbesondere auch die enge Kooperation mit den Pflegeberatern der Pflegekassen.

Im Mittelpunkt der Erhebungen der wissenschaftlichen Begleitung stand die Frage, welche Auswirkungen die Implementierung des neuen Angebots auf die Nutzer/innen, die Mitarbeiter/innen und die Versorgungslandschaft hat. Dabei war eine Analyse der Arbeits- und Funktionsweise des ambulanten Demenzdienstes die grundlegende Basis. Dies geschah u.a. mit Hilfe von teilstandardisierten Interviews mit den am Modell beteiligten Akteuren, durch teilnehmende Beobachtung sowie durch eine quantitative Erfassung und Auswertung der Nutzer- und Mitarbeiterstrukturen. Im Rahmen einer formativen Prozessevaluation wurden beständig Informationen über den Modellverlauf gesammelt und Bewertungen als Entscheidungshilfen für die Steuerung der Prozesse zur Verfügung gestellt, um so die Nachhaltigkeit des Angebots kontinuierlich zu unterstützen.

Auftraggeber: Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder e.V. in Kooperation mit der Hauskrankenpflege Lahn-Dill
Projektstand: abgeschlossen (2008 – 2011)
Projektleitung: Maria Zörkler
Projektmitarbeiter/innen: Manfred Geiger, Julia Heieck, Maria Zörkler

 

 

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2010 abgeschlossene Projekte

Weiterbildungs- und Qualifizierungsberatung für saarländische Unternehmen

Seit dem 1. April 2009 koordinierte das iso-Institut das saarländische Landesprogramm „Weiterbildungsberatung für Unternehmen“. Durch eigens ausgewählte und qualifizierte Beraterinnen und Berater erhielten saarländische Unternehmen kostenfrei eine ganzheitliche Bedarfsanalyse bezüglich ihrer derzeitigen und ihrer zukünftigen Qualifikationsanforderungen.

Insbesondere KMU konnten von diesem Service profitieren, nicht zuletzt auch, um in Zeiten der Krise zu qualifizieren statt zu entlassen. Zur Weiterbildungsberatung gehörten die Beratung über Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für Weiterbildungsmaßnahmen. Für Betriebe in Kurzarbeit konnten bei der Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen die Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit oder durch das Land ersetzt werden.

135 Unternehmen quer durch alle Branchen haben die Weiterbildungsberatung bereits in Anspruch genommen oder stehen noch im Beratungsprozess (Stand Ende 2009). Bei mehr als der Hälfte handelte es sich um Unternehmen mit einer Größe bis 50 Mitarbeiter/innen.

Aktiv im Beratungsprozess waren 17 Berater tätig, darunter 5 Seniorberater, die in der Vergangenheit Erfahrungen als Personalverantwortliche in bedeutenden saarländischen Unternehmen gesammelt haben.
Das Programm wurde von der Landesregierung des Saarlandes bis Ende 2010 gefördert. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Internetadresse: http://www.qse.saarland.de

 

Auftraggeber: Saarländische Landesregierung
Projektstand: abgeschlossen: (4/2009 bis 12/2010)
Projektleitung: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektkoordination: Dr. Heiko Breit, Dr. Alexander Neumann, Stefan Nöst, Maria Zörkler

Veröffentlichung:

Breit, Heiko; Matthäi, Ingrid (2011): Landesprogramm „Weiterbildung für saarländische Unternehmen“. Endbericht. Saarbrücken: iso-institut

Perspektiven auf den demografischen Wandel

Problemlage:

In der breiten Öffentlichkeit ist das Thema „Demografie“ auf dem Vormarsch, einem Vormarsch, der kaum aufzuhalten scheint. Auch in der Wissenschaft wird das Thema „Demografie“ intensiv und kontrovers behandelt. Während die einen meinen, man könne den demografischen Wandel und seine absehbaren Wirkungen durchaus entspannt betrachten, vertreten andere die Auffassung, der demografische Wandel bringe vor allem gesellschaftlich wirksame Risiken mit sich. Interessant ist, mit welchen Vorannahmen und Zukunftserwartungen hier jeweils operiert wird, was thematisiert und was dethematisiert wird.

Zielsetzung: Im Projekt sollen die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen zu Risiken und Chancen des demografischen Wandels rekonstruiert werden. Dabei werden etwa folgende Fragen im Mittelpunkt stehen: Welche Entwicklung nehmen Ökonomie und Gesellschaft, welche Konsequenzen ergeben sich für unterschiedliche Unternehmensformen und Betriebstypen? Wie wird die Entwicklung der Infrastrukturen verlaufen? Wie entwickeln sich in Unternehmen bestimmte Unternehmensfunktionen (innovative vs. produktive Bereiche)? Entstehen neue Märkte für Senioren und welche Bedeutung werden sie haben? Wird es neue, ökonomisch tragfähige Betriebstypen für Ältere geben, wie werden die Betriebe mit der größeren Zahl älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgehen? Wie werden sich Pflege und Wohnformen, wie sich die Sozialversicherung verändern, wenn die Zahl alter und hochbetagter Menschen signifikant ansteigt, aber nicht alle über ausreichend Ressourcen verfügen? Wie entwickelt sich das Bildungssystem? Wie sind die Reaktionen auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewerten?

Das Vorhaben wird vor allem eine Rekonstruktion des Stands der Forschung in denjenigen Feldern zu leisten haben, die im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen, technischen, ökonomischen und organisatorischen Innovationsprozessen einerseits und gesellschaftlichen Veränderungen, ggf. verschärft durch den demografischen Wandel, andererseits stehen. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, den Einfluss sich verändernder demografischer Strukturen jeweils präzise zu bestimmen, also der Neigung zu widerstehen, gesellschaftliche Problemlagen gleichsam zu „demografisieren“.

Methoden und Ergebnisse: Im Vorhaben wird v.a. Desktop-Research betrieben und eine Reihe von Interviews geführt. Die Ergebnisse werden publiziert. Das Projekt wird gemeinsam durchgeführt mit dem Dilemma-Verlag / Armin Pongs (München) und Dr. Karlheinz Steinmüller (Berlin). Armin Pongs (www.dilemma-verlag.de) wird in der bereits bewährten Form Interviews mit bedeutenden Forschern aus den einschlägigen Feldern führen und Dr. Karlheinz Steinmüller (www.steinmueller.eu) wird Szenarien entwickeln, die visionär die Situation in 25 – 35 Jahren beschreiben.

Gefördert von: BMBF
Projektstand: abgeschlossen (01.06.2007 bis 30.04.2010)
Projektleiter: Prof. Dr. Daniel BieberProjektbearbeiter: Prof. Dr. Daniel Bieber, Dr. Heiko Breit, Dr. Manfred Geiger, Josef Reindl, Christian Kloß, M.A.

Veröffentlichungen:

Bieber, Daniel (Hg.) (2011): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München. oekom verlag. [Einblick ins Buch]

Bieber, Daniel (2011): Grundlagen des Demografiediskurses – eine kritische Würdigung. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München: 23-84.

Breit, Heiko (2011): Das Bildungssystem im demografischen Wandel: Mehr Bildung bei weniger Kindern. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München: 137-194.

Geiger, Manfred (2011): Pflege in einer alternden Gesellschaft. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München: 250-298.

Kloß, Christian (2011): Der Pilz und die Bohnenstange – Eine Betrachtung der modernen Familie unter den Vorzeichen des demografischen Wandels. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München: 85-136.

Kloß Christian (2011): Sichere Rente oder sichere Verluste? Die „Demografie“ von Altersvorsorge, Kapital- und Immobilienmarkt. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München: 193-249.

Kloß, Christian; Bieber, Daniel (2011): Demografischer Wandel und Infrastruktur – zentrale Herausforderungen. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München: 299-402.

Reindl, Josef (2011): Die Dekonstruktion des Alters. Eine Kritik der konstruktivistischen Alternsforschung. In: Bieber, Daniel (Hg.): Sorgenkind demografischer Wandel? Warum die Demografie nicht an allem schuld ist. München: 403-416.

Vorbereitungsstudie zur Implementierung einer "Task Force Grenzgänger" in der Großregion SaarLorLux

Die Großregion SaarLorLux mit der als grenzüberschreitenden Kooperation der beiden deutschen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz, des Nationalstaates Luxemburg, der französischen Region Lothringen und der Wallonischen Region mit der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens gilt als Vorreiter der Integration Europas. Grenzgänger gelten dabei als „konstitutives Merkmal“ des großregionalen Arbeitsmarktes. In der Großregion pendeln heute täglich mehr als ca. 175.000 Beschäftigte, das sind ca. 40% aller Grenzgänger in Europa, über eine nationale Grenze zu ihrem Arbeitsort.

Das Vorhaben setzt an den Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitende Beschäftigung an: Zwar gilt nach den europäischen Verträgen für Arbeitnehmer in Europa die volle Freizügigkeit, in der Praxis jedoch stoßen Grenzgänger auf zahlreiche arbeitsrechtliche, steuer- und sozialrechtliche Hemmnisse. Zur Bearbeitung der rechtlich-administrativen Inkompatibilitäten wurde auf dem Gipfeltreffen der Großregion am 17.7.2009 die Einrichtung einer „Task Force Grenzgänger“ beschlossen. Diese Task Force soll jedoch keineswegs eine eigene zusätzliche Beratungsstelle für Grenzgänger sein, sondern juristische und administrative politische Lösungsvorschläge zu für konkreten Problemstellungen für die politischen Entscheidungsgremien erarbeiten. Sie arbeitet dabei den bereits existierenden Institutionen und Beratungsstellen zu.

Im Rahmen der Vorbereitungsstudie sollen die institutionellen Voraussetzungen und die wesentlichen Anforderungen an die zu bildende Task Force Grenzgänger geklärt werden. Dazu sind zum einen die Praxiserfahrungen und Erkenntnisse der vielfältigen Beratungseinrichtungen, der politischen Akteure in diesem Feld und der Partner der Großregion in systematischer Form zu erheben, zu analysieren und mit dem Fokus auf bestehende Mobilitätshindernisse zu bewerten. Darauf aufbauend soll wird ein Konzeptvorschlag für ein Aufgaben- und Kompetenzprofil der Task Force sowie für deren Kooperation und Vernetzung mit den vielfältigen Akteuren in diesem Feld entwickelt werden.

Version Française

Zuwendungsgeber: Saarländisches Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit sowie Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen (01.08.2009 – 31.03.2010)
Projektleiter: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektbearbeiter: Dr. Volker Hielscher, Dr. Ingrid Matthäi, Dr. Alexander Neumann

Veröffentlichungen: Hielscher, Volker; Neumann, Alexander: „Task Force“ Grenzgänger in der Großregion. Bericht zur Vorbereitungsstudie. Saarbrücken 2010

LagO - Länger Arbeiten in gesunden Organisationen

Im Blickfeld des Projektes LagO stehen Tätigkeitsfelder, in denen die Arbeit körperlich oder psychisch anstrengend und der vorzeitige Berufsaustritt bislang die Regel ist („begrenzte Tätigkeitsdauer“). Gemeinsam mit Unternehmen aus Industrie, Handel und öffentlichem Dienst werden in einem beteiligungsorientierten Prozess Konzepte und Maßnahmen entwickelt und erprobt, um die Gesundheit und die Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern.

Handlungsansätze sind:

  • Arbeitsplatzgestaltung und Gesundheitsprogramme;
  • Arbeitsorganisation und Arbeiten in altersgemischten Teams;
  • berufliche Entwicklungsplanung und Qualifizierung;
  • Leistungsregulierung und Gestaltung der Arbeitszeit;
  • Führungsverhalten und Unternehmenskultur.

Die Erfolgsfaktoren, aber auch die Schwierigkeiten auf dem Weg der Umsetzung von Modellen werden transparent gemacht. Die Ergebnisse – Analyseinstrumente, Gestaltungskonzepte und Umsetzungsstrategien – werden so aufbereitet, dass auch andere Unternehmen sie nutzen können.

Förderung und fachliche Begleitung:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS),
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua)

Projektstand: abgeschlossen (09/2006-03/2010)
Projektleiterin: Dr. Martina Morschhäuser
Projekbearbeiter/in: Dr. Martina Morschhäuser, Dr. Ingrid Matthäi, Jörg Marschall

Kooperationsbetriebe:

Veröffentlichungen:

Matthäi, Ingrid; Morschhäuser, Martina unter Mitarbeit von Achim Huber (2011): Länger arbeiten in gesunden Organisationen. Praxishilfe zur alternsgerechten Arbeitsgestaltung in Industrie, Handel und Öffentlichem Dienst. 2. Auflage. Saarbrücken: iso-Institut.

Matthäi, Ingrid (2010): LagO – Länger arbeiten in gesunden Organisationen. Modellprojekt im Rahmen des Förderschwerpunktes 2006 des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen. Zusammenfassung. Saarbrücken. [Download

Matthäi, Ingrid; Morschhäuser, Martina unter Mitarbeit von Achim Huber (2009): Länger arbeiten in gesunden Organisationen. Praxishilfe zur alternsgerechten Arbeitsgestaltung in Industrie, Handel und Öffentlichem Dienst. Saarbrücken: iso-Institut. [Download]

 

 

Instrumente der Lago-Toolbox:

Matthäi, Ingrid; Morschhäuser, Martina (2009): Anleitung zur Altersstrukturanalyse. Saarbrücken: iso-Institut. [Download]

Matthäi, Ingrid; Morschhäuser, Martina (2009): Mitarbeiterbefragung „Gesundes Arbeiten“. Saarbrücken: iso-Institut.. [Download]

Matthäi, Ingrid; Morschhäuser, Martina (2009): Perspektivengespräch mit älteren Beschäftigten. Saarbrücken: iso-Institut.[Download]

Matthäi, Ingrid; Morschhäuser, Martina (2009): Work Ability (WAI) – Arbeitsbewältigungsindex. Saarbrücken: iso-Institut. [Download]

Lebenslang gesund arbeiten – demographieorientierte innovative Präventionskonzepte (LEGESA)

Das Ziel des Vorhabens LEGESA ist es, psychische Überforderungen besonders gefährdeter Personengruppen, die an der Schnittstelle zwischen Betrieb und Markt agieren, abzubauen bzw. zu mildern. Um dies zu bewerkstelligen, ist es vonnöten, einen Lösungsraum über den klassischen Arbeits- und Gesundheitsschutz und über die Gesundheitsförderung hinaus zu eröffnen, Gesundheits-, Arbeits- und Personalpolitik zu integrieren und das Gesundheitsmanagement demographieorientiert zu innovieren. Ein besonderer Akzent liegt auf der Einführung einer sog. Prozesssicht auf das Belastungsgeschehen: die Belastungsbiographie, deren krank machende Wirkungen durch die Gestaltung der Arbeitsbiographie vermieden werden sollen.

Die Umsetzung der Ziele geschieht durch betriebliche Projekte, die von den beteiligten Wissenschaftlern begleitet, unterstützt, ausgewertet und deren Quintessenz in die Beratungspraxis der Berufsgenossenschaften transferiert wird. In 5 Unternehmen der Investitionsgüterindustrie werden Projekte aufgelegt, die sich auf das moderne Belastungspanorama beziehen und das Gesundheitsmanagement „demographiefest“ machen sollen. In sie sind neben den Verantwortlichen für den AuG, dem Personal- und Produktionsmanagement und den Führungskräften die Betroffenen genuin einbezogen (partizipativer Ansatz).

Die Resultate und Erfahrungen der betrieblichen Projekte werden aufgegriffen und ausgetauscht in 5 Workshops, die der HVBG mit den beteiligten Unternehmen und Wissenschaftlern durchführen wird. Sie dienen u.a. dazu, die Präventionsaktivitäten der Berufsgenossenschaften anzureichern und neu zu orientieren. Darin liegt auch der zentrale Verwertungsbeitrag des Vorhabens.

Das Projekt ist als ein Verbundvorhaben angelegt, an dem neben dem iso die GfAH (Verbundkoordination) sowie die Unternehmen SICK, BALLUFF, KSG, GEWES und POLYSIUS (THYSSEN KRUPP) teilnehmen. Transferpartner ist die Berufsgenossenschaftliche Zentrale für Sicherheit und Gesundheit (BGZ) beim Hauptverband der Berufsgenossenschaften (HVBG).

LEGESA-Abstracts zum Downloaden:

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Projektträger Arbeitsgestaltung und Dienstleistung
Projektleitung: Josef Reindl
Projektstand: abgeschlossen (07/2007 bis 09/2010)

 

Veröffentlichungen:

Reindl, Josef (2012): Paradoxe Freiheit, gestörter Sinn. Verstehende Prävention in der modernen Arbeitswelt, Berlin. edition sigma.

 

"Dienstleistungsqualität durch professionelle Arbeit (DL-Quali)". Berufliche Anerkennung und Professionalisierung in der stationären und ambulanten Altenpflege.

Die personenbezogenen Dienstleistungen im Bereich der Betreuung und Pflege alter Menschen erfahren infolge der demografischen Entwicklung und der Erosion traditioneller Familienstrukturen einen kontinuierlichen Bedeutungszuwachs. Sie spielen daher ökonomisch wie auch gesellschaftspolitisch eine zentrale Rolle. Mit der Einführung der Pflegeversicherung 1995/1996 wurde einerseits der Pflegemarkt geöffnet und von den Leistungserbringern ein am Marktgeschehen orientiertes Wettbewerbsverhalten eingefordert, der Markt andererseits aber den öffentlich-rechtlichen Regulierungen des Sozialrechts unterworfen. Dies wirkt auf die Preise, das Dienstleistungsangebot und damit auf die Arbeitsbedingungen in diesem „typischen Frauenberuf“, der trotz „Krisensicherheit“ für männliche Erwerbstätige offenbar noch immer keine attraktive Alternative darstellt.

In dem Forschungsvorhaben werden die spezifischen Rahmenbedingungen der Altenpflegebranche und die daraus resultierenden Gestaltungschancen und -hindernisse für die Dienstleistungsfacharbeit Altenpflege untersucht. Es werden die Arbeitsinhalte und -bedingungen sowie die Qualifikationsanforderungen herausgearbeitet und der Professionalisierungsstand und die berufliche Ausdifferenzierung dieser Dienstleistungsarbeit mit dem Ziel analysiert, eine Einschätzung der gesellschaftlichen Anerkennung der bislang weitgehend nicht akademisierten Dienstleistungsarbeit Pflege vorzunehmen.

Über die thematische Breite des Forschungsansatzes sind unterschiedliche anlytische Schwerpunkte gesetzt, die systematisch zusammengeführt werden. Dies betrifft insbesondere Aspekte der Wohlfahrtsstaatsforschung, der Arbeitssoziologie und der Frauen- und Geschlechterforschung. Zwar steht die erwerbsförmige Pflegearbeit im Fokus, diese erfordert aber durch ihre vermeintliche „Hausarbeitsnähe“ ein erweitertes Verständnis von Arbeit. Hinsichtlich der Professionalisierungschancen und der gesellschaftlichen Anerkennung der beruflichen Pflegearbeit wird es ferner von Bedeutung sein, inwieweit die Versorgung von Pflegebedürftigen über staatlich bereitgestellte Transferleistungen oder marktförmig angebotene Dienstleistungen organisiert wird, und ob diese Dienstleistung zukünftig in Form von prekärer, geringqualifizierter Beschäftigung oder in Form professionell hochwertiger und existenzsichernder Beschäftigung erbracht werden soll.

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Projektträger Arbeitsgestaltung und Dienstleistung, gefördert mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds ESF
Projektstand: abgeschlossen (08/2008 bis 12/2010)
Projektleitung: Kerstin Blass
Projektmitarbeiterinnen: Kerstin Blass, Sabine Kirchen-Peters, Karoline Duchene, Julia Heiek

Veröffentlichung:          

Blass, Kerstin (2012): Altenpflege zwischen professioneller Kompetenzentwicklung und struktureller Deprofessionalisierung. In: Reichwald, R.; Frenz, M.; Hermann, S.; Schipanski, A. (Hrsg.): Zukunftsfeld Dienstleistungsarbeit. Professionalisierung – Wertschätzung – Interaktion. Wiesbaden: Verlag Springer Gabler: 417-438.

Blass, Kerstin (2011): Altenpflege zwischen Jederfrauqualifikation und Expertentum. Verberuflichungs- und Professionalisierungschancen einer Domäne weiblicher (Erwerbs-)Arbeit. Saarbrücken: iso-institut.

Fuchs-Frohnhofen, Paul; Blass, Kerstin; Dunkel, Wolfgang u.a. (Hg.) (2010): Wertschätzung, Stolz und Professionalisierung in der Dienstleistungsarbeit „Pflege“. Marburg: Tectum-Verlag.

 

 

Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger. Wissenschaftliche Begleitung eines Modellprogramms des Bundesministeriums für Gesundheit (III)

Das Modellprogramm „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“ startete 1991. Seither sind rund 600 Modelle gefördert worden, deren Standorte sich über die ganze Bundesrepublik erstrecken. Das Modellprogramm zielte (vgl. Projektarchiv BMG-Modellprogramm I) nicht nur auf das Schließen von Versorgungslücken und auf das Modernisieren der bestehenden Angebote. Es ging vor allem um die Initiierung zukunftsweisender Pflege- und Versorgungsansätze.

Die vielfältigen und alle Ebenen des Hilfesystems tangierenden Modellansätze haben in den letzten zwei Jahrzehnten die Pflegelandschaft in Deutschland positiv verändert. Durch das Programm sind Rahmenbedingungen geschaffen worden, die die notwendige Basis für die Realisierung der Ziele des Pflege-Versicherungsgesetzes bilden. Die modellhaften Angebote und Strukturen haben Impulse gesetzt sowie Entscheidungs- und Planungshilfen geliefert für Kommunen und Bundesländer oder für Träger von Diensten und Einrichtungen. Das Modellprogramm hat den fachlichen Diskurs über Jahre hinweg mitgeprägt und die Ergebnisse sind in die Reformvorhaben des Gesetzgebers eingeflossen.

Dieser „Schatz“ an Erfahrung und Ergebnissen wurde in der nun anstehenden dritten Modellphase so aufbereitet, dass das angesammelte Wissen nachhaltig für das Bundesministerium für Gesundheit und die Fachwelt gesichert und weiter gegeben werden kann.

Darüber hinaus hatte es einen intensiven Austausch zwischen dem BMG und dem iso-Institut gegeben. Ziel dieses Austausches war es, beide Handlungs- und Erkenntnisdimensionen – die der Politik und die der Wissenschaft – zusammenzuführen, damit gemeinsame Positionen (weiter) entwickelt und „neuralgische“ Punkte erkennbar werden.

Für das Bundesministerium für Gesundheit waren dabei folgende Themen von besonderer Bedeutung:

  • Demografisch-gesellschaftliche Entwicklungstendenzen und die Perspektive einer zukunftsfähigen Pflegeinfrastruktur,
  • Einbindung von mehr bürgerschaftlichem Engagement,
  • Möglichkeiten der „Flexibilisierung von Leistungen“, insbesondere im stationären Bereich,
  • Anwendung neuer Technologien, auch unter ethischen Gesichtspunkten,
  • Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund und der angemessene Umgang mit dieser Personengruppe.

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Projektstand: abgeschlossen (10/2009 bis 09/2010)
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektmitarbeiter/innen: Dr. Manfred Geiger, Carola Schweizer, Maria Zörkler

Veröffentlichungen:

Schweizer, Carola; Zörkler, Maria; Geiger, Manfred, unter Mitarbeit von Matthias Stadler und Sarah Schneider (2010): Modellprogramm des Bundesministeriums für Gesundheit zur „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“. Abschlussbericht (BMG III). Saarbrücken: iso-institut.

 

 

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2009 abgeschlossene Projekte

Arbeiten bis 67? Betriebliche Sichtweisen und Strategien zu Bewältigung des Altersstrukturwandels im Saarland

Der demographische Wandel und die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters stellen die Unternehmen wie ihre Belegschaften und Interessenvertreter vor neue Herausforderungen. Zum einen rücken die geburtenstarken Jahrgänge der heute 40- bis 50-Jährigen in die nächsthöheren Altersklassen auf und bewirken eine deutliche Alterung der Belegschaften. Zum anderen verringern sich die Möglichkeiten des vorzeitigen Berufsaustritts und die Beschäftigten müssen sich auf ein längeres Arbeitsleben einstellen.

Die Studie richtet sich auf die Frage, wie „demographiefest“ die saarländischen Unternehmen heute bereits sind, um den anstehenden Altersstrukturwandel produktiv zu bewältigen. Schaffen sie Rahmenbedingungen, die es den Beschäftigten ermöglichen, tatsächlich länger zu arbeiten und später in Rente zu gehen?

Verfügen Unternehmen und betriebliche Interessenvertreter bereits über ausreichende Kenntnisse und Informationen zu demographieorientierten Gestaltungsansätzen, Instrumenten und Konzepten? Welchen Stellenwert haben Demographie-Strategien, die den Fokus auf eine alternsgerechte Personal- und Arbeitspolitik legen, derzeit für die saarländischen Unternehmen? Welche externen Hilfe-, Beratungs- und Unterstützungsbedarfe sehen Unternehmen und Betriebsräte? Inwieweit tragen regionale Demographienetzwerke, überbetriebliche Initiativen, Wirtschaftsverbände oder Kammern zur Förderung der demographischen ‚Fitness’ der Unternehmen bei?

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projekstand: abgeschlossen (Laufzeit 6/2008-3/2009)
Projektbearbeiter/in: Dr. Ingrid Matthäi, Achim Huber, Dr. Martina Morschhäuser

 

Veröffentlichung:

Matthäi, Ingrid; Huber, Achim (2009): Arbeiten bis 67? Betriebliche Sichtweisen und Strategien zur Bewältigung des Altersstrukturwandels im Saarland.

Eine Studie im Auftrag der Arbeitskammer des Saarlandes. Saarbrücken. [Download]

Die Organisationsreform der tunesischen Arbeitsagentur ANETI

Die Arbeitsagentur ANETI, Agence nationale pour l’emploi et le travail indépendant, steht angesichts einer erwarteten Erwerbslosenquote von 15% für das laufende Jahr (2009), einer explosionsartigen Vermehrung der akademischen Abschlüsse und einer zunehmenden Feminisierung der Arbeitswelt vor der Aufgabe, ihre Arbeitsmarktpolitik in der Krise zu bündeln. Das bisherige Modell der Arbeitsagentur war stark an der französischen ANPE ausgerichtet, nicht zuletzt aus historischen Gründen. Nun wird die Einführung nachhaltiger Entwicklungskriterien bei der ANETI auf Grundlage der positiven Erfahrungen west- und nordeuropäischer Arbeitsagenturen geprüft.

Die Studie basiert auf einer Felderhebung in vier tunesischen Städten, Tunis, Béja, Gafsa und Sousse. 

Auftraggeber: Weltbank
Projektstand: abgeschlossen (Laufzeit: 01.07.2009 – 31.12.2009)
Projektleitung: Dr. Alexander Neumann
Projektbearbeitung: Dr. Alexander Neumann, Prof. Dr. Volker Hielscher, Adel Ayari (Tunis)

 

Veröffentlichungen:

Ayari, Adel; Hielscher, Volker; Neumann, Alexander (2009): La réforme organisationelle de l’ANETI en Tunésie. RAPPORT 2009. Sarrebruck.

 

 

Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung des Modellvorhabens „Wohngruppe für Menschen mit Demenz – ein Kooperationsprojekt von Professionellen, Angehörigen und Laien“

Die Situation in traditionellen Alten- und Pflegeheimen ist nach Ansicht von Experten nur bedingt für Demenzkranke geeignet. Daher sind in den letzten Jahren verstärkt ambulante Wohnformen entstanden, die in besonderer Weise für das Bewahren von Normalität, für Partizipation und die Integration in das Gemeinwesen sowie für eine individuelle, lebensweltlich ausgerichtete Betreuung stehen.

Die Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf setzte mit der von ihr etablierten Wohngruppe für Menschen mit Demenz in Ebsdorfergrund-Dreihausen neue Maßstäbe. Kennzeichen dieses innovativen Angebots, das von den Spitzenverbänden der gesetzlichen Pflegekassen und dem Hessischen Sozialministerium gefördert wurde, ist das gezielte Zusammenwirken von professionellen Fachkräften, Laien und Angehörigen. Bewusst wurde auch der Standort des Wohnhauses im Ortsmittelpunkt gewählt, um den neun Bewohnern die direkte Teilhabe am Gemeindeleben zu ermöglichen. Fachlich und planerisch wurde das Projekt unterstützt von der Stabsstelle Altenhilfe des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Dies war ein deutliches Signal des örtlichen Sozialhilfeträgers, der auf diese Weise auch Weichen stellte für die zukünftige Entwicklung des regionalen Altenhilfesystems.

Die Evaluation der wissenschaftlichen Begleitung umfasste insbesondere die Bedingungsfaktoren für das Angehörigenengagement, die Auswirkungen des Einsatzes von Angehörigen auf die Gesamtfinanzierung, die Qualität der Pflege und Betreuung sowie die Impulse für eine Netzwerkentwicklung in der Region.

Auftraggeber: Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e.V.
Projektstand: abgeschlossen (06/2006 – 05/2009)
Projektleiterin: Maria Zörkler
Projektbearbeiterinnen: Carola Schweizer, Maria Zörkler

„Rehabilitative Kurzzeitpflege. Ein Konzept zur Realisierung elementarer SGB XI-Prioritäten“. Ein Modell im Rahmen des Modellprogramms „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 SGB XI"

Der Modellansatz zielt auf die Erprobung des rehabilitativen „Umbaus“ einer solitären Kurzzeitpflege in Saarbrücken-Brebach und deren enge Kooperation mit einer Geriatrischen Klinik und einer Beratungs- und Koordinierungsstelle (BeKo). Auslösendes Moment ist die unstrittige Erkenntnis, dass die nachstationäre Versorgung pflegebedürftiger oder von Pflegebedürftigkeit bedrohter Patienten häufig nicht dem entspricht, was unter geriatrisch/gerontologischen und unter ökonomischen Aspekten sinnvoll und angemessen wäre.

Es geht also, will man das Konzept zusammenfassend beschreiben, 1. um eine adäquate Überleitung Pflegebedürftiger aus einer Geriatrischen Klinik unter besonderer Berücksichtigung einer Kurzzeitpflegeeinrichtung, 2. um die Nutzung der Möglichkeiten der Kurzzeitpflege zur Abklärung, zur Aktivierung sowie zur Vorbereitung der häuslichen Versorgung und – durch den rehabilitativen Umbau der Kurzzeitpflege – 3. um die Sicherstellung der erforderlichen rehabilitativen Leistungen, deren Ergebnisse sich letztlich wiederum auf Art und Inhalt der weiteren Versorgung auswirken.

Die zentrale Fragestellung der Wissenschaftlichen Begleitung lautet: Führt ein systematisches Entlassmanagement in einer (Geriatrischen) Klinik und deren verbindliche Kooperation mit einer rehabilitativ orientierten Kurzzeitpflegeeinrichtung dazu, dass die Klinikverweildauer reduziert wird, dass Aktivierungs- und Rehabilitationsbedarf frühzeitig erkannt und umgesetzt wird und dass die Qualität der weiteren Versorgung, auch durch vorbereitete Maßnahmen und frühzeitige Einbeziehung der Hausärzte insoweit optimiert wird, als Unter- und Überversorgung vermieden werden und die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert wird?

