„Gute Schichtarbeit in gesunden Organisationen“ (GuSagO)

Zwei Veröffentlichungen

Schichtarbeit gut gestalten – Handlungshilfe für betriebliche Praktiker erschienen     

Schichtarbeit ist weit verbreitet, beeinträchtigt jedoch häufig das soziale Leben und die Gesundheit der Beschäftigten. Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie die Arbeitsfähigkeit ihrer älter werdenden Mitarbeiter fördern und angesichts knapper Fachkräfte einen leistungsfähigen Schichtbetrieb sichern können. Doch auf welchem Wege sollen Maßnahmen erfolgversprechend angegangen werden? Wie können Mitarbeiter und Führungskräfte dafür gewonnen und unterschiedliche Interessen ausbalanciert werden? Diese Gestaltungsfragen greift eine aktuell erschienene Handlungshilfe des Saarbrücker iso-Instituts auf. Sie will Praktikerinnen und Praktiker dabei unterstützen, die Gestaltung von Schichtarbeit im Betrieb systematisch und erfolgreich umzusetzen.

Immer mehr Menschen arbeiten im Schicht- und Nachtdienst. Die gesundheitlichen Belastungen der Schichtarbeit sind in vielen arbeitsmedizinischen Studien beschrieben worden. Darüber hinaus wird der Alltag der Beschäftigten durch den Schichtplan geprägt, mit Folgen für das soziale und familiäre Leben. Unternehmen wiederum stehen vor der Frage, wie sie die Arbeitsfähigkeit ihrer Schichtarbeitenden langfristig erhalten und auch mit älter werdenden Belegschaften einen leistungsfähigen Schichtbetrieb organisieren können. Die aktuell vorgelegte Handlungshilfe setzt an dieser Herausforderung an. Sie beschreibt Ansätze und Wege, wie Maßnahmen zur Gestaltung von Schichtarbeit im Betrieb entwickelt, erprobt und umgesetzt werden können.

Die Broschüre ist im Rahmen des von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) geförderten Modellvorhabens „Gute Schichtarbeit in gesunden Organisationen“ entstanden. Sie unterscheidet sich von anderen Ratgebern zu ergonomischen Schichtplänen oder zum individuellen Umgang mit der Schichtarbeit dadurch, dass sie keine Lösungen „von der Stange“ darbietet, sondern die Vorgehensweise bei der Umsetzung von Maßnahmen in den Mittelpunkt stellt. In insgesamt sechs Abschnitten werden zentrale Fragen von Gestaltungsprozessen behandelt:

  • Wie gehen wir vor? Hierbei geht es um die Reflexion der Handlungsbedingungen und Umsetzungschancen, die in jedem Betrieb unterschiedlich sind.
  • Wo stehen wir? Die handelnden Akteure werden unterstützt, eine systematische Analyse zur Grundlage von betrieblichen Projekten zu machen.
  • Wie starten wir? Die inhaltliche Priorisierung, die Einbeziehung wichtiger „Player“ im Betrieb sowie die Berücksichtigung möglicher Zielkonflikte sind entscheidend für die Erfolgschancen von Maßnahmen. Praxisbeispiele aus den Partnerunternehmen des Modellvorhabens zeigen unterschiedliche Handlungsansätze.
  • Was haben wir erreicht und wie geht es weiter? Die Broschüre zeigt Instrumente der Erfolgsüberprüfung und Wege der Verstetigung von Maßnahmen, damit Projekte, die mit viel Engagement gestartet wurden, am Ende nicht im Sande verlaufen.

Im Anhang ist ein umfangreiches Workshopkonzept enthalten, mit dessen Hilfe Schichtbeschäftigte sensibilisiert und aktiv in die Entwicklung von Handlungsansätzen einbezogen werden können. Eine Anleitung zur Durchführung einer betrieblichen Altersstrukturanalyse rundet die Broschüre ab.

Die Broschüre mit einem Umfang von 100 Seiten kann als Druckversion kostenfrei über INQA (www.inqa.de) oder das iso-Institut (kontakt@iso-institut.de) bestellt oder als Datei heruntergeladen werden.

Volker Hielscher; Elena Kreutzer, Ingrid Matthäi (2019): Schichtarbeit gut gestalten. Handlungshilfe für Praktikerinnen und Praktiker im Betrieb. Saarbrücken, ISBN 978-3-935084-39-0

Das von der Initiative Neue Qualität der Arbeit geförderte Projekt „Gute Schichtarbeit in gesunden Organisationen“ (GuSagO) wurde in diesem Sommer erfolgreich abgeschlossen. Die SHG-Kliniken Völklingen waren einer der Verbundpartner, bei denen Maßnahmen für eine bessere Gestaltung der Schichtarbeit entwickelt wurden. Dr. Elena Kreutzer und Dr. Volker Hielscher vom Saarbrücker iso-Institut übergaben das im Projekt erarbeitete Buch sowie eine Broschüre mit Handlungsempfehlungen an Verwaltungsdirektor Edgar Mertes.       

Foto: Harald Kiefer/SHG