Gesunde Arbeitswelten

Arbeitsfeld des iso-Instituts - Laufende und abgeschlossene Projekte

Im Fokus des Arbeitsschwerpunkts steht die Frage, wie die Gesundheit von Beschäftigten – als grundlegende individuelle, betriebliche und gesellschaftliche Ressource – unter den Bedingungen des tiefgreifenden Wandels der Arbeitswelt und angesichts einer längeren Verweildauer im Arbeitsleben langfristig erhalten werden kann.

Die Arbeiten in diesem Themenfeld beruhen auf einem ressourcenorientierten, salutogenetischen Gesundheitsverständnis, demzufolge sich betriebliche Gesundheitsförderung und Gesundheitsschutz nicht darin erschöpfen, mögliche Belastungen und Gesundheitsgefahren zu minimieren. Im Fokus steht vielmehr der Ansatz, Gesundheitsressourcen in der Arbeitswelt aufzubauen und zu erhalten, insbesondere durch eine gesundheitsförderliche Arbeits- und Organisationsgestaltung sowie durch neue Formen der Beteiligung. Vor diesem Hintergrund wird betriebliche Prävention als eine dauerhafte und betriebsumfassende Aufgabe verstanden, die in der Strategie des Unternehmens verankert und durch eine Präventionskultur gestützt werden muss. Besondere Beachtung finden dabei Fragen im Kontext des demografischen Wandels, u.a. zur Förderung von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit älterer Beschäftigter, zur Gestaltung alterns- und altersgerechter Arbeitsbedingungen oder zum Umgang mit gesundheitlich Beeinträchtigten und deren Integration in den Arbeitsprozess. Adressaten und Akteure sind Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter ebenso wie Beschäftigte, betriebliche Fachkräfte und Arbeitsschutzexperten.

In empirischen Studien und gestaltungsorientierten (Modell-)Projekten entwickelt das Institut praxisnahe Instrumente und Verfahren, erstellt Handlungshilfen und Konzepte, mit denen konkrete betriebliche Belastungs- und Gefährdungsschwerpunkte sowie Handlungsdefizite identifiziert und Potenziale für eine präventiv ausgerichtete betriebliche Gesundheitspolitik aufgezeigt werden können.

Die Beschäftigung mit Problemstellungen der Förderung und des Erhalts der Gesundheit in der Arbeitswelt hat eine lange Tradition im Institut, die bis auf die Forschungsarbeiten im Rahmen des Programms „Humanisierung des Arbeitslebens“ in den 1970er Jahren zurückgeht. Standen damals vor allem die physischen Belastungen und Gesundheitsrisiken der tayloristisch geprägten Arbeitswelt im Fokus, so rücken gegenwärtig die psychosozialen Belastungen und Beanspruchungen stärker ins Blickfeld, die insbesondere mit neuartigen Arbeitsformen und gewandelten Anforderungen an die Arbeit einhergehen.