Auftraggeber: ASB Landesverband Saarland (im Rahmen des Modellprogramms der Spitzenverbände der Gesetzlichen Pflegekassen gemäß § 8 SGB XI)
Projektstand: abgeschlossen (2005 -2009)
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektmitarbeiterin: Carola Schweizer, Brod Garvin, Matthias Stadler

Veröffentlichung:

Schweizer, Carola (Projektleitung); Brod, Garvin; Stadler, Matthias (2009): Möglichkeiten und Grenzen einer rehabilitativ orientierten solitären Kurzzeitpflege. In: Abschlussbericht zum Modellprojekt: „Rehabilitative Kurzzeitpflege. Ein Konzept zur Realisierung elementarer SGB XI-Prioritäten. Modellprogramm des Spitzenverbandes Bund der gesetzlichen Pflegekassen zur „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 Abs. 3 SGB XI. Saarbrücken.

 

„Integration präventiver und aktivierender Aspekte in die stationäre Pflege“. Ein Modellvorhaben im Rahmen des Modellprogramms „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 SGB XI“

Das zentrale Anliegen des von der Stiftungsverwaltung beantragten Modells ist es, in zwei Wohnbereichen ihrer Altenpflegeeinrichtung die „Pflegelastigkeit“ des Pflege- und Betreuungsteams durch die Einbindung von Therapeuten zu überwinden. Durch die Ergänzung um die Berufe Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie wird ein multiprofessionelles Team gebildet und mit dieser Teamstruktur soll sichergestellt werden, dass in der stationären Altenpflege aktivierende Ansätze in angemessener Weise berücksichtigt werden.

Die stärkere therapeutische Orientierung und der multiprofessionelle Ansatz setzt eine andere Diagnostik, Planung, Dokumentation und Evaluation voraus, als dies bislang im Pflegeprozess notwendig war. Zu diesem Zweck wird das Resident Assessment Instrument (RAI) eingeführt, das nicht nur Veränderungen erkennbar und messbar macht, sondern auch eine bedarfsgerechte Pflege- und Therapieplanung erlaubt.

Unter Bezug auf die Modellkonzeption hat die Wissenschaftliche Begleitung folgende grundlegende Fragen zu beantworten:

  • Lässt sich bzw. wie lässt sich in Wohnbereichen einer stationären Altenpflegeeinrichtung durch die Einbindung von Therapeuten eine multiprofessionelle Teamarbeit verwirklichen?
  • Welche (messbaren) Effekte ergeben sich aus dem aktivierenden Ansatz für die Bewohner, für die Mitarbeiter und für die Einrichtung?
  • Welche Auswirkung hat die Umstrukturierung der stationären Teams im Hinblick auf die Pflegeversicherung? Kann kostenneutral die Pflegequalität verbessert werden? Lassen sich – durch Rückstufungen, durch die Stabilisierung des Pflegezustandes, durch die Rückkehr in die häusliche Versorgung usw. – Einsparungen erzielen?

 

Auftraggeber: Stiftung Hospital St. Wendel (im Rahmen des Modellprogramms der Spitzenverbände der Gesetzlichen Pflegekassen gemäß § 8 SGB XI)
Projektstand: abgeschlossen (2005 -2009)
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektmitarbeit: Carola Schweizer, Garvin Brod, Matthias Stadler

Veröffentlichung:

Schweizer, Carola (Projektleitung); Brod, Garvin; Stadler, Matthias (2009): Integration präventiver und aktivierender Aspekte in die stationäre Pflege. Abschlussbericht. Modellprogramm des Spitzenverbandes Bund der gesetzlichen Pflegekassen zur „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 Abs. 3 SB XI“. Saarbrücken. Download unter: www.gkv-spitzenverband.de/Modellprojekte

Veranstaltung einer gemeinsamen Fachtagung (BMG, KDA, iso-Institut) im Rahmen des BMG-Modellprogramms "Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger" (II)

Am 1. Juli 2009 fand im Atrium des Bundesministeriums für Gesundheit in Berlin eine Fachtagung zum Thema „Pflege 2030: Herausforderungen und Chancen“ statt. Veranstalter der Tagung war das Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem iso-Institut und dem Kuratorium Deutsche Altershilfe. Die Tagung sollte auf der Basis von 17 Jahren Modellprogramm Anstoß geben für künftige Innovationen und zugleich Impulse liefern für die Weiterführung/Neuauflage des Modellprogramms. Das iso-Institut und das Kuratorium Deutsche Altershilfe, beide Einrichtungen haben das Modellprogramm von Beginn an begleitet, teilten sich dabei die inhaltliche Gestaltung.

Die Tagung gliedert sich in folgende inhaltliche Schwerpunkte:

  • Das Modellprogramm und innovative Entwicklungslinien
  • Bürgerschaftliches Engagement – Beitrag und Chancen der Kommunen (iso-Institut)
  • Pflegestützpunkte – zu mehr Effektivität in der Versorgung (Kuratorium Deutsche Altershilfe)

Die Beiträge der Referenten und der Teilnehmer der Podiumsdiskussion sind vom iso-Institut dokumentiert und für die Veröffentlichung aufbereitet worden. Die Tagungsdokumentation ist in der iso-Schriftenreihe zum BMG-Modellprogramm (Band 18) erschienen und steht als Download (s.u. Veröffentlichung) zur Verfügung.

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Projektstand: abgeschlossen 2009
Projektleitung: Carola Schweizer
Projektmitarbeit: Dr. Manfred Geiger, Carola Schweizer, Maria Zörkler

Veröffentlichungen:
iso-Institut (Hg.) (2009): Pflege 2030: Chancen und Herausforderungen! Dokumentation der gemeinsamen Fachtagung (BMG, KDA, iso-Institut) am 1. Juli 2009 im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin. Saarbrücken: iso-Institut. [Download]

 

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2008 abgeschlossene Projekte

Von der Sozialbehörde zur "Matching-Maschine"? Der organisatorische Umbau der Bundesagentur für Arbeit und seine arbeits- und gesellschaftspolitischen Folgen

Problemlage
Die Bundesagentur für Arbeit steht vor dem vorläufigen Abschluss des tiefgreifendsten Umbauprozesses ihrer Geschichte. Die Evaluation der Hartz-Gesetze, die im Juni 2006 abgeschlossen wurde und deshalb nur einen Teil des Reformprozesses der BA thematisieren konnte, hat gezeigt, dass im Zentrum des organisatorischen Umbaus der BA die Ausrichtung der Organisation und ihrer Prozesse auf Effizienz und Wirksamkeit steht. Dies führt zu einer Strategie der BA, die sich stark an versicherungslogischen Kalkülen orientiert. Vor dem Hintergrund des an den Bundeshaushalt abzuführenden Aussteuerungsbetrags konzentriert sich die BA folgerichtig auf die Produktion von möglichst zahlreichen und schnellen Integrationen. Das Vorhaben knüpft an den Befund an, dass diese Architektur der BA-Reform und das mit der „aktivierenden“ Arbeitsmarktpolitik bestimmte neue Verhältnis der Organisation zu ihren „Kunden“ miteinander verwoben sind. Dabei steht die Arbeitshypothese im Mittelpunkt, dass das aktuelle Reform- und Organisationsparadigma der Bundesagentur für Arbeit zwar Wirkungen zeitigt, die aus der betriebswirtschaftlichen Perspektive eines einzelnen Unternehmens als Erfolg verbucht werden können, die auf der arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitischen Seite hingegen zu problematischen Verwerfungen führen kann.

Fragestellung
Im Rahmen des Projektes werden die arbeits- und gesellschaftspolitischen Folgen des organisatorischen Umbaus der Bundesagentur analysiert. Im Zentrum steht dabei eine empirische Untersuchung des Vermittlungsberatungsprozesses der BA im Bereich der „klassischen“ Arbeitsförderung des SGB III. Sie ist durch folgende Fragestellungen geleitet:

  • Wie wandeln sich die Bedingungen des Vermittlungsprozesses und die Implementationspraxis der Fachkräfte?
  • Wie verändert sich die „Kundenbeziehung“ im neuen Dienstleistungsverhältnis?
  • Welche arbeitsmarktpolitischen Folgen resultieren aus dem neuen Dienstleistungsverhältnis?
  • Welche Engführungen und Widersprüche sind zwischen der betriebswirtschaftlichen Systemlogik der Reform und den arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Bedarfen auf der Adressatenseite der BA zu verzeichnen?

Mit diesem Zuschnitt soll der Zusammenhang zwischen Organisationshandeln und arbeitsmarktpolitischer Wirkung systematisch untersucht werden.

Untersuchungsmethoden
Die empirische Basis des Projekts bilden zum einen Interviews mit Vermittlungsfachkräften sowie Führungskräften und Experten in verschiedenen Arbeitsagenturen und in der BA-Zentrale, in denen die Logik des Ressourceneinsatzes, der Prozess der Dienstleistungsproduktion und die Spielräume der regionalen Arbeitsmarktakteure rekonstruiert werden. Sie werden durch die Analyse von Vermittlungsberatungsgesprächen ergänzt, die auf Interviews mit Kundinnen und Kunden und Vermittlungsfachkräften beruhen. Damit wird das Dienstleistungsverhältnis unter dem Vorzeichen „aktivierender“ Arbeitsmarktpolitik sowohl aus der „Klientenperspektive“ wie aus der Organisationsperspektive herausgearbeitet .

Gefördert von: Hans-Böckler-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen (01.01.2007 – 30.06.2008)
Projektbearbeitung: Dr. Volker Hielscher, iso-Institut, Peter Ochs, Organisationsberatung

Veröffentlichungen:

Hielscher, Volker; Ochs, Peter (2009): Arbeitslose Kunden? Beratungsgespräche in der Arbeitsvermittlung zwischen Druck und Dialog. Berlin.

Hielscher, Volker (2007): Die Arbeitsverwaltung als Versicherungskonzern? Zum betriebswirtschaftlichen Umbau einer Sozialbehörde. In: Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaften. Heft 148: 251-368.

Von der Integrationsvereinbarung zum Integrationsmanagement. Aktivierung und Qualifizierung von betrieblichen Leitungs- und Führungskräften

In Integrationsvereinbarungen treffen Unternehmen verbindliche Absprachen über Ziele, Aufgaben und Maßnahmen, die zur Eingliederung, Beschäftigungssicherung und -förderung behinderter Arbeitnehmer/-innen dienen. Gegenstand des Projekts ist die Umsetzung von Vereinbarungen in eine den Unternehmen und ihren Beschäftigten angepasste Führungspraxis in Form eines Integrationsmanagements. Integrative betriebliche Praxis ist in erheblichem Umfang auf die mittleren und unteren Führungsebenen angewiesen, bei denen unmittelbare Verantwortung für Personalführung, Personaleinsatz und das Mikromanagement der Arbeitsorganisation liegt. Hier treten Probleme behinderter und gesundheitlich beeinträchtigter Menschen in Erscheinung, es müssen Bewältigungsmöglichkeiten gesucht und der Bedarf nach weitergehenden Lösungswegen artikuliert werden. Entsprechend zielt das Projekt darauf, in exemplarischen Qualifizierungen Akzeptanz für die Aufgabenstellung, erforderliches Fachwissen und konkretes Handlungswissen an betriebliche Vorgesetzte zu vermitteln.

Das Projekt wird gemeinsam mit den Unternehmen Robert Bosch GmbH und Walter AG, den Berliner Stadtreinigungsbetrieben und der Stadtverwaltung Wolfsburg durchgeführt. Beispielhaft wird erarbeitet, wie die Betriebe die Anforderungen jeweils in ihre Führungspraxis umsetzen können. Das iso-Institut erstellt die Projektkonzeption, führt Qualifizierungen durch, wertet die Ergebnisse aus und dokumentiert sie. Die Nutzbarkeit der Ergebnisse geht über die beteiligten Unternehmen hinaus; es werden Vorgehensweisen und Materialien entwickelt, die nach Projektende von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit angewendet werden können.

Das Vorhaben läuft in zwei Phasen ab: In der ersten Phase (bis Juni 2006) wurden konzeptionelle Grundlagen der Qualifizierung sowie Erprobungsmaterialien erarbeitet und mit ausgewählten Vorgesetztengruppen bei Bosch (Standort Bamberg) und der Walter AG Qualifizierungen durchgeführt. In der zweiten Phase werden Konzeption und Materialien überarbeitet und Qualifizierungen wiederum bei Bosch (Standort Rommelsbach) sowie bei der Berliner Stadtreinigung und der Stadtverwaltung Wolfsburg durchgeführt.

Kooperationspartner: Robert Bosch GmbH Stuttgart, Walter AG Tübingen, Berliner Stadtreinigungsbetriebe, Stadtverwaltung Wolfsburg
Gefördert durch: Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Programm „job – Jobs ohne Barrieren“
Projektstand: abgeschlossen 2008
Ansprechpartner: Achim Huber; Dr. Heiko Breit

Veröffentlichungen:     

Huber Achim (2008): Integrationsmanagement. Förderung der Beteiligung von Führungskräften an Aufgaben der Integration behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Handlungsleitfaden und Workshopkonzepte. Abschlussbericht. Saarbrücken: iso-institut

Huber, Achim (2006): Führungskräfte und betriebliche Vorgesetzte im Eingliederungsmanagement. In: Gute Arbeit. Zeitschrift für Gesundheitsschutz und Arbeitsgestaltung 18(2006)1: 26.

Gesunde Arbeitswelten im demografischen Wandel - Zukunftsfähige Klein- und Mittelbetriebe durch regionale Vernetzung

Ausgangspunkt des Vorhabens sind kritische Befunde der gemeinsamen Expertenkommission von Bertelsmann Stiftung und Hans-Böckler-Stiftung zur „Zukunft einer zeitgemäßen betrieblichen Gesundheitspolitik“. Diese betreffen den Zustand des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in Klein- und Mittelbetrieben (KMU) sowie die Ineffizienzen, die aus der Zersplitterung der überbetrieblichen Akteure im Arbeits- und Gesundheitsschutz resultieren. Angesichts der Herausforderungen, die der demografische Wandel stellt, ist es das Ziel des Vorhabens, in KMU einer modernen betrieblichen Gesundheitspolitik zum Durchbruch zu verhelfen.

Kontext

Die Expertenkommission der Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung fordert einen „Einstieg in eine zukunftsfähige betriebliche Gesundheitspolitik“. Zukunftsfähig ist für die Kommission eine Gesundheitspolitik, die die „Kultur der Reparatur und Kompensation“ hinter sich lässt und stattdessen die Prävention ins Zentrum stellt, die Gesundheitsverantwortung auf allen betrieblichen Hierarchieebenen fördert und sie in die betrieblichen Routinen integriert und eine überbetriebliche Infrastruktur aufbaut, um die Unternehmen bei der Wahrnehmung ihrer Gesundheitsverantwortung zu unterstützen.

Ausgangspunkt des Vorhabens sind die absehbaren Veränderungen der betrieblichen Altersstrukturen. Die Rentensysteme können nicht länger die Frühverrentungsstrategien von Betrieben und Beschäftigten tragen. Der demographische Wandel, also die Zunahme von älteren Beschäftigten im Betrieb und die möglichen Schwierigkeiten, junge Nachwuchskräfte zu rekrutieren, setzt den Arbeits- und Gesundheitsschutz mit neuer Dringlichkeit auf die Tagesordnung der Betriebe. Nur gesunde Mitarbeiter können länger arbeiten und nur mit gesunden Mitarbeitern lassen sich in der nahen Zukunft die aus der Globalisierung der Wirtschaft herrührenden Anforderungen bewältigen.

Fragestellung

In den KMU liegt die Verwendung eines Gesundheitskonzeptes nahe, das die Verantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit und die Verantwortung des Betriebes, dem Einzelnen die Verantwortungsübernahme für seine Gesundheit zu ermöglichen, betont. Salutogenese und Prävention sind die Kernelemente eines kleinbetriebssensiblen gesundheitspolitischen Ansatzes. Damit bindet das Projekt zwei Konzepte zusammen, die gewöhnlich von unterschiedlichen Akteuren angeboten werden: den verpflichtenden Arbeits- und Gesundheitsschutz durch die staatlichen Arbeitsschutzämter und die Träger der Unfallversicherung sowie die fakultative Gesundheitsförderung durch die Krankenkassen.

Der innovative Charakter des Vorhabens besteht in der Entwicklung eines strikt bedarfsorientierten und kultursensiblen Interventionstyps unter Einbeziehung der relevanten „Gesundheitsakteure“ in einer Region.
Das Projekt ist in der Region Siegen / Wittgenstein / Olpe gestartet und kooperiert mit dem dort bereits seit über 10 Jahre aktiven Runden Tisch Siegen. In einer späteren Phase sollen auch im Land Brandenburg Netzwerkaktivitäten laufen.

Untersuchungsmethoden

Bei der Formierung des Netzwerks geht es darum, die „Gesundheitsaktivisten“ inhaltlich-konzeptionell, strategisch-methodisch sowie auf der operativen Ebene zu unterstützen. Ziel ist die Entwicklung einer Beratungsstrategie, die die kulturellen Besonderheiten der klein- und mittelbetrieblichen Welt berücksichtigt. In einem diskursiven Prozess zwischen dem iso, den Netzwerkakteuren und den Unternehmen soll ein KMU-adäquates und von den Bedarfen der Unternehmen ausgehendes Handlungskonzept einschließlich der dazu nötigen Werkzeuge entwickelt werden.

Das Konzept wird in zwei Schritten erarbeitet:

  1. Die Bedarfsanalyse erfolgt durch die Reflexion der bisherigen Erfahrungen der Netzwerkakteure im Umgang mit KMU sowie durch Bedarfserhebungen in ausgewählten Unternehmen.
  1. Die Konzepterstellung geschieht durch den Abgleich existierender Konzepte mit den Bedarfen der KMU und durch eine auf die Bedürfnisse kleinerer Betriebe zugeschnittene Neujustierung dieser Konzepte.

Das iso und die Netzwerkpartner werden in einer Reihe von Betrieben exemplarisch Interventionen durchführen und das entwickelte Instrumentarium zum Einsatz bringen.Darüber hinaus finden in der Region Siegen eine Reihe von Workshops statt, in denen gemeinsam mit betrieblichen Akteuren erarbeitet werden soll, wie in ihren Betrieben eine alternsgerechte Arbeitswelt geschaffen werden kann.

Kooperationspartner: Bertelsmann Stiftung, Hans-Böckler-Stiftung, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Runder Tisch Siegen
Projektstand: abgeschlossen (03/2005-02/2008)
Projektleiter: Josef Reindl
Projektbearbeiterin: Martina Maria Quoika

 

Veröffentlichungen:

Reindl, Josef; Quoika, Martina; Martolock, Bianca; Kistler, Ernst (2008): Regionale Gesundheitsnetzwerke. Wie man Unterstützungsstrukturen für kleine und mittlere Unternehmen aufbaut. Berlin.

Reindl, Josef; Quoika, Martina; Heyer, Andreas; Martolock, Bianca (2008): Fit für den demografischen Wandel – Unternehmen mit Netzwerken besser unterstützen. Handlungsleitfaden für betriebliche und überbetriebliche Akteure des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Gütersloh.

AIDA - Arbeitsschutz in der Altenpflege

Das Arbeiten in der stationären Altenpflege unterliegt spätestens seit Einführung der Pflegeversicherung einem steten Wandel, der sowohl Anpassungsleistungen in der Organisation der Pflege als auch Veränderungsprozesse in der täglichen Pflegearbeit zur Folge hat.

Im Blickpunkt des Projektes „AIDA – Arbeitsschutz in der Altenpflege“ standen die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die körperlichen und psychischen Belastungen der Mitarbeiter/innen entlang folgender Themenfelder:

  • Handhabung von Lasten
  • Hygiene – mikrobiologische Belastungen und Gefahrenstoffe
  • Psychische Belastungen durch Bewohnerverhalten
  • Psychische Belastungen durch Zusammenarbeit und Führung
  • Arbeitsorganisation
  • Arbeitszeitgestaltung
  • Sensibilisierung und gesundheitsbewusstes Verhalten

Zielsetzungen des Projektes waren die Sensibilisierung der Mitarbeiter/innen und des Managements für die Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz und die Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens, sowie die nachhaltige Implementation Arbeits- und Gesundheitsschutz relevanter Maßnahmen, die geeignet sind, den Erhalt der Gesundheit und der Beschäftigungsfähigkeit der Belegschaft dauerhaft zu gewährleisten.

Um eine praxisnahe Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den am Projekt beteiligten stationären Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen, wurden zunächst mittels einer mehrstufigen Ist-Analyse die Belastungen der Belegschaft „vor Ort“ erhoben. Darauf aufbauend erfolgte in einem beteiligungsorientierten Prozess eine moderierte Entwicklung von Maßnahmen in den einzelnen Einrichtungen, die zu einer Belastungsreduktion in den identifizierten Problemfeldern beitragen sollten. Schließlich wurden die Maßnahmen und die Modelllösungen in den jeweiligen Einrichtungen umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.

Die Arbeitsschritte des gesamten Projektverlaufs wurden in einem Implementationsleitfaden aufbereitet. Die Dokumentation sollte stationären Pflegeeinrichtungen verdeutlichen, welche konkreten Belastungskonstellationen in den Pflegeeinrichtungen relevant sind und welche Aspekte bei der Einführung eines Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagements beachtet werden müssen.

Das Projekt AIDA wurde gemeinsam mit dem Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH (ISG) Köln und acht stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt und von einem Projektbeirat fachlich begleitet.

Gefördert durch: Mittel aus dem Europäischen Sozialfond und aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW
Projektstand: abgeschlossen (05/2007 bis 11/2008)

Projektkoordinatorin: Kerstin Blass
Thema:
-psychische Belastungen durch Zusammenarbeit und Führung
– Arbeitsorganisation
– Arbeitszeitgestaltung

 

Projektmitarbeiter: Dr. Manfred Geiger
Thema:
– Handhabung von Lasten
– Sensibilisierung und gesundheitsbewusstes Verhalten

Projektmitarbeiterin: Sabine Kirchen-Peters
Thema:
-psychische Belastungen durch Zusammenarbeit und Führung
– Arbeitsorganisation
– Arbeitszeitgestaltung

Siehe auch: www. aida-isg.de

Veröffentlichungen:

Blass, Kerstin; Geiger, Manfred; Kirchen-Peters, Sabine (2008): AIDA- Arbeitsschutz in der Altenpflege. Endbericht. Saarbrücken: iso-institut

 

Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger. Wissenschaftliche Begleitung eines Modellprogramms des Bundesministeriums für Gesundheit (I)

Ziel des seit 1991 laufenden Modellprogramms „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“ war es, durch geeignete Modellvorhaben die Pflegeversicherung vorzubereiten sowie ihre Umsetzung zu begleiten und zu unterstützen. Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass sich eine Pflegeabsicherung nur dann in optimaler Weise auf die Betroffenen auswirken kann, wenn ein quantitativ und qualitativ bedarfsgerechtes Pflegeangebot zur Verfügung steht, ging es darum, die in der Bundesrepublik bestehenden Versorgungslücken in der Pflegeinfrastruktur zu beseitigen, das bestehende Angebot zu modernisieren sowie zukunftsweisende Pflege- und Versorgungsansätze zu initiieren. Nach Inkrafttreten des Gesetzes waren über die Modelleinrichtungen Erkenntnisse dar- über zu gewinnen, wie die Leistungen des Gesetzes umgesetzt und wie die vom Gesetzgeber intendierten Ziele realisiert werden. Letztlich war die Praxisnähe dieses neuen Zweiges der Sozialversicherung zu unterstützen und dabei die Zielsetzungen Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit in Übereinstimmung zu bringen.

Bundesweit wurden über 600 Modellvorhaben sowohl im investiven Bereich durch Baumaßnahmen und Verbesserung vorhandener Einrichtungen als auch im strukturellen Bereich durch Personalförderung unterstützt. Standen zunächst der Aufbau einer teilstationären Infrastruktur, die Förderung von modernen, wohnortnah gelegenen und i.d.R. mehrgliedrigen Pflegeeinrichtungen sowie die Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit im Vordergrund, so wurden in den letzten Jahren zunehmend Angebote für besondere Gruppen von Pflegebedürftigen berücksichtigt. Dabei handelt es sich unter anderem um Pflegebedürftige, die aus anderen als aus Altersgründen pflegebedürftig im Sinne des SGB XI sind (Apalliker, MS- und Alzheimerkranke, Tetraplegiker usw.)

Die beiden Hauptaufgaben der Wissenschaftlichen Begleitung waren die Modellevaluierung und die Beratung der Modelle. Bei der Beratung handelt es sich weniger um eine unabhängige Organisationsberatung, sie zielt vielmehr auf die Funktion der Einrichtung im Kontext des Modellprogramms. Die Wissenschaftliche Begleitung nahm eine Mediatorenrolle ein, in dem sie die in dem einzelnen Modell gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse für andere Modelle nutzbar machte. Die Modellevaluierung zielte auf eine Bewertung der Funktionalität des Modells, und zwar des Modells als solches als auch als Element der regionalen Pflegeinfrastruktur. Angestrebt wurden Erkenntnisse und Hinweise, die sich bundesweit umsetzen lassen, wenn es um den Aufbau und die Weiterentwicklung einer adäquaten Pflegeinfrastruktur geht. Dies setzte einen entsprechenden Ergebnistransfer voraus, der unter anderem durch jährliche große Fachtagungen gesichert wurde.

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Projektstand: abgeschlossen 12/2008
Projektbearbeiter: Franz Brandt; Manfred Geiger; Sabine Kirchen-Peters; Carola Schweizer; Maria Zörkler

Publishings

2008

Schweizer, Carola (2008): Pflegebedürftigkeit und Teilhabe: Zum Paradigmenwechsel in der Pflege. Saarbrücken: iso-institut.

2007

Geiger, Manfred; Kirchen-Peters, Sabine (2007): Kurzzeitpflege vor der Reform: Perspektiven eines Versorgungsbausteins. Saarbrücken: iso-institut.

2006

Brandt, Franz; Geiger, Manfred; Zoerkler, Maria (2006): Bürgerschaftliches Engagement im BMG-Modellprogramm. Saarbrücken: iso-institut.

Hennig, André; Riesner, Christine; Schlichting, Ruth; Zörkler, Maria (2006): Qualitätsentwicklung in Pflegeeinrichtungen durch Dementia Care Mapping? Erfahrungen und Erkenntnisse aus einem dreijährigen Modellprojekt im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Saarbrücken: iso-Institut.

Kirchen-Peters, Sabine (2006): Beratung von Angehörigen und Qualifizierung professionell Pflegender im Bereich Demenz. Ein Beispiel dafür, wie praxisnahe Forschung und konzeptgeleitete Umsetzung ineinander greifen können. In: Pohlmann, Markus; Thorsten Zillmann (Hg.): Beratung und Weiterbildung. Fallstudien, Aufgaben und Lösungen. München, Wien. Oldenbourg-Verlag: 181-189.

Schweizer, Carola; Schmidt-Phlemann, Matthias; Schönle, Paul W. (2006): Nachhaltigkeit der (Mobilen) Geriatrischrn Rehabilitation: Definition und Messung von Outcomes in langfristiger Perspektive. Dokumentation der gemeinsamen Fachtagung am 9.12.2005 in Berlin. Saarbrücken: iso-Institut.

2005

Brandt, Franz (2005): Pflegeüberleitung – Patientenüberleitung – Entlassungsmanagement. Pflegebedürftige an der Schnittstelle zwischen Krankenhaus und nachstationärer Versorgung. Saarbrücken: iso-Institut.

Geiger, Manfred ( 2005): Die Begleitung von Sterbenden. Konzepte und Erfahrungen aus Hospizprojekten im BMGS-Modellprogramm. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2005): Gerontopsychiatrisch veränderte Menschen im Krankenhaus: Krisenerlebnis oder Chance? Dokumentation der Fachtagung im Rahmen des BMG-Modellprogramms zur „Verbesserung der Versorgung Pflegebedürftiger“ am 12. Oktober 2005 in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2005): Im Fokus: Menschen mit Demenz. Innovation durch Kooperation im BMGS-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des BMGS 17./18.11.2004 in Berlin. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2005): Im Fokus: Menschen mit Demenz. Wegweisende Impulse für die häusliche Pflege und Betreuung. Dokumentation der Fachtagung des BMGS 9./10.Mai 2005 in Berlin. Saarbrücken: iso-Institut.

Kirchen-Peters, Sabine (2005): Aufenthalt im Allgemeinkrankenhaus: Krisenerlebnis oder Chance für psychisch kranke alte Menschen? Ergebnisse des Modellprojektes „Gerontopsychiatrischer Konsiliar- und Liaisondienst“. Saarbrücken: iso-Institut.

Lang, Armin; Franz Brandt; Helga Setz; Theo Schwarz (2005): ASG-Positionen zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, in: Soziale Sicherheit 54(2002)4: 122-129.

Schweizer, Carola (2005): Mobile Rehabilitation: Vom Modell in die Regelversorgung. Saarbrücken: iso-Institut .

2004

Kirchen-Peters, Sabine (2004): Es rechnet sich. Erfolgreiches Modellprojekt zur besseren Versorgung gerontopsychiatrisch Erkrankter. In: krankenhaus umschau 73(2004)2: 111-112.

Kirchen-Peters, Sabine (2004): Es rechnet sich. Erfolgreiches Modellprojekt zur besseren Versorgung gerontopsychiatrisch Erkrankte. In: krankenhaus umschau 73(2004)2: 111-112

Schweizer, Carola; Anne Troester (2004): Mobile Rehabilitation: Ein Konzept mit dem gespart werden kann. In: Care konkret Nr. 2: 7.

Schweizer, Carola; Anne Troester (2004): Mobile Geriatrische Rehabilitation. Ein integraler Baustein in der Versorgung pflegebedürftiger. In: Häusliche Pflege Nr. 5: 2-5.

Zörkler, Maria, Matthias Helfrich (2004): Mit dem Pflegefokus planen. Ein Verfahren zur Beurteilung der Pflegewirkung in der Praxis. In: PEP (Pflegekompetenz Ethik Persönlichkeit) 32(2004)1: 4-9.

2003

Blass, Kerstin (2003): Personalplanung in stationären Altenhilfeeinrichtungen. Saarbrücken: iso-Institut.

Blass, Kerstin (2003): Zentrale Begriffe und ausgewählte Tätigkeitsfelder in der Personalplanung. In: iso-Institut (Hg.): „Zukunftswerkstatt“ Modellprogramm – Qualität und Wirtschaftlichkeit , Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 19. bis 21. Mai 2003. Saarbrücken: 178-192.

Brandt, Franz (2003): Alter und Gesundheit: Die Pflegeinfrastruktur im Blickpunkt. In: iso-Mitteilungen Nr. 1/April 2003: 24-29.

iso-Institut (Hg.) (2003): „Zukunftswerkstatt“ Modellprogramm – Qualität und Wirtschaftlichkeit, Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts, 19. bis 21. Mai 2003 im Internationalen Jugendforum in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

Geiger, Manfred (2003): Konzeptionelle Besonderheiten bei der Betreuung junger Pflegebedürftiger – Beispiel „Wohn- und Förderstätten für geistig Behinderte“, in: iso-Institut (Hg.): „Zukunftswerkstatt“ Modellprogramm – Qualität und Wirtschaftlichkeit , Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 19. bis 21. Mai 2003. Saarbrücken: 49-58.

Kirchen-Peters, Sabine (2003): Die Situation Demenzkranker verbessern! Ein Beispiel dafür, wie praxisnahe Forschung und konzeptgeleitete Umsetzung ineinandergreifen können. In: iso-Mitteilungen Nr. 2/September 2003: 41-49.

Kirchen-Peters, Sabine (2003): Liaisonmodell: Unterstützung durch Profis. In: krankenhaus-umschau 72(2003)3: 182-184.

Kirchen-Peters, Sabine (2003): Beraten und qualifizieren. Ein saarländisches Projekt formuliert Arbeitshilfen zur besseren Versorgung demenzkranker Menschen. In: Häusliche Pflege 12(2003)4: 32-35.

Kirchen-Peters, Sabine unter Mitarb. v. Monika Brehm und Patrick Hemm (2003): Gerontopsychiatrischer Konsiliar- und Liaisondienst des Gerontopsychiatrischen Zentrums Kaufbeuren. Ein Modellvorhaben zur Verbesserung der Versorgung gerontopsychiatrisch Erkrankter im Allgemeinkrankenhaus, 2. Zwischenbericht. Saarbrücken: iso-Institut.

Zörkler, Maria (2003): „Und dann geht geht einem spätestens beim Pflegefokus das Licht auf.“ Zur Alltagsrelevanz eines Verfahrens zur Beurteilung der Pflegewirkung. In: iso-Mitteilungen Nr. 1/April 2003: 30-46.

2002

Blass, Kerstin (2002): Der Außenseiter mit Zukunft. Eine Untersuchung zeigt: Als Solitärangebot schließt Kurzzeitpflege effektiv Lücken im Versorgungssystem. In: Altenheim 3(41)2002: 18-22.

Blass, Kerstin; Franz Brandt; Petra Essig u.a. (2002): Das BMGS-Modellprogramm: Impulse für eine moderne Pflegeinfrastruktur. Abschlussbericht zur Modellphase 1998 – 2001. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2002): Auslaufmodell Pflegeheim? Die Zukunft der stationären Pflege und innovative Ansätze im BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 3. bis 5. Juni 2002 in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

Zörkler, Maria; Matthias Helfrich (2002): Der Pflegefokus. Ein Verfahren zur Beurteilung der Pflegewirkung und seine Umsetzung. Saarbrücken 2002: iso-Institut.

2001

Blass, Kerstin (2001): Kurzzeitpflege – Ein unverzichtbarer Bestandteil einer integrierten Versorgungskette. Saarbrücken: iso-Institut.

Blass, Kerstin (2001): Die Kurzzeitpflege: Vom sporadischen Angebot zum unverzichtbaren Glied einer integrierten Versorgungskette, in: iso-Institut (Hg.): Zehn Jahre BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 7. bis 9. Mai 2001. Saarbrücken: iso-Institut.

Geiger, Manfred (2001): Zur Arbeits- und Funktionsweise von regionalen Koordinierungsstellen. Eine exemplarische Analyse auf der Basis von Fallbeispielen, Saarbrücken: iso-Institut.

Geiger, Manfred (2001): Evaluation und Beratung in Pflegeeinrichtungen. In: Heinz, Walter R.; Hermann Kotthoff; Gerd Peter (Hg.): Beratung ohne Forschung – Forschung ohne Beratung? Münster: 87-94.

iso-Institut (Hg.) (2001): Zehn Jahre BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung vom 7. bis. 9. Mai 2001in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

iso-Institut (Hg.) (2001): Bewahren und Gestalten. Ergebnisse aus dem BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 03. bis 05. Mai 2000 in Bonn. Saarbrücken: iso-Institut.

Müller, Gudrun (2001): Die Modellförderung als auslösendes Moment der qualitativen und quantitativen Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur. Eine Bestandsaufnahme am Beispiel des Landkreises Emsland. Saarbrücken: iso-Institut.

Schweizer, Carola (2001): Mobile Rehabilitation. Ein Rehabilitationskonzept für Pflegebedürftige. Saarbrücken: iso-Institut.

Schweizer, Carola (2001): Ambulante Geriatrische Rehabilitation. Endbericht zum Modellversuch der AOK Baden-Württemberg und der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Baden-Württemberg. Saarbrücken: AOK Baden-Württemberg.

2000

Blass, Kerstin (2000): Konzepte der Kurzzeitpflege am Beispiel des BMG-Modellprogramms. In: Kuratorium Deutsche Altershilfe (Hg.): Kurzzeitpflege. Dokumentation ausgewählter Beiträge einer Fachtagung. Köln: KDA.

iso-Institut (Hg.) (2000): Qualität, Qualifizierung, Qualitätssicherung. Erfahrungen im BMG-Modellprogramm. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts vom 10. bis 12. Mai 1999 in Bonn. Saarbrücken.

1999

Kirchen-Peters, Sabine unter Mitarbeit von Dr. Jürgen Stenger (1999): Die Tagespflege – Zwischen konzeptionellem Anspruch und realer Vielfalt. Saarbrücken: iso-Institut.

1998

iso-Institut (Hg.) (1998): „Auf dem Weg zu einer besseren Pflegeinfrastruktur. Hindernisse und ihre Überwindung. Dokumentation der Fachtagung des iso-Instituts, 2. bis 4. Juni 1998 in Bonn. Saarbrücken: iso-institut.Kirchen, Sabine (1998): BMA-Modellprogramm: Tagespflege gut angelaufen. In: Bundesarbeitsblatt 3/98.

1997

Brandt, Franz; Manfred Geiger; Andrea Heigl; Sabine Kirchen; Maria Zörkler (1997): BMA-Modellprogramm ‚Verbesserung der Situation der Pflegebedürftigen‘, Abschlussbericht 1997 der Wissenschaftlichen Begleitung. Saarbrücken.

Brandt, Franz u.a. (1997): Auf dem Weg zum vernetzten Hilfesystem. BMA-Modellprogramm ‚Verbesserung der Situation der Pflegebedürftigen‘; Phase II: Umsetzung des PflegeVG, Saarbrücken.

Brandt, Franz; Maria Zörkler (1997): Pflegeversicherung. Erste Erfahrungen mit der zweiten Stufe. In: Bundesarbeitsblatt 1/97: 11-3.

1995

Kirchen, Sabine (1995): Ein Mehr an Lebensqualität schaffen. Aufbau und Entwicklung von Tagespflegeeinrichtungen für gerontopsychiatrische KlientInnen. In: Häusliche Pflege 7: 489-494.

Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung von Modellprojekten zur Verbesserung der Versorgung demenzkranker Menschen und der Erprobung einer wirksamen Vernetzung der Versorgungsangebote in sechs Regionen im Land Hessen

Die Versorgung demenzkranker Menschen ist eine der größten sozial- und gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Dies verpflichtet unter anderem zu einer stetigen Weiterentwicklung des Hilfesystems, aber auch zu einer Veränderung im Verhalten und in der Haltung diesen Menschen gegenüber. Aus Mitteln der sozialen und privaten Pflegeversicherung sowie aus Haushaltsmitteln des Landes Hessen wurden daher sechs Modellvorhaben auf den Weg gebracht, die eine Erprobung neuer Versorgungskonzepte und -strukturen insbesondere für demenzkranke Menschen zum Ziel haben.

Zwei grundlegende Intentionen standen dabei im Vordergrund:

  • der Ausbau von bislang noch wenig entwickelten Versorgungsbausteinen sowie
  • die Verzahnung und Vernetzung von Angeboten, Einrichtungen und Trägerstrukturen.

Die Modellvorhaben waren vorrangig auf ambulante Versorgungsangebote ausgerichtet; es wurden jedoch vor allem unter dem Aspekt der Vernetzung auch stationäre und teilstationäre Angebote einbezogen.

Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung war es, die Vorreiterfunktion der Modellvorhaben zu unterstützen und die Modellerfahrungen auszuwerten. Wandel und Umbau der Versorgungsstrukturen wurden zum einen durch eine kontinuierliche formative Prozessevaluation begleitet, zum anderen wurde die Evaluation aber auch im Sinne einer Erfolgs- und Wirkungskontrolle angelegt. Das heißt im Evaluationsgeschehen wurden nicht nur der Vernetzungsprozess, sondern auch die Effektivität und Effizienz der Versorgung in den Blick genommen. Um einen optimalen Transfer von Modellerfahrungen zu sichern, wurden allgemeine Handlungsempfehlungen für Träger von Angeboten der Altenhilfe entwickelt.

Auftraggeber: Hessisches Sozialministerium
Projektstand: abgeschlossen (03/2005 – 01/2008)
Projektleitung: Maria Zörkler
Projektbearbeiter/innen: Dr. Manfred Geiger, Jutta Kraß, Maria Zörkler

 

Veröffentlichungen:     

Geiger, Manfred; Zörkler, Maria unter Mitarbeit von Jutta Kraß (2010): Aufbau und Vernetzung von Versorgungsangeboten für Demenzkranke. Eine vergleichende Betrachtung in sechs hessischen Modellregionen. Saarbrücken: iso-Institut

 

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2007 abgeschlossene Projekte

Ressourcenorientierte Ansätze zu Generierung innovationsförderlicher Unternehmens- und Lernkulturen (AGIL)

Gegenstand des Verbundvorhabens ist die modellhafte Entwicklung und Umsetzung von Elementen und Bausteinen ressourcenorientierter Personal- und Führungskonzepte in den beteiligten Unternehmen. Diese sollen einen nachhaltigen Beitrag zum Aus- und Aufbau von innovationsförderlichen Unternehmenskulturen leisten und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Denn nicht jede Unternehmenskultur ist innovativ. Angesichts eines sich global verschärfenden Wettbewerbs und des Übergangs in eine wissensorientierte Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft stehen die Unternehmen zunehmend vor der Heraus­forderung, ihre Flexibilität und Innovationsfähigkeit so zu erhalten und zu ver­bessern, dass sie bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben. Für das betriebliche Innovationsgeschehen wird das ‚Humankapital’ – das Wissen der Mitarbeiter – zunehmend zur wichtigsten Schlüsselressource. Um dieses Potenzial angesichts des technisch-wirtschaftlichen Wandels tatsächlich erschließen zu können, müssen sich Unternehmenskulturen herausbilden, die lern- und innovationsförderlich sind. Dergestalt erfolgreiche Unternehmenskulturen sollen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verbessern und zugleich die Bedarfe der Mitarbeiter nach Anerkennung, Beteiligung und Kompetenzentwicklung berücksichtigen.

Das Neue an dem Ansatz ist die Vernetzung von Unternehmen mit unterschiedlichen betrieblichen Innovationsmilieus (Industrie- und Dienstleistungsbranche, großbetrieblich – mittelständisch) innerhalb des Verbundes, wodurch ein überbetrieblicher und branchenübergreifender Wissenstransfer initiiert werden kann, der die traditionell enge Verbindung des Innovationsbegriffs mit dem produzierenden Gewerbe auflöst und erweitert auf immaterielle Produkte und Serviceleistungen. In den betrieblichen Teilprojekten werden Maßnahmen entwickelt, erprobt und evaluiert, die vor allem auf ein effizienteres Management von Wissen, einen systematischen Kompetenzaufbau und Teamentwicklung durch eine bessere Verzahnung von Personal- und Organisationsentwicklung abzielen. Die geplanten Umsetzungsmaßnahmen im Rahmen der betrieblichen Change Management-Prozesse beziehen sich insbesondere auf die Anpassung der organisatorischen Strukturen und betrieblichen Rahmenbedingungen (Schaffung einer lernförderlichen Arbeitsorganisation);

  • Kompetenz- und Teamentwicklung durch die Verknüpfung von Personalentwicklung, neuen Lernkonzepten und Wissensmanagement (e-learning, blended learning, collaborative learning),
  • die Überführung neuer Leitbilder in handlungs- und verhaltensrelevante Praxen bei Führungskräften und Mitarbeitern (Ausbau einer beteiligungsorientierten Führungs- und Unternehmenskultur).

Das Erkenntnisinteresse des Vorhabens richtet sich auf die Identifizierung, Beschreibung, Aufbereitung und Verbreitung von sog. ‚good practices’. Mittels zielgruppenspezifischer Öffentlichkeitsstrategien sollen die Ergebnisse des Verbundprojektes interessierten Unternehmen, insbesondere auch kleinen und mittleren Unternehmen, zugänglich gemacht werden.

Das Verbundvorhaben ist im Rahmenkonzept „Innovative Arbeitsgestaltung – Zukunft der Arbeit“ des Bundesministeriums für Forschung und Bildung angesiedelt. Zuständiger Projektträger des BMBF ist der PT „Innovative Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen“
im DLR www.pt-dlr.de.

 

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen (Laufzeit: 08/2004-3/2007)
Projekleitung: Dr. Ingrid Matthäi
Kooperationspartner: HYDAC International GmbH, Sulzbach; real SB-Warenhaus GmbH, Alzey; SICK AG, Waldkirch; iso-Institut e.V., Saarbrücken (Konsortialführer)

Veröffentlichungen:     

Matthäi, Ingrid (2009): Ressourcenorientierte Strategien im Kontext von Innovation und lernförderlicher Unternehmenskultur. Saarbrücken. [Download]

Matthäi, Ingrid (2009): Lernkulturen gestalten durch ‚Blended Knowledge Management‘. In: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Unternehmenserfolg – eine Frage der Kultur. Berlin: 72-75.

Matthäi, Ingrid (2008): Ressourcenorientierte Ansätze zur Generierung innovationsförderlicher Unternehmens- und Lernkulturen (AGIL). In: PT-DLR (Hrsg.): Themenheft „Entwicklungsfaktoren für den Auf- und Ausbau innovationsförderlicher Unternehmenskulturen und -milieus“. Bonn: 53-57. Download unter: http://www.pt-dlr.de

Matthäi, Ingrid (2007): Workplace Learning – erfolgreiche Gestaltungsbeispiele aus dem Verbund AGIL. In: Streich, Deryk; Dorothea Wahl (Hrsg.): Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt. Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Kompetenzentwicklung. Frankfurt a.M./New York: Campus: 379-386

Matthäi, Ingrid; Ringle, Jürgen; Bursian, Olaf; Werner, Daniela (2007): Ressourcenorientierte Ansätze zur Generierung innovationsförderlicher Unternehmens- und Lernkulturen. Gemeinsamer Abschlussbericht. Saarbrücken: iso-Institut.

Matthäi, Ingrid (2007): Professionalisierung des Vertriebs durch neue Formen des Wissenstransfers. In: Doleschal, Reinhard (Hrsg.): Innovationen systematisch gestalten. Beiträge zum Innovationskongreß 2006. Lemgo: Fachhochschule Lippe u. Höxter: 158-163.

Matthäi, Ingrid (2007): Unternehmenskultur und Wissensmanagement. Aufsätze zu inhaltlichen Schwerpunkten des Verbunds AGIL. Arbeitspapier Nr. 1. Saarbrücken: iso-Institut.

Matthäi, Ingrid (2007): Innovative Lernkulturen gestalten. Ergebnisse aus dem Verbund AGIL. Arbeitspapier Nr. 2. Saarbrücken: iso-Institut.

Matthäi, Ingrid (2005): Unternehmenskultur – Annäherung an ein Organisationsphänomen. Saarbrücken. [Download]

Expertise „Förderung der interkulturellen Kompetenz von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Berufsausbildung“
  1. Problemdarstellung und Ziele des Vorhabens

Deutschland ist – inzwischen unbestritten – ein Einwanderungsland, in dem viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Kinder aus Immigrantenfamilien durchlaufen das deutsche Schulsystem noch immer mit signifikant anderen, teilweise deutlich schlechteren Ergebnissen als Kinder von deutschen Eltern. Wenn sie deutsche Bildungsabschlüsse erworben und hierbei die gleichen oder bessere Ergebnisse erzielt haben, werden sie nicht immer mit gleichen Chancen in betriebliche Ausbildungsverhältnisse übernommen. Und wenn sie es geschafft haben, eine Ausbildung mit Erfolg abzuschließen, werden sie nicht mit derselben Wahrscheinlichkeit in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Die Bemühungen um eine verbesserte Integration von Menschen mit Migrationshintergrund konzentrieren sich bisher vor allem auf Schule und Erstausbildung. Es besteht allerdings gleichermaßen die Notwendigkeit, den Übergang von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt, also die „zweite Schwelle“ in den Blick zu nehmen. Gerade die gelingende und adäquate Anschlussbeschäftigung ist für die Einzelnen ein wesentlicher Faktor für den weiteren Erwerbsverlauf.

Neben diesen gesellschafts- und arbeitsmarktbezogenen Überlegungen gibt es einen weiteren Grund, den Fokus auf die Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu richten. Die Wirtschaft hat sich aufgrund der Globalisierung zunehmend internationalisiert, sei es, weil ausländische Märkte bedient werden oder im Ausland produziert wird, sei es, weil Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft an der Wertschöpfung beteiligt sind. Globalisierte Wertschöpfungsprozesse stellen die sozialen Akteure auch in Unternehmen und Organisationen vor neue Herausforderungen bei der Bewältigung von strategischen, operativen, technischen und sozialen Problemen. Verstärkt wird dieser Trend durch die Tendenz zur „Wissensarbeit“, zu neuen Formen der Kooperation in und zwischen Unternehmen und durch den wachsenden Anteil von Dienstleistungstätigkeiten. In diesem Prozess macht die Vielfalt von nebeneinander existierenden Einstellungen, Denk- und Verhaltensmustern, Weltanschauungen und Wertvorstellungen es notwendig, die eigene Perspektive zu relativieren, um die Positionen anderer Beteiligter zu verstehen und sachlich begründete Kompromisse eingehen zu können. Zugespitzt formuliert: Moderne Kooperationsformen, die aus Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sind, erfordern interkulturelle Kompetenz. Die damit verbundenen Herausforderungen werden in vielen Unternehmen aber offenbar noch nicht in adäquater Weise wahrgenommen und zur Grundlage personalpolitischer Strategien gemacht. Das spiegelt sich auch in den Kompetenzprofilen, die am Arbeitsmarkt nachgefragt werden.

Eine systematische Klärung, Entwicklung und Förderung von interkulturellen Kompetenzen, so die Intention, könnte diese Situation verändern. Dann würden junge Menschen mit benachteiligten Startchancen stärker in den Mittelpunkt rücken. Neue, bislang vernachlässigte Ressourcen, wären zu erschließen. Das betrifft insbesondere Qualifikationen, die, wie so genannte „soft skills“, über rein technische Fertigkeiten hinausgehen.

Als Ergebnis der Studie wird angestrebt, dass Anforderungsprofile von Ausbildungsberufen und Stellenausschreibungen in Bezug auf interkulturelle Kompetenz exakter zu formulieren sind, wodurch sich die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund verbessern könnten.

  1. Empirische Grundlagen

 

Die empirischen Grundlagen werden in zwei Schritten erarbeitet:

  1. Eine sekundäranalytische Auswertung von Programmen und Projekten, die sich bereits mit der Förderung von interkulturellen Kompetenzen befasst haben.
  1. Eine konkretisierende Analyse, mit der geklärt werden soll,

 

-in welchen Branchen und Berufsfeldern sich ein deutlicher Bedarf an interkultureller Kompetenz abzeichnet;
-welche betrieblichen Strategien, Chancen- und Risikoeinschätzungen auf Seiten von Fachverbänden und Unternehmen auf der Agenda stehen;
-wie sich die Bedeutung interkultureller Kompetenzen im wirtschaftlichen Alltag niederschlägt.

 

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) – vertreten durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB)

Projektleitung: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektmitarbeiter: Dr. Heiko Breit

Projektstand: abgeschlossen (11/2006-12/2007)

 

Internationale Fachtagung "Dienstleistung ohne Wertschöpfung - Wertschöpfung ohne Dienstleistung?" am 08. Dezember 2006 in Berlin, Hotel Maritim pro Arte

Die Dienstleistungsforschung in Deutschland braucht dringend neue Impulse. Insbesondere der Zusammenhang von Technologieentwicklung, neuen Branchentrends wie Offshoring und Outsourcing, die daraus ableitbaren neuen Anforderungen an das Management von Dienstleistungsunternehmen, aber auch an die Qualifikationen des Managements sind nicht hinreichend präzise erforscht. Es ist aber im Zeichen zunehmender Globalisierung unverzichtbar, sich gründlich über die damit einhergehenden Herausforderungen auch für den Dienstleistungssektor zu informieren, um angemessene Strategien entwickeln zu können. Denn auch im Feld der Dienstleistungen gilt, dass der Wandel, der zusätzlich noch durch die rasante Entwicklung und Verbreitung neuer Technologien beschleunigt wird, nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance begriffen werden muss. Umso mehr, als in neuen Faktorkombinationen von Technik, Organisation und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Chancen für die deutsche Dienstleistungsbranchen im Ausland liegen – sie müssen nur wahrgenommen und genutzt werden.

Hatten Produktionsunternehmen seit Mitte der achtziger Jahre weit reichende Reorganisationsmaßnahmen zu durchlaufen, als deren wesentliches Charakteristikum es gilt, dass komplette Wertschöpfungsketten in den Blick genommen werden (Stichwort: systemische Rationalisierung), so werden nun auch zunehmend Dienstleistungsprozesse nach dem gleichen Muster reorganisiert: komplette Wertschöpfungsketten werden zum einen im Gesamtzusammenhang analysiert, zum anderen aber in ihre Einzelteile zerlegt, nach Standardisierungsmöglichkeiten gesucht, einzeln nach ökonomischen Kriterien bewertet, um im Anschluss an diese Analysen die Wertschöpfungskette wieder neu zusammen zu setzen. Im Ergebnis können dann verschiedene Prozesse an billigere Anbieter vergeben werden (outsourcing), wobei diese im Inland sitzen können oder auch, insbesondere wenn es sich um standardisierte, aber nicht um „kundenkritische“ Prozesse handelt, im Ausland (Offshoring).

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, an eine Debatte anzuknüpfen, die in den USA bereits geführt wird und die mit dem Namen Uday Karmarkar verbunden ist. Ziel der Tagung, zu der Professor Uday Karmarkar sowie bedeutende Dienstleistungsforscher aus Deutschland eingeladen werden, ist die Eröffnung von Lernchancen aus dieser Debatte. Im Anschluss an die Tagung werden die Ergebnisse veröffentlicht.

Inhaltlich gruppierte sich die Fachtagung um folgende Themen:

  • Was sind die „technologischen Treiber“ der „Dienstleistungsrevolution“? Wie vermitteln sie sich in die Organisation von Dienstleistungsunternehmen hinein?
  • Welche Dienstleistungsbranchen werden besonders von Outsourcing und Offshoring betroffen sein?
  • Welche Arbeitnehmergruppen sind besonders von technologischen Veränderungen betroffen?
  • Welche Möglichkeiten ergeben sich für einzelne Unternehmen, aus den neuen Globalisierungstendenzen Gewinn zu ziehen?
  • Was kann die Politik (Forschungs- und Entwicklungspolitik, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik etc.) tun, um den Wandel zu begleiten und seine negativen Konsequenzen möglichst klein zu halten und die sich ergebenden Chancen zu nutzen?
  • Welche Probleme bekommen betriebliche Akteure (Management, Betriebsräte), wenn sie sich nicht rechtzeitig auf den Wandel einstellen? Welche Aktions- oder Reaktionsmöglichkeiten haben sie?

Auf dem Podium diskutierten:

  • Prof. Dr. Uday Karmarkar (Los Angeles),
  • Prof. Dr. John Bryson (Birmingham),
  • Prof. Dr. Anat Rafaeli (Haifa),
  • Prof. Dr. Luis Rubalcaba (Madrid),
  • Prof. Sonja Sackmann, Ph.D. (München),
  • Prof. Dr. Henning Klodt (Kiel),
  • Dr. Werner Dostal (Nürnberg),
  • Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen (Dortmund),
  • Prof. Dr. Peter Kalmbach (Bremen)
  • Moderation: Prof. Dr. Daniel Bieber (Saarbrücken)
  • Einleitung: Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin für Berufliche Bildung, Lebenslanges Lernen im BMBF
  • Resümee: Ursula Zahn-Elliott, Referatsleiterin Innovative Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen, ebenfalls BMBF

 

Projektstand: abgeschlossen 2007
Projektleitung / -mitarbeiter:  Prof. Dr. Daniel Bieber

Veröffentlichungen:

Bieber, Daniel; Hielscher, Volker (2007): Beschäftigung ohne Wertschöpfung – Wertschöpfung ohne Beschäftigung? Themenzentriertes Ergebnisprotokoll eines Workshops am 8. Dezember 2006 in Berlin , Saarbrücken: iso-Institut.

 

 

Arbeit und Beschäftigung in der saarländischen Gesundheitswirtschaft

Der Gesundheitsmarkt gilt als einer der dynamischsten Wachstumsmärkte der Zukunft. Auch im Saarland ist eine steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und Gesundheitsangeboten zu erwarten, nicht zuletzt deshalb, weil das Saarland schneller altert als andere Regionen.

In den wirtschafts- und sozialpolitischen Debatten wird das Gesundheitswesen vornehmlich als Kostenfaktor wahrgenommen, welches die Lohnnebenkosten in die Höhe treibe und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft beeinträchtige. Unberücksichtigt bleibt dabei, dass das Gesundheitswesen zugleich einen Gesundheitsmarkt und somit eine wachstumsstarke Wirtschaftsbranche mit hohen Beschäftigungszuwächsen darstellt. Die Gesundheitswirtschaft, wie wir sie verstehen, begrenzt sich nicht auf das enge Segment der ambulanten und stationären Versorgung, sondern umfasst ein erweitertes Cluster mit allen vor- und nachgelagerten Segmenten der Wertschöpfungskette – jenseits der üblichen branchen- und sektoralen Zuordnungen:

  • Ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung
  • Pflege, Rehabilitation, Prävention
  • Health-Care-Produzenten (Hersteller von medizinischen Produkten, Hilfsgeräten, Medizintechnik, Diagnostik, Pharma, Dentallabore, Orthopädie-Handwerk etc.)
  • Handel (z.B. Apotheken, Optiker, Sanitätsprodukte)
  • Versicherungsbranche (Krankenkassen)
  • Wissensbereich (Forschungseinrichtungen, Universitäten, Uni-Kliniken etc.)
  • Aus- und Weiterbildungseinrichtungen für Gesundheitsberufe

In der Studie wird die wirtschafts- und beschäftigungspolitische Bedeutung dieses Clusters für die saarländische Region untersucht. Dabei geht es auch um die Frage, welchen Beitrag die saarländische Gesundheitswirtschaft zum regionalen Strukturwandel und zur Standortprofilierung leisten und wie die Region von dem dynamischen Wachstum zukünftig profitieren kann. Die Untersuchung greift drei zentrale Fragestellungen auf:

  • Wie hat sich die Beschäftigung in der saarländischen Gesundheitswirtschaft entwickelt und welche Trends zeichnen sich ab? Wie sieht die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt aus und welche Qualifikationen werden derzeit und zukünftig benötigt?
  • Welche Bedeutung hat der Wissensbereich für die Entstehung neuer Arbeitsplätze im Cluster (sog. „Spill-Over-Effekte“)?
  • Hat die Grenzlage und die Zugehörigkeit zur Großregion Saar-Lor-Lux beschäftigungspolitische Auswirkungen auf die saarländische Gesundheitswirtschaft?

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen (12/2006 – 10/2007)
Projektleiterin: Dr. Ingrid Matthäi
Projektbearbeiter/-in: Dr. Ingrid Matthäi, Jörg Marschall

Veröffentlichungen:

Matthäi, Ingrid (2008): Jobmotor und wichtiger Standortfaktor: Studie zur Gesundheitswirtschaft im Saarland. In: Arbeitnehmer, Heft 2: 8-9.

Matthäi, Ingrid; Marschall, Jörg (2008): Arbeit und Beschäftigung in der saarländischen Gesundheitswirtschaft. Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes (Texte AK-Forum).

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2006 abgeschlossene Projekte

Umbau der Bundesagentur für Arbeit. Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Hartz-Kommission

Die Arbeitsmarktpolitik ist eines der größten Reformvorhaben in Deutschland. Mit den sogenannten „Hartz-Reformen“ und den entsprechenden Gesetzespaketen verbindet sich der Anspruch, die Effizienz und die Wirkung der Vermittlungen nachhaltig zu verbessern und damit zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Mit dieser Zielsetzung sind eine Vielzahl von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen beschlossen worden (vor allem die „Hartz – Gesetze“ I bis IV), die seit 2003 nach und nach umgesetzt werden. Ein zentraler Baustein der Reformen ist der Umbau der ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit und heutigen Bundesagentur selbst: Die größte Behörde Deutschlands soll sich bis zum Jahre 2005 zu einem modernen, kundenorientierten Dienstleister gewandelt haben. Der Bundestag hat im November 2002 beschlossen, die Umsetzung der „Hartz-“ Vorschläge zeitnah evaluieren zu lassen.

Mit dem Evaluationsprojekt „Organisatorischer Umbau der Bundesagentur für Arbeit“ wird die ehemals klassische Arbeitsverwaltung auf ihrem Weg zu einem modernen Dienstleister am Arbeitsmarkt begleitet. In dem Umbauprozess treten wichtige Fragen zu Tage, die im Rahmen des Projektes näher ausgeleuchtet werden sollen:

  • Wie lässt sich die Reform einer derart großen Organisation in weniger als drei Jahren bewerkstelligen?
  • Welche Effekte und Folgewirkungen bringen der neue Strukturaufbau und das veränderte Führungsmodell in der Bundesagentur für Arbeit?
  • Welche Rolle spielen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Prozess?
  • Welche Rolle spielt innovative Informationstechnologie beim Umbau und wie kann sie diesen sinnvoll unterstützen und vorantreiben?

Die Untersuchung lief von Oktober 2004 bis Juni 2006. Sie ist als eine Prozessevaluation angelegt, die sich auf folgende Bereiche erstreckt:

  • Organisationsstruktur, insbesondere in den neuen Kundenzentren (ehemalige Arbeitsämter)
  • Führungs- und Steuerungssystem
  • Operative Kundenprozesse
  • Arbeitsprozesse und Arbeitsbedingungen
  • Rolle und Bedeutung der IT-Unterstützung

Das Projekt wird gemeinsam vom Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) Saarbrücken und der Organisationsberatung Peter Ochs durchgeführt.

Kooperationspartner: iso-Institut Saarbrücken
Organisationsberatung: Peter Ochs
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

 

Veröffentlichungen:     

Bender, Gerd; Bieber, Daniel; Hielscher, Volker; Marschall, Jörg; Ochs, Peter; Vaut, Simon (2006): Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission: Organisatorischer Umbau der Bundesagentur für Arbeit – AP 2. Saarbrücken. [Pressemitteilung] [Kurzfassung] [Handlungsempfehlungen] [Evaluationsbericht AP2 ]

Bender, G.; Bieber; D.; Hielscher, V.; Ochs, P.; Schwarz, Chr.; Vaut, S. (2006): Der organisatorische Umbau der Bundesagentur für Arbeit: Auf dem Weg zu einem modernen Dienstleister am Arbeitsmarkt? In: Pfannkuche, Henning; Lange Joachim (Hg.): Und die Moral von der Geschicht‘ …? Die Evaluierung der Arbeitsmarktreformen (Hartz I-III), Loccumer Protokolle 14/06, Loccum: 37-53

Hielscher, Volker (2006): Reorganisation der Bundesagentur für Arbeit – „Moderner Dienstleister“ für wen? In: WSI-Mitteilungen 59(2006)3: 119-124.

Bieber, Daniel; Hielscher, Volker; Ochs, Peter; Schwarz, Christine; Vaut, Simon (2005): Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission: Organisatorischer Umbau der Bundesagentur für Arbeit. Saarbrücken.

 

 

 

Die Rolle der IuK-Technik im Innovationsprozess bei alternden Belegschaften

In dem Vorhaben wird untersucht, wie im Zuge einer fortschreitenden Informatisierung betrieblicher Prozesse und Arbeitsabläufe das Potenzial der Informationstechnik für den betrieblichen Innovationsprozess angesichts alternder Belegschaften besser erschlossen werden kann. Wir gehen davon aus, dass die Informationstechnik als Arbeits- und Hilfsmittel bei der Steuerung und Ausgestaltung des betrieblichen Produktentstehungsprozesses suboptimal und in Teilen sogar kontraproduktiv genutzt wird, weil a) der Stellenwert von Sozialinnovationen infolge einer Dominanz technizistischer Leitbilder verkannt wird und b) das Human Resources Management bislang die Folgen des demographischen Wandels für den Technologieeinsatz und die optimale Nutzung der IuK-Techniken nicht oder nur unzureichend antizipiert hat. Wir vermuten, dass ein innerbetrieblicher digital divide, eine alterssegmentierte Techniknutzung und sog. Spezialisierungsfallen für Ältere angesichts des Alterungsprozesses zu massiven Innovationshemmnissen werden können, sofern Unternehmen diesen Wandel nicht proaktiv gestalten und alternsbezogene Strategien zur effizienteren Techniknutzung entwickeln. In diesem Zusammenhang wird folgenden forschungsleitenden Fragen nachgegangen:

  • In welchem Verhältnis stehen Innovation, Informatisierung und Alterungsprozess?
  • Was kennzeichnet die neuen Formen der IT-gestützten Arbeit im Innovationsprozess und welche Risiken und Chancen bergen sie für die unterschiedlichen Gruppen von Innovationsakteuren?
  • In welchen betrieblichen Innovationsmilieus ist das Altern der technischen Intelligenz unproblematisch, in welchen kritisch?
  • Inwieweit können Sozialinnovationen die mit dem Alterungsprozess verbundenen Technik- und Innovationsrisiken abfedern und dazu beitragen, dass die Potenziale der Informationstechnik für den Erhalt der Wissens- und Innovationsfähigkeit optimaler genutzt werden?
  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Technikverständnis, Technikleitbild, Techniknutzung und betrieblichen Innovationsmustern? Welche Konsequenzen leiten sich daraus ab für den Zusammenhang von alternden Belegschaften und Innovation?

Die Studie orientiert sich an dem ganzheitlichen Konzept des „betrieblichen Innovationsmilieus“, das auf die soziale Organisation von Innovation abhebt und das betriebliche Innovationsgeschehen und Technologiemanagement in das gesamtbetriebliche Handlungsfeld aus marktbezogenen, reorganisierenden, personenbezogenen und mikropolitischen Aktivitäten einbettet. Geplant sind exemplarische Fallstudien in Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung und Branchenzugehörigkeit (Maschinenbau, Fahrzeugindustrie, Elektro-/Elektronikbranche, IT-Industrie und Finanzdienstleister) sowie ergänzende Expertengespräche mit Vertretern von Verbänden und Gewerkschaften.

Die neuen Erkenntnisse aus der Studie dienen dem Ziel, Gestaltungsempfehlungen für eine nachhaltige Innovations- und Technologiepolitik zu entwickeln, damit die Förderpolitik angesichts der Risiken des Altersstrukturwandels stärkere Impulse zur besseren Erschließung der Anwenderpotenziale der Informationstechnik im betrieblichen Innovationsprozess setzen kann.

Projektträger des BMBF für dieses Vorhaben ist der PT ‚Innovations- und Technikanalyse‘ (ITA) beim VDI/VDE-IT:  www.innovationsanalysen.de

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 06/2006 (Laufzeit: 10/2004-06/2006)

Veröffentlichung:
Grewer, Hans Günter; Matthäi, Ingrid; Reindl, Josef (2007): Der innovative Ältere. Warum die Entwickleruhr länger als sieben Jahre tickt. München und Mering: Rainer Hampp Verlag.

Teilhabe behinderter Menschen und betriebliche Praxis. Konzeptionen und Arbeitsmaterialien zum neuen Recht behinderter Menschen für die Bildungsarbeit mit betrieblichen Interessenvertretern

Ausgehend von den Regelungen des neuen SGB IX erarbeitet das Projekt grundlegende Beiträge für die Bildungsarbeit, um Schwerbehindertenvertretungen, Betriebs- und Personalräte für Anforderungen in den Aufgabenbereichen Integration, Rehabilitation und Gesundheitssicherung zu qualifizieren. Arbeitsschwerpunkte des Projektes umfassen:

  • Konzeption und Ausarbeitung von Seminarmodulen und Arbeitsmaterialien, Erprobung von Seminarveranstaltungen, Aufbereitung für die laufende Bildungsarbeit;
  • begleitende empirische Recherchen in der betrieblichen und überbetrieblichen Praxis;
  • Information und Qualifizierung von Multiplikatoren und Referenten; Vernetzung mit betrieblichen und außerbetrieblichen Akteuren (durch Projekt-Website (www.teilhabepraxis.de) , Arbeitstagungen).

Kooperationsprojekt des ISO-Instituts mit IG Metall, Vorstandsverwaltung und Ver.di, Bundesverwaltung

Gefördert durch: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, Beirat für die Teilhabe behinderter Menschen (Ausgleichsfonds)
Projektstand: abgeschlossen 2006
Projektleiter: Achim Huber

Veröffentlichungen:     

Huber, Achim; Stegmann, Ralf; Berger, Jens-Jean (2006): Gesundheitsprävention durch betriebliches Eingliederungsmanagement. Arbeitsfähigkeit erhalten und sichern (SBV 3). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Huber, Achim; Meissner, Frank; Stegmann, Ralf; Berger, Jens-Jean (2006): Alter, Behinderung und Arbeitsgestaltung (SBV Plus). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Huber, Achim; Stegmann, Ralf; Berger, Jens-Jean (2006): Die Integrationsvereinbarung (SBV Plus2). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Meissner, Frank; Huber, Achim; Stegmann, Ralf; Berger, Jens-Jean (2006): Grundlagen des SGB IX. Einstiegsmodul für BR-/PR-/MAV-JAV-Seminare. Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Stegmann, Ralf; Huber, Achim; Berger, Jens-Jean (2006): Zentrale Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung. Grundlagenseminar (SBV 1). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Stegmann, Ralf; Huber, Achim; Berger, Jens-Jean (2006): Beschäftigung fördern und sichern (SBV 2). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Stegmann, Ralf; Huber, Achim; Berger, Jens-Jean (2006): Der besondere Kündigungsschutz (SBV Plus3). Berlin, Frankfurt a.M., Saarbrücken.

Feldes, Werner; Dagmar Kossack (2004): Novellierung des Sozialgesetzbuches IX (SGB IX). Mehr Einschränkungen als Verbesserungen. In: Arbeitsrecht im Betrieb, Heft 8: 453-456.

Huber, Achim (2004): Neue Perspektiven durch das SGB IX – betriebliche Prävention als Eingliederungsmanagement , in: Kooperationsprojekt Teilhabepraxis (Hg.): Integrationsvereinbarungen – Zeit für ein erstes Fazit und Perspektiven: 36-43.

Kossack, Dagmar; Rainer Rehwald (2004): Neue Kündigungsbestimmungen im SGB IX zum 1.5.2004. In: Arbeitsrecht im Betrieb, Heft 10: 604-609.

Kooperationsprojekt Teilhabepraxis (Hg.) (2004): Integrationsvereinbarungen – Zeit für ein erstes Fazit und Perspektiven. Tagungsdokumentation, Frankfurt/M – Berlin – Saarbrücken.

Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft. In: ver.di (Hg.), Sozialpolitische Informationen (sopo), 2. Halbjahr 2004: 17-25.

ver.di (Hg.) (2004), Möglichkeiten und Grenzen des SGB IX. Ein Kurzgutachten, Berlin.

Integration von Langzeitarbeitslosen in Pflegeeinrichtungen

Mit dem Vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz IV) wird in § 16 Abs. 3 SGB II das Instrument der Arbeitsgelegenheiten (sogenannte „Ein-Euro-Jobs“) eingeführt. Diese zählen zu den Eingliederungsleistungen, die bei der neuen Grundsicherung für erwerbsfähige Arbeitslosengeld II – Bezieher/innen ab 01.01.2005 vorgesehen sind. Öffentliche, freigemeinnützige und private Träger können Arbeitsgelegenheiten anbieten, diese Arbeitsgelegenheiten müssen „zusätzlich“ und „gemeinnützig“ sein. Was konkret als zusätzlich und gemeinnützig gelten kann, wurde (noch) nicht abschließend definiert.

Bislang wird der Einsatz von so genannten „Ein-Euro-Jobbern“ vornehmlich unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten diskutiert. Dagegen liegt im Rahmen des Projektes „Integration von Langzeitarbeitslosen“ der Analyseschwerpunkt bei den Anbietern von Arbeitsgelegenheiten. Mit dem als „partizipativen Gestaltungsprojekt“ konzipierten Vorhaben wird der Einsatz der Langzeitarbeitslosen in Zusammenarbeit mit einer stationären Pflegeeinrichtung in einem systematischen Gruppenprozess vorbereitet und begleitet mit dem Ziel, Handlungsanweisungen für die Praktiker/innen aus der Pflegebranche zu formulieren. In einem ersten Schritt werden die mit dem Einsatz von Langzeitarbeitslosen verbundenen Erwartungen aus unterschiedlichen Perspektiven (Management, Stammbelegschaft, Langzeitarbeitslose), die möglichen Einsatzgebiete und die dafür erforderlichen Qualifikationsprofile ermittelt. In einem zweiten Arbeitsschritt werden in der Einrichtung Konzepte entwickelt und Maßnahmen umgesetzt, die die Integration der Langzeitarbeitslosen erleichtern und die Reibungsverluste in der Einrichtung minimieren sollen. Schließlich wird die Wirksamkeit des Einsatzes von Langzeitarbeitslosen geprüft, mit einem besonderen Fokus auf die aus diesem Einsatz resultierenden psychischen Be- und Entlastungskonstellationen für die Stammbelegschaft und die Langzeitarbeitslosen.

Auftraggeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Projektstand: abgeschlossen 2006

Veröffentlichung:
Blass, Kerstin (2008): Einsatz von Langzeitarbeitslosen in stationären Einrichtungen der Altenpflege. Dortmund: Bundeanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Download unter: http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2182.html 

Verarmungs- und Ausgrenzungsrisiken in den Zeiten von "Hartz IV"

Mit den jüngsten Arbeitsmarkt- und Sozialreformen sind gravierende Einschnitte in die Lebenssituation vieler Menschen verbunden. Das Risiko von Verarmung und Ausgrenzung scheint größer zu werden. Umso wichtiger ist es, Ablaufprozesse und Auswirkungen dieser Reformbestrebungen zu verfolgen und Möglichkeiten einer Gegensteuerung zu sondieren.

Hierzu hat die Arbeitskammer des Saarlandes einen Forschungsauftrag an das iso-Institut vergeben, der sich vor allem mit den Eingliederungsbemühungen nach SGB II befasst. Primär zuständig für diese Aufgabe sind im Stadtverband Saarbrücken und in vier der fünf saarländischen Landkreise die zu diesem Zweck von Arbeitsagentur und Kommunen gegründeten Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) sowie in der Optionskommune St. Wendel die kommunale Arbeitsförderung. Weiterhin beteiligt sich das iso-Institut an der Aufbereitung einschlägiger Daten für eine saarlandweite Bestandsaufnahme von Ausgrenzungsrisiken und erkundet die Auswirkungen von „Hartz IV“ auf die Jugendhilfe sowie die Gemeinwesenarbeit in Stadtteilen.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2006
Projektbearbeiter: Dr. Manfred Geiger

Veröffentlichungen:      Geiger, Manfred: Fordern und fördern. Chancen und Risiken von Hartz IV, eingearb. u. auszugsweise veröffentlicht in: Arbeitskammer des Saarlandes (2006): Bericht an die Regierung des Saarlandes, Saarbrücken: AK des Saarlandes.

Evaluation der Effektivität und Effizienz eines integrierten Versorgungssystems für ältere pflege- und hilfsbedürftige Menschen am Beispiel der Pflege- und Wohnberatung in Ahlen

Es handelt sich um ein Forschungsvorhaben im Rahmen des Modellprogramms der Spitzenverbände der Gesetzlichen Pflegekassen zur „Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gem. § 8 SGB XI“. Das iso-Institut kooperiert mit der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-West­falen in Paderborn und dem Institut für Medizinische Soziologie im Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften der Charité in Berlin. In diesem Vorhaben werden Leistungs- und Qualitätsstandards der Pflege- und Wohnberatung definiert, ein Screeningverfahren zur Feststellung des Hilfebedarfs entwickelt und die Effektivität und Effizienz des Beratungsprozesses anhand von Fallstudien und auf der Basis eines regionalen Vergleichs von Strukturdaten der Krankenkassen evaluiert. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, den zuständigen Leistungsträgern den Hilfebedarf bestimmter Zielgruppen aufzuzeigen und die zur Bedarfsdeckung notwendigen Leistungskomplexe so zu umreißen, dass die Spitzenverbände der Pflegekassen den Beratungsaufwand einschätzen und ihn leistungsrechtlich verankern können. Die Koordination des Forschungsverbundes ist Aufgabe des iso-Instituts.

Kooperationspartner:
• iso-Institut, Saarbrücken
• Charité Berlin: Institut für Medizinische Soziologie und Institut für Biometrie und klinische Epidemiologie
• Katholische Fachhochschule NRW, Münster

Auftraggeber: Verein „Alter und Soziales e.V.“ Ahlen
Projektstand: abgeschlossen 2006

Veröffentlichungen:
Schweizer, Carola (2007): Das Modell aus der Perspektive der Ratsuchenden und der Profis – Ergebnisse der qualitativen Untersuchung. iso-Endbericht. In: Alter und Soziales e.V. (Hg.): „Evaluation der Effektivität und Effizienz eines integrierten Versorgungssystems für ältere hilfe- und pflegebedürftige Menschen am Beispiel der Pflege- und Wohnberatung in Ahlen“, Abschluss- und Ergebnisbericht. Ahlen.

Präventive Arbeits- und Personalpolitik im Zeichen demographischen Wandels - Strategien und Praxisbeispiele

In diesem Vorhaben werden innovative betriebliche Beispiele identifiziert, die darauf zielen, die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen – in einer erwerbsverlaufsorientierten Perspektive – zu fördern. Welche Chancen sie eröffnen und welche Schwierigkeiten auftreten; dies wird aus den unterschiedlichen Akteursperspektiven heraus untersucht. Das Erkenntnisinteresse richtet sich zugleich auf die Frage, in welcher Weise und in welchen Handlungskonstellationen beispielhafte Maßnahmen in Unternehmen initiiert und umgesetzt werden können.

Gefördert von: Hans-Böckler-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen (Laufzeit: 08/2003 bis 01/2006)
Projektbearbeiterin: Dr. Martina Morschhäuser

 

Veröffentlichungen:     

Morschhäuser, Martina (2006): Reife Leistung. Personal- und Qualifizierungspolitik für die künftige Altersstruktur. Berlin: edition sigma.

Morschhäuser, Martina (2005): Berufsbegleitende Weiterbildung und Personalentwicklungsplanung. In: Arbeit 14(2005)4: 291-304.

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2005 abgeschlossene Projekte

"Chemische Industrie Weiterbildungssystem" - CIWES

Die Chemische Industrie muss sich fortwährend neuen technologischen Entwicklungen und der Aufgabe stellen, ökologisch und sozial verträgliche Produktions- und Verarbeitungsprozesse zu gewährleisten. Dies gilt nicht nur für die transnationalen Konzerne, sondern auch für die Vielzahl der kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Innovation führt zu immer neuen Anforderungen an die Qualifikation und Kompetenzen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie der Führungskräfte der Branche. Dies betrifft das fachliche Know-how ebenso wie das Wissen um Organisation und Prozesssteuerung sowie soziale Fähigkeiten und Kompetenzen. Welchen Beitrag das Weiterbildungssystem der Branche bislang leistet und in Zukunft leisten muss, um diesen Anforderungen standzuhalten, ist Untersuchungsgegenstand des Projektes „Chemische Industrie Weiterbildungssystem“ – Ciwes.

Dazu werden die zentralen Anforderungen an das Weiterbildungssystem untersucht. Hierfür soll aus Sicht der Unternehmen und der Beschäftigten der aktuelle und zukünftige Weiterbildungsbedarf ermittelt werden. Die Entwicklungslinien von Technologie und Geschäftsprozessen und damit veränderte Anforderungen an Beschäftigte und ihre Qualifikationen sind Grundlagen für die Bedarfsermitlung. Dabei werden jenseits der individuellen Unternehmensperspektive auch die übergreifende Bedarfe der Branche in einem integrierten Weiterbildungssystem zu berücksichtigen sein.

Der Bedarfsanalyse steht eine Untersuchung des Angebots gegenüber. Die Qualität von Weiterbildungskonzepten wird stark von den Weiterbildungsträgern beeinflusst. Sie wirken an der Bedarfsermittlung ebenso mit wie an der Zielgruppenorientierung und der methodisch-didaktischen Umsetzung von Bildungszielen.

Aus dem Vergleich des aktuellen Weiterbildungsgeschehens mit dem Bedarf werden die Stärken und Schwächen des vorhandenen Systems sichtbar. Davon ausgehend werden Grundzüge eines zukunftsorientierten, branchenbezogenen Weiterbildungssystems herausgearbeitet.

Das Projekt wird in engem Kontakt mit den Sozialpartnern Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und dem BMBF durchgeführt.

Kooperationspartner: VDI/VDE-IT, Berlin/Teltow, unique Berlin GmbH, iso-Institut, Saarbrücken

Auftraggeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Projektstand: abgeschlossen 2005

"KMU-Check - Fit für den Arbeitsmarkt!". Implementierung eines Informations- und Beratungsinstrumentes zur Stärken-Schwächen-Diagnostik und zur Verbesserung der Arbeitgeber-Attraktivität für KMU im Saarland

Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Strategie zur Sicherung des saarländischen Fachkräftebedarfs. Die aktuelle Konzeption des „Masterplans Fachkräftesicherung“ adressiert insgesamt neun Handlungsfelder, die nach Lebenslagen und Zielgruppen differenziert werden; die Maßnahmen verteilen sich zudem auf zwei strategische Schwerpunkte. Das Projekt zielt auf eine nachhaltige Stärkung der Arbeitgeber-Attraktivität von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie von Handwerksbetrieben.

Das Vorhaben versteht sich als Sensibilisierungs- und Unterstützungsmaßnahme zur Verbesserung der Arbeitgeber-Attraktivität von KMU; allerdings erweitert es das bisherige Aktivitäten- und Zielgruppenspektrum um einen Ansatz, der versucht, nicht bereits überzeugte Betriebe nochmals zu überzeugen, sondern Betriebe zu erreichen, die den Druck „sich drehender Arbeitsmärkte“ noch nicht ausreichend realisiert haben. Dazu sollen strukturierte Interviews bzw. Beratungsgespräche auf der Basis eines neu entwickelten Fragenkataloges durchgeführt werden, der nicht der Selbstbewertung von Unternehmen, sondern zur Einleitung eines Sensibilisierungs- und Beratungsprozesses dienen soll.

Auftraggeber: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2005
Projektleiter: Prof. Dr. Daniel Bieber
Projektbearbeiterinnen: Maria Zörkler

Kooperationspartner:  
saar.is – saarland.innovation&standort e.V.
IBO – Institut für Industrieinformatik und Betriebsorganisation der HTW Saar

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2004 abgeschlossene Projekte

Diversity Management und Öffnung betrieblicher Teilarbeitsmärkte

Das Teilprojekt setzt auf der betrieblichen Seite des Arbeitsmarktes an, um gemeinsam mit Unternehmen neue Wege zur Integration von arbeitslosen Personen aus benachteiligten Gruppen zu beschreiten. Unser Anliegen besteht in der Verknüpfung von proaktiven personalpolitischen Gestaltungsmaßnahmen und einer stärkeren betrieblichen Arbeitsmarktöffnung für bislang kaum berücksichtigte Erwerbsgruppen (v.a. Frauen, Ältere und Migrant/-innen). Damit soll ein Beitrag zu Behebung personeller Engpässe in den Unternehmen sowie zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für benachteiligte Gruppen geleistet werden. Das Projekt umfasst zwei große Aktivitätsstränge: die Ingangsetzung einer „selbstreflexiven“ Personalpolitik, die Elemente eines Diversity Managements aufgreift sowie die Eruierung des (externen) Hilfebedarfs der Unternehmen bei der betrieblichen Integration von Arbeitslosen.

Unternehmen sind die Instanzen, die letztlich über die individuellen Beschäftigungschancen entscheiden. Untersucht werden soll deshalb, unter welchen Bedingungen Unternehmen bereit wären, Personen aus benachteiligten Arbeitsmarktgruppen einzustellen. Welche spezifischen Anreize und welche innerbetrieblichen Voraussetzungen müssten aus Sicht der Unternehmen gegeben sein, damit sie ihre Rekrutierungs- und Einstellungspraxis modifizieren und ihre betrieblichen Arbeitsmärkte auch für Personen aus bislang kaum berücksichtigten Erwerbsgruppen öffnen würden? Durch die Befragung der Unternehmen soll zudem in Erfahrung gebracht werden, welche Hilfestellungen zum Aufbau einer lern- und integrationsförderlichen Arbeitsorganisation und welche externen Serviceleistungen (von Arbeitsvermittlern, Weiterbildungseinrichtungen, etc.) benötigt werden, um die Bereitschaft zur Einstellung Langzeitarbeitsloser zu erhöhen. Diese Ergebnisse fließen an die Akteure der Entwicklungspartnerschaft zurück, damit sie ihre Angebote stärker auf die betrieblichen Bedarfe abstimmen können.

Aus der Ermittlung der konkreten betrieblichen Sensibilisierungs-, Unterstützungs- und Beratungsbedarfe sollen in einem zweiten Schritt gemeinsam mit den Unternehmen personal- und arbeitspolitische Gestaltungsmaßnahmen abgeleitet werden, die a) Arbeitslosen bessere Zugangschancen zu den internen Arbeitsmärkten eröffnen, und b) deren betriebliche Integration erleichtern.

Die Grundlage des umsetzungsorientierten Projektes ist eine Befragung von Geschäftsführern, Personalmanagern und betrieblichen Interessenvertretungen aus saarländischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Unternehmensübergreifende Workshops und gemeinsame Veranstaltungen dienen dem Informationsaustausch und dem Transfer von Elementen eines Diversity Managements sowie praxiserprobter „good practices“. Das Projekt richtet sich vor allem an Unternehmen

-mit einem absehbaren Personalmangel oder zusätzlichem Personalbedarf,

-mit Interesse an pro-aktiven personalpolitischen Gestaltungsmaßnahmen,

-die „good practices“ als image- und wettbewerbsförderliches Instrument zur Profilierung nutzen möchten,

-die durch den Einsatz „innovativer“ Personalstrategien ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern und zugleich das vorhandene Erwerbspotential breiter ausschöpfen möchten.

Das Teilprojekt ist integraler Bestandteil der saarländischen Entwicklungspartnerschaft „Perspektive 2000/20+X“ im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EQUAL (www.equal-de.de)

Auftraggeber: EU und Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiter: Hans Günter Grewer

Veröffentlichungen:
Equal Personalbefragung Abschlußbericht [Download]
Equal Präsentation [Download]

Präventive Konzepte zum Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von Produktionsmitarbeitern in der Automobilbranche

Die Risiken für gewerbliche Mitarbeiter in der Automobilproduktion sind nach wie vor hoch bei langjährigem Einsatz in belastungsintensiven oder gleichförmigen Arbeitsbereichen und einseitigen körperlichen oder geistigen Beanspruchungen, krank und ‚vor der der Zeit’ alt zu werden. Aus dem Paradigmenwechsel in der staatlichen Arbeitsmarktpolitik, die Möglichkeiten des vorgezogenen Altersausstiegs aus dem Erwerbsleben zu beschneiden und gleichzeitig die Altersgrenze beim Renteneintritt deutlich anzuheben, entstehen für die Unternehmen Handlungsbedarfe, wie sie den Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bei einer längeren Lebensarbeitszeit sicherstellen können.

Im Rahmen des Strategieprozesses ‚Aging Workforce’ bei DaimlerChrysler sollen innovative Konzepte und Maßnahmen einer altersgerechten Arbeits- und Personalpolitik entwickelt werden. Dazu gehören auch Instrumente zur systematischen Erhöhung der Einsatzflexibilität von gewerblichen Mitarbeitern mit dem Ziel, die gesundheitlichen Risiken durch häufigere Tätigkeitswechsel zu reduzieren und die Kompetenzentwicklung durch die Initiierung von Lernprozessen in wechselnden Aufgaben- und Teamzusammenhängen zu fördern. Die Pilotstudie will anhand der betrieblichen Praxis des Personaleinsatzes und der Personaleinsatzplanung mögliche Stellhebel zur Konzipierung geeigneter personalpolitischer Maßnahmen eruieren und gleichzeitig im Rahmen einer empirischen Befragung neue Erkenntnisse über Zusammenhänge von häufigeren Tätigkeits- und Aufgabenwechseln im Erwerbsverlauf und langfristigem Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit liefern.

 

Auftraggeber: DaimlerChrysler AG
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiterin: Dr. Ingrid Matthäi

Demographischer Wandel in der Automobilindustrie: Innovative Konzepte und Handlungsansätze für Angestellte

Mit ‚Aging Workforce’ ist bei DaimlerChrysler ein diskursiver und reflexiver Strategieprozess in Gang gesetzt worden, der eine alternssensible Arbeits- und Personalpolitik durch die Entwicklung proaktiver Konzepte und Maßnahmen zur Abwendung der demographischen Risiken generieren soll. Durch eine Perspektivenerweiterung richtet sich die Programmatik nicht mehr ausschließlich an gewerbliche Mitarbeiter im Produktionsbereich, sondern bezieht erstmals auch den Alternsprozess der Angestellten mit ein.

Das Forschungs- und Beratungsprojekt hat zum Ziel, neben der Förderung eines überbetrieblichen Wissenstransfers zentrale demographie-relevante betriebliche Handlungsfelder zu identifizieren und gemeinsam mit den strategischen Akteuren aus dem Personalmanagement des Unternehmens eine Demographie-Agenda für Angestellte zu entwickeln.

Auftraggeber: DaimlerChrysler AG
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiterin: Dr. Ingrid Matthäi

 

Entwicklung eines Strategiekonzepts für eine demographiesensible Personalpolitik

Die FESTO AG & Co.KG ist dabei, eine alterns- und demographiesensible Personalpolitik zu entwickeln, die die mit dem demographischen Wandel verbundenen Risiken und Herausforderungen antizipieren und proaktiv gestalten kann. Geplant ist, in einem diskursiven Reflexionsprozess ein strategisches Handlungskonzept unter demographierelevanten Aspekten zu entwerfen, das den Alterungsprozess der Belegschaft und dessen Konsequenzen für den Erhalt der zukünftigen Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in den Blick nimmt.

 

Ziel ist ein integriertes Strategiekonzept, das die betrieblichen Handlungsfelder und bestehenden Konzepte besser miteinander verzahnt und durch neue innovative – alternsbezogene und altersübergreifende – Instrumente ergänzt. Im Rahmen dieses Strategieprozesses übernimmt das iso eine beratende Funktion. Aus wissenschaftlicher Perspektive sollen sog. ’good practices’ auf ihre Übertragbarkeit hin überprüft, zentrale betriebliche Handlungsfelder aus demographierelevanter Perspektive identifiziert und dabei Erfolg versprechende Pilotvorhaben priorisiert werden.

 

Auftraggeber: FESTO AG & Co. KG, Esslingen

Projektstand: abgeschlossen 2004

Projekleitung: Dr. Ingrid Matthäi

Wirtschaftsstruktur und demographischer Wandel im Saarland

Die wissenschaftliche Expertise hat zum Ziel, den Zusammenhang zwischen dem demographischen Wandel in der Region und ihrer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu erforschen. Dabei sollen insbesondere auch die sozialen Folgen für die Beschäftigten in der Region eingeblendet werden. Die thematischen Schwerpunkte richten sich auf drei Untersuchungsfelder:

-die Personalpolitik der Betriebe im Zeichen des demographischen Wandels;
-die regionalen Innovationscluster, die den Strukturwandel befördern sollen (Wissenstransfer, IuK-Technologie, Biotechnologie und Fahrzeugindustrie);
-Zuwanderung und Arbeitsmigration.

Methodisch basiert die Untersuchung auf statistischen Analysen, Betriebsfallstudien, Expertengesprächen und Dokumenten-/Literaturanalysen.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiter: Stefan Silvestrini

Veröffentlichungen:

Silvestrini, Stefan (2004): Wirtschaftsstruktur und demographischer Wandel. Beitrag zum Jahresbericht 2004 der Arbeitskammer des Saarlandes, Saarbrücken: ISO-Institut

Professionalisierungsbedarf in der Logistik durch Weiterbildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Frage untersuchen lassen, wie das Weiterbildungsangebot der Logistik transparenter und zielgruppengerechter gestaltet werden kann und inwieweit spezielle neue Berufe für Logistik die Vorbereitung auf mittlere logistische Fach- und Führungsfunktionen verbessern können.

Mit der Eruierung der Rahmenbedingungen und dieser Fragestellungen und mit dem Entwurf eines Weiterbildungssystemvorschlages hat das BIBB ein Konsortium beauftragt. Dieses besteht aus dem Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso) resp. VDI/VDE-Technologiezentrum/Bereich Gesellschaft, LogistikPlus GmbH, Consult&Training, Gesellschaft für Organisationsentwicklung und Mediengestaltung mbH (GOM) und REFA-Nordwest e.V. In einem zweistufigen Verfahren hat das Konsortium seine Analyse und seinen Weiterbildungs-Systemvorschlag erarbeitet.

Teilprojekt: Stellenprofilanalysen von mittleren Fach- und Führungskräften in logistischen Bereichen von Industrie und Dienstleistungen und Analyse der nationalen und internationalen Weiterbildungsangebotssituation (Konsortialführung: Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso), Saarbrücken)

Teilprojekt: Betriebliche Fallstudien in den Hauptsektoren der Logistik und Analyse des Weiterbildungsangebotes (Konsortialführung: VDI/VDE-Technologiezentrum/Bereich Gesellschaft, Berlin)

Laufzeit: 10/2003 – 05/2004 (1.Teilprojekt)

05/2004 – 12/2004 (2. Teilprojekt)

Auftraggeber: Bundesinstitut für Berufsbildung
Projektstand: abgeschlossen 2004
Ansprechpartner: Hans Günter Grewer
Veröffentlichungen: Logistik Endbericht [Download]

Reduzierung der Arbeitsbelastung in der Altenpflege durch Fehlermanagementsysteme

Arbeit in der Altenpflege im Wandel

Die Altenpflege ist seit den letzten Jahren wiederholt Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Die Berichterstattung aus einer Reihe von Pflegeheimen hat eine intensive Debatte über die Pflegequalität angestoßen. Zudem wird die Finanzierbarkeit einer professionellen Altenpflege zunehmend problematisiert. Allerdings können erst in der jüngeren Zeit die Pflegenden und die Bedingungen, unter denen sie arbeiten, ein wachsendes Interesse beanspruchen. Nicht allein körperliche Beschwerden wie Rückenleiden, sondern insbesondere psychischer Stress, psychosomatische Beschwerden und Burn-out-Syndrome sind ausgeprägte Folgen der Arbeitsbelastungen in pflegenden Berufen: So leben in der Regel die Bewohnerinnen und Bewohner bis zu ihrem Tode im Pflegeheim. Daraus resultieren häufig Belastungs- und Konfliktsituationen im Umgang mit individuellen Lebensgewohnheiten, mit emotionaler Instabilität sowie mit Sterben und Tod.

Neben diesen generellen Anforderungen ist die Arbeit in der Altenpflege in den letzten Jahren durch einen Wandel geprägt: Veränderte Bewohnerstruktur, Arbeitsverdichtung und wachsende Auflagen hinsichtlich der Pflegequalität stellen unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Anforderungen an die Beschäftigten. Dieser Entwicklung steht ein enger Kosten- und Personalrahmen gegenüber.

Ferner gibt es viele Hinweise darauf, dass in der alltäglichen Arbeit der Pflegenden die Probleme an den Schnittstellen immer wieder zu Stress und psychischen Belastungssituationen führen: Das betrifft die Kooperation zwischen den verschiedenen Arbeitsschichten, zwischen Pflegebereich und den internen Funktionsbereichen, zwischen Pflegeeinrichtung und externen Leistungsanbietern und ganz besonders zwischen Pflegenden und den Pflegebedürftigen bzw. ihren Angehörigen – also den „Kunden“.

Reduzierung der Arbeitsbelastung als Gestaltungsprojekt

Das Vorhaben ist ein Gestaltungsprojekt im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Im Laufe des Projekts sollen in zwei Einrichtungen der stationären Altenpflege psychische Belastungsmomente identifiziert und modellhaft Maßnahmen zum Abbau der Belastungen entwickelt, umgesetzt und evaluiert werden. Das Projektvorhaben ist als ein beteiligungsorientiertes Gestaltungsprojekt angelegt, das heißt, in den einzelnen Schritten von der Situationsanalyse bis zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsqualität wirken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv mit.

Diese Maßnahmen können je nach den Gegebenheiten in den Einrichtungen sehr verschieden ausgestaltet sein. Sie können Bausteine darstellen im Sinne von Beschwerde- und Fehlermanagementsystemen, die an den oben genannten Schnittstellen angreifen und zugleich eine entlastende Wirkung für die Beschäftigten haben: Reibungsverluste, Fehlerquellen, Beschwerden und Defizite in den Einrichtungen können freier angesprochen und systematisch analysiert werden; es wird Handlungssicherheit im Umgang mit Fehlern und Beschwerden hergestellt und schließlich kann über eine Verbesserung der Prozessqualität in der Einrichtung sowohl die Kunden- als auch die Arbeitszufriedenheit erhöht und in der Konsequenz die Arbeitsbelastung reduziert werden.

 

Auftraggeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Projektstand: abgeschlossen 2004
Ansprechpartnerin: Kerstin Blass

Veröffentichung:           

Blass, Kerstin (2006): Gesund Pflegen in der Altenpflege. Analyse und Maßnahmeentwicklung zur Reduzierung der Arbeitsbelastung in der stationären Altenpflege. Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). 2. Auflage. Dortmund/Dresden: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, siehe auch: www.inqa-pflege.de

Versorgung der Demenzkranken im Landkreis Saarlouis

Der Landkreis Saarlouis hat zur Fachberatung in der Altenhilfeplanung das iso-Institut, Saarbrücken, mit einem Projekt zur „Versorgung der Demenzkranken“ beauftragt. Um zu einem bedarfsgerechten und längerfristigen Lösungsansatz in der Dementenversorgung zu gelangen, wurde eine regionale Bestandsaufnahme durchgeführt. Diese umfasste im Wesentlichen eine Bedarfsanalyse und eine Ist-Analyse der regionalen Versorgungssituation für Demenzkranke. Auf der Grundlage der Bestandsaufnahme konnte eine qualitative Weiterentwicklung der Hilfen in die Wege geleitet werden.

Im Rahmen der Bedarfsanalyse wurden aus einschlägigen Studien Anhaltszahlen für den Landkreis Saarlouis abgeleitet. Anhand der Altersstruktur in den einzelnen Gemeinden konnten Schwerpunkte der Dementenpopulation herauskristallisiert werden. Diese Berechnungen gaben erste Hinweise auf die quantitative Problemstellung. Die allgemeine Bedarfsanalyse war auch deshalb von Bedeutung, weil sie die vermutlich hohe „Dunkelziffer“ derjenigen Demenzkranken erfasste, die derzeit noch ohne geeignete professionelle Behandlung, Pflege und Betreuung auszukommen versuchten. Vieles spricht für eine hohe Dunkelziffer, denn die mangelnde Krankheitseinsicht gehört zu den typischen Erscheinungsformen der Demenzkrankheit. Oftmals werden dadurch notwendige Hilfen zu spät in Anspruch genommen, Krisensituationen führen zu vermeidbaren Einweisungen in das Psychiatrische Krankenhaus oder in eine stationäre Pflegeeinrichtung.

Die allgemeinen Anhaltszahlen gaben jedoch nur einen groben Überblick. Sie mussten durch eine Bedarfserhebung bei den einzelnen Hilfeinstanzen konkretisiert werden. Dabei standen die Institutionen der Altenhilfe im Vordergrund, übernehmen sie doch perspektivisch gesehen den Schwerpunkt der Dementenversorgung. Es wurden sowohl stationäre Versorgungsformen, wie Heime oder Kurzzeitpflegen als auch ambulante und teilstationäre Einrichtungen in die Betrachtung einbezogen. Auch die medizinische Behandlung von Demenzkranken wurde bezogen auf ihre Schnittstellen zu den Pflegebereichen mit berücksichtigt. Neben der Frage, in welchem Umfang von den vorhandenen Diensten und Einrichtungen demenzkranke Personen betreut wurden, geht es darum, zu erarbeiten, welche strukturellen Bedingungen eine qualitätvolle Versorgung Demenzkranker derzeit noch behindern und wo zwischen den einzelnen Hilfeanbietern durch mangelnde Kooperation Brüche in der Versorgung auftreten.

Die Erhebungen hatten im Frühjahr 2000 begonnen. Die Pflegeeinrichtungen erhielten einen „Dementenfragebogen“, der neben der Zahl Demenzkranker vor allem die Strukturstandards und erste Hinweise zu den Prozessstandards zum Inhalt hatten. Dabei ging es bei Heimen, Tages- und Kurzzeitpflegen z.B. um die bauliche Struktur der Einrichtungen, um die praktizierte Versorgungsform (integrativ, teilintegrativ, segregativ) und spezielle Angebote für Demenzkranke. Darüber hinaus war die personelle Ausstattung der Dienste und Einrichtungen ein zentrales Element (Zahl der Mitarbeiter, Berufe, spezielle Weiterbildungen etc.). Für ambulante Dienste waren zudem Fragen der Einsatzplanung von großer Bedeutung (z.B. Besuchsfrequenz, Dauer der Besuche, feste Mitarbeiter für Demenzkranke etc.). Um Hinweise auf Defizite in angrenzenden Bereichen oder Brüche zwischen den Hilfeinstanzen zu erhalten, wurden auch Fragen zu den Kooperationspartnern in der Versorgung Demenzkranker aufgenommen (andere Pflegeeinrichtungen, Ärzte etc.).

Zur Ergänzung der quantitativen Daten wurden Leitfadengespräche in ausgewählten Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Sie hatten zum Ziel, die im Fragebogen angesprochenen Problembereiche zu konkretisieren und „weichere“ Faktoren der Betreuungsqualität (z.B. Pflegeleitbild, Pflegekonzept) einzubeziehen. In diesen Gesprächen wurden auch defizitäre Faktoren im Umfeld der Einrichtungen angesprochen, die sich negativ auf die Versorgung Demenzkranker auswirken. Dabei wird sowohl auf Hemmnisse in der Kooperation mit den bestehenden Instanzen als auch auf Wünsche nach neu zu installierenden Elementen im Versorgungssystem eingegangen.Auftraggeber: Landkreis Saarlouis
Projektstand: abgeschlossen 2004
Projektbearbeiterin: Sabine Kirchen-Peters

Veröffentlichungen:     

Kirchen-Peters, Sabine (2006): Beratung von Angehörigen und Qualifizierung professionell Pflegender im Bereich Demenz. Ein Beispiel dafür, wie praxisnahe Forschung und konzeptgeleitete Umsetzung ineinander greifen können. In: Pohlmann, Markus; Thorsten Zillmann (Hg.): Beratung und Weiterbildung. Fallstudien, Aufgaben und Lösungen. München, Wien. Oldenbourg-Verlag: 181-189. 

Kirchen-Peters, Sabine (2005): Wie fördert man die demenzbezogene Kompetenz in einer Region? Die weitere Umsetzung des Saarlouiser Konzeptes, Saarbrücken: Landkreis Saarlouis Kirchen-Peters, Sabine (2002): Qualifizierung professionell Pflegender und Hilfen für pflegende Angehörige. Verbesserung der Hilfen für Demenzkranke im Landkreis Saarlouis, Saarbrücken: Landkreis Saarlouis. 

Kirchen-Peters, Sabine (2000): „Früher waren Demenzkranke unter meiner Würde …“. Bestandsaufnahme der Versorgungssituation Demenzkranker am Beispiel des Landkreises Saarlouis, Saarbrücken: Landkreis Saarlouis.

 

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2003 abgeschlossene Projekte

DILA - Dienst - Leistung(s) - Arbeit. Arbeit, Leistung und Interessenhandeln in der "tertiären" Organisation

Teilvorhaben iso: Neue Leistungsanforderungen und Arbeitsorientierungen im Dienstleistungsfeld Entwicklung/Service/Vertrieb des Maschinenbaus

Der Maschinenbau ist ein gutes Beispiel für die zunehmende Tertiarisierung auch der traditionellen industriellen Kernsektoren. Zur Überwindung der schweren Strukturkrise verfolgt die Mehrzahl der Betriebe eine Strategie der Akzentuierung von Kundenorientierung und Flexibilisierung und einer darauf aufbauenden Reorganisation der betrieblichen Prozesse. Das betrifft insbesondere die Bereiche Entwicklung/Service/Vertrieb. Ausdruck davon sind ein stärkerer Zeit- und Kostendruck in der Entwicklungsarbeit, die forcierte Einbeziehung des Kunden in den Entwicklungsprozess und die zunehmende Verschränkung von Vertrieb und Service. Für die Beschäftigten verändert sich die Arbeit nachhaltig. Sie müssen die Perspektive anderer Bereiche mitbedenken, mehr ökonomische Selbstverantwortung übernehmen, unter höherem Zeitdruck arbeiten und ihre Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit im Dienst am Kunden unter Beweis stellen.

In Fallstudien sollen diese Veränderungen unter Gestaltungsgesichtspunkten untersucht werden, wobei den Auswirkungen auf das Denken und Handeln der Subjekte (Arbeitsorientierung, Arbeitsidentität) große Beachtung geschenkt wird.

Verbundvorhaben im Förderschwerpunkt „Arbeitsorganisation, Management und Tertiarisierung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Gefördert von: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 2003
Projektbearbeiter: Dipl.-Soz. Josef Reindl, Dipl.-Soz. Hans Günter Grewer

Veröffentlichungen:

Grewer Hans Günter; Josef Reindl (2003): Dienstleistungs-Arbeit im Maschinenbau. Ihre Entwicklung in den marktnahen Bereichen Vertrieb/Service und Entwicklung, Abschlussbericht des Teilvorhabens im Rahmen des Verbundvorhabens Dienst-Leistung(s)-Arbeit, Leistung und Interessenhandeln in der „tertiären“ Organisation, iso-Abschlussbericht. Saarbrücken.

Grewer, Hans Günter; Josef Reindl (2003): „Allein auf Systemgeschäft und Dienstleistungen zu setzen ist dummes Zeug“. Von den Mühen des deutschen Maschinenbaus mit der Dienstleistungsorientierung: In: Pohlmann, Markus; Dieter Sauer; Gudrun Trautwein-Kalms; Alexandra Wagner (Hg.): Dienstleistungsarbeit: Auf dem Boden der Tatsachen. Befunde aus Handel, Industrie, Medien und IT-Branche. Berlin: edition sigma: 113 -186.

Grewer, Hans Günter (2003): Neuer Markt und „alte Arbeit“ im Maschinenbau?. In: iso-Mitteilungen Nr. 2: 27-40.

Pohlmann, Markus; Dieter Sauer; Gudrun Trautwein-Kalms; Alexandra Wagner (Hg.) (2003): Dienstleistungsarbeit: Auf dem Boden der Tatsachen. Befunde aus Handel, Industrie, Medien und IT-Branche. Berlin: edition sigma.

Pohlmann, Markus; Hans Günter Grewer (2003): Dienstleistungsarbeit im Zeichen von Vermarktlichung und neuer Leistungsorientierung. In: Pohlmann, Markus; Dieter Sauer; Gudrun Trautwein-Kalms, Alexandra Wagner (Hg.): Dienstleistungsarbeit: Auf dem Boden der Tatsachen. Befunde aus Handel, Industrie, Medien und IT-Branche. Berlin: edition sigma: 295-305.

Reindl, Josef (2002): Vom Produzenten zum Dienstleister: Irrweg oder Perspektive?. In: Leviathan 1(30)2002: 93-112.

Reindl, Josef (2002): Das Wachstum industrieller Dienstleistungen – Dienst am Kunden oder „Amerikanisierung“ der Produktion?. In: WSI-Mitteilungen 55(2002)9: 510-516.

Dynamische Personalwirtschaft für die Industrie des 21. Jahrhunderts

Teilprojekt: Neue Formen industrieller Sozialpartnerschaft (SOZIUS)

Die Herausforderungen von Flexibilität, Kundenorientierung und Mobilität stellen neue Anforderungen an die Personalwirtschaft. Ein effektiver Weg zu deren Bewältigung kann die Weiterentwicklung der sozialpartnerschaftlichen Praxis sein. Die bisherigen Verfahren der Sozialpartnerschaft in der deutschen Industrie waren bestimmt durch einen relativ hohen Grad an Zentralisierung und Institutionalisierung. Die neuen personalwirtschaftlichen Aufgabenstellungen in dezentralisierten Unternehmensstrukturen erfordern eine eher prozess- und projektförmige Art der sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit, bei der durch aktive Mitgestaltung und intensive Einbindung von Vertretern aller betroffenen Seiten, Probleme in einer gemeinsamen Anstrengung gelöst werden.

In fünf Unternehmen sollen neue, erweiterte Formen sozialpartnerschaftlichen Handelns in konkreten, sehr unterschiedlichen, personalwirtschaftlichen Projekten konzipiert, erprobt und evaluiert werden. Die im Vorhaben gesammelten Erfahrungen sollen modellhaft so aufbereitet werden, dass sie anderen Unternehmen, auch Klein- und Mittelbetrieben, zur Verfügung stehen.

Ein Verbundvorhaben im Rahmenkonzept „Forschung für die Produktion von morgen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Projektträgerschaft Produktion und Fertigungstechnologien, Forschungszentrum Karlsruhe GmbH

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 12/2003
Projektbearbeiter: Joachim Fidorra, Stefan Silvestrini
Koordination des Vorhabens: Joachim Fidorra

Veröffentlichungen:

iso-Institut (2003): Abschlussbericht aus dem Projekt „SOZIUS – Neue Formen industrieller Sozialpartnerschaft“ für das BMBF. Saarbrücken: iso-Institut.

Fidorra, Joachim; Josef Reindl; Volker, Hielscher, Stefan Silvestrini (2003): Sozialpartnerschaft unter Veränderungsdruck. Überlegungen zu den Anforderungen an eine moderne Gestaltung der betrieblichen Sozialbeziehungen. Saarbrücken: iso-Institut.

Siehe auch unter: www.sozius.wbs-wiesbaden.de

Balance zwischen Arbeit und Leben. Arbeitszeitflexibilisierung, individuelle Lebensführung und neue Zeitarrangements

Starker Trend zur Flexibilisierung von Arbeitszeiten

Die Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel. Die Organisation der Arbeit wird an schwankenden Marktanforderungen, der Konkurrenz auf den Weltmärkten und anspruchsvolleren Kundenwünschen ausgerichtet. Die individuellen Arbeitszeiten werden variabler, bezogen auf den Tag, auf die Woche, auf das Jahr. Parallel zu diesen neuen Arbeitszeitmustern sind die Ansprüche der Menschen an die Gestaltung ihrer Arbeitszeit gestiegen. Im Mittelpunkt steht die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit mit Familienleben, mit ehrenamtlichem Engagement, mit stabilen Freundschaften, mit regelmäßiger Erholung und mit Zeit für sich selbst.

Beispiel Blockfreizeit

Einerseits wird die Arbeitszeit zunehmend flexibler, andererseits eröffnen Arbeitszeitkonten und ähnliche Regelungen die Möglichkeit für die Beschäftigten, neue Blöcke an freier Zeit für eigene Zwecke zu nutzen. Damit entsteht ein neuer Bereich individueller Gestaltung der Lage von Arbeits- und Freizeit.

Balance zwischen Arbeit und Leben

Angesichts des Stellenwertes der neuen Zeitmuster sowohl für betriebswirtschaftliche Interessen als auch für die individuelle Lebensqualität wissen wir bislang noch wenig darüber, wie diese Zeitarrangements funktionieren und wie sie besser balanciert werden könnten.

Fortschritte bei der Gestaltung flexibler Arbeit?

Das sozialwissenschaftliche Forschungsprojekt „Balance zwischen Arbeit und Leben“ erhebt die Zeitarrangements von Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeiten und prüft dabei, welche Rolle Blockfreizeiten für diese Arrangements spielen. Dazu werden betriebliche Expertinnen und Experten und Beschäftigte befragt in Betrieben des verarbeitenden Gewerbes, in der Kredit- und Versicherungsbranche sowie im Bereich unternehmensbezogener und personenbezogener Dienstleistungen.

Empirische Ergebnisse sind zu erwarten in Bezug auf:
-die Organisation der Blockfreizeitregelungen und der Aushandlungsprozesse im Betrieb;
-die Interessen der verschiedenen Beschäftigtengruppen an der Blockfreizeit, die konkrete Nutzung der Blockfreizeit und ihr Einfluss auf die Lebensführung der Beschäftigten;
-die Beurteilung der Effekte von Blockfreizeiten auf die individuelle Lebensqualität und die soziale Integration in Betrieb und Lebenswelt;
-die Voraussetzungen, Anforderungen und Bedingungen, denen die Balance von „Arbeit und Leben“ unterliegt.

Die Untersuchung wurde als Kooperationsprojekt des Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) Saarbrücken und der Universität Hannover durchgeführt.

Gefördert von: Hans-Böckler-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen 2003
Projektbearbeiter: Dipl. Soz. Volker Hielscher
Kooperationspartner: Dr. Matthias Eberling, Wissenschaftszentrum Berlin, Dr. Eckart Hildebrandt, Wissenschaftszentrum Berlin, Dr. Kerstin Jürgens, Universität Hannover

Veröffentlichungen:

Eberling, Matthias; Volker Hielscher; Eckart Hildebrandt; Kerstin Jürgens (2004): Prekäre Balancen. Flexible Arbeitszeiten zwischen betrieblicher Regulierung und individuellen Ansprüchen. Berlin: edition sigma.

Hielscher, Volker (2003): Flexible Work and Work-Life-Balance: Potential or Contradiction?. In: Bechmann, Gotthard/Bettina-Johanna Krings/Michael Rader (Eds.): Across the divide. Work, Organization and Social Exclusion in the European Information Society. Frankfurt a.M.: Campus: 161-171.

Hielscher, Volker; Hildebrandt, Eckart (2002): Leben und Arbeiten in der atmenden Fabrik – die Folgewirkungen flexibler Arbeitszeitmuster für die Lebensführung der Beschäftigten: In: Mückenberger, Ulrich; Menzl Marcus (Hg.): Der Global Player und das Territorium, Opladen: leske+ budrich: 39-58.

Ältere Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt

Ziel dieses Projektes ist die Erstellung eines „Good Practice-Kompendiums“, in dem Informationen zum demographischen Wandel in der Erwerbsbevölkerung für die Zielgruppe „Betriebspraktiker“ aufbereitet und betriebliche Handlungsansätze zur Nutzung und Förderung der Potentiale älterer Mitarbeite systematisch dargestellt werden.

Gefördert von: Bertelsmann Stiftung im Rahmen des EU-Projektes „Proage – Facing the challenge of demographic change“
Projektstand: abgeschlossen 2003
Projektleitung und -bearbeitung: Dr. Martina Morschhäuser, Peter Ochs und Achim Huber

Veröffentlichungen:

Morschhäuser, Martina; Peter Ochs; Achim Huber (2003): Erfolgreich mit älteren Arbeitnehmern. Strategien und Beispiele für die betriebliche Praxis. (Hrsg. Bertelsmann Stiftung/Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände). Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.

Morschhäuser, Martina; Peter Ochs; Achim Huber (2003): Success with Older Workers. A Good Practice Compendium (eds. Bertelsmann Foundation / Confederation of German Employers‘ Associations). Gütersloh: Bertelsmann Foundation Publishers.

Huber, Achim (2003): Reif für neue Arbeitswelten. In: Management & Training 30(2003)10: 12 – 15.

Die Lebenssituation älterer alleinstehender ausländischer Frauen

Die qualitative Studie befasst sich unter einer geschlechtsspezifischen Perspektive mit der Lebenssituation von älteren alleinstehenden Migrantinnen in Deutschland. Einbezogen werden Migrantinnen aus fünf Herkunftsländern (Türkei, Italien, Griechenland, Vietnam und dem ehemaligen Jugoslawien). Die subjekt- und handlungsorientierte Studie soll tiefergehende Erkenntnisse über den sozialen Integrationsprozess von alleinstehenden Migrantinnen ermöglichen, deren Lebenslagen durch alterns-, geschlechts- und migrationsspezifische Problemlagen gekennzeichnet sind. Mit Hilfe des Lebenslagekonzepts soll die Lebensrealität dieser Frauen genauer abgebildet werden, indem die Zusammenhänge zwischen sozioökonomischer Lage, subjektiven Deutungsmustern und individuellen Handlungs- und Bewältigungsstrategien aufgezeigt werden. Ein weiterer Bestandteil der Untersuchung bezieht sich auf die Beurteilung der institutionellen Integrations- und Hilfestrukturen aus der Perspektive der Untersuchungsgruppe, um Vorschläge vor zielgruppengerechtere Maßnahmen und Angebote zu entwickeln und mögliche Zugangsbarrieren abbauen zu können.

Auftraggeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bonn
Projektstand: abgeschlossen 2003
Projektbearbeiter: Dr. Ingrid Matthäi/Dipl.-Soz. Lindy Ziebell

Veröffentlichungen:

Matthäi, Ingrid (2009): Vielfältige Lebensstile und prekäre Lebenslagen alleinstehender Frauen aus der Zuwanderergeneration. In: Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie 22(4)2009: 159-168.

Matthäi, Ingrid (2007): Alt werden in der Migration. Zur sozialen Situation älterer Migrantinnen in Deutschland. In: EFD-Mitteilungen Nr. 436: 24-28.

Matthäi, Ingrid (2007): Die „vergessenen“ Frauen aus der Zuwanderergeneration. In: Pro Familia Magazin 35(2007)2: 10-12.

Matthäi, Ingrid (2006): Ältere alleinstehende Migrantinnen – ausgewählte Lebensaspekte. In: IkoM-Newsletter 3/2006: 2-4.

Matthäi, Ingrid (2006): Alleinstehende Migrantinnen: Integriert – isoliert – segregiert? In: APuZ – Aus Politik und Zeitgeschichte 40/41: 34-38.

Matthäi, Ingrid (2005): Die ‚vergessenen’ Frauen aus der Zuwanderergeneration. Eine Studie zur Lebenssituation von alleinstehenden Migrantinnen im Alter, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

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2002 abgeschlossene Projekte

Die Akademisierung der Unternehmen und der "Fachkräftemangel" Krise der Wissenschaftlich-technischen Intelligenz oder Krise der Personalpolitik?

Seit Ende der 90er Jahre wird in Wirtschaft und Politik ein zunehmender Mangel an hochqualifizierten technischen Fachkräften beklagt. In der Regel wird auf die Verantwortung des Bildungssystems verwiesen, ein adäquates Angebot an qualifizierten Arbeitskräften zur Verfügung zu stellen. Das Projekt erweitert die Perspektive dadurch, dass es der Frage nachgeht, ob die aktuelle Situation nicht auch eine Konsequenz personalpolitischer Strategien der Unternehmen gegenüber Hochqualifizierten ist. Der Fokus des Projektes richtet sich also auf die betriebliche Ebene und lenkt den Blick auf die Schnittstelle zwischen Betrieb und Arbeitsmarkt. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, wie die Unternehmen auf den von ihnen wahrgenommenen Fachkräftemangel reagieren. Das Projekt konzentriert sich dabei auf die Berufsgruppen der Ingenieure und Informatiker, die auch gegenwärtig im Brennpunkt der Debatte um den ‚Fachkräftemangel‘ stehen.

Die Erhebungsarbeiten konzentrieren sich auf vier Themenfelder:

Eine wichtige Frage bezieht sich auf die aktuelle Stellung und die Rolle von Ingenieuren und Informatikern im Betrieb, auf ihre Arbeitsanforderungen und Arbeitsbedingungen.
Zudem werden die Wege und Verfahren erhoben, mit denen die Unternehmen angesichts der Engpässe auf dem Arbeitsmarkt geeignete Bewerber und Bewerberinnen rekrutieren.
Ein weiteres Themenfeld für die Untersuchung sind zum einen die Vorstellungen, Erwartungen und Qualifikationsprofile, die die Unternehmen an ihre Bewerber herantragen.
Des Weiteren geht es um die Kompensationsstrategien, die angesichts des Fachkräftemangels im Betrieb eingeschlagen werden. Dies betrifft personalpolitische Strategien wie Leiharbeit, Outsourcing etc., innerbetriebliche Umschulung und Weiterbildung wie auch betriebsorganisatorische Rationaliserungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen.

Diese Themenfelder werden anhand von rund fünfzehn Betriebsfallstudien bearbeitet. Dabei werden Klein-, Mittel- und Großbetriebe unterschiedlicher Branchen einbezogen, die sich jedoch durch die Gemeinsamkeit auszeichnen, dass sie einen Mangel an Ingenieuren und/oder Informatikern konstatieren. Die Untersuchung ist gewissermaßen eine „Tiefenbohrung“ mit einer begrenzten Anzahl von Fallstudien. Sie wird durch ein kooperierendes Forschungsprojekt des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergänzt, das die allgemeinen Reaktionsweisen der Betriebe auf einer repräsentativen Basis untersucht.

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 2002
Projektbearbeiter / in: Dipl.-Soz. Volker Hielscher, Dipl.-Pol. Katja Jung

Veröffentlichungen:

Hielscher, Volker (2002): Marktorientierung und Eigensinn. Die Herausforderungen der betrieblichen Personalpolitik durch den „Fachkräftemangel“. In: Bellmann, Lutz ; Johannes Velling (Hg.): Arbeitsmärkte für Hochqualifizierte. Reihe ‚Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung‘ Nr. 256. Nürnberg: 79-102.

Hielscher, Volker (2002): Personalpolitik im Experten-Engpaß. Betriebliche Strategien zwischen Marktabhängigkeit und Eigenverantwortung. Berlin: edition sigma.

Hielscher, Volker (2002): Wer klug ist, investiert langfristig. In: Mitbestimmung Nr. 5/2002: 56-58.

Entwicklung und Erprobung betrieblicher Beratungsstrategien zur Förderung einer alternsgerechten Gestaltung von Arbeit und Personaleinsatz

Das Vorhaben zielt auf die Entwicklung und Erprobung von Beratungsstrategien, die Betriebspraktiker anleiten können, alternsadäquate Maßnahmen im Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen. Es werden Verfahren ermittelt und Handlungshilfen erarbeitet, die dazu geeignet sind, für den jeweiligen Betrieb adäquate Gestaltungsmaßnahmen zu konzipieren. Zugleich gilt es, geeignete Vorgehensweisen zu finden, um diese im innerbetrieblichen Handlungsgefüge umzusetzen. Übergreifend orientieren wir darauf, eine grundlegende betriebliche Sensibilität und Kompetenz im Umgang mit Alternsprozessen zu fördern.

Wie Betriebspraktiker im Rahmen ihrer Handlungsbedingungen bei dieser komplexen Aufgabenstellung praxisgerecht beraten und unterstützt werden können, wird gemeinsam mit ihnen selbst erarbeitet. Die Beratungsstrategien werden mit betrieblichen Akteuren aus mittleren und großen Betrieben entwickelt. Kernelemente der entwickelten Beratungsstrategien werden so aufbereitet, dass sie von außerbetrieblichen Akteuren und Institutionen, die als mögliche Multiplikatoren in Frage kommen, genutzt werden können.

Das Projekt wird im Rahmen der Gesamtstrategie „Öffentlichkeits- und Marketingstrategie demographischer Wandel“ unter dem Förderkennzeichen: 01 HH 9901/0 gefördert.

Siehe auch: http://www.pm.iao.fhg.de und http://www.demotrans.de

Auftraggeber: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG), Stuttgart, finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektstand: abgeschlossen 2002
Projektbearbeiterin: Achim Huber, Dr. Martina Morschhäuser

Veröffentlichungen:

Morschhäuser, Martina (2003): Integration von Arbeit und Lernen: Strategien zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit. In: WISO – Wirtschafts- und sozialpolitische Zeitschrift des Instituts für Sozial und Wirtschaftswissenwissenschaften 26(2003)1: 53-70.

Morschhäuser, Martina (2003): Gesund bis zur Rente? Ansatzpunkte einer alternsgerechten Arbeits- und Personalpolitik. In: Bernhard Badura; Henner Schellschmidt; Christian Vetter (Hg.): Demographischer Wandel. Herausforderung für die betriebliche Personal- und Gesundheitspolitik. Berlin u.a.: Springer Verlag: 59-71.

Huber, Achim (2002): Strategien zur alternsgerechten Gestaltung von Gruppenarbeit – Gesundheitsförderung und Qualifizierung. Handlungshilfe zur Durchführung betrieblicher Workshops mit Vorgesetzten und Mitarbeitern, Broschürenreihe „Demographie und Erwerbsarbeit“. Stuttgart: IRB-Verlag.

Huber, Achim (2002): Betriebliche Gesundheitsförderung im Kontext alterns- gerechter Gestaltung von Gruppenarbeit. In: Morschhäuser, Martina (Hg.): Gesund bis zur Rente, Broschürenreihe „Demographie und Erwerbsarbeit“. Stuttgart: IRB-Verlag: 63-72.

Morschhäuser, Martina (2002): Gesund bis zur Rente. Konzepte gesundheits- und alternsgerechter Arbeits- und Personalpolitik, Broschürenreihe „Demographie und Erwerbsarbeit“. Stuttgart: IRB-Verlag.

Morschhäuser, Martina; Eva Schmidt (2002): Beteiligungsorientiertes Gesundheitsmanagement angesichts alternder Belegschaften. Stuttgart: IRB- Verlag.

Huber, Achim; Martina Morschhäuser (2001): Beratungsstrategien für eine alternsgerechte Arbeits- und Personalpolitik – Projektergebnisse und -erfahrungen, in: Buck, H.; Schletz, A. (Hg.): Wege aus dem demographischen Dilemma durch Sensibilisierung, Beratung und Gestaltung, Stuttgart: IRB-Verlag: 80 – 88.

Morschhäuser, Martina (2001): Betriebliche Gesundheitsförderung angesichts des demographischen Wandels, in: dies. (Hg.): Gesund bis zur Rente, Broschürenreihe „Demographie und Erwerbsarbeit“, Stuttgart: IRB-Verlag: 10 – 21.

Morschhäuser, Martina (2000): Demographischer Wandel: Anforderungen an die betriebliche Gesundheits- und Personalpolitik, in: Badura, B.; Litsch, M.; Vetter, Ch. (Hg.): Fehlzeitenreport 2000. Zukünftige Arbeitswelten – Gesundheitsschutz und Gesundheitsmanagement, Berlin: 24 – 33.

Morschhäuser, Martina (2000): Personalentwicklung oder Personalaustausch? Perspektiven alter(n)sbezogener Personalplanung, in: v. Rothkirch, Ch. (Hg.): Altern und Arbeit: Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft, Berlin: 280 – 291.

Morschhäuser, Martina (2000): Altersbezogene Personalplanung: Zwischen Personalentwicklung und Personalaustausch, in: AK-Texte, AK-Forum zur Wirtschafts- und Strukturpolitik „Älter werden im Betrieb?“, Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes: 23 – 32.

 

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2001 abgeschlossene Projekte

Geringfügig Beschäftigte und Scheinselbständige: Tendenzen zur Auflösung des Normalarbeitsverhältnisses

Gegenstand des Projektes ist eine aktuelle Bestandsaufnahme über das quantitative Ausmaß der geringfügig Beschäftigten insbesondere im Dienstleistungssektor im Saarland. Darüber hinaus sollen qualitativ neue Formen ungesicherter Beschäftigung unter- sucht werden, die nicht mehr unter das Normalarbeitsverhältnis fallen. Das Projekt hat somit zwei Zielrichtungen. Zum einen soll die Entwicklung bei den „McDonald’s-Jobs“ (620-Mark-Jobs) im Saarland verfolgt und deren Ursachen aufgespürt werden (Rationalisierung, Flexibilisierung, Globalisierung etc.) Dies geschieht durch Expertengespräche (AOK, Arbeitsamt, Statistisches Landesamt, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften) und durch Aufbereitung und Sekundäranalyse statistischer Daten. Es ist bekannt, dass die 620-Mark-Jobs stark expandiert sind. Es geht darum, bezogen auf das Saarland, zu einem differenzierteren Bild zu gelangen (nach Branchen, Einsatzbereichen, Personengruppen, Arbeitsbedingungen). Das zweite Ziel ist eine Trendanalyse bei den nicht- traditionalen Arbeitsformen der Scheinselbständigen, Selbstangestellten, freien Mitarbeitern, Honorarkräften etc. im Saarland. Deren Zahl steigt verursacht u.a. durch outsourcing, outplacement, neue Vertriebsstrategien, neue Unternehmenskonzepte (Auflösung des Betriebes, virtuelles Unternehmen). Da hier keine Daten oder amtliche Statistik vorliegen, und wir selbst keine repräsentative Befragung der Bevölkerung durch- führen, geht es hier primär um die Erkundung neuer Entwicklungen anhand von möglichst vielfältigen Beispielen. Es werden Expertengespräche durchgeführt mit Personalverantwortlichen in ausgewählten Betrieben, mit Gewerbeämtern und Verbänden, und es werden intensive Leitfadengespräche durchgeführt mit Betroffenen. Ein wichtiger Aspekt der Recherche ist es, die Grenzen zwischen ungesicherter und gesicherter neuer Selbständigkeit, zwischen Chance und Risiko auf eigenen Beinen zu stehen, genau zu ziehen.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2001
Projektbearbeiter: Heiko Breit, Hans Günter Grewer, Josef Reindl

Veröffentlichungen:
Reindl, Josef (2001): Scheinselbständigkeit. In: Journal Arbeit Nr. 1/2001
Reindl, Josef (2001): Über Schein und Sein der Selbständigen. In: Frankfurter Rundschau, Dokumentation, vom 28.04.2001.
Reindl, Josef: Die Scheinselbständigen. In: Zukünfte 34, Zeitschrift für Zukunftsgestaltung & Vernetztes Denken, Winter 2000/2001: 20ff.
Grewer, Hans Günter; Josef Reindl unter Mitarbeit von Heiko Breit (2000): Geringfügige Beschäftigung im Saarland. Teil I der Studie über Tendenzen zur Auflösung des Normalarbeitsverhältnisses durch die Zunahme ungesicherter Beschäftigungsverhältnisse, insbesondere im Dienstleistungssektor. In: Arbeitskammer des Saarlandes, AK Beiträge Nr. 1, Juni 2000.
Grewer, Hans Günter; Josef Reindl unter Mitarbeit von Heiko Breit (2000): Scheinselbständige im Saarland. Teil II der Studie über Tendenzen zur Auflösung des Normalarbeitsverhältnisses durch die Zunahme ungesicherter Beschäftigungsverhältnisse. Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes. Reindl, Josef (2000): Scheinselbständigkeit. Ein deutsches Phänomen und ein verkorkster Diskurs, In: Leviathan 4/2000, S. 413-433.

 

Managementprozeß und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne

Die Kernfrage ist das Austauschverhältnis zwischen der Konzernzentrale und den ausländischen Niederlassungen auf dem Hintergrund der gleichzeitigen Entwicklung zu stärkerer Internationalisierung der Produktion und zur Dezentralisierung der Unternehmensstruktur. Dezentralisierung und das Leitbild des Intrapreneurs fördern die Marktnähe, den Erfolgswillen und die Konkurrenz untereinander, führen aber auch zu Gruppenegoismen der Teileinheiten und zu einem Denken in kurzen Zeiträumen. Das Problem ist die Koordination zwischen den selbständiger gewordenen Teilen. Mit dem Konzept „Managementprozeß“ untersuchen wir die konkrete Praxis der Koordination und Kommunikation. Dieser Prozess wird zunehmend international beeinflusst, d.h. Kulturunterschiede gewinnen im Konzern an Bedeutung. Wie wird die Identität des Konzerns zusammengehalten? Welche Anstrengungen werden unternommen zur Rekrutierung und zur Prägung eines Corps von hoch motivierten Managern, die zugleich inter- national orientiert sind und eine corporate identity haben? Die Hauptstudie wird durch ein Folgeprojekt ergänzt.

Forschungsprojekt I: abgeschlossen
Die Untersuchung fand in drei deutschen Konzernen statt (Chemie-, Automobil- und Mischkonzern). Es wurden Interviews durchgeführt mit dem zentralen Management (strategische Unternehmensführung, Geschäftsbereichsmanagement) und dem Management von je zwei Auslandsniederlassungen

Folgeprojekt: abgeschlossen
Ausgeweitet wird die Untersuchung auf zwei deutsche Konzerne aus der Nahrungs- mittel- und Pharmabranche, die im Gegensatz zu den Unternehmen aus der Erststudie kein ethnozentrisches Modell des Managementprozesses praktizieren, sondern ein transnationales Modell.

Gefördert durch: DFG
Projektstand: abgeschlossen 2001
Projektbearbeiter: Dr. Ingrid Matthäi, Prof. Dr. Hermann Kotthoff

Veröffentlichungen:

Kotthoff, Hermann; Matthäi, Ingrid (2005): Managementprozess und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne. In: Regulierung und Restrukturierung von Arbeit in den Spannungsfeldern von Globalisierung und Dezentralisierung. Schwerpunktprogramm 197. Bericht an die Deutsche Forschungsgemeinschaft. 2. akt. und erw. Aufl. Erlangen-Nürnberg. CD-ROM

Matthäi, Ingrid (2002): Executive education – zur Elite(n)bildung in internationalen Unternehmen. In: Heinz, W.R.; Kotthoff, H.; Peter, G. (Hg.): Lernen in der Wissensgesellschaft. Dortmunder Beiträge zur Sozial- und Gesellschaftspolitik, Band 37. Münster: LIT Verlag: 78-91.

Matthäi, Ingrid; Kotthoff, Hermann (2001): Managementprozess und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne, Abschlußbericht an die DFG. Saarbrücken.

Kotthoff, Hermann (2000): Pluri-local social spaces in global operating German companies. In: Pries, Ludger (ed.): The emergence of transnational social spaces. International migration and transnational companies. London.

Matthäi, Ingrid (2000): Die Globalisierung als strategische Herausforderung – Internationalisierungsstrategie und Organisationswandel eines Mischkonzerns im Kontext einer veränderten Weltmarkttopographie. In: Eckardt, A. u.a. (Hg.): Global Players in lokalen Bindungen, Berlin: edition sigma: 159-173.

Kotthoff, Hermann; Ingrid Matthäi; Achim Huber (1999): Managementprozeß und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne. Vorläufiger Ergebnisbericht, Saarbrücken: iso-Institut.

Kotthoff, Hermann (1997): Managementprozeß und Unternehmenskultur im Organisationswandel globaler Konzerne. In: Arbeitspapiere II, Kolloquium am 25./26. April 1997 in Erlangen. Erlangen: 29 -44.

Local level concertation. The possible role of social partners and local-level institution in regulation new forms of employment and work

Das Projekt beinhaltet eine Untersuchung, Analyse und Organisation von Ansätzen der Re-Regulierung atypischer Beschäftigungsformen auf dezentraler politischer Ebene. Die Bereitstellung von Vergleichsdaten und Wissen für die Politik, Veröffentlichung von Präventions- bzw. Reduktionsansätzen zur Vermeidung sozialen Ausschlusses.

Die Untersuchung findet gleichzeitig in ausgewählten Regionen in Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und der BRD statt.

Auftraggeber: Europäische Kommission
Projektstand: abgeschlossen 2001
Projektleiter: Prof. Dr. Hermann Kotthoff
Projektbearbeiter: Hans Günter Grewer

Veröffentlichungen:

LocLevConc (2001): Possibilities in the regulation of NFEW mit den Kapiteln 1. Executive summary / 2. Background and objectives of the project / 3. Scientifiv description of the project – results and methodology / 4. Conclusions and policy implications / 5. Dissemination of results, Milano.

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2000 abgeschlossene Projekte

Innovation, Belegschaftsstrukturen und Altern im Betrieb

Das Verbundprojekt von iso und weiteren sechs Forschungsinstituten (IAB-Verbund) untersucht in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und Tarifpartnern die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Innovationsfähigkeit der Industrie.Die zentralen

Fragestellungen des Forschungsprojektes sind:

Wie Betriebe heute und zukünftig den Innovationsdruck bewältigen,
welche Veränderungen dadurch in den vorhandenen Belegschaftsstrukturen (Alters-, Geschlechts-, Tätigkeits- und Qualifikationsstruktur) hervorgerufen werden,
auf welche Weise das Betriebs- und Personalmanagement darauf reagiert und wie es gegebenenfalls die Prozesse steuert,
wie Arbeitnehmer ihrerseits auf die Veränderungen reagieren und in ihrer Innovationsbereitschaft unterstützt werden können?

Die Untersuchung mündet in die Konzipierung verschiedener Szenarien, die als Vorstudien für den geplanten ‚Zukunftsreport 2000‘ der Bundesregierung dienen sollen.

Auftraggeber: Projektträger Arbeit und Technik des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Projektstand: abgeschlossen 2000
Projektbearbeiter: Josef Reindl, Hans Günter Grewer

Veröffentlichungen:

Reindl, J. (2000): Betriebliche Innovationsmilieus und das Alter(n) der technischen Intelligenz, in: Annegret Köchling; Michael Astor; Fröhner, Klaus Dieter u.a. (Hg.): Innovation und Leistung mit älterwerdenden Belegschaften, München und Mering: Rainer Hampp Verlag

Standortkonkurrenz oder inter-regionale Synergie - Kapitalmobilität in Saar-Lorraine

Im Rahmen einer ergänzenden Fragestellung wurde die Regionalstudie arbeitsteilig vom iso-Institut und dem Info-Institut, Saarbrücken, angegangen. Das ISO-Institut untersuchte anhand grenzüberschreitender Direktinvestitionen die Frage, inwieweit die inter-regionalen Beziehungen zwischen dem Saarland und Lothringen stärker durch eine Standortkonkurrenz oder durch wechselseitige Synergie- und Agglomerationseffekte gekennzeichnet sind. Das Info-Institut befasst sich mit den grenzüberschreitenden Kooperationen auf Arbeitnehmerseite (Gewerkschaften, Betriebsräte). Die folgende Beschreibung bezieht sich auf die Teilstudie des iso-Instituts.

Beide Regionen teilen nicht nur die räumliche Nähe, sondern sie verbindet auch eine gemeinsame Wirtschaftsgeschichte. Die altindustriell geprägten ehemaligen Montanregionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen im Hinblick auf die Modernisierung ihrer Wirtschaft und verfolgen eine vergleichbare Wirtschaftspolitik, um den Strukturwandel zu bewältigen, wobei der Ansiedung von Industrieunternehmen eine herausragende Bedeutung zukommt. Bei der Abstrahierung exogenen Kapitals treten sie zwangsläufig in eine direkte Konkurrenz zueinander, wodurch Ansätze zu einer gemeinsamen Standort- und Wirtschaftspolitik erschwert werden. Denn Deutungsmuster, die im Standortpoker zu Gewinner oder Verlierer kennen, verfestigen das Konkurrenzparadigma und verstellen den Blick auf Phänomene, die darauf verweisen, dass beide Regionen wechselseitig von Neuansiedlungen jenseits der Grenze durch die Ausbildung möglicher Synergie- oder Agglomerationseffekte profitieren. Untersucht wird, in welchem Mischungsverhältnis Konkurrenz- und Agglomerationsparadigma zueinander stehen und inwieweit die Integration der Ökonomie im Grenzraum Saar-Lorraine vorangeschritten ist bzw. sich tatsächlich ein gemeinsamer Wirtschaftsraum herausgebildet hat.

Die explorative Studie bezieht sich auf 10 deutsche und französische Unternehmen mit grenzüberschreitenden Niederlassungen im Saarland und in Lothringen. Anhand von Betriebsfallstudien werden die Ansiedlungsmotive, die Ansiedlungsprozesse, die unternehmenspolitische Funktion der Niederlassung sowie die grenzüberschreitenden betrieblichen Austauschprozesse genauer untersucht. Daneben wurden zahlreiche Expertengespräche mit regionalen Akteuren aus den Wirtschaftsförderungs- und Ansiedlungsgesellschaften geführt.

Gefördert durch: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 2000
Projektbearbeiter: Dr. Ingrid Matthäi

Veröffentlichungen:

Matthäi, Ingrid (2004): Cross-border networking in the Saar-Lor-Lux-Region? Risks and opportunities of regional economic policies. In: International Journal of Technology Management, Vol. 27, No. 5: 498 – 512.

Matthäi, Ingrid (2003): Regionale Ansiedlungs- und Strukturpolitik im Spannungsfeld von Konkurrenz und Kooperation – am Beispiel der Grenzregionen Saarland und Lothringen. In: iso-Mitteilungen Nr. 2 / September 2003: 10 – 26.

Matthäi, Ingrid (2000): Standortkonkurrenz oder inter-regionale Synergie? Teilstudie: Firmenansiedlungen und Wirtschaftspolitik in der Grenzregion Saar-Lorraine, Saarbrücken: iso-Institut.

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1999 abgeschlossene Projekte

Sozialorganisation industrieller Klein- und Mittelbetriebe in Ostdeutschland und Tschechien

Dies ist eine Untersuchung über das Erlernen der Unternehmerrolle und der Arbeitnehmerrolle unter schwierigen Bedingungen. Das vergleichende Forschungsprojekt befasst sich mit dem Gründungs- und Privatisierungsgeschehen industrieller Klein- und Mittelbetriebe in Ostdeutschland und Tschechien. Dabei gehen wir der Frage nach, ob sich trotz unterschiedlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und gegensätzlicher Transformationsmodelle die Bedingungen für und Potentiale im Gründungsgeschehen ähneln und inwieweit sich kooperativ-gemeinschaftliche betriebliche Sozialformen herausbilden. Mit Hilfe qualitativer empirischer Methoden wurden 29 ostdeutsche und acht tschechische Betriebe untersucht, wobei leitfadengestützte Gespräche mit allen betrieblichen Akteursgruppen geführt wurden.

Die Unternehmen in beiden Ländern müssen in sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen und institutionellen Kontexten handeln, so dass auch die Gefährdungen und Risiken für die Betriebe anders gelagert sind. Der komplette Rechts- und Institutionentransfer von West- nach Ostdeutschland bringt formelle Handlungs- und Rechtssicherheit für die Wirtschaftsakteure. Die plötzliche Öffnung des Marktes und Eingliederung in den EU-Binnenmarkt erschwert jedoch den Marktzugang aufgrund der dominanten Wettbewerbssituation ganz erheblich für die Newcomer. Umgekehrt verhält es sich in Tschechien. Die neuen Unternehmen stoßen auf eine große Binnennachfrage und einen geschützten Markt, was die Erschließung von Absatzmärkten erleichtert. Die institutionellen Rahmenbedingungen hingegen sind nach wie vor instabil, so dass die Unternehmen in einem gegenüber Klein- und Mittelbetrieben feindlich eingestellten politischen Klima agieren müssen. In Tschechien ist im Gegensatz zu Ostdeutschland ein Gründerboom entstanden. 75 Prozent der untersuchten Industriebetriebe in Tschechien sind echte Neugründungen, im ostdeutschen Sample hingegen sind es nur 7%. Bei der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich um privatisierte oder reprivatisierte Betriebe, die bereits zu DDR-Zeiten existierten.

Die Untersuchung belegt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Gründungstypus und Muster der betrieblichen Sozialordnung. In beiden Ländern haben sich kooperativ- gemeinschaftliche Sozialformen in denjenigen Betrieben herausgebildet, die einen wirklichen Neuanfang starten oder die die Privatisierungssituation als einen Neubeginn inszenieren konnten. In den Betrieben hingegen, die die Privatisierung als Fortschreibung des Bisherigen verstanden, sind transformationsspezifische Sozialformen entstanden, die den kooperativen Vergemeinschaftungsformen diametral gegenüberstehen. In Tschechien zählen aufgrund des Gründungsprozesses alle Betriebe bis auf einen Ausnahmefall zum Typus der Produktionsgemeinschaft. In Ostdeutschland sind es trotz der geringen Zahl genuiner Neugründungen immerhin noch 40 Prozent. Dieses Ergebnis begründet vor- sichtigen Optimismus hinsichtlich der weiteren industriellen Entwicklung.

Gefördert durch: VW-Stiftung
Projektstand: abgeschlossen 1999

Veröffentlichungen:

Kotthoff, Hermann; Ingrid Matthäi (1999): Vom Kombinat zum Kleinbetrieb. Die Entstehung einer mittelständischen Industrie. Ein Deutsch-tschechischer Vergleich. Berlin.

Matthäi, Ingrid (1996): Die neuen Unternehmer in Ostdeutschland – Träger eines neuen Mittelstandes? Orientierungen des Managements beim Auf- und Umbau innerbetrieblicher Strukturen, In: Pohlmann, Markus; Schmidt, Rudi (Hg.): Management in der ostdeutschen Industrie. Opladen: 137-174.

Neue arbeits- und betriebspolitische Strategien: Auswirkungen auf die Personal- und Sozialpolitik. Eine Bestandsaufnahme für das Saarland

Die Unternehmen sind gegenwärtig eine Welt im Umbruch. Die Konzepte der Reorganisation hießen: lean production, Gruppenarbeit, Dezentralisierung, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) u.a.m. In der Untersuchung geht es darum, den Stand der Reorganisationsmaßnahmen in den saarländischen Produktions- und Dienstleistungs- betrieben festzustellen und herauszufinden, welche Folgen die Restrukturierung auf die Personal- und Sozialpolitik hat. Bei den Restrukturierungen werden verschiedene Arten berücksichtigt: geschäftsstrategisch-unternehmenspolitische (z.B. Konzentration auf Kernkompetenzen, Käufe, Fusionen, Allianzen, Ausgliederungen); betriebsorganisatorische (z.B. Dezentralisierung, Profitcenter); arbeitsorganisatorische (z.B. Gruppenarbeit, KVP, Projektmanagement).

Wie wirken sich die Restrukturierungen aus: auf die Qualifikationsanforderungen und auf Bedarf und Ausgestaltung von Aus- und Weiterbildung? Auf die Arbeitszeitflexibilisierung? Auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz, insbesondere auf die Möglichkeiten zum Einsatz leistungsgeminderter und älterer Arbeitnehmer? Auf Kosteneinsparungen bei Sozialleistungen und Sozialeinrichtungen?

Es werden qualitative Erhebungen in 25 saarländischen Betrieben unterschiedlicher Branchen durchgeführt und zwar in 20 Produktionsbetrieben und in 5 Dienstleistungsbetrieben. Es handelt sich um die jeweils größeren Betriebe innerhalb einer Branche.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1999
Projektbearbeiter: PD Dr. Hermann Kotthoff, Dipl.-Psych. Thomas Döring

Veröffentlichungen:
Kotthoff, Hermann; Josef Reindl (1999): „Fitneßtraining“. Betriebliche Reorganisation im Saarland, AK-Beiträge Nr. 2, Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes.

Strukturpolitische Impulse und Wirkungen der saarländischen Forschungslandschaft

Hierbei handelt es sich um eine gemeinsame Studie mit dem ZEW Mannheim, wobei das Thema aus unterschiedlicher Perspektive (ISO: qualitative Fallstudien/ZEW: schriftliche Befragung) angegangen wurde.

Die Strukturuntersuchung analysiert, welchem Wandel der saarländische Wirtschaftsstandort unterliegt, welche Strukturverschiebungen aktuell zu konstatieren sind, mit welchen Anpassungsprozessen die Unternehmen auf den beschleunigten Fortgang der Wirtschaft reagieren, welche ökonomischen Effekte der Ausbau der Forschungsinfrastruktur zeitigt und welche Struktur- und Arbeitsplatzverbesserungen dadurch erzielt werden konnten. Als wichtige Erkenntnis brachte die Untersuchung zutage, dass das Saarland sich in einem starken sektoralen Strukturwandel befindet, der zwei Geschwindigkeiten unterliegt. Dabei kommt den unternehmensnahen Dienstleistungen und generell den exportorientierten Wirtschaftszweigen eine treibende Funktion zu. Von großer Bedeutung für die Modernisierung, die verbesserte Produktivität und die Entwicklung sowie Sicherung des betrieblichen Know-hows sind sowohl das aus- reichend vorhandene, kostengünstige und industriell geprägte Humankapital als auch die deutlich gestiegene Nachfrage nach Mitarbeitern mit höherem Qualifikationsniveau. Dagegen lassen sich Defizite vor allem auf Seiten der regionalorientierten und weniger wissensbasierten Unternehmen feststellen.

Die Innovationsdynamik geht in erster Linie von KMU unter 250 Beschäftigten aus. Sie weisen überdurchschnittlich hohe Anteile an Produkt- und Prozessinnovationen und Marktneuheiten auf. Ihre Impulse erhalten sie vorwiegend vom Markt (Kunden, Zulieferer), durch Weiterbildung und über den Aufbau höherqualifizierten Personals. Eine verbesserte betriebliche Qualifikationsbasis geht einher mit zusehends verdichteten internen und externen Innovationsnetzwerken und es steigen die Kooperationsbezüge mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Jedoch bleibt als allgemeines Muster festzustellen, dass die Nutzung der Forschungsinfrastrukturangebote erst im Anschluss an die betriebsinterne Aneignung von Know-how-Potentialen erfolgt, und zwar in erster Linie über Personaltransfer.

Mit einer positiven Beschäftigungsentwicklung rechnen insbesondere die produktinnovativen, exportorientierten und jungen Unternehmen im produzierenden Gewerbe – hier namentlich die Investitionsgüterhersteller – und in den unternehmensnahen Dienstleistungen – da besonders die IuK-Lieferanten und Hochschul-Spin-off’s.

Auftraggeber: Ministerium für Wirtschaft und Finanzen des Saarlandes, Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes, Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1999

Veröffentlichungen:
Spielkamp, Alfred/Felder, Johannes (ZEW), Matthäi, Ingrid/Grewer, Hans Günter (ISO) (1998): Strukturpolitische Impulse und Wirkungen der saarländischen Forschungslandschaft, Saarbrücken, in: AK-Beiträge, 11. Jg. Nr. 2/1998: Arbeitskammer des Saarlandes

Dienstleistung lernen - Kompetenzen und Lernprozesse in der Dienstleistungsgesellschaft: Produktionsnahe Arbeitsvorbereitung bei den John Deere Werken Mannheim

Die John Deere Werke Mannheim haben einen radikalen Reorganisationsprozess hinter sich, der das Unternehmen in eine schlanke, dezentrale und konsequent segmentierte Fabrik verwandelt hat. Residuen der traditionellen Fabrikstruktur sind noch einige Zentralstellen, darunter die Arbeitsvorbereitung. Das ISO-Institut hat die John Deere Werke im Rahmen der PEM „Dienstleistung lernen“ bei dem Versuch, die zentrale Arbeitsvorbereitung an die dezentralen Produktionsstrukturen anzupassen, wissenschaftlich begleitet und beraten. Die Transformation der Arbeitsvorbereitung ist dabei nicht von außen angestoßen worden, sondern die Arbeitsvorbereitung hat sich selber verwandelt. Sie hat mit unserer Unterstützung eine neue Form gefunden, die sie als soziale Heimat der Mitarbeiter erhält und gleichzeitig die Distanz zu den dezentralen Produktionseinheiten und Arbeitsgruppen verringert. Das Modell einer zentralen, produktionsnahen, dienstleistungsorientierten und vergruppten Arbeitsvorbereitung ist eine klare Absage an einen zu forschen Dezentralisierungskurs und ein fairer Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Produktion und den Erfordernissen einer sachgerechten Planung. Das ISO-Institut hat in diesem Organisationsentwicklungsprozess eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation der Arbeitsvorbereitung sowie der Anforderungen der Module durchgeführt, die AV-Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Organisationsformen beraten und eine erste Evaluation der gefundenen neuen Arbeitsorganisation vorgenommen.

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Projektstand: abgeschlossen 1999

Möglichkeiten und Grenzen einer alternssensiblen Unternehmenspolitik

Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sollen zukünftig länger erwerbstätig sein. Die rechtliche Anhebung der Altersgrenze zum Renteneintritt und finanzielle Verschlechterungen bei einem vorzeitigen Berufsausstieg bewirken jedoch noch nicht, dass die Beschäftigten auch länger arbeiten können. Die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen müssten dafür entsprechend „alternsgerecht“ organisiert und gestaltet werden.

Welche Möglichkeiten bieten neue Konzepte der Arbeits- und Laufbahngestaltung, um zu fördern, dass die Erwerbstätigen längerfristig im Arbeitsleben gesund und leistungsfähig bleiben? Und wie ist es um die Möglichkeiten bestellt, entsprechende Maßnahmen in der betrieblichen Praxis umzusetzen? An welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind sie geknüpft und an welche Widerstände und Barrieren stoßen sie? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der empirischen Studie, die intensive Fallstudien in 26 Unternehmen, zusätzliche Kurzfallstudien und ca. 50 Expertengespräche umfasste.

Vorwärtsweisende Maßnahmen einer alternsadäquaten Arbeits- und Personalpolitik werden entlang betrieblicher Fallbeispiele detailliert geschildert. Zugleich werden die organisatorischen, qualifikatorischen, tariflichen und sozialen Hindernisse dargestellt, die ihrer breiteren Umsetzung in der betrieblichen Realität entgegenstehen. Insbesondere die Prämissen aktueller Rationalisierungsstrategien verhindern vielfach eine alterns- und gesundheitsorientierte Aufgabenverteilung und Arbeitsausführung. Trotz aller ökonomische Zwänge existieren jedoch Spielräume, die in den Betrieben für eine adäquate Beschäftigung alternder Arbeitnehmer genutzt werden können. Voraussetzung dafür ist eine Grundhaltung sozialer Sensibilität und gesundheitlicher Verantwortung der unterschiedlichen betrieblichen Akteure. Zugleich kommt es entscheidend darauf an, inwieweit sich die Beschäftigten selbst dafür engagieren, in ihrer Arbeit gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Verbundprojekt mit: Institut für Gerontologie, Dortmund; Zentrum für Sozialpolitik, Bremen; Institut für Supervision, Institutionenberatung und Sozialforschung, Frankfurt
Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
Projektstand: abgeschlossen 1999

Veröffentlichungen:     

Behrens, Johann; Martina Morschhäuser; Holger Viebrok; Eberhard Zimmermann (1999): Länger erwerbstätig – aber wie?, Opladen: Westdeutscher Verlag

Martina Morschhäuser (1999): Alternsgerechte Arbeit: Gestaltungsaufgabe für die Zukunft oder Kampf gegen Windmühlen?, in: Behrens, Johann; Morschhäuser, Martina; Holger Viebrok; Eberhard Zimmermann: Länger erwerbstätig – aber wie?, Opladen: Westdeutscher Verlag: 19 – 70

Gussone, Max; Achim Huber; Martina Morschhäuser; Johannes Petrenz (1999): Ältere Arbeitnehmer – Altern und Erwerbsarbeit in rechtlicher, arbeits- und sozialwissenschaftlicher Sicht, Köln: Bund-Verlag

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1998 abgeschlossene Projekte

Arbeit und Innovation im Betrieb

Erkenntnisziel des Forschungsvorhabens war, herauszufinden, was Unternehmen innovativ macht und welche Rolle die Arbeitnehmer im Innovationsgeschehen spielen.

Das Forschungsprojekt richtete sich gezielt an hochinnovative saarländische Betriebe des produzierenden Gewerbes, die im Anschluss an ein Expertenrating ausgewählt worden sind. Insgesamt 33 Unternehmen haben sich an der Untersuchung beteiligt und in teilweise mehrstündigen leitfadengestützten Gesprächen Auskunft über ihre innovationsgenerierenden Vorgehensweisen, ihre Sicht der Dinge, ihr Rezept für den Erfolg, ihre Erwartungen an die Politik und ihre Bewertung der saarländischen Infrastruktur erteilt. Die Gespräche wurden mit verschiedenen Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Funktionsbereichen geführt. Die Untersuchung belegt u.a., dass ich im industriellen Sektor ein deutlicher Strukturwandel vollzogen hat. Mittlerweile befinden sich im Saarland – in bestimmten Branchen und im Bereich der mittelständischen Wirtschaft – Unternehmen, die in technologischer Hinsicht zur absoluten Spitze zu zählen sind. Sie unterstreicht aber auch die unter Wertschöpfungs- und Arbeitsmarktgesichtspunkten fortbestehende sowie im Hinblick auf die Sicherung der interregionalen Konkurrenzfähigkeit des Standortes nicht zu unterschätzende Bedeutung des produzierenden Gewerbes für die Region.

Als bedeutsame und von den Unternehmen geschätzte Faktoren erweisen sich der Erhebung zufolge die qualifikatorischen Potentiale und das Engagement der saarländischen Arbeitskräfte. In der Abbildung von firmeninternen Prozessen wird verdeutlicht, wie differenziert der Innovationsbegriff zu sehen ist und wie wenig er sich in so genannten technischen oder betriebswirtschaftlichen Parametern (FuE-Kennzahlen, Patente etc.) erschöpft. Das Geheimnis der Innovation besteht vor allem in der Schaffung eines innovativen betrieblichen Klimas, in der Aktivierung und Zusammenführung der vorhandenen Wissens- sowie Erfahrungsbestände und in der Einbeziehung bzw. im engen Zusammenspiel verschiedener Akteursgruppen. Dabei erleichtert eine funktionierende und integrierende Sozialorganisation die internen Findungs- und Verarbeitungsprozesse und trägt dazu bei, die endogenen Lern- und Umsetzungspotentiale zu mobilisieren. Beim vorgefundenen Innovationstypus handelt es sich in erster Linie um eine inkrementale anstelle einer radikalen Produktinnovation. Dahingegen haben Prozessinnovationen eine weitaus geringere Bedeutung.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes

Projektstand: abgeschlossen 1998

Veröffentlichungen:     

Grewer, Hans Günter unter Mitarbeit von Reindl, Josef (1998): Arbeit und Innovation im Betrieb. Studie über Wechselwirkungen zwischen betrieblichen Innovationsprozessen und Arbeit am Beispiel ausgewählter saarländischer industrieller Unternehmen, Saarbrücken: ISO-Forschungsbericht

Multimedia - Chancen und Risiken für das Saarland

Ziel der Studie war es, eine Bestandsaufnahme über den Einsatz und die Verarbeitung multimedialer Technologien in der saarländischen Wirtschaft zu machen. In ausgewählten Dienstleistungs- und Industriebranchen (Versicherungen, Banken, Tourismusbranche, Telekommunikationsanbieter, Energieunternehmen) wurden qualitative Erhebungen durchgeführt, um den derzeitigen Durchdringungsgrad moderner IuK-Technologien in den Unternehmen zu eruieren und aufzuzeigen, welche möglichen Auswirkungen diese neuartigen Querschnitt-Technologien auf Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und Beschäftigung haben. Ausgehend von diesen Befunden wurden Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven für eine sozialverträgliche Gestaltung des Einsatzes von Multimedia in der Arbeitswelt aufgezeigt.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes

Gemeinsam durchgeführt mit: Institut der Gesellschaft zur Förderung der angewandten Informationsforschung e.V., Saarbrücken

Projektstand: abgeschlossen 1998

Veröffentlichungen:     

Matthäi, Ingrid: Multimedia im Saarland, in: Arbeitnehmer, 45(1997)12: 404 – 405.

Matthäi, Ingrid; Kotthoff, Hermann: Multimedia – Chancen und Risiken für das Saarland, in: Caroli, F. u.a. (1996): Multimedia – Technologien, Entwicklungen, Chancen und Risiken für das Saarland, Saarbrücken: AK-Beiträge 5/1996.

Beteiligungsorientierte Organisationsentwicklung im Arbeitsamt - Wissenschaftliche Begleitung zu einem Modellprojekt im Arbeitsamt Saarbrücken

Im Jahre 1992 wurde Saarbrücken der Status eines Modell- und Diskussionsarbeitsamtes zuerkannt. Ziel des Reformprojektes in Saarbrücken war die kundenorientierte Integration der bisher getrennten Abteilungen der Arbeitsvermittlung und der Leistungsgewährung. Diese Reform sollte unter aktiver Beteiligung der Mitarbeiter aller Ebenen durchgeführt werden.

 

In den Jahren 1993 und 1996 hat das Modell- und Diskussionsarbeitsamt Saarbrücken auf diese Weise konzeptionelle und praktische Vorarbeit für den weiteren Reformprozess zum „Arbeitsamt 2000“ geleistet. Die Arbeit setzte mit der Vorstudie Mitte des Jahres 1994 zu einem Zeitpunkt ein, wo die Konstitutions- und Pionierphase weitgehend abgeschlossen war, und wurde Anfang 1995 mit der Hauptphase fortgesetzt.

 

Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren war die wissenschaftliche Begleitung Beobachter und Akteur des Reformprozesses. In dieser Zeit ging es darum, die Arbeitsabläufe zu konstruieren, das Projektmanagement zu organisieren, die Beteiligungsstrukturen aufzubauen, Mitarbeiter und Führungskräfte auf dem Weg in die neue Beteiligungspraxis zu unterstützen, die Ausweitung des Modellansatzes in die Breite durch flankierende Untersuchungen zu begleiten, über das Modell zu informieren, persönliche und rollenbezogene Selbstverständnisse zu klären, alte Konfliktlinien zu thematisieren und bei neuen Konfliktanlässen zu moderieren.

 

Beim Vorhaben des Saarbrücker Arbeitsamtes ging es um die Qualitätssteigerung einer öffentlichen Dienstleistung durch die Erneuerung der Organisation von innen heraus unter aktiver Beteiligung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. In der Sprache der Organisationswissenschaftler ausgedrückt: „bottom up“ statt „top down“. Für eine Reform öffentlicher Dienstleistung ein durchaus ungewohntes und nicht minder voraussetzungs- volles wie risikoreiches Vorhaben.

 

Auf diesem Wege haben uns folgende Fragen beschäftigt: Unter welchen Bedingungen kann sich in einer Großverwaltung des Bundes (mit ihren Steuerungs- und Kontrollbedürfnissen gegenüber den örtlichen Dienststellen) eine mitarbeiter- und beteiligungs- orientierte Organisationsentwicklung vollziehen? Welche Akteure und organisatorischen Arrangements sind erforderlich, damit ein solcher Entwicklungsprozeß in Gang kommt? Welcher Inputs, Qualifizierungsmaßnahmen, Kommunikationsformen bedarf es, damit er von den Beteiligten durchgehalten und vorangebracht wird? Welche Hindernisse müssen bewältigt werden? Wie und unter welchen Voraussetzungen vollzieht sich ein solcher Prozess? Wie kommt es zu einer aktiven Aneignung des Reformanliegens und seiner praktischen Umsetzung im Arbeitsalltag? Wie kommt Beteiligung zustande und wie und warum funktioniert sie? und schließlich: Welche Entwicklungspotentiale hat eine öffentliche Institution, wenn sich die bislang in traditionelle bürokratische und hierarchische Strukturen eingebundenen Ressourcen entfalten können?

Der Bericht der wissenschaftlichen Begleitung informiert über vier Themenkomplexe:

-Der beharrliche Weg der Arbeitnehmervertreter zum Reformprojekt.
-Der Aufbau der neuen Arbeitsorganisation.
-Die Organisation und Praxis der Mitarbeiterbeteiligung.
-Der Prozess der Organisationsentwicklung.

Er schließt mit zwanzig „Behauptungen“ zu Organisationsentwicklung in der Bundesanstalt für Arbeit. Die Bundesanstalt hat 1994 ihre Ämter bundesweit angewiesen, die erste Stufe des Saarbrücker Modells (räumliche Zusammenlegung und Verzahnung) umzusetzen. Die weiteren Integrationsstufen (aufgabenorientierte Umstrukturierung des Tätigkeitsfeldes, Teambildung, Mitarbeiterbeteiligung und neues Führungskonzept) wer- den gegenwärtig im Konzept „Arbeitsamt 2000“ erprobt.

Gefördert von: Arbeitskammer des Saarlandes/Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf
Projektstand: abgeschlossen 1998
Projektbearbeiter: Peter Ochs

Veröffentlichungen:     
Ochs, Peter: Beteiligungsorientierte Organisationsentwicklung im Arbeitsamt. Wissenschaftliche Begleitung zu einem Modellprojekt im Arbeitsamt Saarbrücken, Saarbrücken 1998: HBS, Graue Reihe

Berufliche Integration behinderter Menschen im Saarland

Im Rahmen regionaler Bemühungen, die Eingliederung Schwerbehinderter in den ersten Arbeitsmarkt zu effektivieren, haben institutionelle Akteure im Saarland ein Aktionsbündnis zur Integration Behinderter gegründet. Dieses Bündnis soll nicht nur die administrativ Zuständigen der Behindertenpolitik umfassen, sondern als erweitertes Politik-Netzwerk weitere Mitglieder und damit unterschiedliche Interessenkonstellationen einbinden (Unternehmen, Verbände, Akteure der lokalen und Landespolitik).

In einer begleitenden Studie des ISO-Instituts wurden hierzu Befragungen im Interaktionsfeld zwischen Institutionen der Integration und ökonomischen Akteuren durchgeführt. Ziel der Studie war es aufzuzeigen, (1) welche Gründe Unternehmen veranlassen, Behinderte neu einzustellen, (2) welche Gründe Unternehmen, die bereits umfänglich Behinderte beschäftigen, davon abhalten, weitere Behinderte einzustellen, (3) welche Probleme und Defizite in der administrativen Aufgabenerfüllung in diesem Feld sowohl von Unternehmen wie auch von den administrativ Zuständigen selbst angeführt werden. Insgesamt soll die Studie besonders den Akteuren auf den institutionellen Ebenen Hin- weise für den Aufbau des erweiterten Netzwerks zur Integration bieten.

Die Ergebnisse zeigen u.a. die besondere Bedeutung auf, die der sozialräumlichen Nähe einerseits und der direkten Zugangsmöglichkeiten von Integrationsakteuren zu betrieblichen „Entscheidern“ andererseits für eine Einstellungsentscheidung und eine gelingende Integration in Kleinbetrieben zukommen.

Gefördert durch: Arbeitskammer des Saarlandes
Projektstand: abgeschlossen 1998

Veröffentlichungen:     
Huber, Achim, unter Mitarbeit von Breit, Heiko (1998): Berufliche Integration behinderter Menschen im Saarland, Beiträge der Arbeitskammer des Saarlandes, Nr. 1, Saarbrücken, 102 S.

Zentrale für Altersrehabilitation Wissenschaftliche Begleitung eines Modellversuchs des Kuratoriums Rehabilitation im Alter e.V. (Stuttgart)

Im Auftrag des Kuratoriums Rehabilitation im Alter e.V. entwickelte das ISO-Institut 1991 die Konzeption für die „Zentrale für Altersrehabilitation (ZAR)“. Dieses Modell ließ sich jedoch über mehrere Jahre nicht realisieren, weil die dazu notwendige Infrastruktur an rehabilitativen Angeboten fehlte und weil vor allem im ambulanten Bereich auch die leistungsrechtlichen Voraussetzungen nicht vorhanden waren. Erst 1996 wurde in Baden-Württemberg im Zuge einer modellhaften Erprobung der ambulanten Rehabilitation die Finanzierungsbasis geschaffen, die auch den Start der ZAR möglich machte.

Modellträger war die Stadt Freiburg. Die ZAR wurde in das städtische Seniorenbüro integriert und personell mit einer Sozialarbeiterin besetzt. Ihre Aufgaben umfassten schwerpunktmäßig zwei Bereiche und zwar einmal die Einzelfallarbeit, wozu Beratungs- und Vermittlungsaufgaben sowie das Case Management gehörten. In den anderen Be- reich fielen sozialplanerische Aufgaben sowie Vernetzungsaktivitäten. Hier war die vor- dringlichste Aufgabe, die Zusammenarbeit an den „Schnittstellen“ zwischen den Versorgungsbereichen zu systematisieren. Das heißt: es mussten Kooperations- und Kommunikationsstrukturen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung, zwischen dem Gesundheits- und dem Sozialbereich sowie zwischen den Kostenträgern aufgebaut werden.

Das Modell ließ sich aufgrund seiner komplexen Struktur und seiner hohen qualifikatorischen Anforderungen an die Modellpartner nur ansatzweise realisieren. Dennoch war der Erkenntnisgewinn aufgrund der Vielschichtigkeit der Implementationsschwierigkeiten groß. So war es Aufgabe der Wissenschaftliche Begleitung, die im Modellverlauf auf- getretenen Problemlagen zu identifizieren, diese in den entsprechenden gesundheits- und sozialpolitischen Kontext einzuordnen und Lösungsansätze aufzuzeigen.

Auftraggeber: Kuratorium Rehabilitation im Alter e.V., Stuttgart
Projektstand: abgeschlossen 1998
Projektbearbeiter: Schweizer, Carola

Veröffentlichungen:
Schweizer, Carola (1998): Zentrale für Altersrehabilitation. Endbericht zum Modellversuch, hg. vom Kuratorium Rehabilitation im Alter e. V. Stuttgart.

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1997 abgeschlossene Projekte

Ambulante geriatrische Rehabilitation

Wissenschaftliche Begleitung eines Modellversuchs des Sozialministeriums Baden-Württemberg

Das baden-württembergische Sozialministerium führte (1996) gemeinsam mit den gesetzlichen Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen einen Modellversuch durch, der die Implementierung verschiedener Organisationsformen ambulanter Rehabilitation zum Ziel hatte. Der Modellversuch orientierte sich an den gesundheits- und sozialpolitischen Zielsetzungen des baden-württembergischen Geriatriekonzeptes. Bis zum Jahr 2000 sollte die Versorgung geriatrischer Patienten nicht nur unter quantitativen Gesichtspunkten verbessert, sondern vor allem das fachliche Niveau und damit auch die Effizienz der Leistungen gesteigert werden. Die Prioritäten setzte das Land auf den Ausbau der geriatrischen Rehabilitation und auf die Einrichtung von Koordinierungs- stellen, mit deren Hilfe die Inanspruchnahme der Angebote fachgerechter gestaltet werden sollte.

Baden-Württemberg übernahm bei der Implementierung ambulanter Reha-Angebote für geriatrische Patienten eine Vorreiterrolle, weil es als erstes Bundesland dafür die notwendigen leistungsrechtlichen Voraussetzungen schuf. An acht Standorten wurden ambulante Reha-Modelle in unterschiedlichen Organisationsformen erprobt. Es differierten nicht nur die Anbindungsformen (z.B. an eine Klinik oder an niedergelassene Praxen von Ärzten und Therapeuten), sondern auch die Art und Weise wie die in der Geriatrie unerlässliche multiprofessionelle Zusammenarbeit organisiert wurde. So war es zentrale Aufgabe der Wissenschaftlichen Begleitung, anhand ausgewählter Aspekte der Struktur- und Prozessqualität (Ausstattung, Qualifikation, Teamarbeit, diagnostische Verfahren, Reha-Planung u.a.) zu evaluieren, ob sich in den verschiedenen Organisationsformen die erforderlichen Standards fachgerecht umsetzen ließen. Darüber hinaus erfolgte eine Deskription des einbezogenen Patientenkreises anhand soziodemographischer Daten, der Krankheitsbilder, der körperlichen und sozialen Beeinträchtigungen sowie des Hilfebedarfs; und es wurde der Frage nachgegangen, mit welcher Effizienz die rehabilitativen Maßnahmen durchgeführt wurden. Letzteres beinhaltete jedoch keine Kosten-Nutzen-Analyse, sondern die Beantwortung der Frage, inwieweit es gelingt, mit einem wohnortnahen ambulanten Reha-Angebot, ältere Menschen, die in der Regel in der stationären Rehabilitation unterrepräsentiert sind, nicht nur zu erreichen, sondern sie insofern erfolgreich zu rehabilitieren, als sie Lebensqualität hinzugewinnen und ihre Eigenständigkeit bewahren können.

Auftraggeber: Sozialministerium Baden-Württemberg

Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Schweizer, Carola; Franz Brandt (1997): Ambulante Geriatrische Rehabilitation. Endbericht zum Modellversuch. Hg. vom Sozialministerium Baden-Württemberg, Stuttgart.

Schweizer, Carola (1998): Organisationsformen ambulanter geriatrischer Rehabilitation, in: Schmidt-Ohlemann, Matthias; Christian Zippel u.a. (Hg.): Ambulante wohnortnahe Rehabilitation. Konzepte für Gegenwart und Zukunft. Interdisziplinäre Schriften zur Rehabilitation, Band 7, Ulm.

Qualifizierung von Referenten für die Schulung von Vertretern der Schwerbehinderten, Betriebs- und Personalräten

Aus dem Bundesarbeitsblatt 10/1997:

„Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung hat in enger Zusammenarbeit mit der IG Metall, der Arbeitskammer des Saarlandes und der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Hauptfürsorgestellen das iso-Institut mit der Durchführung des Forschungsprojektes beauftragt. Mit Abschluss des Projektes wird eine Konzeption vorgelegt, an der sich in Zukunft Träger von Bildungseinrichtungen orientieren können, wenn sie Referenten für den Umgang mit dem Seminarkonzept „Arbeit und Gesundheit im Betrieb (AGiB)“ ausbilden und auf die Durchführung entsprechender Veranstaltungen vorbereiten möchten.

Der Bericht beschäftigt sich mit den konzeptionellen Arbeitsschritten des Projekts, deren Begründungszusammenhängen und Ergebnissen und stellt diese im Zusammenhang vor. In einzelnen Abschnitten werden grundlegende Orientierungen des Qualifizierungskonzeptes beschrieben. Dies sind

ein Diskussionsansatz, der die kontinuierlich gesteuerte Seminardiskussion zur grundlegenden Arbeitsform der Veranstaltung werden lässt;
ein Strukturkonzept, das das Verhältnis von Seminarprozessen und Sachthemen des Seminars entwickelt;
ein Strukturierungsmodell, das eine angemessene seminarpraktische Umsetzung bei der Behandlung einzelner Themen ermöglichen soll.

Gefördert durch: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (1992-1994)

Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Huber, Achim; Wolfgang Trunk (1997): Qualifizierung von Referenten für das Seminarkonzept AGiB. Ein Konzept zur Qualifizierung von Referenten für die Schulung von Vertretern der Schwerbehinderten, Betriebs- und Personalräten auf der Grundlage des Seminarkonzeptes „Arbeit und Gesundheit im Betrieb“ (= Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (Hg.), Forschungsbericht Sozialforschung 267), Bonn, 292 S. (ISSN 0174-4992).

Trunk, Wolfgang (1997): Neue Wege in der Bildungsarbeit mit Vertrauensleuten, in: Behindertenrecht Heft 1: 12 – 15.

vgl. auch das Projekt: AGiB – Arbeit und Gesundheit im Betrieb.

Arbeitsbelastungen und Verkehrsunfallrisiken in sozialpflegerischen Diensten

Ein wesentlicher Ausgangspunkt der Untersuchung über ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste war die These, dass diese durch oftmals eher unspezifische Belastungssituationen und nicht eindeutig normierbare Risiken bestimmt sind. Aber das Unfallgeschehen findet im Alltagsbewusstsein der Mitarbeiter nicht den Niederschlag, wie es angesichts der statistischen Auffälligkeiten zu erwarten gewesen wäre. Der Unfall wird eher als ein singuläres und unabänderliches Ereignis behandelt, gegen den im betrieblichen Alltag scheinbar nichts unternommen werden kann.

Anwachsender Zeitdruck ist ein bestimmender Faktor des beruflichen Alltags und wird von den Beschäftigten als große Belastung empfunden. Sie wissen zwar, dass durch eine bessere Verteilung der Arbeit auf mehr Personen diese Last einesteils gemindert werden könnte. Andernteils jedoch haben sie die ökonomisch wie politisch veränderten Rahmenbedingungen (durch Marktöffnung veränderte Trägerstruktur, sozial- und gesundheitspolitische Kostendämpfungsmaßnahmen) internalisiert, die einer Entlastung offenbar entgegenstehen.

Durch die typischen täglichen, wöchentlichen und jahresbezogenen Dienstzeiten werden von den Mitarbeitern große Anforderungen an die Präsenz gerichtet. Die Mehrzahl der Bediensteten muss sich in auffälligem Maße auf Schichtarbeit, oftmals regelmäßige Wochenenddienste, Abenddienste, Nachtbereitschaften, Sechs-Tage-Woche usw. einrichten, wobei regelhafte Freizeitblöcke nicht garantiert sind. Selbst alltägliche Zwischenfälle bringen vielfach die Dienstpläne der Einrichtungen durcheinander und haben für die Beschäftigten Mehrarbeit, Überstunden oder zusätzliche Schichten zur Folge. Besondere Erschwernisse bei der Arbeit der ambulanten Dienste stellen die in diesem Beruf weit verbreiteten geteilten Dienste dar, die für die Betroffenen starke berufliche Belastungen und private Beeinträchtigungen mit sich bringen.

Je mehr die eingeübten und praktizierten Handlungsspielräume durch äußere Rahmenbedingungen restringiert werden, um so belastender und unerfüllter wird die eigene Arbeitssituation erlebt und umso risikoreicher sind die Auswirkungen der Arbeit auf die eigene Gesundheit, vor allem wenn die Beschäftigten selber wichtige körperliche Signale übersehen und die Risiken nicht ernst nehmen. Die Mehrfachbelastungen werden ergänzt dadurch, dass den Mitarbeitern der ambulanten Dienste auf vielfältige Weise die gewünschte Anerkennung versagt bleibt. Zu pflegen ist wenig attraktiv, was mit der Art der Tätigkeit, ihrem Bezug mit menschlicher Gebrechlichkeit und Tod zu tun hat. Es spielt auch die Nähe zur Hausfrauenarbeit eine Rolle, womit oftmals eine generelle Abwertung der mit der Arbeit verbundenen Qualifikationserfordernisse verbunden ist. Von Relevanz ist weiter, dass es sich bei dem Tätigkeitsfeld gesundheits- und sozialpflegerischer Dienste überwiegend um einen typischen Frauenarbeitsbereich mit häufig negativ eingestuften Strukturmerkmalen (ungünstige Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung, geringe Aufstiegschancen) handelt.

Auftraggeber: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Hamburg

Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Grewer, Hans Günter (1997): Belastungen, Gefährdungen und erhöhte Unfallrisiken in ambulanten gesundheits- und sozialpflegerischen Diensten. Betriebsspezifisches Ursachengefüge, Einbindung in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Präventionsansätze, Saarbrücken: ISO-Forschungsbericht

Der Meister im industriellen Klein- und Mittelbetrieb. Über die Modernisierung einer betrieblichen Sozialfigur

Der neue Rationalisierungstyp der Dezentralisierung und Vermarktlichung von Unter-nehmens- und Arbeitsorganisation wirbelt das traditionelle betriebliche Hierarchiegefüge durcheinander und stellt gewachsene hierarchische Positionen in Frage. Insbesondere das mittlere Produktionsmanagement droht zum Verlierer im Modernisierungs- und Reorganisationsprozess zu werden. Ein interdisziplinärer Forschungsverbund aus zwölf Instituten ist deshalb der Frage nachgegangen, welche Zukunft Meister in der rasant sich verändernden Arbeitswelt haben. Das iso-Institut konzentrierte seine Untersuchung auf das Segment der industriellen Klein- und Mittelbetriebe, in dem quantitativ weit mehr Meister beschäftigt sind als in den Großbetrieben.

Der wichtigste Befund der Studie ist, dass die Meisterrolle im Klein- und Mittelbetrieb eine erstaunliche Stabilität aufweist. Die Meister gewinnen dort sowohl quantitativ als auch qualitativ in den letzten Jahren an zusätzlicher Bedeutung. Alle Versuche, sich dieser Sozialfigur zu entledigen oder sie bis zur Unkenntlichkeit zu verändern, schlagen negativ auf die Betriebe zurück. Die Ursachen für die Lebensfähigkeit des schon zigfach totgesagten Meisters liegen im Klein- und Mittelbetrieb zum einen im Qualifikations- und Sozialprofil des Meisters, das sich erheblich von dem des Großbetriebs-Meisters unterscheidet. Zum anderen generiert der Reorganisationsprozess, der – wenn auch gedämpft – sich ebenso in kleineren Unternehmen ereignet, neue Unsicherheitszonen und Turbulenzen, mit denen umzugehen der Meister geradezu prädestiniert ist. Insgesamt kommt den Meistern im Klein- und Mittelbetrieb zugute, dass dort Realismus und Pragmatismus großgeschrieben werden und man nicht allen kurzlebigen Managementmoden hinterher- hechelt. Der Schaden, den Marktradikalismus dem Sozialgebilde Betrieb zufügt, hält sich hier noch in Grenzen. Davon profitiert die Sozialfigur Meister, die im Klein- und Mittelbetrieb neben ihrer fachlichen Könnerschaft eine eminente soziale Integrationsfunktion hat.

Die Untersuchung wurde in zehn Klein- und Mittelbetrieben durchgeführt. In den Betrieben sind konzentrierte qualitative Fallstudien durchgeführt worden, die die Meisterfunktion aus allen betrieblichen Perspektiven (Management/Geschäftsführung, Produktionsleitung/Arbeitsvorbereitung, Betriebsrat, Arbeitnehmer, Meister) beleuchtet haben. Insgesamt sind achtzig Personen interviewt worden.

Auftraggeber: Bundesministerium für Forschung und Technologie, Projektträger Arbeit und Technik

Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Reindl, Josef (1997): Der Meister im industriellen Klein- und Mittelbetrieb. Über die Modernisierung einer betrieblichen Sozialfigur, in: Fuchs-Frohnhofen, P./Henning, K. (Hg.): Die Zukunft des Meisters in modernen Arbeits- und Produktionskonzepten, Band I und II, München und Mering: Rainer Hampp Verlag

Reindl., Josef (1998): Der Meister im Klein- und Mittelbetrieb: Von der Stabilität einer betrieblichen Sozialfigur, in: Jansen, R. u.a. (Hg.): Facharbeiteraufstieg in der Sackgasse, Berlin

Reindl, Josef/Huber, Achim (1997): Der Meister im Klein- und Mittelbetrieb, in: IG Metall (Hg.): Industriemeister in neuen Arbeitskonzepten, Frankfurt

Führungskräfte im Wandel der Firmenkultur

Die Fragestellungen des Projektes sind: Welches sind die Gründe für das immer wieder festgestellte Leistungsbewusstsein und Arbeitsengagement (Arbeitsidentität) der hochqualifizierten Angestellten (HQA)? Welches Verhältnis haben sie zur Firma und wie tritt ihnen die Firma gegenüber? Welches sind die Ursachen für die bekannte Distanz der HQA’s gegenüber der Gewerkschaft? In den Headquarters von zehn großen Konzernen (Maschinenbau/Computerindustrie; Chemieindustrie; Großbanken und Versicherungen) wurden insgesamt 100 HQA’s interviewt. Es handelt sich überwiegend um Akademiker/Außertarifliche Angestellte/Führungskräfte (Abteilungs-, Gruppenleiter) in kaufmännischen und technisch-ingenieurwissenschaftlichen Funktionen.

Zwei Drittel der HQA’s haben eine quasi-unternehmerische Arbeitsidentität. Sie sehen ihre Aufgabe nicht schreibtischbezogen“, sondern als Beitrag für den Firmenerfolg. Sie sehen sich in der Rolle von Leuten, die etwas bewegen und bewirken. Innerhalb der Firma hatten die HQA’s bisher einen privilegierten Status und bildeten ein abgehobenes Milieu mit einem eigenen Verhaltenskodex. Die Firmen behandelten sie großzügig: Große berufliche Sicherheit, guter Verdienst, viele Freiheiten. Dieses traditionelle Muster ist durch die Personalreduktionen und durch die vielfältigen Umstrukturierungen der Konzerne in den letzten Jahren ins Wanken geraten. Vor allem die Erfahrung, erstmals selbst von Entlassungen betroffen zu sein, hat zu starker Verunsicherung geführt. Der betriebliche Status der HQA’s ist einem Wandel ausgesetzt, der durch lean management, Dezentralisierung und Ökonomisierung, aber auch durch den stark ansteigenden Akademikeranteil an den Beschäftigten („Vermassung“) hervorgerufen wird. Die Fremdheit der HQA’s gegenüber der Gewerkschaft hat ihre Ursache in ihrer quasi-unternehmerischen Arbeitsidentität. Unterhalb dieser generellen Schwelle gibt es aber differenzierte Verhaltensmuster von der gefühlsmäßigen Totalablehnung bis zur Mitgliedschaft.

Gefördert durch: Hans-Böckler-Stiftung

Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Kotthoff, Hermann (1997): Führungskräfte im Wandel der Firmenkultur. Quasi-Unternehmer oder Arbeitnehmer?. Berlin, (2. Aufl. 1998): edition sigma.

Kotthoff, Hermann (1996): Hochqualifizierte Angestellte und betriebliche Umstrukturierung. In: Soziale Welt 4/1996.

Kotthoff, Hermann (1995): Hochqualifizierte Angestellte in der schlanken Produktion. In: Fricke, E. (Hg.): Betrieblicher Wandel und Autonomie von Ingenieuren, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung.

Kotthoff, Hermann (1997): Hochqualifizierte Angestellte und betriebliche Umstrukturierung: Erosion von Sozialintegration und Loyalität im Großbetrieb. In: Kadritzke, Ulf (Hg.): Unternehmensstrukturen unter Druck. Neue Managementkonzepte zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Berlin: edition sigma.

Demographischer Wandel und betriebliche Personalplanung

Untersucht wurde, ob und inwieweit mögliche Folgen absehbarer Veränderungen in der Alters-Zusammensetzung der Erwerbsbevölkerung in der Personalpolitik und -planung von Unternehmen berücksichtigt werden. Grundlage der Untersuchung waren Befragungen von Geschäftsführungen, Personalleitungen und betrieblichen Interessenvertretungen in 24 Unternehmen aus vier Wirtschaftsgruppen. Daneben wurden u.a. Altersstrukturdaten der Unternehmen ausgewertet.

Personalabbau und Verzicht auf Einstellungen haben schon gegenwärtig Auswirkungen auf die Alters-Zusammensetzung von Belegschaften: eine „Alterung“ findet, ohne Einfluss demographischer Veränderungen, bereits statt. Dies wird zunächst in den Unternehmen nicht wahrgenommen oder bleibt unbeachtet. Auswertungen zeigten betriebliche Altersstrukturen, die sich durch den starken Anstieg der Anteile Beschäftigter in den mittleren Jahrgängen (35 bis 50 Jahre), gleichbleibende Anteile Älterer und schrumpfende Anteile junger Beschäftigter auszeichnen. Setzt sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren vergleichbar fort, werden sich zunehmend Beschäftigte in den Altersgruppen der über 40-Jährigen befinden. Unternehmen altern trotz aller Versuche, sich von den Älteren frühzeitig zu trennen.

Ältere bilden das Potential schlechthin für Maßnahmen des Personalabbaus. Teils werden sie als vernutzte, gesundheitlich angeschlagene, gegenüber Veränderungen wenig aufgeschlossene Arbeitskräfte angesehen, wobei meist Verständnis für bestehende Probleme in der Arbeit geäußert wird. Der betriebliche Diskurs orientiert sich mithin weiter an einem möglichst frühzeitigen Ausstieg Älterer aus der Erwerbsarbeit; dies unterstützen Betriebsräte im Bemühen, Übergänge in Rente im Sinne der Betroffenen auszugestalten. Verhindert wird so eine veränderte Umgangsweise mit älteren Arbeitskräften, die deren Potentiale stärker nutzt und ihre Probleme anders bearbeitet. Eine betriebliche „Politik“, die für Ältere andere Konzepte als die Planung ihres möglichst konfliktfreien Ausstiegs entwickelt, wurde in keinem der untersuchten Fälle erkennbar; Qualifizierungsmaßnahmen, besondere Maßnahmen zum Gesundheitserhalt Älterer, spezielle Arbeitszeitmodelle fanden sich nicht.

Auswirkungen demographischer Veränderungen zählen nicht zu den Problemen, die Personalverantwortliche und Interessenvertretungen zur Zeit der Befragungen bewegten; es findet keine aktive personalpolitische Auseinandersetzung damit statt. Vorherrschend sind die Verschiebung möglicher Probleme auf eine „noch ferne“ Zukunft, mit der sich Personalpolitik nicht beschäftigen könne, oder eine Entproblematisierung des Themas durch das (aktuell nicht überprüfbare) Zugeständnis, die Beschäftigung steigender An-teile Älterer bewältigen zu können. Die Voraussetzung für solche Thematisierungsformen bietet die aktuelle Situation des frühzeitigen Austritts Älterer aus den Betrieben. Erst wenn Probleme virulent werden, ist deshalb mit einer gezielten Auseinandersetzung mit dem Thema zu rechnen. 

Auftraggeber: Hans-Böckler-Stiftung/Arbeitskammer des Saarlandes

Projektstand: abgeschlossen 1997

Veröffentlichungen:     

Huber, Achim (1998): Demographischer Wandel und Personalmanagement. In: Personalführung, Heft 1: 39-43.

Huber, Achim (1997): Demographischer Wandel und betriebliche Personalplanung: Hans-Böckler-Stiftung: Graue Reihe, (Neue Folge 133). Düsseldorf.

Arbeitskammer des Saarlandes (Hg.) (1997): Ältere Arbeitnehmer im Betrieb von morgen. Tagungsbericht, AK-Beiträge Nr. 3. Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes.

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1996 abgeschlossene Projekte

Entwicklung betriebsumfassender Qualifizierungsstrategien zur Umsetzung eines präventiv ausgerichteten Arbeits- und Gesundheitsschutzes

Prävention ist bis heute in der betrieblichen Wirklichkeit mehr Deklamation als Realität. Das iso-Institut hat in einem Forschungsprojekt den Versuch unternommen, den Präventionsgedanken in die betriebliche Praxis einzuführen und die Betriebe zu befähigen, von sich aus den Risiken und Gesundheitsgefährdungen im Betrieblichen Alltag zu begegnen. Das Projekt bestand aus einer Forschungs- und einer Umsetzungsphase. In der Forschungsphase wurden in vier Betrieben umfangreiche Erhebungen zur Gesundheitssituation im Betrieb und zum betrieblichen Umgang mit Gesundheitsgefahren durchgeführt. Die wichtigste Erkenntnis dieser Betriebsrecherchen ist, dass die meisten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht aus der Missachtung des Arbeitsschutzes resultieren, sondern aus alltäglichen Arbeitshandlungen. Die Beschäftigten gehen auf problematische Weise mit den Setzungen und dem Leistungsanspruch des Managements um und vernachlässigen die Sorge um sich im Arbeitsprozess. Das Management wiederum zerstört unbeabsichtigt die Ressourcen zur Gesunderhaltung, indem es eine einseitige ökonometrische Betrachtung an den Rationalisierungsprozess anlegt. Diese wechselseitige Gleichgültigkeit gegenüber dem langfristigen Erhalt der Gesundheit lässt sich nur aufbrechen, wenn Prävention im unmittelbaren Arbeitsvollzug bei der Arbeitsweise der Beschäftigten ansetzt. In der Umsetzungsphase hat das iso-Institut dieser Einsicht folgend die Auseinandersetzung der Beschäftigen mit ihrer Arbeitsweise angeleitet und Rahmenbedingungen empfohlen, die den Arbeitenden die Praktizierung gesundheitsförderlicher Arbeitsweisen ermöglichen. Basierend auf den Erkenntnissen der Forschungsphase und der Umsetzungsphase ist im Anschluss ein Handbuch zur arbeitsnahen Gesundheitsförderung entstanden, das den Praktikern im Betrieb eine Handlungsanleitung sowie zahlreiche Instrumente an die Hand gibt, die Präventionsfrage offensiv anzugehen.

 

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie

Projektstand: abgeschlossen 1996

Projektbearbeiter: Peter Ochs, Johannes Petrenz, Josef Reindl

Veröffentlichungen:     

Ochs, Peter; Johannes Petrenz; Josef Reindl (1996): ressource. Handbuch zur arbeitsnahen Gesundheitsförderung im Betrieb, Saarbrücken.

Reindl, Josef: „Meist werden sie ignoriert und ausgegrenzt“. Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt, in: Frankfurter Rundschau vom 23.9.1993.

Moderne Gruppenarbeit und ältere Arbeitnehmer

Gruppenarbeit wird von manchen Wissenschaftlern per se als adäquate Form zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer angesehen. Die Älteren, so die allgemeine Einschätzung, könnten ihre beruflichen Erfahrungen und ihr Wissen in die Gruppe einbringen, während ihre möglicherweise vorhandenen Schwächen und Leistungseinschränkungen von den Arbeitskollegen ausgeglichen werden könnten. Aufbauend auf den Ergebnissen einer empirischen Recherche in vier Industriebetrieben, die als Pioniere bei der Einführung gruppenorientierter Arbeitssysteme gelten, wird nachgezeichnet, dass es auf die konkrete Ausgestaltung von Teamarbeit ankommt, ob sie integrativ oder ausgrenzend gegenüber weniger leistungsfähigen Gruppenmitgliedern wirkt.

Um Gruppenarbeit „alterstauglich“ zu gestalten, ist es beispielsweise wichtig, dass die Gruppenaufgabe ein vielfältiges Aufgaben- und Anforderungsspektrum umfasst, das ein abwechslungsreiches und nicht einseitig belastendes Arbeiten an unterschiedlichen Arbeitsplätzen ermöglicht;

die Gruppen so zusammengestellt werden, dass ältere Beschäftigte ihre in ihrem bisherigen Berufsleben entwickelten Kompetenzen in die Arbeit einbringen können;

die Möglichkeit besteht, dass Ältere langsamer und gesundheitsschonender arbeiten können, ohne dass ihre Kollegen und Kolleginnen dadurch persönliche Nachteile erleiden, z.B. Lohneinbußen hinnehmen oder Mehrarbeit leisten müssen;

in den Gruppen ein Klima der Akzeptanz und des Verständnisses gegenüber weniger leistungsfähigen Gruppenmitgliedern herrscht.

Die Verwirklichung dieser Prämissen ist an ein betriebliches Selbstverständnis gebunden, wonach keine festen Leistungsnormen für alle Beschäftigten gleichermaßen gelten, sondern individuelle Besonderheiten und Unterschiede in der Personal- und Arbeitspolitik berücksichtigt werden. In präventiver Perspektive geht es zugleich darum, der Gesundheit und dem Gesunderhalt der aktuell jüngeren und leistungsstarken Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einen zentralen Stellenwert einzuräumen.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes

Projektstand: abgeschlossen 1996

Veröffentlichungen:     

Morschhäuser, Martina (1995): Moderne Gruppenarbeit und ältere Arbeitnehmer, in: AK-Beiträge Heft 1.

Morschhäuser, Martina (1996): Modernisierung und alternde Belegschaften. Beschäftigungsperspektiven älterer Arbeitnehmer bei Gruppenarbeit, Gelsenkirchen, Graue Reihe des Instituts Arbeit und Technik, Heft 5.

Dezentralisierung der Arbeitspolitik in einem Automobilkonzern Beratungs- und Unterstüt-zungsprojekt des Vorstandsbereichs „Arbeitspolitik“

In drei großen Stammwerken des Konzerns wurde die organisatorische Dezentralisierung des Funktionsbereichs Arbeitspolitik begleitet. Diese Funktion ist dadurch strukturiert, dass Arbeitspolitik auf der einen Seite eine Querschnittsfunktion mit strategisch-konzeptioneller und ordnungspolitischer Gesamtverantwortlichkeit ist, und dass auf der anderen Seite die Operationalisierung dieser Funktion als Dienstleistung an die neue dezentralisierte Struktur der Produktion in Profitcenter angegliedert ist. Die konsequente Dezentralisierung hatte notwendigerweise einen stark erhöhten Koordinationsbedarf zur Folge, damit die „Handschrift des Konzerns“ – seine Strategiefähigkeit – sich nicht in Partikularismen der dezentralen Einheiten auflöst. Der Koordinationsbedarf führte zur nachträglichen Einrichtung von Gesamtbeauftragten für die Koordinierung von speziellen arbeitswirtschaftlichen und arbeitspolitischen Teilfunktionen in den Profitcentern und Werken, zur Einrichtung von Steuer- und Arbeitskreisen auf Werksebene, und zur Einrichtung von werksübergreifenden Gruppen für bedarfsorientierte Fachthemen. In diesem rapiden Reorganisationsprozess haben wir den Vorstandsbereich Arbeitspolitik beraten und unterstützt, u.a. durch Feedback-Befragungen der operativen Einheiten, durch Beteiligung am Kommunikationsprozess zwischen den operativen und den zentralen Einheiten, durch Mitarbeit an der Konzeption der weiteren Koordinationsstruktur.

Auftraggeber: DaimlerChrysler AG

Projektstand: abgeschlossen 1996

Projektbearbeiterin: Dr. Ingrid Matthäi, PD Dr. Hermann Kotthoff

Armut und Armutsvermeidung im Saarland

Seit Mitte der 80er Jahre ist in der Bundesrepublik wieder von Armut als einer politisch zu problematisierenden Frage die Rede. Zunächst in Fachkreisen, schließlich auch in offiziellen politischen Verlautbarungen. Mit der aktuellen Diskussion um das Schicksal des Sozialstaates gewinnt das Thema an Brisanz. In Frage steht, wie den in die Armutszone Geratenen der Weg zurück zur eigenständigeren Existenzsicherung erleichtert werden könnte, wie ihre brachliegende Arbeitskraft erhalten, wieder marktgängig oder auf andere Weise für die Gesellschaft interessant gemacht werden könnte. In Frage steht, wie die Gesellschaft mit den zu Versorgenden umgeht, die in ihrer Existenzsicherung wohl weiterhin auf den Sozialstaat angewiesen sind. In Frage steht aber auch vor allem wie eine auf die prekären Zonen der Arbeitsgesellschaft zielende Armutsvermeidungspolitik, die möglichst schon im Vorfeld der traditionellen Sozialhilfe ansetzt, an Konturen gewinnen kann.

Das Forschungsprojekt lenkt die sozialpolitische Aufmerksamkeit auf prekäre Lebensverhältnisse und Verarmungsrisiken, die mit einem sich verengenden Arbeits- und Wohnungsmarkt, mit einem brüchiger gewordenen System sozialer Sicherung wahrscheinlicher geworden sind.

Bei der Empirie stand zunächst einmal eine sekundäranalytische Auswertung des auf das Saarland insgesamt bezogenen statistischen Materials im Vordergrund, aus dem Hinweise auf Verarmungserscheinungen und -risiken zu erwarten sind. Die Ergebnisse werden im breiten Rahmen der einschlägigen Fachdiskussion erörtert. Hier geht es um Sozialhilfebedürftigkeit und Einkommen unter der „Armutslinie“, um Arbeitslosigkeit als Verarmungsrisiko und Herausforderung einer aktiven Arbeitspolitik, um Engpässe in der Wohnungsversorgung und Wohnungsnotfallhilfe. Es folgt eine eher grundsätzlich angelegte Auseinandersetzung über die zurzeit kontrovers diskutierten Politikmuster im Umgang mit Armut und Verarmungsrisiken aus der sich wiederum Einsichten und Schlussfolgerungen für die Saarland anstehenden Maßnahmen ergeben. Das dem Projekt zugrundeliegende Problemverständnis, die Wahrnehmung von Armut und Verarmungsrisiken als einer sozialpolitischen Frage, die sich aus den Strukturen der gesellschaftlichen Entwicklung ergibt, sowie der forschungsstrategische Zugang, werden explizit reflektiert. In diesem Zusammenhang erfolgt auch eine Klärung der damit einhergehenden Definitionsfragen und Theoriekonzepte.

Die Studie versteht sich als eine Bestandsaufnahme, die das aus vielfältigen Quellen erschließbare Wissen um Verarmungsrisiken im Saarland bzw. den sozialpolitischen Umgang mit Ihnen aufbereitet.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes

Projektstand: abgeschlossen 1996

Veröffentlichungen:     

Geiger, Manfred (1996): Armut und Armutsvermeidung im Saarland, Saarbrücken: Arbeitskammer des Saarlandes.

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1994 abgeschlossene Projekte

AGiB - Arbeit und Gesundheit im Betrieb

„Arbeit und Gesundheit im Betrieb“ (AGiB) ist ein dreistufiges Seminarkonzept, das neue Schwerpunkte in der Bildungsarbeit mit betrieblichen Interessenvertretern setzt. Das Seminarmaterial ist angelegt für einwöchige Veranstaltungen, die Interessenvertreter auf das Handeln im Politikfeld Arbeit und Gesundheit vorbereiten. Die Seminare sollen vertraut machen mit Problemen und Möglichkeiten der Integration und Beschäftigung von Behinderten und gesundheitlich Beeinträchtigten und mit Ansätzen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes.

Das Seminarmaterial – entwickelt in einem Kooperationsprojekt des ISO-Instituts mit der IG Metall und der Arbeitskammer des Saarlandes – wird seit mehreren Jahren in der Bildungsarbeit von Einzelgewerkschaften, des DGB und in der außergewerkschaftlichen Arbeitnehmerbildung verwendet. Die umfangreichen Materialien zur Qualifizierung von Schwerbehinderten-Vertretungen, Betriebs- und Personalräten behandeln einführend das Handlungsfeld der Schwerbehinderten-Vertretung, darauf aufbauend Strategien zur Integration Behinderter und gesundheitlich Beeinträchtigter in der Arbeitswelt und zentrale Themen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes im Betrieb.

Grundlagen des neuen Aufbaus und der Gestaltung der Materialien in der zweiten Auflage sind Erfahrungen aus Seminaren mit einschlägig tätigen Referenten (vgl. das Projekt: Qualifizierung von Referenten). Die Themenstruktur orientiert sich an Praxisproblemen der Interessenvertretungen. Die Materialien führen jeweils von Einführungstexten zu vertiefenden Darstellungen. Zu allen Themen liegen aufbereitete Fallbeispiele aus der Praxis vor, die Seminarteilnehmer in der Bearbeitung von Aufgabenstellungen unterstützen. Referenten erleichtert die Konzeption die Seminardurchführung: in einem mehrstufigen Ablauf von Überblicks-Darstellungen, Bearbeitung von Praxisproblemen und detaillierten Sachinformationen können sie die Behandlung einzelner Themen strukturieren.

Gefördert durch:
Bundesministerium für Forschung und Technologie (Arbeitskammer des Saarlandes, IG Metall)

Projektstand: abgeschlossen 1994

Veröffentlichungen:

Ochs, Peter/Wotschack, Winfried/Huber, Achim et al. (2003): Einführung in das Aufgabenfeld der Schwerbehindertenvertretung (= Arbeit und Gesundheit im Betrieb, Band 1), 4., überarb. und akt., Saarbrücken: ISO-Institut.

Huber, Achim/Trunk, Wolfgang (2002): Strategien zur Integration behinderter Menschen im Arbeitsleben (= Arbeit und Gesundheit im Betrieb, Band 2), 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Saarbrücken: ISO-Institut, 198 S. (ISBN 3-935084-06-4).

Bethmann, Heinz/Werner Feldes/Achim Huber/Peter Sewald (2001): Arbeit und Integration im Betrieb. Neue Regelungen zur Integration behinderter Menschen im SGB IX. Grundseminar für die Schwerbehindertenvertretung, Frankfurt/Saarbrücken: ISO-Institut.

Huber, Achim/Ochs, Peter (1994): Die Vertretung der Schwerbehinderten im Betrieb. Handlungsanleitungen und Orientierungen für die Praxis (= Handbücher zur Beschäftigung Behinderter, Band 1), Köln: Bund-Verlag.

Belegschaftsnaher Gesundheitsbericht

Erstellung einer Handlungsanleitung für betriebliche Interessenvertreter

Betriebliche Gesundheitsberichte stützen sich heute zumeist auf die Auswertung von AU-Daten. Krankheitsbedingte Fehlzeiten sind für das betriebliche Belastungs- und Erkrankungsgeschehen jedoch nur begrenzt aussagefähig. Um arbeitsbedingte Erkrankungen in ihrem sozialen Kontext zu erfassen, bedarf es arbeits- und belegschaftsnaher Zugänge und Methoden.

Das in diesem Projekt entwickelte Handlungskonzept soll Belegschaftsvertreter darin unterstützen, einen Gesundheitsbericht ‚von unten‘ zu erstellen. Dies beinhaltet die einzelnen Stufen und Maßnahmen einer Gesundheitsaktion; sie zielt im einzelnen darauf: die Thematisierung von Belastungs- und Gesundheitsfragen in der Belegschaft zu fördern, gesundheitliche Risikoarbeitsfelder im Betrieb aufzuspüren; riskante Arbeitsbedingungen und Belastungen und ihren Zusammenhang mit Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungssymptomen zu erfassen und zu beschreiben; die Zusammenarbeit mit Sicherheitsfachkraft und Betriebsarzt zu aktivieren; Vorgesetzte für gesundheitliche Bedürfnisse und Interessen der Belegschaftsmitglieder zu sensibilisieren; Vorschläge für den Abbau von Belastungen und Gesundheitsgefährdungen zu entwickeln. Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist eine Anleitung zur Durchführung einer Belegschaftsbefragung zu Gesundheitsbeschwerden. Ein entsprechender Fragebogen wird vorgestellt und es wird detailliert erläutert, wie dieser angewendet werden kann, und wie die Ergebnisse auszuwerten und zu interpretieren sind.

Auftraggeber: Arbeitskammer des Saarlandes

Projektstand: abgeschlossen 1994

Veröffentlichungen:     

Morschhäuser, Martina (1994): Belegschaftsnaher Gesundheitsbericht. Handlungsanleitung für betriebliche Interessenvertreter, Saarbrücken, AK-Beiträge, 2/1994

Kontinuität und Wandel betrieblicher Interessenvertretungsstrukturen

Hierbei handelt es sich um eine Folgeuntersuchung zu der früheren Freiburger Betriebsratsstudie von H. Kotthoff (Betriebsräte und betriebliche Herrschaft, 1981). Fünfzehn Jahre später wurden nochmals in denselben Betrieben Management, Betriebsrat und Arbeitnehmer befragt. Der Gegenstand ist derselbe: die Interessenvertretungsstruktur im Betrieb, d.h. die Beziehung des Betriebsrats zum Management, zur Belegschaft und zur Gewerkschaft. Die besondere Fragestellung ist jetzt die Veränderungsdynamik. Es zeigt sich, dass ein starker Wandel stattgefunden hat. Während in der Erstuntersuchung zwei Drittel der Betriebe eine „defiziente“ (nicht dem Geist und dem Buchstaben des BetrVG entsprechende) Interessenvertretungsstruktur hatten und nur ein Drittel eine „vertretungswirksame“ Struktur, so ist es in der Zweituntersuchung genau umgekehrt: zwei Drittel haben eine „vertretungswirksame“ Struktur. Der Wandel wurde auf dem Hintergrund der gesellschaftlichen Mitbestimmungsbewegung der 70er Jahre durch einen innerbetrieblichen Kampf einiger weniger Protagonisten und Führungspersonen um mehr Bürgerrechte im Betrieb herbeigeführt. Überraschend mündet der Kampf jedoch in den meisten Fällen nicht in ein konfliktorisches Gegenmachtmuster von Interessenvertretung, sondern in ein kooperativ-partnerschaftliches Modell der Konfliktverarbeitung. Die Ursache dafür ist die kooperative, auf Verständigung ausgerichtete („integrative“) Form der Tradition der betrieblichen Sozialordnung („Unternehmenskultur“).

In den Betrieben, die schon in der Erstuntersuchung eine „vertretungswirksame“ Interessenvertretungsstruktur hatten, zeigt sich dagegen eine große Stabilität des jeweiligen Strukturtypus. Der am häufigsten – vor allem in Großbetrieben – vorkommende Typus ist der „Betriebsrat als konsolidierte Ordnungsmacht“, der auf vielen Gebieten ein Co-Manager ist. Hier besteht eine wechselseitige Durchdringung von Management und Interessenvertretung in engster Kooperation.

Die drei Kernergebnisse sind:
die Anerkennung des Betriebsrats hat einen großen Sprung nach vorne gemacht (Betriebsbürgerstatus).

Die kooperative Form der Interessenvertretung (Mit-Bestimmung) hat sich in Deutschland für die Belegschaften mehr ausgezahlt als Gegenmachtmodelle.

Das jeweilige Strukturmuster der Interessenvertretung im Betrieb (kooperatives bzw. Gegenmachtmodell) hat jahrzehntelange Wurzeln in der betrieblichen Sozialordnung.

Gefördert durch: DFG

Projektstand: abgeschlossen 1994

Projektbearbeiter: Hermann Kotthoff

Veröffentlichungen:

Kotthoff, Hermann (1998): Mitbestimmung in Zeiten interessenpolitischer Rückschritte. In: Industrielle Beziehungen 1/1998.

Kotthoff, Hermann (1995): Betriebsräte und betriebliche Reorganisation. Zur Modernisierung eines ‚alten Hasen‘. In: Arbeit 5/1995.

Kotthoff, Hermann (1995): Betriebliche Mitbestimmung in der Langzeitperspektive. In: WSI-Mitteilungen 9/1995.

Kotthoff, Hermann (1994): Betriebsräte und Bürgerstatus. Wandel und Kontinuität betrieblicher Mitbestimmung. München und Mering: Rainer Hampp Verlag.

Kotthoff, Hermann (1992): Qualifizierte Angestellte in high-tech-Betrieben erobern den Betriebsrat. In: Littek, W. u.a. (Hg.): Organisation von Dienstleistungsarbeit. Berlin: edition sigma.

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1993 abgeschlossene Projekte

Straffällige Frauen und das Konzept der „Durchgehenden sozialen Hilfe“

Der Frauenkriminalität wurde lange Zeit nur wenig Beachtung geschenkt. Ebenso den Problemen der weiblichen Straffälligen. In der bisherigen Sanktions- und Hilfepraxis hatten Frauen immer wieder Nachteile hinzunehmen, weil ein adäquates Angebot fehlte, – nicht allein aus Kostengründen, sondern auch wegen der Ausrichtung auf den „Normalfall“. Der „Normalfall“ – das sind straffällige Männer.

Die Studie befasst sich mit Praxisansätzen, die einen angemesseneren Zugang zu den Hilfebedürfnissen straffällig gewordener Frauen suchen, insbesondere was die Verbesserung ihrer materiellen Lebenslage, die psychosoziale Stützung ihrer Bewährungsstrategien, die Interessenvertretung in Verfahrensfragen, Entkriminalisierungseffekte und die Profilierung einer frauengerechten Kriminalpolitik betrifft.

Im Mittelpunkt stehen Fallstudien über zwei Frauenprojekte, die von jeweils unterschiedlicher institutioneller Anbindung aus (freie Straffälligenhilfe einerseits und sozialer Dienst der Justiz andererseits) nach dem Prinzip der durchgehenden sozialen Hilfe arbeiten. Mit diesem Konzept soll der historisch entstandenen Parzellierung der Straffälligenhilfe entgegengewirkt werden, so dass über die eingespielten, am Rhythmus des Strafverfahrens ausgerichteten Zuständigkeiten hinweg, eine ‚ganzheitliche‘ Problembearbeitung möglich wird.

Die Fallstudien werden ergänzt durch Daten zur Kriminalität von Frauen, eine Erörterung der gängigen Erklärungsansätze für die geringere Kriminalitätsneigung und Kriminalisierung von Frauen, eine Beschreibung typischer Lebenssituationen und Problemkarrieren inhaftierter Frauen, und schließlich eine Darstellung der Straffälligenhilfe (Bewährungs- und Gerichtshilfe, Vollzugsgestaltung und Entlassenenhilfe). Zusammenfassend werden kriminalpolitische Perspektiven und Vorschläge für die Weiterentwicklung der Straffälligenhilfe für Frauen präzisiert.

Auftraggeber: Bundesministerium für Frauen und Jugend

Projektstand: abgeschlossen

Veröffentlichungen:
Geiger, Manfred; Erika Steinert (1993): Straffällige Frauen und das Konzept der ‚Durchgehenden sozialen Hilfe‘, Stuttgart/Berlin/Köln: Kohlhammer Verlag.

Facharbeiterinnen im Betrieb

Der Anteil von Frauen in qualifizierten gewerblich-technischen Berufsfeldern ist verschwindend gering – ein Tatbestand, der mit mangelndem Interesse von Frauen nicht hinlänglich erklärt werden kann. Angesichts dieser Ausgangssituation beschäftigt sich die ISO-Studie mit folgenden Fragen: Unter welchen Bedingungen können junge Frauen in qualifizierten gewerblich-technischen Berufsfeldern Fuß fassen? Welche besonderen Anstrengungen sind damit verbunden, sich in einer traditionellen Männerdomäne zu behaupten? Welche Einstellungen und Verhaltensweisen kennzeichnen den Typ der erfolgreichen Facharbeiterin?

Mit welchen Anforderungen werden die männlichen Kollegen und die Vorgesetzten konfrontiert, wenn zum ersten Mal eine Frau in ihrem Arbeitsbereich tätig wird? In welcher Weise können Facharbeiterinnen zu einer positiven Veränderung des Arbeitsklimas in der entsprechenden Abteilung beitragen? Welche soziokulturellen Merkmale zeichnen Unternehmen als Ganze aus, die den Einsatz weiblicher Fachkräfte gezielt fördern? Empirische Basis der Untersuchung sind Fallstudien in elf Unternehmen der Metall- und Elektrobranche, die hinsichtlich betrieblicher Frauenförderung als vorbildlich gelten. Auf der Grundlage von Interviews mit Facharbeiterinnen, ihren männlichen Kollegen und direkten Vorgesetzten, mit Management- und Betriebsratsvertretern werden erfolgreiche und gescheiterte Berufsverläufe weiblicher Fachkräfte analysiert.

Als wesentliche, für die Ausgrenzung weiblicher Fachkräfte relevante Mechanismen werden zum einen ideell wirksame Geschlechtszuschreibungen herausgestellt. Dabei handelt es sich nicht nur um Vorurteile und Ideologien über ein spezifisch weibliches Leistungsvermögen, sondern auch um Normen und Wunschvorstellungen über das Erscheinungsbild und das Sozialverhalten der Facharbeiterinnen „als Frauen“. Zum anderen wird dargestellt, inwiefern ausgrenzende Verhaltensweisen im Betrieb erst aufgrund institutioneller Gegebenheiten und aufgrund existierender Männerbünde realitätsmächtig werden.

Gefördert durch: Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Projektstand: abgeschlossen

Veröffentlichungen:

Morschhäuser, Martina (1993): Frauen in Männerdomänen. Wege zur Integration von Facharbeiterinnen im Betrieb, Köln: Bund Verlag

Morschhäuser, Martina (1997) Integration und Ausgrenzung von Frauen in Männerberufen, Aachen: Shaker Verlag

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1992 abgeschlossene Projekte

Verbesserung der Versorgung alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen

Wissenschaftliche Begleitung eines Modellversuchs des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung Baden-Württemberg

Anlass für den Modellversuch war die Erkenntnis, dass das in Baden-Württemberg bestehende Hilfesystem für die chronisch kranken und/oder pflegebedürftigen Menschen durch Defizite und Widersprüche geprägt ist und dass sich ein umsetzbares Konzept für eine flächendeckende und auf Dauer finanzierbare Versorgung durch mehr Humanität, Flexibilität und Effizienz auszeichnen sollte.

Die Vorgehensweise bei diesem Modellversuch unterschied sich in wesentlichen Aspekten von den anderen Modellen. Zum einen ging ihm eine einjährige Vorlaufphase voran, in die die Wissenschaftliche Begleitung bereits einbezogen war und zusammen mit den Verantwortlichen des Ministeriums die Modellkonzeption erarbeitete und die Auswahl der Modellregionen vornahm. Zum zweiten ist bemerkenswert, dass für die Modellregionen keine finanziellen Mittel von der Landesregierung zur Verfügung gestellt wurden. Der Anreiz für eine Teilnahme am Modellversuch bestand allein im Angebot der fachlichen Beratung und konzeptionellen Unterstützung durch die Wissenschaftliche Begleitung.

Da Verbesserungen nur als konzertiertes Vorgehen unter Beteiligung aller Handlungs- ebenen, Einrichtungen und Angebote zu erreichen sind, wurden alle Ebenen des Hilfesystems in der Modellkonzeption berücksichtigt und darüber hinaus die Koordination und Vernetzung als eigenständiges Handlungsfeld definiert. Auch wenn das Modellvor- haben neue Hilfeelemente entwickeln und erproben wollte, ging man davon aus, dass eine erhöhte Effizienz bereits durch eine bessere Abstimmung zwischen den vorhandenen Angeboten, Diensten und Trägern erzielt werden kann. Auf der Grundlage definierter Erprobungsziele wurden die einzelnen Maßnahmen evaluiert und die Ergebnisse u.a. in Handlungsvorschläge umgesetzt.

Auftraggeber: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung Baden-Württemberg

Projektstand: abgeschlossen 1992

Veröffentlichungen:
Brandt, Franz; Werner Göpfert-Divivier; Rudolf Schweikart unter Mitarbeit von Kirchen, Sabine (1992): Pflege alter Menschen. Verbesserung der Versorgung alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen. Abschlußbericht eines Modellversuchs, Stuttgart: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung.

Ambulante Dienste für Pflegebedürftige

Wissenschaftliche Begleitung eines Modellprogramms des Bundesministers für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit

Das Modellprogramm „Ambulante Dienste für Pflegebedürftige“ wurde konzipiert und durchgeführt vor dem Hintergrund einer Ambulantisierungsdiskussion, in deren Rahmen die These vertreten wurde, dass durch eine bessere personelle Ausstattung der ambulanten Dienste und durch zusätzliche rehabilitative Hilfen die im häuslichen Bereich bestehenden Versorgungspotentiale unterstützt und stabilisiert werden können und so ein dauerhafter oder zumindest verlängerter Verbleib der Pflegebedürftigen in häuslicher Umgebung ermöglicht wird. In den von 1984 bis 1988 laufenden Modellversuch wurden bundesweit 16 Sozialstationen einbezogen, die personell verstärkt wurden und in denen Rehabilitationsangebote und Kooperationsformen mit anderen Institutionen der Altenhilfe intensiviert werden sollten.

Für die Wissenschaftliche Begleitung stand zunächst eine umfassende Analyse der Leistungs- und Patientenstruktur, des Personaleinsatzes, der häuslichen Versorgungssituation usw. im Vordergrund. Neben diesem vorwiegend quantitativ ausgerichteten Untersuchungsteil wurde mittels Fallstudien der Bedeutung der subjektiven Einschätzungen, Erwartungen und Bedürfnissen der älteren Patienten Rechnung getragen. Es wurde deutlich, dass die (kostenneutrale) personelle Verstärkung der Sozialstationen zu einer intensiveren, d.h. stärker ganzheitlichen Versorgung des „typischen“ Patientenstammes und/ oder dazu führte, dass neue, bisher wenig berücksichtigte Patientengruppen einbezogen wurden, darunter z.B. jene, die neben grundpflegerischen Maßnahmen auch auf haus-wirtschaftliche Hilfen, Betreuung, psychosoziale Unterstützung u.ä. angewiesen sind.

Die Modellerfahrung und -ergebnisse wurden in Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der Sozialstationen umgesetzt, die unter inzwischen veränderten Rahmenbedingungen unumgänglich ist.

Auftraggeber: Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit

Projektstand: abgeschlossen 1992

Veröffentlichungen:
Brandt, Franz; Werner Göpfert-Divivier; Rudolf Schweikart (1992): Ambulante Dienste für Pflegebedürftige, Bonn: Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie und Senioren, Bd. 6.1.

Alleinstehende Frauen ohne Wohnung

Die Studie des ISO-Instituts war eine der ersten, die sich empirisch mit wohnungslosen Frauen befasste. Insofern kommt ihr eine Pionierfunktion zu. Neben der Aufbereitung quantitativer Daten erschließt sie anhand von Fallstudien vertiefende Einblicke, die zu einem besseren Verständnis der Lebenswelt wohnungsloser Frauen und des darauf bezogenen Hilfesystems beitragen. So entsteht ein anschauliches Bild vom Leben der betroffenen Frauen: im Straßenmilieu, in prekären Wohnverhältnissen, Heimen und betreuten Wohngruppen. Die Studie rekonstruiert den Weg in die Wohnungslosigkeit, untersucht Bewältigungsstrategien und Selbstbilder und befasst sich mit den Viktimisierungs- und Klientifizierungsprozesse, denen diese Frauen ausgesetzt sind. Sie schildert das Dilemma der Hilfeinstanzen, die hier mit einem Problem konfrontiert sind, das sie weder grundlegend lösen, noch präventiv auffangen können. Die Hilflosigkeit vieler Hilfeinstanzen in dieser Frage ist mit ein Grund dafür, dass Frauen sich in ihrer Not auf prekäre Wohnverhältnisse einlassen, bei einer Freundin oder einem Mann Zuflucht suchen, Schutz- und Zweckbündnisse eingehen, sich an die einschlägigen Szenen anlehnen.

Bei der Analyse von sozialen Hintergründen und Hilfeperspektiven geraten auch grundsätzlichere Themen in den Blick: das Armutsrisiko von Frauen, der sich verengende Wohnungsmarkt, der prekäre gesellschaftliche Status alleinstehender Frauen, die Frage nach Leitbildern, Lebensentwürfen und -zusammenhängen, die Frauen ermutigen, eigene Wege zu gehen, auch wenn sie ohne die über einen Mann gewährleisteten Sicherheiten dastehen. Die Studie wendet sich an alle, die in ihrer Arbeit mit der Wohnungsnot von Frauen konfrontiert sind, die sich über soziale Hintergründe, Lebensmilieus und Bewältigungsstrategien, Risikofaktoren, Hilfeangebote und Veränderungsnotwendigkeiten informieren wollen.

Auftraggeber: Bundesministerium für Frauen und Jugend

Projektstand: abgeschlossen 1992

Veröffentlichungen:
Geiger, Manfred; Erika Steinert, unter Mitarbeit von Schweizer, Carola (1992): Alleinstehende Frauen ohne Wohnung. Soziale Hintergründe, Lebensmilieus, Bewältigungsstrategien, Hilfeangebote, Stuttgart/Berlin/Köln: Kohlhammer Verlag.

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